Verfrühte Varroabehandlung mit Nassenheider - was tun mit Honigräumen?

  • Hallo,


    es zeichnet sich leider ab, dass man (also ich und einige andere) heuer bereits bei vielen Völkern schon JETZT dringend mit der Varroabehandlung beginnen muss, da sich die Entwicklung heuer stark nach vorne beschleunigt hat.


    Habe auf meinen Völkern (Frühtracht bereits geschleudert) momentan 2-3 Honigräume drauf, bei denen die meisten zwischen halbvoll und voll und jeweils mit Bienen besetzt sind. Natürlich werde ich die vor der Behandlung diese Woche noch weitgehend abschleudern, bis auf die nur teilweise gefüllten und unreifen. Die Völker dazu mit der Bienenflucht für einen Tag einengen ist ja kein Problem.


    Eine Behandlung mit dem Nassenheider dauert aber 10-14 Tage! Was mache ich da?


    Völker, die bisher auf 1 BR-Zarge und 3 HR-Zargen lagerten, sollen sich plötzlich in nur einer BR-Zarge drängeln?!?
    Wohin sollen die Bienen so lange? Woher sollen die in dieser Zeit ohne Honigräume ihr Futter beziehen - die meisten haben den Honig ja brav in den Honigräumen gelagert und im Brutnest ist teilweise nur sehr wenig Honig.


    Ich könne jeweils einen nur teilweise gefüllten Honigraum auf der Brutraumzarge stehen lassen. Oder den Honigraum oberhalb des Verdunsters stellen. Eng ist das immer noch, aber ob es ausreicht, ob es funktioniert?
    Ist das eine oder andere empfehlenswert?


    Gruß
    hornet

  • Hallo Peter,


    habe ich mir zwar auch schon gedacht, aber wie ist das mit dem Risiko und der Wirksamkeit?
    Risiko für Bienen und Königin ist doch massiv erhöht wegen der extremen und nur grob steuerbaren Konzentrationsschwankungen der Säurekonzentration in der Stockluft. Erst zu viel, dann zuwenig.


    Und aus dem gleichen Grund die Wirksamkeit - weshalb man doch mit dem Schwammtuch oft nach einer Woche die Behandlung wiederholt, ggf, danach sogar nochmals.


    Habe mit Schwammtuch bisher nur geringe Erfahrungen, es bisher nur mal zwischendurch im kleinen Umfang ausprobiert. Aber die Konzentrationsschwankungen machen mir schon Angst um die Bienen.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Horrnet,


    Varroa - wirklich so schlimm ?


    Wenn eine Befallsprobe mich jetzt kritisch machen, dann würde ich auf TBE setzen.
    Die Flugbienen könnten weiter Honig holen und Du bist alle Brutvarroa auf einen Schlag los.
    So gehts: AB337 Varroareduzierung durch vollständige Brutentnahme Bieneninstitut Kirchhain
    Die Brut dann behandeln ....


    .... das wäre der Weg ....


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Du musst schon selber einschätzen ob der Varroadruck stark ist oder noch im unkritischen Bereich.
    Sind schon Milben auf den Bienen zu sehen, sind Virusbienen zu sehen, sind im Drohnenbau viele am entstehen und ....
    Das Risiko ist niedrig, die Wirksamkeit gut, was willst Du mehr. Nur bei einer Supermutter würde ich vorsichtiger reagieren. Die Aufwärtsentwicklung der Völker noch nicht erreicht und somit Eingriffe weniger gefährlich.
    Die Honigernte sollte damit aber beendet sein.
    40 ml AS 60 sind außer bei Superhitze möglich und die Tücher nach Ca 18 St trocken. Mach doch mal eine Drobe außerhalb des Volkes.
    Gruß Peter

  • Hallo Hornet,
    ich hatte vor 6 Wochen Krabbler in 2 Völker, Milbenzahl war nicht auffällig, Honigräume waren zu ca 70% gefüllt undnur wenig verdeckelt. Ich hab die Honigräume bienenfrei gemacht (Flucht) - die Honig räume runter und auf gesunden Völker geparkt.
    Dann mit Puderzucker behandelt (jede Zarge einzeln). Das ganze im 7 tägigen Rytmus.
    Nach der dritten Anwendung ließ die Zahl der Krabler deutlich nach, nach der vierten Anwendung vielen nur noch wenig Milben und keine Krabbler mehr zu sehen.
    Eine Woche später hab ich die HR wieder verteilt.
    Das Ganze bei trockener Witterung!
    Meine Milbenfallzahlen sind nicht sehr aussagekräftig, weil ich zu allem Überfluß auch Ameisen hab. Aber nach der ersten Anwendung fielen in den ersten 2 Stunden bereits reichlich Milben. Die Wirksamkeit war also gleich zu sehen.
    Zum Honig kann ich keine Aussagen machen - außer Puderzucker- wenn er denn oben ankommen sollte - schmeckt besser als auch nur der Verdacht nach AS.
    Mein Honig wird nicht vermarktet.
    Grüße: Mike

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