Erste Hilfe in der Schule bei echter Bienengiftallergie

  • Hallo zusammen,


    unsere Imkerei AG in einer Förderschule für lernbehinderte Kinder geht gut voran. Ich besuche die Gruppe einmal in der Woche und unterstütze die Schulleiterin, die für die Imkerei verantwortlich ist, so gut ich kann. Inzwischen hat sich die Aktion zu einer Schülerfirma gemausert. Die Eltern haben diverse Dinge unterschreiben müssen, unter anderem auch, ob sie einverstanden sind, dass bei Bienenstichen eine entzündungshemmende Salbe aufgetragen werden darf. Natürlich gehen die Schüler mit Schutzkleidung an die Bienen. Ich habe mich aber gefragt, ob es nicht sinnvoll, bzw. möglich ist, eine Erste-Hilfe-Ausstattung zu haben, falls tatsächlich ein Kind Anzeichen einer echten Allergie nach einem Stich hat. An der Schule habe ich eine Lehrerin getroffen, die selbst betroffen ist und eine entsprechende Ausrüstung für sich selbst zur Verfügung hat. Ich weiß nicht ob so eine "Ernstfall-Ausrüstung" für Kinder möglich ist. Natürlich müssten auch hier die Eltern wieder eine Erlaubnis geben.


    Wie steht es bei anderen AG' bzw. Schülerfirmen? Wie wird das dort gehändelt? Danke für alle Informationen!


    Herzliche Grüße!
    Bernd

  • Das wird nicht gehen.


    Du darfst als Laie kein Medikament verabreichen, das nicht für diesen Patienten verordnet wurde.
    Auch das nur mit Absprache der Eltern.


    Kein Medikament, das verschreibungspflichtig ist, darf einem anderen gegeben werden, also jemandem, für den es nicht verordnet wurde.


    Es wird kein Arzt so ein Medikament auf Verdacht verordnen.


    Und da kommt sicher noch einiges dazu.


    Gruß Doro

  • Hallo Doro,


    was Du geschrieben hast leuchtet ein. Vielen Dank! Als ich früher in der Jugendarbeit beruflich auf Freizeiten unterwegs war, war das auch so streng. Noch nicht mal eine Kopfschmerztablette war drin. Aber das war es ja auch nicht so dringlich... Die Schulleiterin hat sich von den Eltern die Genehmigung geben lassen, im Fall eines Stiches Fenistil-Salbe nutzen zu können. Ob das in Ordnung ist?


    Herzliche Grüße!
    Bernd

  • Ich denke, das ist ok.


    Das Einverständnis der Eltern liegt vor.


    Fenistil ist zwar auch ein Medikament, ein gut wirksames in diesem Fall
    und es ist frei verkäuflich.
    Wie weit dieser Punkt rechtlich eine Rolle spielt, weiß ich aber nicht.


    Wie wäre es mit Zwiebel, Spitzwegerich, Propolis etc.?
    Hilft auch, und wenn es nur die Streicheleinheiten sind:wink:


    Ich schwöre aber auf Zwiebel...


    Gruß Doro

  • Das wird aber bei einer echten Allergie alles nicht helfen ...


    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • wir hatten das aber schon geklärt und waren bei der Frage nach Fenistil bei Stichen.


    Bei Stichen an Kindern, die nicht allergisch sind.


    Dass Zwiebel bei einer Allergie nicht hilft dürfte außer Frage stehen.
    Bei Allergie immer Arzt bzw. Notruf!

  • Man kann sich mit dem lokalen Rettungsdienst absprechen und mit denen vereinbaren, daß die das Thema Anaphylaktischer Schock nach Bienenstich für einen ihrer Übungsabende einplanen. Den am besten besuchen. Und einen kurzen Weg vereinbaren. (Rufnummer der Leitstelle.)

  • Aber nur für die Verantwortlichen, nicht für die Eltern.
    Ich könnte mir vorstellen, dass da Panik geschürt wird.


    Irgendwo hatte doch vor kurzem mal jemand differenziert aufgelistet, wie selten eigentlich echte Allergien doch sind.


    PS:
    das da meine ich, gesucht und gefunden:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=40092

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Doro E ()

  • Bei der nächsten Klassenfahrt würde ich auch unbedingt die an der Strecke liegenden Leitstellen vorher raussuchen und listen und Bescheid geben,
    spezielle Fortbildungen zur Bergung von Personen aus Reisebussen machen und über das Vorgehen beim Absichern der Unfallstelle nachdenken,
    über das Handling und Vorgehen bei mehreren verletzten Personen etc.
    Soll ja häufiger sein als eine Hymeophteren-Allergie.


    sorry, der musste jetzt raus...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Was soll denn dieser Beitrag? Wenn ich als Imker eine Schulklasse in die Nähe meiner Bienen führe und ein Kind kommt dabei durch einen allergischen Schock zu Tode, wird man mir dann keine Vorwürfe wegen grober Fahrlässigkeit machen? Werde ich mich dann nicht selbst als grob fahrlässig empfinden? Was werde ich den Eltern sagen? Gehe ich vielleicht sogar ins Gefängnis?
    Wie löst denn du das Problem? Durch Ignorieren?


    Gruß Ralph

  • Hier noch eine Ergänzung: Bernhard hat einen hilfreichen Link zu Bienenstichen angegeben:
    http://www.agroscope.admin.ch/…/01820/index.html?lang=de
    Dort steht:
    "Besonders gefährlich sind Bienenstiche für allergische Personen. Ca. 5 % der schweizerischen Bevölkerung reagieren allergisch auf Insektenstiche von Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln."
    Das bedeutet, jeder 20. Schweizer reagiert allergisch. Wenn man also mit einer schweizerischen Schulklasse an die Bienen geht, hat man schon gute Aussichten, einen allergischen Schock in Natura zu sehen.
    Zum Glück ist das bei den Deutschen ja anders, die sind härter.:wink::confused:


    Gruß Ralph

  • Guten Abend!


    Doro E hat sich trefflich um die Aussage gedrückt, ob ich mich nicht der "unterlassenen Hilfeleistung" schuldig mache, wenn ich als Allergiker einem anderen mit meinem Notfallset aushelfe, denn im Beitrag # 1 ging es wohl um Allergiker.


    Die Zurechtweisung von Immenreiner ist deshalb völlig unangebracht!

  • Silver
    Also wenn Du als Allergiker einem anderen mit Deinem Notfallset aushilfst, dann machst Du Dich sicherlich nicht schuldig.
    Auch kann ich hier weder erkennen das sich Doro E um irgend etwas drückt noch kann ich entdecken wo Reiner jemanden zurechtweist.


    Hartmut