Jetzt noch Ableger machen ?

  • :Biene::Biene:Hallo Bienenfreunde :Biene::Biene:


    ich bin von der Fraktion der ohne Absperrgitter imkernden Bienenfreunde. Warum ich das mache hat verschiedene Gründe, sollte jetzt aber nicht das Thema sein.


    meine Situation: Ich habe jetzt noch Völker (Zander auf 4 Zargen) in der Lindenblüte stehen die sich nicht ganz so verhalten wie ich das dachte :lol: Die Königin legt mir den obersten (!) Raum voll mit Eiern und ich habe dort die Hälfte voll mit verdeckelter Brut:liebe002:. Nach Durchsicht habe ich (noch) keine Weiselzellen gefunden. Die Völker sind recht stark und ich hatte schwere Bedenken, dass es da evtl. bei einer geschlossenen Honigkappe zu einer Schwarmlust kommt.



    Da ich die Völker nur max. 1 mal pro Woche sehen kann, hatte ich einfach schwere Bedenken und habe einfach mal geschröpft und aus 3 Völkern einen "Sammelbrutableger" (mit 6 Waben) gemacht. Pflegebienen habe ich natürlich darauf belassen. Es werden die nächsten Tage also ca. 24.000 Bienen schlüpfen. War das Schröpfen falsch/zu früh/unnötig?
    Habe ich alles richtig gemacht oder gibt es da eurer Meinung nach bessere/andere Ansätze ?


    2. Frage: wann ist der späteste Zeitpunkt für eine Ablegerbildung um ein Kleinvolk durch den Winter zu lotsen?
    Und mit wievielen Brutwaben? Fragen über Fragen...


    Über jede Kritik würde ich mich freuen !


    *******Waldschrat*********



    ps: Ja, nächstes Jahr wird mit Absperrgittern gearbeitet :daumen:

    "Die Bienen lieben Dich - Sie wollen sich bei Dir vermehren" ....sprach der Imkerpate und der Schwarm zog aus

  • Moin, Herr Schrat aus dem Wald!


    Ich kann dir die Frage

    Zitat

    War das Schröpfen falsch/zu früh/unnötig?

    nicht beantworten, da ich die Völker nicht sehe. Grundsätzlich aber ist ja offensichtlich dein Ziel, ausreichend starke, nicht aber überstarke, Völker zu erhalten.
    Die sich mir stellenden Fragen, um weiterführend antworten zu können:
    Was ist diese Saison noch dein Ziel? Honigernte aus der Linde? (Maximale) Völkervermehrung? Hast du Zugriff auf begattete Königinnen, die du zuverlässig und zeitnah erhalten kannst?


    Zitat

    2. Frage: wann ist der späteste Zeitpunkt für eine Ablegerbildung um ein Kleinvolk durch den Winter zu lotsen?


    Das hängt stark vom Witterungsverlauf ab und ist natürlich ab einem gewissen Zeitpunkt im Jahr echtes Glücksspiel. Wichtig: Je später im Jahr, desto größer muss der Ableger gebildet werden!
    Bei Zander und zur Verfügung stehenden, legenden Jungköniginnen kannst du aus einem 4-Zargen-Volk bei vernünftiger Aufteilung von Brut- und Futter- bzw. Honigwaben durchaus im Juli noch 4 Ableger machen, die dann auch einwinterungsstark werden sollten. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass der Ableger, der am Ursprungsort des Volkes stehen bleibt und somit die Flugbienen behält, am "schwächsten" gebildet werden kann, da er keine Jungbienen vorzeitig rekrutieren muss um Pollen, Wasser und Nektar zu holen.
    Wichtig hierbei ist aber, dass die Ableger wirklich fast überlaufen vor Bienen. Sonst gibt`s Mickerlinge die unnötigen Aufwand brauchen und es dann doch nicht schaffen, durch den Winter zu kommen. Zeichnet sich derlei ab, zeitnah auflösen oder vereinigen, je nachdem.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!


  • 2. Frage: wann ist der späteste Zeitpunkt für eine Ablegerbildung um ein Kleinvolk durch den Winter zu lotsen?


    Sommersonnenwende.


    Wieviele Brutwaben man für die Ablegerbildung nimmt, spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle.
    Habe schon Kunstschwärme von den Honigraumbienen im Juli gemacht, die hatten gar keine Brut, dafür aber eine junge belegstellenbegattete Königin.


    In der von Dir beschriebenen Situation würde ich eine ganze Zarge zur Ablegerbildung nehmen. Das sollten genügend Bienen + Brut sein.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • @ Parick Johannes: Ich habe Ableger und will folglich mit denen keinen Honig mehr einfahren. Ziel ist einzargig einzuwintern (wie letztes Jahr). Ich orientiere mich hier auch an den Berufsimkern die das ebenfalls so machen. Kann es möglicherweise eine "Faustformel" geben, mit wievielen Brutwaben ich einwintern kann? (ich gehe diese Woche aus der Linde und werde dann mit AS85% behandeln). Königinnen sind vorhanden und umweiseln werde ich im Spätsommer noch mit Königinnen (Belegstelle). Ob das Sinn macht frarge ich mich noch! Notfalls lasse ich halt die nachgezogenen Königinnen drin (in meiner Umgebung gibt es mom. viele Buckfast-Imker deren Gene da sichtbar sind). Ich bekomme Reinzucht-Carnika-Nachzuchten.


    Ich weiss es kommt auf das Klima an und was ich einfüttere. Möchte es diese Jahr mal mit Sirup aus Weizenstärke (Wagner)
    probieren (Kostengründe). 8 voll besetzte Waben sollten aber doch reichen, oder? Problem: Platz für Futter ist warsch. zu wenig.
    Ach es ist ein Graus ...



    Wald und wiese:


    Ja, das mit der Ablegerbildung mit den Honigraumbienen wurde mir erst gestern bekannt. Bin zwar seit fast sieben (!) Jahren in einem Imkerverein, aber das hat mir noch keiner gesagt. Die halten immer gern "hinter dem Berg" und verraten wenig bis nichts. Danke für die Info!

    "Die Bienen lieben Dich - Sie wollen sich bei Dir vermehren" ....sprach der Imkerpate und der Schwarm zog aus

  • Ich orientiere mich hier auch an den Berufsimkern die das ebenfalls so machen.


    Dann frag' sie doch mal und berichte. :wink: Berufsimker, habe ich festgestellt, machen so einiges, wo andere behaupten, das geht gar nicht. Aber: sie können es auch. Sie haben die Ressourcen und die Erfahrung.


  • Ich will auch mal ein paar “kluge” Ratschläge dazu abgeben, jeweils Punkt für Punkt:
    Zu deiner Eingangsfrage sagte mir mal ein erfahrener Züchter. Solange es Drohnen gibt kann man Ableger bilden! Der machte selbst Anfang August noch welche, die anständig überwintern konnten, Die brauchen dann nur Unterstützung. Wir arbeiten nach der Faustformel: Ein Ableger Anfang Mai braucht 1 volle Brutwaben, Anfang Juni 2 Waben, Anfang Juli 3 Waben und Anfang August 4 Waben (Aber im August ist das natürlich riskant!). Aber zu deinen Aussagen:
    a) Was für Berufsimker gut ist, ist es für Hobbyimker noch lange nicht. Deren Betriebsweise richtet sich halt hauptsächlich nach rein wirtschaftlichen Erwägungen. Aber wenn man nur 3-4 Völker hat finde ich Überwintern auf 2 Zagen viel sicherer. Für Sie ist es halt nicht vorrangig die Völker stark in den Winter zu bekommen, da lohnt sich für die einfach 30-40% Prozent Ausfall zu akzeptieren und im Frühjahr neue Völker zu kaufen! Aber der Hobbyimker hat viel mehr Zeit pro Volk und kann auch wirtschaftlich Unvernünftiges tun!
    b) Ja es gibt da Faustformeln: Lies diesen Artikel (http://www.imkerschule-sh.de/s…icks_aus_alt_mach_neu.pdf). Der handelt zwar ums Umweiseln, aber unten siehst du die Faustformel zum Überwintern.
    c) Ich würde noch nicht mit Ameisensäure behandeln. Das bringt noch nichts, der Befall ist im Spätsommer am höchsten und dann sollte man behandeln. So kenn ich es: Nicht vor August mit Ameisensäure bahandeln.
    d) Ja das kenn ich auch. Die alten Imker sind schon ein Volk für sich! Vieles erfährt man erst im Nachhinein mit einem vorwurfsvollen Ton! Imkern ist auch oft Try and Error, aber: „Ein Genie macht keine Fehler. Seine Irrtümer sind Tore zu neuen Entdeckungen.“


    Ich hoffe, das hilft dir weiter.


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

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  • ...Berufsimker ... Für Sie ist es halt nicht vorrangig die Völker stark in den Winter zu bekommen, da lohnt sich für die einfach 30-40% Prozent Ausfall zu akzeptieren und im Frühjahr neue Völker zu kaufen! ...


    Selten so ein Blödsinn gelesen. Wie viele Berufsimker kennst Du denn?

  • Ich kenne das auch eher so:


    Nur stark und allerstärkstens einwintern.
    Überschuss! Das ist das Zauberwort, was nicht an jedem Rockzipfel eines mickernden Volkes hängen bleiben lässt.
    Somit beste Voraussetzungen für die Überwinterung schaffen, zur Not vereinigen!


    Nur starke Völker bringen Honig!


    Die Schwächlinge im Frühjahr evtl. zur Verstärkung nutzen bzw. werden die zur Ablegerbildung verwurstet und diese später umgeweiselt.


    Verlust ist Minus, immer; auch "eingeplanter".

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion!


    Lange dauert es nimmer und du steigst in die Wanderimkerei ein, oder?
    Die Sprüche könnten von mir sein...
    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Irgendwer hat die mal gesagt und auf meiner Festplatte eingebrannt :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich hoffe, dass derjenige dir keinen Bären aufgebunden hat mit seinen Thesen...
    :-?


    Brandwunden sind immer recht tief!
    :roll:


    Aber wem sage ich das?
    :-D

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Danke für die recht konstruktiven Antworten! Damit kann ich was anfangen :daumen:


    Letztes Jahr habe ich voll auf Vermehrung gesetzt, alle Völker auf einer Zarge gut durchbekommen. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück wegen des nicht vorhandenen Winters.


    So, nächste Woche wird noch die Linde abgeschleudert und dann mal schaun.
    Euch allen noch eine "fette Beute" !!!


    ***der Waldschrat***

    "Die Bienen lieben Dich - Sie wollen sich bei Dir vermehren" ....sprach der Imkerpate und der Schwarm zog aus