Königinnenzucht im geschlossenen Brüter

  • Ich hoffe, ich bin als Neuer richtig in diesem Segment. Ich habe mich länger theoretisch mit Königinnenzucht beschäftigt und begonnen, einen geschlossenen Brüter anzulegen, nach Lehrbuch auszustatten und mit Larven zu versehen. Anfangs waren die Erfolge leidlich (was auch mit meiner mangelnden Umlarferfahrung zu tun haben mag), aber jetzt im 3. Anlauf innerhalb einer Woche werden die Larven kaum noch angenommen. Es stehen nach wie vor eine Wasserwabe, eine nicht verdeckelte Futterwabe, eine Pollenwabe und die Zuchtleiste zur Verfügung. Anfangs waren Jungbienen eingefegt, die jetzt 1 1/2 Wochen alt sind. Ich habe nun erst einmal versucht, von den Restbienen einen Ableger zu machen. Was kann ich bei der nächsten Ausstattung des geschlossenen Brüters besser machen, oder soll ich nicht besser zum offenen Brüter wechseln?
    Danke schon jetzt für hoffentlich hilfreiche Antworten.


    Thomas

  • Hallo,


    Genau, auch geschlossener Starter oder geschlossener Anbrütekasten genannt.


    das verfahren kenne ich nicht, wiederholtes Anpflegen kenne ich aus dem Starter / Fisher Verfahren (da ist aber nichts verschlossen).


    Der Vorbrüterkatsen wird, 3-4 Std. vor der Belavung gebildet und
    mit der Übergabe des angepflegten Zuchtstoffs an die Pfelegevölker aufgelöst.
    Das der Tagelang geschlossen stehen bleibt ist mir aus keinem verfahren bekannt,
    verrätst Du uns wo dieser geschlossene Anbrüterkasten so gelehrt wird ??


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • ...


    Der Vorbrüterkatsen wird, 3-4 Std. vor der Belavung gebildet und
    mit der Übergabe des angepflegten Zuchtstoffs an die Pflegevölker aufgelöst.
    ...


    Eigil Holm nennt diese Methode Startboxmethode.
    Ist quasi ein Anbrüter oder Starter.
    Auflösung nach einem Tag im Ursprungsvolk und dieses als Finisher oder Pfleger verwenden.


    Auf keinen Fall über so lange Zeit weisellos ohne Brut in der geschlossenen Box lassen.
    In welchem Fachbuch steht denn dieses spezielle Verfahren?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo !


    Eigil Holm nennt diese Methode Startboxmethode.
    Ist quasi ein Anbrüter oder Starter.
    Auflösung nach einem Tag im Ursprungsvolk und dieses als Finisher oder Pfleger verwenden.


    Da gibt es einige Varianten in verschiedenen Büchern (Schweizer Bienenvater Bd.4, Aufzucht und Verwetung von Königinnen, .... ) beschrieben, in diversen Seminaren unterrichtet ...


    Auf keinen Fall über so lange Zeit weisellos ohne Brut in der geschlossenen Box lassen.
    In welchem Fachbuch steht denn dieses spezielle Verfahren?


    Eben dieses Verfahren interessiert mich ...


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Im englischsprachigen Raum ist der Starter mehr oder weniger Standard. Ist eine Kunstschwarmbox, in dem Pollen-, Wasser- und Futterwaben reinkommen. dann werden die Bienen dazugeschüttelt, etwas weisellos gelassen und später der Zuchtstoff zugegeben. Nach 24 Stunden holt man die Zellen raus und löst den Starter auf. Der Starter ist die gesamte Zeit über verschlossen, deswegen muß er gut belüftet sein. Diese Box sieht man auch hier im Bild: http://www.beesource.com/resou…grafting-cut-cell-method/


    Am besten holt man sich das Video "Königinnenaufzucht" mit Jos Guth. Das ist sein Geld wert: http://www.imkerei-technikshop.de/pi21/pd58.html


    Da gibt es auch einen ganz ähnlichen Starter, nur mit weniger Arbeit und ohne Spezialequipment.

  • Moin zusammen
    Auch hier in D war der Starter eigentlich noch immer der Goldstandard.
    Trotz aller Nachteile hat er sich über Jahrzehnte gehalten.
    Es gibt aber bessere, sprich bienengerechtere Methoden, die man anwenden kann.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo !


    Vom Prizip her unterscheiden sich aber die Zuchtsysteme:


    Anbrüter bzw.
    Starter/Finisher


    Nur um was handelt es sich bei 1,5 Wochen im geschlossenen (An-)Brüter von Thomas Oskar unter #1 ?


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Starter/Anbrüter aber der muss nicht 1,5 Wochen dauern, sondern so kurz als möglich


    Vorteil eines geschlossen Starter, wenn ich weit weg Zuchstoff hole respektive umlarve, kann ich da sofort einhängen,
    keine Gefahr von austrocknen, aber auch keine Gefahr für den Zuchstofflieferanten, eben weil geschlossen also keine Bienen unterwegs usw.


    Ist alles sehr gut beschrieben im Buch "Königinnen-Zucht" von Gilles Fert - Klaus Nowottnick Stocker Verlag

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

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  • Am besten holt man sich das Video "Königinnenaufzucht" mit Jos Guth. Das ist sein Geld wert: http://www.imkerei-technikshop.de/pi21/pd58.html


    Eine spitzen DVD, allerdings sind auch beim Jos die Starter immer offen und nicht geschlossen.
    Nicht dass sich jetzt einer das Video wegen dem geschlossenen Starter bestellen will.


    Ich persönlich sehe den Vorteil eines geschlossenen Starters nicht.
    Meines Erachtens ist die Methode wie es der Jos macht, gerade für Einsteiger die beste, allerdings kann auch hier einiges nicht klappen :-)

  • Hallo !


    Starter/Anbrüter aber der muss nicht 1,5 Wochen dauern, sondern so kurz als möglich


    Vorteil eines geschlossen Starter, wenn ich weit weg Zuchstoff hole respektive umlarve, kann ich da sofort einhängen,
    keine Gefahr von austrocknen, aber auch keine Gefahr für den Zuchstofflieferanten, eben weil geschlossen also keine Bienen unterwegs usw.


    Gut, das was Du da beschreibst nennt sich hier in Hessen Anbrüter, die Altvorderen sagen auch gelegentlich Vorbrüter dazu.


    Wie ich oben (unter #4) beschrieben habe:

    Der Vorbrüterkatsen wird, 3-4 Std. vor der Belavung gebildet und
    mit der Übergabe des angepflegten Zuchtstoffs an die Pfelegevölker aufgelöst.


    Dieser Anbrüter fand Anfangs bei uns auch Verwendung,
    da die Entfernung Umlavung > Bienenstand aber nur rund 20min beträgt,
    bin ich ob der Aufwandsreduzierung davon abgekommen.


    Der Themenstarter beschreibt aber ein anderes Verfahren !!!




    Ist alles sehr gut beschrieben im Buch "Königinnen-Zucht" von Gilles Fert - Klaus Nowottnick Stocker Verlag


    Gut, das was Du da beschreibst nennt sich hier in Hessen Anbrüter, die Altvorderen sagen auch gelegentlich Vorbrüter dazu.


    Wie ich oben (unter #4) beschrieben habe:

    Der Vorbrüterkatsen wird, 3-4 Std. vor der Belavung gebildet und
    mit der Übergabe des angepflegten Zuchtstoffs an die Pfelegevölker aufgelöst.


    Dieser Anbrüter fand Anfangs bei uns auch Verwendung,
    da die Entfernung Umlavung > Bienenstand aber nur rund 20min beträgt,
    bin ich ob der Aufwandsreduzierung davon abgekommen.


    edlBeeFit
    Besser als das von Dir genannte Buch:
    Königinnen-Zucht, Praxisanleitung für den Imker - Gilles Fert, Klaus Nowottnick
    Leopold Stocker Verlag, 2013, ISBN:9783702014001

    gefällt (bessere Systematik, klarere fachliche Sprache) mir:
    Aufzucht und Verwertung von Königinnen - Friedrich-Karl Tiesler, Eva Englert
    Buschhausen Druck & Verlag, 2014, ISBN: 9783981554779

    Aufzucht-Kapitel 6, Aufzuchtverfahren gibt einen schönen Vergleich für zwischen dem Vorbrüterkasten (6.2) -geschlossen-
    und dem Starter/Finisher System (6.3) -offen-.
    auch immer Gut ist hier:
    Band 4 von Schweizer Bienenvater (neuer: Schweizer Bienenbuch)



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Danke für die vielen Beiträge. Gelesen habe ich von dem Verfahren als Königinnenzucht-Neuling in dem Buch "Königinnen-Zucht Praxisanleitungen für Imker. Was ich wohl fasch gemacht habe (war auch schlecht zu verstehen) ist, dass der geschlossene Brüter nur 3 x an 3 darauffolgenden Tagen mit absteigenden Zellzahlen besiedelt werden soll. Danach sind die Brutbienen zu alt und können ggf. im Begattungskästchen Verwendung finden. Insgesamt scheint mir das Verfahren nicht sehr praktikabel. Ich werde mir Eure Beiträge noch einmal zu Gemüte führen und mich dann wohl für ein anderes Verfahren entscheiden. Im Moment freue ich mich trotzdem sehr über die wenigen angebrüteten Zellen im Pflegevolk. Ich bin sehr gespannt auf deren Schlupf.

  • Hallo Thomas,


    Na dann hast Du Dir die Antwort ja schon selbst gegeben.


    ... die Materie ist für Jemanden der sich neu und alleine damit beschäftigt sicherlich komplex,
    aber wenn Du Dir überlegst was ist so einem Anbrüter passiert, kann man sich eigentlich
    doch das Entsprechende denken.


    Vielleicht läst Du Dir das mal praktisch iregendwo erklären,
    welche praktikablen Möglichkeiten und Verfahren es gibt.


    Wir waren seinerzeit auf soetwas: Einfache Königinnenaufzucht


    Auch auf den Belegstellen kann man sich mal zu den Aufstellzeiten erkundigen ...
    ... da sind oft Züchter die auch mal etwas erzählen.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.