Imkern in HH - Kurzvorstellung und Tagebuch eines Anfängers...

  • Hallo Forum :lol:


    Kurz vorgestellt hatte ich mich an anderer Stelle schon einmal, ich erlaube mir, den Text zu verlinken und nicht alles noch einmal aufzuschreiben


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=39387&p=415196#post415196


    Jetzt ist es endlich so weit - ich habe angefangen und nenne seit dem 10.06.2014 ca 30.000 Haustiere mein eigen... :wink:


    Mein Standplatz befindet sich auf einem Flachdach in direkter Nachbarschaft zu meiner Wohnung - Anfahrt ca 1 Minute mit dem Rad. In der Umgebung sind alle Straßen von Linden gesäumt, die langsam aber sicher in die Blüte gehen. Hoffe auf viel Pollen und Nektar in den nächsten Tagen/ Wochen. Des Weiteren befindet sich im Flugkreis eine Kleingartenanlage, der großzügige Garten eines Krankenhauses sowie ein öffentlicher Park mit starkem Bewuchs. Nicht zu erwähnen unzählige top-gepflegte Balkone, Dachterassen und Hintergärten. Wasser ist ebenfalls in erreichbarer Nähe vorhanden.


    Ich habe mich letztendlich für die 10er DN Kompaktbeute mit Flachboden entschlossen, da DN das Standardmaß hier in der Region ist, ich aber nicht mit den Segeberger Styroporbeuten arbeiten wollte. Ausserdem gefallen mir die breiten Griffleisten sehr gut und machen meiner Meinung nach das Arbeiten mit den Zargen erheblich einfacher.


    Pfingstmontag habe ich mir dann bei meinem Schwiegervater in brütender Hitze 2 Kunstschwärme erstellt und diese nach 24 Stunden Aufenthalt im kühlen Keller (die Schwärme, nicht ich...) gestern Nachmittag auf je eine Zarge mit Mittelwänden eingeschlagen. Gewicht der Kunstschärme betrug jeweils ca 1,7 kg. Die Königin wurde unter Futterteigverschluss im Zusetzkäfig mittig zwischen die Oberträger gehängt.


    Als Starthilfe habe ich pro KuSchwa ca 6,5 Zucker in 1:1 Lösung über einen Eimer in aufgesetzter Leerzarge gegeben. Natürlich mit genügend Schwimmhilfen und mit einer Folie zwischen zukünftigen 1. Brutraum und dem Futtereimer. Das Flugloch ist eingeengt auf ungefähr 3cm Breite.


    Die anfängliche Unruhe nach dem Öffnen der Fluglöcher legte sich nach ca 20-30 Minuten und ein paar verirrte Bienen aus den Kunstschwarmkisten fanden problemlos den Weg in eine der Beuten. Recht schnell konnte man die Bienen beobachten, wie sie über dem neuen Standort Kreise zogen und sich einflogen.


    Eine evtl kritische Beobachtung:
    In unmittelbarer Nähe (ich schätze 200m Luftlinie) hat sich ein wilder Schwarm unter einem Dach eingenistet. Ich hatte vereinzelt beobachtet, wie tote Bienen ausgeräumt wurden, und war davon ausgegangen, dass einige meiner Bienen den Transport und/oder das Einschlagen nicht überlebt hatten und nun von den Mädels vor die Tür geschafft wurden. Bei näherer Betrachtung fiel mir allerdings auf, dass die ausgeräumten Bienen anders gezeichnet waren (ich habe Buckfast und die ausgeräumten Individuen waren sehr viel grauer als meine Mädels). Vermute, dass hier der Wildschwarm auf leichte Beute aus war und versuchte, an das Zuckerwasser zu gelangen. Insgesamt habe ich 6 fremde Bienen gezählt. Der Fakt, dass ich recht starke Schwärme eingeschlagen habe und auch, dass die ersten Versuche offensichtlich erfolgreich abgewehrt wurden, stimmt mich positiv, dass hier alles gut geht.


    Morgen Abend werde ich wieder einen Blick auf die Fluglöcher werfen und nächsten Dienstag dann das erste Mal in die Völker schauen...


    Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und Verbesserungsvorschläge und werde versuchen, meinen ersten Schritte hier weiter für euch zu dokumentieren...


    Besten Gruß, John

  • ..und nächsten Dienstag dann das erste Mal in die Völker schauen...


    Ich befürchte, das kannst Du dir sparen. Es sei denn, Du willst die toten Königinnen rausräumen. :roll:


    Kunstschwärme bleiben mindestens drei Tage in Kellerhaft. Sonst sind sie nicht an die Königin gebunden. Und dann fliegen sie auf. Ziehen so Kreise in der Luft, wie Du es beschrieben hast (von wegen Einfliegen...) - und kommen woanders unter. Zurück bleiben ein paar Bienenreste, die Königin und das Zuckerwasser, das folgerichtig Räuberbienen anlockt. Ergebnis ist dann entweder ein Häuflein Bienen oder eben tote/halbtote Königin im Käfig. Ergebnis => Alles noch mal zurück auf Start.


    Wo hast Du denn die Anleitung zur Kunstschwarmerstellung und -pflege her?

  • Hallo Bernhard,


    Ich befürchte, das kannst Du dir sparen. Es sei denn, Du willst die toten Königinnen rausräumen. :roll:


    Sparen kann ich es mir wohl leider nicht - hin muss ich... Sei es, um mich zu freuen, dass alles gut ist, oder um die toten Königinnen auszuräumen.


    Kunstschwärme bleiben mindestens drei Tage in Kellerhaft. Sonst sind sie nicht an die Königin gebunden. Und dann fliegen sie auf. Ziehen so Kreise in der Luft, wie Du es beschrieben hast (von wegen Einfliegen...) - und kommen woanders unter. Zurück bleiben ein paar Bienenreste, die Königin und das Zuckerwasser, das folgerichtig Räuberbienen anlockt. Ergebnis ist dann entweder ein Häuflein Bienen oder eben tote/halbtote Königin im Käfig.


    Mir kam das sehr wie das Vorspielen/ Einfliegen der Jungbienen vor, ich mag mich täuschen. Morgen abend weiß ich mehr...


    Wo hast Du denn die Anleitung zur Kunstschwarmerstellung und -pflege her?


    Mein Schwiegervater behandelt alle seine Kunstschwärme so und hatte bisher Erfolg damit. Im Imkerverein wurde mir auch nichts gegenteiliges berichtet. Die 3-Tages-Regel war/ ist mir bekannt, nachdem mir aber diverse Quellen gesagt haben, dass es auch so klappt, bin ich wie oben beschrieben vorgegangen. Bin auf Grund fehlender eigener Erfahrung auf andere Imker angewiesen und versuche, bei jedem Schritt so gut wie möglich, Fehler auszuschliessen.


    Deine Aussage (und die einiger anderer) steht dem entgegen, mir bleibt also jetzt nichts anderes übrig, als über die (schmerzhafte!?) Erfahrung zu "überprüfen", was der richtige (oder ebenfalls durchführbare) Weg ist.


    Danke für deinen Input und besten Gruß,
    John

  • Nochmals Danke, Bernhard, auch für diesen Link.


    Bin exakt so vorgegangen wie du es beschrieben hast - bis auf 2 Tage Unterschied in der Kellerhaft... Habe nun wie gesagt nicht mehr die Möglichkeit, meine Vorgehensweise zu ändern und muss zusehen, wie die Geschichte ausgeht. Glaube mir, ich würde mich schwarz ärgern, wenn ich zwei komplette Kunstschwärme versägt hätte :-(


    Interessant einige andere Beiträge aus dem von dir verlinkten Thread zur Kunstschwarmerstellung:


    begattete Königin im Verschluß Schwarmkiste, Bienen nach kräftigem Einräuchern dazufegen (idealerweise junge, aufsitzende also die Waben leichte Anstoßen vor dem Abstoßen der Bienen....dann fliegen die Flugbienen eher auf) und das Ganze dann im Schwarmfangkasten, Gitterbox unter Fütterung eine Nacht in Kellerhaft (Gitterpapierkorb von IKEA geht auch). Dabei kann man gut mit OS beträufeln und entmilben. Und dann erst rein in die neue Kiste. Alternativ dann halt mit MS wenn man partout nicht träufeln will oder kann. Und zwar noch ehe die Brut verdeckelt ist.


    1 Tag Kellerhaft?!


    Hallo !
    So lehrt man es in Hessen:
    http://www.imkerverein-puderba…ung_0911_bbk%20100924.pdf
    Gruß
    der Bienen
    Knecht


    2 Tage Kellerhaft?!


    Ich nehme Bienen aus den Honigräumen, die ich mittels Bienenflucht ernte, da ich keinen 2 Platz habe, verbringe ich die Bienen mit abgesperrter Königin 3 Tage in Kellerhaft. Die Königin kommt erst dazu sobald der Kunstschwarm mir durch seine Geräusche anzeigt, dass er seine Weisellosigkeit erkannt hat. Dauert ca 1-1,5 Stunden. Da immer Bienen zu ihren alten Völkern zurück fliegen bilde ich die Schwärme etwas stärker als empfohlen, mindestens jedoch 2 kg. Flüssig Füttern während der Kellerhaft ! Abends laß ich sie dann in die vorgesehene Beute einlaufen, die Weisel kommt zuerst da rein mit Verschluß zum frei fressen.


    3 Tage Kellerhaft!?


    Ich denke ich muss es im Moment wie Jörg halten, der im gleichen Thread schreibt:


    Jede Theorie (...) kann in der Praxis an Kleinigkeiten scheitern. Daher wird es auch hier keinen Konsenz geben...


    Darauf hoffe ich und auch, dass ich morgen Abend bzw. nächsten Dienstag diesen Thread hier frustfrei weiterführen und von immer noch vollen Beuten berichten kann...


    Besten Gruß,
    John

  • Wenn ich mich richtig erinnere, war in dem Lehrfilm des Bieneninstitutes Celle "Bienenhaltung in der Rotation" auch von 24 h *kellerhaft* die Rede.


    Gruß

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Wenn ich mich richtig erinnere, war in dem Lehrfilm des Bieneninstitutes Celle "Bienenhaltung in der Rotation" auch von 24 h *kellerhaft* die Rede.


    Gruß


    Moin Erzgebirgler,


    in der Tat. Allerdings werden die Kunstschwärme hier nach einem Tag Kellerhaft noch im Keller in eine neue Beute geschlagen und verbleiben in dieser Beute eine weitere Nacht im Keller, bevor sie am neuen Standort aufgestellt werden. Also insgesamt doch wieder 2 Tage Keller...


    Gruß,
    John

  • Stimmt!


    Die wurden im Keller in die Zargen eingeschlagen und die blieben nochmals stehen.


    Sorry.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hi John.


    Bin exakt so vorgegangen wie du es beschrieben hast - bis auf 2 Tage Unterschied in der Kellerhaft...


    Also doch nicht so exakt... :wink:


    Die Hoffnung stirbt zuletzt.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Stimmt!


    Die wurden im Keller in die Zargen eingeschlagen und die blieben nochmals stehen.


    Und dazu werden die noch am Abend rausgestellt, so daß sie eine weitere Nacht in der Beute verbringen. Drei Nächte sind ein gutes Mindestmaß.

  • Bei 26:16 "... am nächsten Morgen werden die Völker auf den Außenstand gebracht ..."


    = 2 Tage Haft und danach kein Kontakt zu Muttervölkern. Und das bei begatten Königinnen!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • hanseaticjonny


    Drück dir die Daumen das alles gut geht. Denk aber dran wenn nicht hast nicht wirklich du es versägt. Wie du ja geschildert hast, hast du dir die Ratschläge deiner Vis-a-Vis Imker eingeholt und die haben dir die umgesetzte Art und Weise empfohlen. Finde ich mal wieder ein sehr gutes Beispiel für 5 Imker 6 Meinungen.....

  • Hallo Ihr Kellerkinder,


    bei Bienen in Begattungseinheiten, also Minikunstschwärmchen kann man die Schwarmbildung sehr schön am beginnenden Wabenbau beobachten oder? Ich denke, daß man sie ruhig schon nach 1...2 Tagen raus stellen kann, wenn sie anfangen die erste Wabenzunge zu bauen. Ob das bei großen KS auch reicht habe ich noch nicht ausprobiert. Da würde ich wohl auch auf Nr.-sicher gehen und sie 3 volle Tage in Haft lassen.


    Gruß Jörg