Frage zu Nicot

  • Hallo zusammen,


    ich will mal die Nicot ausprobieren:
    Auf einen Dreizack klebe ich das Plastiknäpfchen für die Made.
    Darüber stülpe ich die Plastikzellwand.


    Müssen die Näpfchen "sauber" sein, oder soll man sie vorher mit Honig/Wachs/Propolis "beschmutzen"?


    Bitte nicht raten, sonder Wissen weitergeben.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,


    die Näpfchen werden sauber belarvt. Manche hängen sie vorher zum "anpflegen" ins Volk, jedoch sagt auch Simon Hummel (Youtube), dass das die Annahmequote nicht erhöht.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Hardy,



    ich will mal die Nicot ausprobieren:
    Auf einen Dreizack klebe ich das Plastiknäpfchen für die Made.
    Darüber stülpe ich die Plastikzellwand.


    Müssen die Näpfchen "sauber" sein, oder soll man sie vorher mit Honig/Wachs/Propolis "beschmutzen"?


    Bitte nicht raten, sonder Wissen weitergeben.



    Sorry Hardy, ich komme gerade nicht mit,
    also das System von Nicot besteht aus mehreren Teilen, seit ein paar Jahren arbeiten wir mit:


    Sockel (dunkelbraun) genagelt auf Rähmchenoberleiste
    Halter (beige) wird auf den Sockel gesteckt
    Napf (dunkelbraun transparent, innen rau) das steckt im Halter , da kommt die Made rein
    Schlupf- oder Verschulungskäfig (weiß, Gitterstruktur) wird auf den Halter, über den Napf gedreht.


    Mit Nicot Cularve, Schutzblock, Ausfressschutz, Zweitschlupfzelle ... haben wir keine oder nur sehr rudimentäre Erfahrung.


    Auf welchen Dreizack möchtest Du den Napf befestigen ? - Meinst Du damit den Dreispitz für die Naturzellen ?
    Bereits verwendete Näpfe sollen schlechter angenommen werden, hat man uns mal auf dem Königinnenzuchtkurs beigebracht,
    deshalb nehmen wir nur neue Näpfchen, eins kostet 6cent.



    Zeitplan bei uns:
    Hier wurde letzten Freitag vor einer Woche umgelarvt, am letzten Mi verschult, Morgen gehts in die Begattungseinheiten,
    am Heute in einer Woche dann auf die Belegstelle.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bienenknecht () aus folgendem Grund: Dreizack / Dreispitz LINK Nachtrag

  • @ Simon: Vielen Dank.
    @ Arndt: Ich meine die Napfverlängerung.
    @ Bienenknecht: Ich hatte nach Nicot gefragt, weil das die meisten kennen.
    Ich selber habe das Jenter-System.
    Napf auf Dreizack/Dreispitz geklebt, Zellwand aus Plastik nach dem Belarven draufgeklickt.
    Somit habe ich eine fertige Zelle aus Kunststoff, die dann nur noch verdeckelt wird.
    Nach Verdeckelung kommt dann noch der Schutzkäfig über das Ganze.


    Ist also etwas unterschiedlich zu Nicot.


    Die paar Cent für neue Näpfchen spielen keine Rolle.
    Ich wollte halt nur wissen, ob sauber oder mit irgendwas "eingerieben".


    Danke für eure Antworten.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo, Ich habe mal eine Arbeitsanweisung geschrieben und wieder reusgekramt:


    Die Verwendung des Nicot Zuchtsystems


    Die Idee:


    Das Nicot Zuchtsystem (NZS) ist wie das Jenter – Zuchtsystem eine kleine Kunstwabe, bei der der Zellenboden mit samt dem Ei entfernt werden kann, um dann als Zuchtstoff Verwendung zu finden.
    So können auch Imker mit wenig Erfahrung und / oder mit (Seh-) Behinderung einfach Königinnen bester Herkunft und Qualität nachziehen.


    Das Material:


    Das NZS besteht aus einer Zuchtkasette (Kunstwabe, Absperrgitter mit Königinneneinlass vorne, Plexiglasabdeckung mit Königinneneinlass über integriertem Einweiselungskäfig hinten, 2 Bohrlöcher oben zur Befestigung am Oberträger)


    Das Vorbereiten der Zuchtkassette:


    Wie jede andere Kunstwabe muss auch die Kunstwabe der Zuchtkassette vor dem ersten Gebrauch bewachst werden. Dazu verwendet man heißes, flüssiges Bienenwachs, das man mittels eines Pinsels oder einer Gänsefeder dünn auf die Kunstwabe aufstreicht. Dabei stellt man die Kassette senkrecht auf und achtet darauf, dass kein Wachs in die 110 Zuchtöffnungen gerät.
    Danach muss die Kassette von hinten mit 110 Nicot – Weiselnäpfchen bestückt werden. Bei der ersten Verwendung fallen die Weiselnäpfchen noch sehr leicht von der Rückwand der Kassette ab. Trotzdem ist ein zu festes Drücken beim Aufstecken der Weiselnäpfchen zu vermeiden. Gesprungene oder gerissene Weiselnäpfchen werden später nicht in Pflege genommen. Das gilt auch für Näpfchen mit nur geringen Beschädigungen.
    Im Gegensatz zur Verwendung der Näpfchen zum umlarven, können Weiselnäpfchen im NZS mehrmals verwendet werden. Grob vom angetrockneten Futtersaftresten und Wachs befreit, können sie wieder auf die Kunstwabe aufgesteckt werden, da sie vor der Eiablage sowieso von den Bienen geputzt werden. Nebeneffekt: sie halten besser in der Kassette. Plexiabdeckung schützt die Näpfchen von hinten vor Verbau. Da sie manchmal sehr leicht abfällt, empfehle ich das Fixieren mit 4 Holzschrauben Senkkopf 3x12.


    In eine einmal bebrütete Wabe wird oben mittig ein Rechteck in der Größe der Zuchtkassette ausgeschnitten und das NZS mit 2 Holzschrauben Senkkopf 3x12 am Oberträger befestigt.


    Danach ist das NZS einsatzbereit. Einige Benutzer sprühen es vor dem Einbringen in das Zuchtvolk mit wässriger Honiglösung ein, um möglichst viele Bienen schnell durch das Absperrgitter in die Kassette zu locken. Ich konnte darin keinen Vorteil feststellen. Die „Anziehungskraft“ der sich voll in Eilage befindlichen Königin reicht völlig aus.


    Benutzung im Zuchtvolk (Volk der eingesperrten Königin)


    Nun muss die Zuchtmutter gefunden und durch die Öffnung im Absperrgitter auf die Kunstwabe gesetzt werden. Danach wird die Öffnung wieder mit dem Stopfen verschlossen.
    Man beobachtet die Königin noch eine Weile. Wie läuft sie auf der Wabe? Läuft sie normal, ist alles in Ordnung?
    Hat sie Schwierigkeiten beim Laufen, oder rutscht sie an einigen Stellen von der Wabe ab, muss das Bewachsen der Kunstwabe wiederholt werden. Nur wenn die Königin und die Arbeitsbienen sicherem Halt finden, kann die Kassette voll bestiftet werden.


    Die Wabe mit der integrierten Zuchtkassette wird nun mitten ins Brutnest gehängt. Dazu ist es notwendig, eine Randwabe zu entfernen, um Platz zu schaffen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass zwischen Absperrgitter des NZSs und der Nachbarwabe soviel Platz ist, dass dieser Bereich von Bienen besetzt werden kann. Zum einen, dass die Kunstwabe bevölkert werden kann und zum
    anderen, dass die Nachbarbrut weiter gepflegt wird. Am besten hängt man die Kassette neben einer sauber ausgebauten, glatten Brutwabe ohne Ausbuchtungen und Drohnenbrut.


    Nach 24 Stunden wird kontrolliert:
    ist die Königin überhaupt noch in der Kassette?
    Läuft sie normal?
    Wird sie gepflegt?
    Sind schon Stifte zu sehen?


    Wenn die Anzahl der Stifte nach 24 Stunden ausreicht, kann man die Königin wieder ins Volk einlaufen lassen. Ansonsten wartet man nochmal 24 Stunden ab.
    In der Regel ist die Kassette nach 48 Stunden nahezu voll bestiftet. Auf jeden Fall wird die Königin nach dieser Zeit entlassen und die Zuchtkassette aus dem Volk entfernt. Keinesfalls sollte man das NZS in dem Volk belassen. Erstens werden die Eier meistens wieder ausgeräumt, und zweitens besteht die Möglichkeit, dass die Königin auf der Wabe, in der das NZS eingeschnitten ist, zu stiften beginnt.


    Nun werden die bestifteten Weiselnäpfchen von der Kassette abgezogen und auf den vorbereiteten Zuchtrahmen mit Nicot Haltesockel Nicot Näpfchenhalter gesteckt. Danach kommt der Rahmen in das vorbereitete Pflegevolk. Die Zuchtstoffausbeute einer Zuchtkassette reicht ca für 3 Zuchtrahmen.
    Natürlich können die Nicot Zuchtnäpfchen auch auf herkömmliche Holz – Zuchtstopfen angebracht werden. Allerdings sollte als Klebstoff nur handwarme Mittelwandstückchen verwendet werden.
    Heißes, flüssiges Wachs könnte das Bienenei schädigen.
    Nun gilt es aufzupassen. Es handelt sich bei dieser Methode um die Zucht aus dem Ei. D.h die Zeit im Pflegevolk verlängert sich um 2 Tage gegenüber der Umlarvmethode.
    Am 7. Tag nach dem Einbringen des Zuchtrahmens in das Pflegevolk kann gekäfigt werden.
    Das geht ganz einfach mittels der Nicot Schlupfkäfige.
    8 Tage später schlüpft die Königin und kann verarbeitet werden.


    Benutzung im Honigraum (mit Absperrgitter getrennt!) eines beliebigen Volkes


    Manchmal kann es nötig sein, das Zuchtsystem außerhalb des Zuchtvolkes zu benutzen, da es im Volk der Zuchtmutter nicht möglich ist.
    Gründe dafür können sein:


    1. Zuchtvolk sitzt auf anderem Rämchenmaß.
    2. Zuchtvolk einer wertvollen Zuchtmutter will still umweiseln oder hat bereits still umgeweiselt, man will aber noch von der originalen Königin nachziehen und sicher gehen, dass der Zuchtstoff von ihr ist.
    3. Zuchtvolk ist geschwärmt
    4. Zuchtvolk soll während der Kassettenhaft der Königin einen Zuchtrahmen anbrüten, um effiktiv zu arbeiten.
    5. Zuchtmutter hat noch kein Volk
    6. Zuchtmutter ist geliehen oder auf Durchreise





    Vorbereitungen:
    Aus dem Honigraum des Pflegevolks werden 3 Waben entnommen. Aus dem Brutraum werden 2 offene, abgekehrte Brutwaben so in die Mitte des Honigraums gehängt, dass zwischen ihnen Platz für die Wabe mit der Zuchtkassette bleibt.


    Auf der Rückseite der Zuchtkassette befindet sich der integrierte Königinnenkäfig und vor dem Käfig ein kleiner Behälter zu Aufnahme des Futterteigs als Ausfressverschluss. Dieser wird mit selbst hergestelltem, hartem Honigfutterteig gefüllt. Kein Apifona oder ähnliches! Dies verläuft leicht und wird von den Bienen zu schnell aufgenommen.
    Nun lassen wir die Königin in die fertig vorbereitete Zuchtkassette (siehe oben) hinten durch das Zusetzloch in der Plexiglasabdeckung einlaufen und hängen die Wabe wie oben beschrieben zwischen die Brutwaben im Honigraum.


    Ich rechne für das Freifressen der Königin trotz des relativ kleinen Ausfressbereichs mindestens einen Tag, da die Kassette so konstruiert ist, dass nur wenige Bienen Zugang zum Futterteig haben.


    D.h die Königin bleibt mindestens 72 Stunden in der Zuchtkassette.
    Weiteres Verfahren wie oben.


    Soll die Königin wieder ins Ursprungsvolk zurück, sollte man sie nicht einfach einlaufen lassen, sondern sollte einen Zusetzkäfig verwenden.