Einraumbeute Melifera

  • Hallo !


    Eine Frage hat jemand Erfahrung mit der Großen Einraumbeute


    Selbst: Nur gesehen ... nie gelebt.


    Ja super wie findest du diese Betriebsweise


    Einfach, Lagerbeute eben, für mich irgendwie abgespeckte Bremer oder Golz ...
    ... wenn man mit bebrüteten Honigwaben leben mag kein Thema.
    Das Beste hierzu ist wohl wenn man sich selbst einen Einblick verschafft:
    mellifera e.V. bietet da geglegentlich Workshops zu an.


    und wie würdest du sie einschätzen gegenüber Liebig Zander


    Etwas ganz anderes als Liebig in seinem "einfach Imkern" vorgibt.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Habe selber zwei Einraumbeuten für zwei Jahre besiedelt. Mein persönliches Fazit ist, daß diese Beute die Geburt einer theoretischen Idee ist, die aber wenig mit Bienen und noch weniger mit dem Zwischenspiel Imker<->Bienen zu tun hat. Diese Beute macht mir einfach keinen Spaß.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Ich betreue eine ältere Dame im Nachbardorf, die diese Beute hat, um ein Volk in ihrem Garten zu halten. Die Eingriffe beschränken sich auf Königinnenentnahme bei Schwarmstimmung, Honigentnahme (crush and strain), AS-Behandlung und Fütterung. Mir gefällts ganz gut, allerdings sind die großen Rähmchen recht unhandlich. Gleichwohl bieten sie den Bienen Platz für schönen, großflächigen Naturbau. Hat mich wieder mehr über Trogbeuten nachdenken lassen. Nachteil beim Kauf ist allerdings der sehr hohe Preis.


    Gruß


    Jan

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

  • Eine Hochwabe mit diesen Ausmaßen ist nicht sehr gut zu händeln und meines Erachtens auch nicht sonderlich für den Naturbau geeignet. Als Rähmchen. (Ohne Rähmchen würde ich mir das noch gefallen lassen.)


    Ich hatte mit Kondensation im abgeschiedeten Teil zu kämpfen und das wurde auch bei meinem Besuch in der Fischermühle thematisiert. Dort hatte man dann Ventilationslöcher in den abgeschiedeten Teil in die Außenwand gebohrt. Meines Erachtens keine sonderlich gute Lösung, wegen Räuberei, Wespen, Ameisen, usw. usf.


    Die Anordnung des Flugloches ausgerechnet an der Seite halte ich nicht für sonderlich den Bienen gemäß. Bei Trogbeuten aller Art gehört das Flugloch an die Stirnseite. So wird auch das Brutnest ordentlicher aufgebaut und funktionstüchtig. Der Honig kommt nach hinten, der Pollen nach vorne und gut ist. Und die Erweiterung gelingt auch besser.


    Daß die Einraumbeute nicht mal einen flachen Honigraum hat, ist ein Manko, der durch nichts zu rechtfertigen ist.


    Sicher ist es möglich, darin Bienen zu halten, doch wie ich sagte, ist die Beute nicht so wirklich stimmig sondern erscheint mir aus theoretischen Überlegungen und bestimmten Dogmen heraus entwickelt worden zu sein. Die Durchgängigkeit der Brutwabe wurde irgendwann einmal als Dogma aufgestellt. Dann wurde zwar Naturbau gefordert aber wieder nur halbgar in Rähmchen anstatt im echten Stabilbau.


    Die Ansätze mögen alle richtig gewesen sein. Es ist auch gut, die ersten Schritte in diese Richtung zu machen und einen Prototypen zu entwerfen. Aber die Umsetzung in Form der Einraumbeut ist ein Abbild des Wirrwarrs aus Kompromissen. Und genau so imkert es sich auch darin. Nix Halbes und nix Ganzes. Das meine ich bestimmt nicht böse. Man hätte besser daran getan, die Dadantbeute als führende Beute der wesensgemäßen Imkerei zu wählen. Oder eine Form wie die russischen/polnischen Trogbeuten. Mit dicker Isolierung und mit flachem Honigraum. Und mit einer Hochwabe.


    Sowas wird konstruiert, wenn man sich zu sehr in Vorstellungen über Bienen vertieft anstatt sie zu beobachten. Auch das ist nicht böse gemeint, aber ich finde, es sollte nicht bei diesem Prototypen bleiben sondern die wesensgemäße Imkerei sollte weitergehen und weiterentwickeln. Und nicht bei der Einraumbeute stillstehen. Aber das ist ja auch nicht der Fall. Einige Demeterimker wie Stephan Rameil sind ja da sehr aktiv. Und das ist auch gut so. Gerade hinsichtlich Nestduftwärmebindung ist da noch viel Arbeit für die wesensgemäße Imkerei zu tun. Schließrahmen und solche Dinge, das ist alles noch nicht vom Tisch.


    Hier ein paar Bilder:


    Diese Trogbeuten gibt es auch in Polen fertig zu kaufen. (Diese Art der Beute ist auch in Russland weit verbreitet.)




    Die polnische Trogbeute besitzt einen aufgesetzten Honigraum mit Flachrähmchen (16cm), wobei der Aufsatz innerhalb der Isolierung der Beute liegt. Der Honig wird wunderbar trocken in diesen Honigräumen.


    Mit diesen sinnvollen Änderungen - Isolierung gegen das Feuchteproblem, Flugloch an die Stirnseite (oder wenigstens nicht in der Mitte...), Halbzargenhonigraum - kann ich mir das Imkern mit der Einraumbeute schon eher vorstellen.


    Viele Grüße


    Bernhard


  • Ja, und zwar ohne Deinen ganzen antroposophischen Demeter-Klüngelkram (sich dem Wesen des Biens "annähern", mit ihm "Eins" werden, dem Bien auf menthaler Ebene zu "begegnen" wie Du es beschreibst).
    Dennoch: alle diese Beuten sind bei weitem nicht so praktikabel, vielseitig und bienengenehm wie Magazine.
    Gruß
    KME

  • @ Kai


    Wenn ich mich meinen Bienen nähere, am Flugloch sitze und denen zugucke, dann werde ich mit denen auch "Eins". Du solltest Dich nur mal drauf einlassen anstatt hier zunehmend dumme Sprüche zu klopfen und das Niveau vieler Beiträge in den Keller zu ziehen.
    Wenn Deine "Chemie" zu Bernhard nicht stimmt, dann propagiere das bitte nicht öffentlich im Forum.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo,


    Ich kenne die Einfachbaute nicht. Ich kenne Hinterbehandlung, Magazine und bin bei Lagerbeuten a'la Bremer und Golz angekommen. Erfahrung habe ich jeweils mindestens 10 Jahr in jeder dieser Beuten nacheinander gesammelt. Und bei meinem Sohn konnte ich beobachten wie eine Bienenkiste (trotz meiner vorsichtigen Bemerkungen) funktioniert, er siedelt jetzt nach Dadant um so dass ich auch da direkte Vergleiche habe.:-D


    Was mir an der Einfachbeute gefällt ist, dass du auf jede Wabe Zugriff hast ohne vorher etwas abzuheben, dass die Bienen wirklich in den nicht angefassten Raum ausweichen (können und tun). :daumen: Was mich stört ist die große Wabe: ein sehr langer Weg um die Wabe hoch zu ziehen. Und noch viel störender: der Honigrand oben auf der Wabe mit dem du in den Winter gehen wirst. :confused: Ich verstehe schon, warum der Herr Poeplau auch aus Brutwaben Honig entnehmen MUSS! Schleudern ist ja bei den naturgemäßen Imkern eh nicht modern, weshalb man sich auch keine Gedanken machen muss ob diese Waben in eine Schleuder passen. :roll: Da gefällt mir diese riesig lange Kiste der Stadtimker.org viel besser - noch besser gefallen mir meine Bremer- und Golzbeuten. Herr Bremer hat sich auch mal mit dem Format der Waben beschäftigt, siehe: http://www.peter-adams.de/Bremer/teila3.htm#kuntzsch


    viele Grüße
    Brummerchen

  • @ Kai


    Wenn ich mich meinen Bienen nähere, am Flugloch sitze und denen zugucke, dann werde ich mit denen auch "Eins".
    Beste Grüße
    Hartmut


    Das stimmt, ich auch. Das hat aber nichts mit der "Ideologie" von Demeter zu tun, die dann ähnliche / gleiche Begrifflichkeiten verwenden, um das Ziel der mentalen (gegenseitigen) Annäherung zwischen Biene und Mensch zu beschreiben / propagieren.
    Diese Ideologie halte ich für Unfug und für eine gefährliche Basis, auf der die Bienenkiste u. a. unsägliche Entwicklungen beruhen.


    "Dumme Sprüche" meinerseits kann ich nicht erkennen, denn ich finde, ich habe es stets begründet. Dass eventuelle Beschwerdeführer dies aber als "dumme Sprüche" titulieren, ist deren gutes Recht. :wink:
    Gruß
    KME