Kritischer Agrarbericht

  • Hallo !


    Schon im Januar (Grüne Woche) veröffentlicht, aber hier anscheind noch nicht durch:


    Kritischer Agrarbericht 2014
    Agrarpolitik und soziale Lage - Schwerpunkt "Tiere in der Landwirtschaft"
    Vom Summen in der Politik
    Die aktuelle Auseindersetzung um eine bienenfreundliche Landwirtschaft


    LINK


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • ja und jetzt haben wir statt Imidacloprid und Clothianidin eben Thiacloprid als Beize am Mais


    zu mindest in Frankreich


    aber auch Rumänien und Finnland haben per Gefahrinverzug wieder Clothianidin am Mais


    schöne Aussichten sind das

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hi Bienenknecht,


    Also mich irritieren diese Forderung des DBIB.
    Blühwiesen / Silphie statt Mais, ist ein schöner Gedanke, wenn dann aber alle Flugbienen dem Mähwerk zum Opfer fallen, ist es auch nicht im Sinne der Imkerschaft. Der Bernhardt oder Clas hatte da glaub ich mal ein Beispiel wo eine blühende Wiese gemäht worden ist.
    Viel Sinnvoller wäre endlich mal eine gesetzlich vorgeschrieben Fruchtfolge!
    Dann die Forderung dass Ökologische Landwirtschaft mehr gefördert werden soll als konventionelle...
    Warum soll konventionelle überhaupt gefördert werden? Außerdem würde ich Förderung mit einer Max. Betriebsgröße Deckeln, so müssten diese Monster Agrar Genossenschaften schauen wie sie Wirtschaften, wenn es keine Fördermittel mehr gäbe. Vielleicht würden die auch ihre Betriebe verkleinern und es hätten kleine Höfe wieder die Möglichkeit Felder zu pachten.
    Das wichtigste wenn das viele Geld das dann zur Förderung da wäre, wäre ein Anreiz für viele kleine Familienbetriebe umzustellen. In meinen Augen sind viele kleine Ökologischarbeitende Betriebe mehr wert, als diese Agrarriesen mit 15.000 Hektarflächen.


    Antibiotikum im Obstanbau ist meines Wissens nach seit diesem Jahr verboten, zumindest auf jedenfall im Kirschanbau, daher versteh ich die Forderung nicht.


    Deutschland hat in der Landwirtschaft ein viel größeres Problem als man sich das vorstellen kann.
    Die Politik wäre hier gefordert, aber die Versagen da auf ganzer Linie.


    Grüße,


    Maxikaner

  • Widerspruch:


    Vor 50 Jahren mähte man mit dem Messerbalken in moderaten Geschwindikeiten. Die Biene, die auf einer Blüte saß, rappelte sich auf und flog davon.
    Dann kamen die Kreiselmähwerke. Damit das Mähergebnis gut war, musste schneller gefahren werden.
    Dann kam das allerschlimmste: Die Knickzetter (oder so ähnlich), wo das Gras noch mal durch ein Walzenwerk lief und jeder Halm geknickt wurde damit er schneller Wasser verlor. Was da rein kam, war verloren, egal ob Rehkitz, Hase oder eben auch Biene.
    Bis dahin hatte wir immer noch Arbeitsbreiten von 2 - 3 m. Jetzt wird mit 7m aufwärts gearbeitet.
    Und das allerschlimmste für die Biene: Falls sie auf den Wiesen noch blühendes gefunden hatten und es durch jahrelange Silage nicht schon zum grünen Teppich verkommen war, findet die Bienen nach 1 - 2 Tagen nichts mehr. Als ich als junger Kerl noch Heu machte, dauerte dies bis zu 14 Tagen, bei allen. Da blühte bereits wieder der erste Weißklee. Heute wird die gleiche Flur in 2 Tagen leergeräumt. Da ist mal 14 Tage nichts zu holen.
    Das ist der Unterschied.


    Gruß
    Werner

    Id schwäza, schaffa!

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  • Hallo Werner!


    Wollte gerade gleichlautend argumentieren. Ich selbst verwende einen 14-PS-"starken" Kompakttraktor mit Schlegelmulcher und kann dabei beobachten, was alles flüchten kann bei der niedrigen Fahrgeschwindigkeit. Bei besonders empfindlichen Arealen benutze ich nach wie vor den handgeführten Balkenmäher.


    Eine besondere Pest sind Hobbygärtner mit Aufsitzrasenmäher, die z. B. Steuobstwiesen so häufig mähen, daß sich darauf nur noch Gräser halten können (eigene, mehrfache Beobachtungen).


    Daraufhinweisen möchte ich auch, daß die damaligen Wiesenareale in der Oberrheinebene teilweise mit Vorkommen des Großen Brachvogels komplett dem Maisanbau zum Opfer fielen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Silver () aus folgendem Grund: RS-Fehler

  • Also mich irritieren diese Forderung des DBIB.
    Blühwiesen / Silphie statt Mais, ist ein schöner Gedanke, wenn dann aber alle Flugbienen dem Mähwerk zum Opfer fallen, ist es auch nicht im Sinne der Imkerschaft.


    also für den Strom aus Blüten = Flower Power wird die Wiese / Fläche erst im Herbst gehäckselt also keine Bienenschäden wie bei der Milch und dort gibt es auch schon die Zerifid Beefrendly d.h. Milch ohne Knicker Einsatz (siehe weiter unten)


    also Imker sollten daher nur noch diese Milch hier kaufen: http://www.sternenfair.de/




    Viel Sinnvoller wäre endlich mal eine gesetzlich vorgeschrieben Fruchtfolge!
    Dann die Forderung dass Ökologische Landwirtschaft mehr gefördert werden soll als konventionelle...


    das hatte ja das Greening zum Ziel


    zumindest im Ansatz



    Warum soll konventionelle überhaupt gefördert werden?


    das ist ja das verrückte
    Doch wenn man mal hinter die Kulissen schaut und mitbekommt wer da für die Bauern Lobby macht der versteht dann auch warum hier so vieles nicht so läuft wie es eigentlich laufen müsste


    Außerdem würde ich Förderung mit einer Max. Betriebsgröße Deckeln, so müssten diese Monster Agrar Genossenschaften schauen wie sie Wirtschaften, wenn es keine Fördermittel mehr gäbe. Vielleicht würden die auch ihre Betriebe verkleinern und es hätten kleine Höfe wieder die Möglichkeit Felder zu pachten.


    dafür haben wir ja auch im Januar demonstriert


    warst du auch da?



    Das wichtigste wenn das viele Geld das dann zur Förderung da wäre, wäre ein Anreiz für viele kleine Familienbetriebe umzustellen. In meinen Augen sind viele kleine Ökologischarbeitende Betriebe mehr wert, als diese Agrarriesen mit 15.000 Hektarflächen.


    diese Themen sind Inhalt der letzten "Wir haben es satt" Aktionen zur Grünen Woche gewesen


    Doch es waren in meinen Augen viel zu wenig Imker da!


    Auch das sind Signale


    Auch von Seiten des DIB


    Wenn der seine Mitglieder nicht mobilisiert wer soll es dann machen? 60 000 Imker hat er als Mitglieder


    Bei DBIB sind es einige Nullen weniger


    Antibiotikum im Obstanbau ist meines Wissens nach seit diesem Jahr verboten,


    und wessen Erfolg war das?


    Deutschland hat in der Landwirtschaft ein viel größeres Problem als man sich das vorstellen kann.
    Die Politik wäre hier gefordert, aber die Versagen da auf ganzer Linie.


    nein mein Lieber


    die Politik die will das so


    schau mal nur auf die MwSt.


    7% bekommt der Staat auf Lebensmittel
    19% auf Kunstdünger, Spritzmittel und Medikamente


    Das ist nur ein kleiner Teil dieses Systems


    Arbeitsplätze


    Gelder in der Forschung


    Parteispenden


    ....


    die Liste ist lang


    Vor 50 Jahren mähte man mit dem Messerbalken in moderaten Geschwindigkeiten.....
    Dann kamen die Kreiselmähwerke.............
    Dann kam das allerschlimmste: Die Knicker..........
    Jetzt wird mit 7m aufwärts gearbeitet.......
    Heute wird die gleiche Flur in 2 Tagen leergeräumt....
    Das ist der Unterschied.


    und warum ist das so?


    weil Milch nichts kosten soll


    und warum das?


    damit wir uns mehr Gedanken um die nächsten ALU Felgen machen können und mit dem Flieger die halbe Welt erobern können


    und die Agrochemie hat auch noch a bissel Umsatz


    Eine besondere Pest sind Hobbygärtner mit Aufsitzrasenmäher, die z. B. Steuobstwiesen so häufig mähen, daß sich darauf nur noch Gräser halten können (eigene, mehrfache Beobachtungen).


    ja das genauso kontraproduktiv


    für Insekten interessante Blühwiesen gibts nur wenn das Schnittgut abtransportiert wird!


    Mulchen und liegen lassen gibt keine Blumen!



    Daraufhinweisen möchte ich auch, daß die damaligen Wiesenareale in der Oberrheinebene teilweise mit Vorkommen des Großen Brachvogels komplett dem Maisanbau zum Opfer fielen.


    und wegen ganzen 7 Maiswurzelbohrer wurden dann 12 500 Bienenvölker vergiftet


    das ist doch der blanke Horror


    und heute noch reden sogar Berufsbienenschützer von einem harmlosen Unfall!


    bzw die meisten wissen überhaupt nichts von den Details


    z.B. dass dieser Vergiftungsweg seit 1994 bei BAYER bekannt ist


    was sagt uns das alles?


    Wir Imker sind viel zu blöde um richtige Politik zu machen


    wir sind immer noch viel zu leise


    und wir unterschätzen die Möglichkeiten, welche uns gegeben sind


    Der DBIB hat schon viel erreicht


    doch es könnte noch mehr sein

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Widerspruch:


    Einen Widerspruch kann ich hierin nicht erkennen, außer wenn man meinen Post ohne dem zugehörigen Vorbeitrag nicht gelesen hat.


    Es ging darum, dass Blühwiesen und Silphie schlechter / gleich schlecht sind wie Mais, weil dadurch das Bienenvolk alle Flugbienen verliert.
    (Damit wäre das Problem, dass nichts mehr blüht, behoben, denn es gäbe ohnehin keine Bienen mehr, die was ranschaffen könnten :wink: )


    Bei Silphie (bei Blühwiesen für Biogas auch? ich weiß es nicht..) wird zudem relativ spät im Sommer/Herbst und auch nur einmalig geerntet, so mein Wissensstand.
    (Jaja, jetzt verlieren wir plötzlich alle 100% der Winterbienen, klar... :wink: )


    Das ist also ganz anders als mit der gemeinen (von allgemein) 0815-Wiese, die mehrmals gemäht wird.
    Übrigens werden bei uns die Wiesen erst nach dem 01. Juni gemäht und sooo überragend ist das, was zu dem Zeitpunkt noch unter dem hohen Gras dort noch blühen kann, auch nicht mehr...
    Sicher, es ist was da, aber keine Massentracht, bei der alle Bienen getötet werden.


    Gruß
    der Leberkas, der sich jetzt in die Sonne haut, damit seine Kruste bräunt :cool:

  • Hi Toyotafan,


    Du hast vollkommen recht mit dem was du schreibst, nur dass der DIB 92.000 Mitglieder hat und keine 60.000
    Ich war leider nicht bei der Grünenwoche zum Demonstrieren, dass nur als Antwort auf deine Frage. Ich will auch keine Ausrede finden, weil ich einfach zu bequem war, wenn ich ehrlich zu mir selber bin.
    Ansonsten geb ich dir recht mit dem was du schreibst.


    Zu Leberkas,


    Du verstehst nicht um was es geht. Es geht nicht um die Wiese wo ein paar Blumen stehen. Es geht um 1000 Hektar auf denen dann die durchwachsene Silphie wächst. Wenn diese dann während der Blüte gemäht wird, erleiden die Völker einen nicht unerheblichen Verlust.
    Es geht nicht darum dass die Silphie besser ist wie Mais, denn das ist Sie, es geht darum dass solange es Förderungen für Biogas gibt und es keine Gesetzliche Fruchtfolge gibt es immer eine Schieflage geben wird, egal mit welcher Pflanzen.
    Außerdem hat die Silphie nur die hälfte an Energiewert wie der Mais, also warum soll sie der Bauer anbauen, wenn es nicht von Gesetzeswegen vorgeschrieben wird.


    Viele Grüße,


    Macikaner

  • Du hast vollkommen recht mit dem was du schreibst,


    Danke:liebe002:


    nur dass der DIB 92.000 Mitglieder hat und keine 60.000


    wenn das nicht alles Kartei-Leichen sind, dann ist es noch schlimmer!



    Ich war leider nicht bei der Grünenwoche zum Demonstrieren,


    es war doch gar nicht so kalt wie im Vorjahr :confused:


    ok etwas rauchig wars muss ich wirklich zugeben und daran bin ich nicht ganz unschuldig, aber der Wind war ja auch da :wink:


    ... Ich will auch keine Ausrede finden, weil ich einfach zu bequem war, wenn ich ehrlich zu mir selber bin.


    ja da haben wir den kleinen Unterschied zu unseren Nachbarn in der EU.


    In Frankreich z.B. da trinken sie zwar lieber mal ein Glas Rotwein mehr etc, aber wenns um so was wie durch boxen von Interessen geht, da stehen sie zusammen! da fehlt keiner das würde sich auch keiner trauen


    Daher dürfen wir uns überhaupt nicht wundern, wenn die Imkerei politisch den Bach runter geht


    Wir sind es selber, die wir die Sache in der Hand haben.


    Wir sind einfach viel zu leise


    auch den DIB gegenüber kommt viel zu wenig druck von unten



    Es geht nicht darum dass die Silphie besser ist wie Mais, denn das ist Sie, es geht darum dass solange es Förderungen für Biogas gibt und es keine Gesetzliche Fruchtfolge gibt es immer eine Schieflage geben wird, egal mit welcher Pflanzen.


    und so kommts dass nichts für die Bienen über ist



    Außerdem hat die Silphie nur die hälfte an Energiewert wie der Mais, also warum soll sie der Bauer anbauen, wenn es nicht von Gesetzeswegen vorgeschrieben wird.


    hat sie das wirklich?


    aber Silphie ist nicht die Lösung


    Die wird dann auch zur Monokultur und braucht dann auch irgend wann PSM


    Nur Flower-Power ist für Bienen was!


    hör dir mal den Vortrag von Werner Kuhn an


    dann verstehst du was Flower-Power für Vorteile hat


    Für Bienen für Rebhühner


    für alle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Für Bienen für Rebhühner.....


    für alle



    und vor allem für die Tiergesund der Rinder selber, letztendlich auch für die Menschen.


    Der Simmelbauer, der das Gras wachsen hört, sagt, eine Wiese sollte mindestens 45 versch. Pflanzenarten vorweisen können.


    Bei ihm sind mehr als 60 versch. Kräutlein drinnen. Je artenreicher das ganze, desto besser das Endprodukt! Ja, alle haben was davon!


    Statt Silomilch, sauf ich lieber noch Wasser! Sorry, aber das ist so!



    Was die Demos betrifft, lieber toyota, es gibt Hoffnungsschimmers.


    In Traunstein waren immerhin 500 Leute da, gegen das TTIP. Und man höre und staune, es waren sogar ettliche Imker darunter.
    Imker, die ich noch nie gesehen habe bei Demos! (Franz und Peter vom VBB sei Dank).


    Griass Simmerl

  • ...Bei ihm sind mehr als 60 versch. Kräutlein drinnen. Je artenreicher das ganze, desto besser das Endprodukt! Ja, alle haben was davon!


    :daumen:


    die einzigen die da weniger haben sind die Lagerhäuser und Raiffeisen etc.


    Die verkaufen dann kein Kraftfutter
    kein Siliermittel
    keine Beizen
    keine PSM


    :roll:


    ..Statt Silomilch, sauf ich lieber noch Wasser!...


    das ist dank Beizen auch nicht mehr das was es mal war :evil:


    Was die Demos betrifft, lieber toyota, es gibt Hoffnungsschimmers...


    ja die Imkers brauchen wohl etwas länger :confused:


    In Traunstein waren immerhin 500 Leute da, gegen das TTIP. Und man höre und staune, es waren sogar ettliche Imker darunter.
    Imker, die ich noch nie gesehen habe bei Demos! (Franz und Peter vom VBB sei Dank).


    :p_flower01:


    und im Januar dann 4000 Imker und Imkerinnen?


    das wäre ein Ziel :daumen:

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • und im Januar dann 4000 Imker und Imkerinnen?


    Hallo Christoph,
    das wäre zu einfach, denn die Melanie liest hier mit und als Vorsitzende des Mitgliederstärksten und somit bedeutesten Berliner Imkervereins :wink: wäre die Zielstellung zu einfach, denn auch die Weissenseer lesen hier heimlich mit.


    Einigen wir uns auf 4000 funktionstüchtige Smoker als Ziel :p?


    Anders als in diesem Januar bleibt uns hoffentlich genügens Zeit für die "Organisation"


    LG
    Andreas