Nachschwarm am 3. Tag kaum Bauspuren auf Windel - normal?

  • Hallo,


    ich habe Am Freitag abend 19 Uhr zufällig einen kleinen (geschätzt ca. 1kg) Nachschwarm (ich weiß das in diesem Fall sicher) entdeckt, sofort gefangen und in eine Dadant-Kiste mit Mittelwänden eingeschlagen und dann auch gleich am endgültigen Ort aufgestellt, da die wegen der fortgeschrittenen Stunde gar nicht mehr raus wollten aus der Beute.


    Er hat sich sehr ruhig verhalten, am Freitag Vormittag dachte ich sogar, er sei ausgezogen weil man zunächst gar nichts hörte, trotz dem warmen Wetter gestern. Kurzes Klopfen verriet dann doch ein kurzes Brausen.


    Tagsüber ist am Flugloch kaum etwas los gewesen, ein paar vereinzelte Bienen sind herumgeflogen, aber sonst nichts. Kein Auszug, kein Suchverkehr nichts.


    Heute schon deutlich mehr Bienen, aber nach meinem Geschmack immer noch recht wenig, vor allem angesichts des derzeit bombig schönen Wetters - normalerweise haben sich Schwärme an den Folgetagen bei mir immer eingeflogen.
    Und auf der Schublade war gestern fast gar kein Baugemüll zu finden, nur das feine Gemüll, das man unter einer Schwarmtraube findet. Aber das Gemüll verrät, der Schwarm hat sich zu einer normal großen, (d.h. passend zu den etwa 1k Bienen) Traube hinten rechts zusammengefunden, ist also nicht völlig verteilt.


    Ich interpretiere das alles als einen Schwarm, der eine Weisel hat, aber aus irgendwelchen Gründen heute, Samstag Mittag, also ca. 43 Stunden nach Einschlagen noch keinen rechten Bautrieb verspürt und noch nicht richtig eingelebt ist. Vielleicht überlegt er noch, doch nochmal auszuziehen.


    Da es ein Nachschwarm ist, will ich die Beute jetzt noch nicht aufmachen, den einzigen Nachschwarm den ich bisher hatte, ist mir in meinem ersten Bienenjahr nach so einer Aktion am 4. Tag und trotz bereits mit Nektar angetragenem Wildbau wieder ausgezogen.


    Ansonsten hatte ich bisher nur Vorschwärme, die immer sofort losgelegt haben und drin geblieben sind.


    Heute sind ein paar mehr Wachskrümel dazu gekommen, aber kein Vergleich zu dem Baugemüll, das ich von anderen Schwärmen kenne.


    Kann es sein, dass Nachschwärme erst deutlich später (und unwilliger) mit dem Bauen anfangen als Vorschwärme? Vielleicht sogar erst so richtig durchstarten, wenn die Könign begattet zurückgekehrt ist? Das könnte hier ja noch etwas dauern, denn die Königin ist ganz sicher erst wenige Tage alt.


    Oder kann jemand schon jetzt erkennen, dass (und was) hier vielleicht nicht ganz in Ordnung ist?
    Die Beute steht relativ schattig, aber das Wetter ist ja derzeit hochsommerlich, daher sollte das keine Rolle spielen und den Schwarm bremsen.


    Gruß
    hornet

  • Hallo,
    wenn die so lethargisch reagieren, würd ich auch ein bisschen Flüssigfutter anbieten.
    Dann vergleichen.
    Weißt Du definitiv, dass die frisch ausgezogen sind?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    hier mal die Rückmeldung:


    Kurzfassung zu Beginn, Interessierte lesen unten weiter:


    Der Schwarm war der vom Donnerstag, er ist tatsächlich wieder ausgezogen, jedoch ist er nicht weit gekommen und hat sich an der Beute aufgehängt. Wir haben ihn in eine neue Beute darüber bugsiert. Dort ist er nun heute erneut ausgezogen und hängt jetzt im Apfelbaum.


    Was soll ich tun?
    Ein drittes Mal einfangen?
    Wie drin behalten?


    Ratlos bin und Motivation allmählich nicht mehr so tolle!



    Wer die Hintergründe wissen will liest hier weiter:


    Erstens: Von wegen, kommt nix rein. In den Schwarm natürlich nicht, da die nicht geflogen sind. Aber seit 2. Juni nimmt mein Waagstockvolk netto wieder zu, 3kg seither, etwa 500g pro Tag.


    Zweitens: Ich bin gar nicht nervös und muss meine Finger nicht festhalten, ich wollte einfach nur wissen, was hier los sein könnte - bin halt neugierig und will was lernen.


    Drittens: Der Schwarm ist definitiv ganz frisch ausgeflogen, da ich die Stelle, wo er hing noch kurz zuvor leer gesehen habe. Außerdem konnte ich nach dem Einfang sehen, dass sich die restlichen Bienen allmählich wieder an ihrem alten Muttervolk beim Nachbarn gesammelt habe.


    Viertens: Die Sache hat sich inzwischen weiter entwickelt und meine Ahnung, dass was nicht ganz normal läuft hat sich bestätigt:
    Der Schwarm ist nämlich gestern am späten Nachmittag tatsächlich ausgezogen! Allerdings nicht weit, genau genommen nur 10cm - die Traube hat sich nämlich nach einer Platzrunde wieder an der Außenseite der Beute wieder gesammelt.
    Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich noch, es handele sich um einen fremden Schwarm, der diese Beute übernehmen wollte.


    Um alle Möglichkeiten zu erhalten, habe ich auf diese Beute eine neue Beute gestellt und der Schwarm ist dort mit nur wenig Unterstützung fast von selbst eingelaufen. Vor allem da ich die Königin gesehen und auch gleich erwischt habe und in die Beute gegeben habe.


    Abends war schnell klar, die untere Beute war leer, damit stand fest, die Bienen sind aus der unteren Beute raus, haben sich vor das Flugloch gehängt, wurden von uns in eine neue Beute darüber gebraucht und waren jetzt da drin.


    Fünftens: Vorhin sind sie da ausgezogen und hängen nun schön pflückbar am Apfelbaum - der Schwarm ist nun seit Donnerstag zum 3. Mal ausgezogen!


    Jetzt ist guter Rat teuer: Was soll ich machen?
    Ein drittes Mal einfangen oder ihn seinem Schicksal überlassen?


    Wie soll ich diesen Schwarm noch halten, wenn er einfach nicht will?
    Vor allem dürfte nun sein Futtervorrat zu Ende gehen, die Laune entsprechend schlecht - gestern war davon jedoch noch nichts zu bemerken.


    Gruß
    hornet

  • Vielleicht mögen sie deine Mittelwände nicht, vielleicht sind auch die Beute oder die Rähmchen zu neu. Ich würde für Schwärme aller Art nach Möglichkeit eine gebrauchte Beute und gebrauchte (nicht in NaOH gekochte) Rähmchen verwenden. Das suggeriert dem Schwarm: Hier haben mal Bienen gewohnt, also wird es passen. Mittelwände könnten kritisch sein, da sie dort keine Schwarmtraube bilden können und auch dem bearbeiteten Fremdwachs ausgesetzt sind. Da fehlt mir aber wegen meiner Naturbaubetriebsweise die Erfahrung.


    Gruß Ralph

  • Mittelwände werden problemlos vom Schwarm ausgebaut. :Biene:


    Vielleicht nicht von allen. Ich erinnere mich an einen Beitrag von Henry, wo sich ein Schwarm (oder Kunstschwarm) geweigert hatte, auf die Mittelwände zu ziehen und sich unterhalb aufgehängt hatte. Vielleicht kann Henry dazu noch einmal etwas schreiben.


    Gruß Ralph

  • Es sind die selben Mittelwände, die bisher bei anderen (Vor-)Schwärmen auch funktioniert haben.
    Es sind in der Tat neue Beuten, aber ich habe derzeit keine alten mehr frei.


    Mit der Brutwabe habe ich auch schon überlegt.


    Würde Kellerhaft hier helfen? Dann müsste ich aber vermutlich gleichzeitig füttern. Funktioniert das?
    Oder würden die sich nur den Bauch vollschlagen und nach 3 Tagen trotzdem wieder abhauen?


    Was ist eigentlich mit bloßen Leerrähmchen, wenn ich die statt MW einhänge? Damit könnte sie ihre Traube bilden, würden aber Naturbau machen. Wäre zwar nicht optimal in meiner Betriebsweise, aber wenigstens kein Wildbau.

  • Mehrfaches Ausziehen des Schwarms kann auch daran liegen, daß mehrere Königinnen drin sind. :Biene:


    Ich würde den Schwarm sieben, die Königin(nen) rausfangen, im Käfig unter Zuckerteigverschluß zwischen die Mittelwände hängen, Schwarm dazukippen und füttern. Fertig.

  • ...Was ist eigentlich mit bloßen Leerrähmchen, wenn ich die statt MW einhänge? Damit könnte sie ihre Traube bilden, würden aber Naturbau machen. Wäre zwar nicht optimal in meiner Betriebsweise, aber wenigstens kein Wildbau.


    Warum nicht? Nimm Rähmchen mit senkrechter Drahtung (oben mit Drahtspanner gewellt) und löte oben einen 3cm breiten Anfangsstreifen ein. Dann können sie ihre Schwarmtraube bilden. Wenn sie bauen, werden sie in der ersten Woche ausschließlich Arbeiterbau produzieren. Stabil sind die gedrahteten Naturbauwaben auch. Also warum nicht probieren?


    Gruß Ralph

  • Gute Tips,
    aber: Livebericht:
    leider ist der Schwarm vorhin aufgeflogen. Allerdings nicht in eine neue Wohnung, sondern zwei Grundstücke weiter und hängt jetzt wieder in einem Apfelbaum, leider viel ungünstiger. Ziehen Nachschwärme gerne mal ihre Traube um, bevor sie irgendwo endgültig einziehen?


    Ich werde mal weiter beobachten. Wenn ihr noch weitere Ideen habt, immer her damit...


    Übrigens: Der Schwarm stammt aus dem Wildvolk in der Nachbarfassade. Dessen Vorschwarm habe ich schon vor 2 Wochen gefangen, hat sich prächtig entwickelt. Der erste Nachschwarm ist der vom Donnerstag bzw. der von gestern und heute.


    Zufällig ging dort heute morgen auch der zweite Nachschwarm raus, er hat sich aber ebenfalls wieder vor dem Flugloch des Muttervolkes (Das Wildvolk in der Fassade!) aufgehöngt und scheint jetzt ganz langsam wieder da drin zu verschwinden. Dort kommt man nicht hin, da muss ich eh die Finger still halten.


    Offenbar ist es heuer absolut typisch, dass Schwärme zurückkehren! Bei mir habe ich das heuer nun bereits zum vierten Mal beobachtet!


    Gruß
    hornet