Wieder reingefallen ...

  • Vorauskasse oder nicht,


    ...in der Rolle als Käufer kann ich Deinen Standpunkt nachvollziehen.
    Als Hersteller nicht.


    Ein Kunde kann sich schnell 'unsichtbar' machen.
    Ein Hersteller ist mit seiner Steuer- und USt-Id-Nr. schnell auffindbar und greifbar.


    Auch das "

    Zitat

    für das Fehlverhalten einzelner ALLE anderen zu benachteiligen. Vorauskasse ist immer ein MißtrauensBEWEIS gegen den potentiellen Kunden.

    sehe ich anders. Für mich ist das kein Mißtrauensbeweis, aus meiner Sicht ist das reiner Selbstschutz. Auch bei vielen kleinen Beträgen die nicht bezahlt wurden, merkt man das am Monatsende auf seinem Kontostand. Man kann nicht allen hinterspringen. Wer soll das an zusätzlicher Arbeit leisten? Deshalb ist die Vorauskasse für mich ein guter Schutz vor Betrug. Und wer schon mal mit Kunden aus dem Ausland zu tun gehabt hat, der weiß um die große Problematik von nicht bezahlten Rechnungen.


    Eine konkrete Benachteiligung bei Vorauskasse für den Kunden, kann ich zudem nicht erkennen.


    Ich kann beide Rollen einnehmen und nachvollziehen. Weil es mein persönlicher Nachteil ist, wenn ein Kunde nicht seine Rechnung bezahlt, die Ware aber schon in den Händen hält, gibt es derzeit für mich nur diese Lösung der Vorauskasse.
    Im Übrigen habe ich auch immer gedacht, dass unter Imkerkollegen so etwas nicht passiert. Das zu Deinem Hinweis

    Zitat

    das ist auch eine Frage des Marktes, auf dem man sich bewegt.


    Jonas

  • Jonas, ich sehe das durchaus nicht nur aus Sicht des Kunden, ich bin auch *Hersteller*.


    Allerdings muss ich gestehen, ich habe es nahezu ausschließlich mit Firmen zu tun und zum Großteil langjährige Beziehungen.
    Man kennt sich.


    Übrigens habe ich Auslandskunden, mit denen man *Handschlag- Geschäfte machen kann. " Habe ich Ihr Wort?" "Ja, haben Sie! Brauchen Sie eine schriftliche Bestätigung?" " Nein, ich habe doch Ihr Wort!"


    Es kommt halt immer drauf an...

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Naja wenn man mal so richtig beschissen wurde (also nicht nur 20 Euro) dann traut man keinem Kunden mehr. Ich als potentieller Kunde sehe Vorkasse nicht als Misstrauensbeweis weil ich es einsehe das das notwendig ist und es selbst mittlerweile genau so machen würde.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Zitat

    Allerdings muss ich gestehen, ich habe es nahezu ausschließlich mit Firmen zu tun und zum Großteil langjährige Beziehungen.
    Man kennt sich.


    ... und das macht den Unterschied.
    Ich habe Endkunden bzw. Verbraucher und 95% davon sind Imker.
    Wenn ich mit einem Aug' in Aug' gegenüberstehe und dann auf 'Handschlag' mache, sehe ich darin überhaupt kein Problem. Habe ich z.B. mit Italienern, auch Imker, gemacht. Das gingen schon mal einige Geräte per 'Handschlag' über den Tisch - bezahlt wurde dann später.


    Meine Kunden kenne ich aber zu 99% nicht. Erst durch die Art der Anfrage bekomme ich ein vages Bild.
    Im Gegensatz dazu, konnte ein möglicher Kunde sich bereits ein 'Bild von mir' machen, indem er meine Internetseite studiert.
    Seit ich die Vorgabe mit der Vorauszahlung habe, habe ich auch keinen einzigen Ausfall mehr gehabt.


    Na ja, soweit sind wir also gar nicht voneinander entfernt.


    Jonas

  • Was genau hätte mir "Bezahlung bei Abholung!" gebracht, wenn Kira nicht erscheint? Ich saß mitti Königinnen hier und 's Prinzeßchen erschien nicht.


    Das passiert leider. Können auch direkte Konkurrenten sein, die dir das Geschäft vermasseln wollen. Bruteier meiner Hühner gibts nur noch, wenn das Geld eine Woche vor geplanter Lieferung eingeht, ansonsten muss sich der Interessent wieder hinten anstellen ;).


    Das ist nunmal sehr empfindliche Ware, die nur eine sehr begrenzte Lebensdauer hat, will man noch ein vernünftiges Ergebnis erzielen. Das ist im Grunde genommen nix anderes, wie bei Königinnen.


    Es gibt aber auch Kunden, denen man schon jahreslang gegen Vorkasse was geschickt hat und macht man es dann zum ersten auf Vertrauensbasis, fällt man auf die Nase. Grundsätzlich sollte man niemandem trauen. Bei einer Kö oder einem Nest voll Eier verschmerzbar, wenns um alle in 2 Wochen gelegten Eier aller Hühner oder 20 Königinnen geht, dann ist das schon was anderes.


    Gruß Sven

  • Es ist vor allem sehr unangenehm, wenn sich dadurch Vorurteile als Lebenserfahrungen erweisen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zum Thema Vertrauen und Zuverlässigkeit kann ich Van den Bongard sehr empfehlen. Der Mann hat vor meiner Bestellung noch nie was von mir gehört, beantwortet ALLE meine Fragen geduldig (teilweise auch seine Frau), liefert ohne Probleme ins Ausland (wenn auch nicht ganz billig) und das ganze auf Rechnung, obwohl ich Vorrauskasse angeboten hatte.


    Alles in allem ging es etwa um etwa 400 Euro. :daumen:

  • hmmm, ob nun gerade dieses Beispiel akzeptabel ist oder nicht...


    Es gibt da so paar allgemeine Grundsätze, die ich ungern auf den Kopf gestellt sehen würde, der Wichtigste:
    "Erst die Ware, dann das Geld!"


    Geschäfte werden *Zug um Zug* erledigt, obiges ist i.d. Regel die Voraussetzung.


    Die Vorstellung, Vorkasse würde sich generell durchsetzen, ist gruslig für mich.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Erzgebirgler () aus folgendem Grund: RS

  • Hallo Henry,
    einen Trost hab ich für Dich.
    Du kannst Dir Deine Kunden aussuchen und bist nicht verpflichtet jemanden zu beliefern.
    Auf die schwarze Liste setzen und fertig.


    Mein Spruch heisst Ändern statt Ärgern [ich arbeite noch daran :) ]

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Die Vostellung, Vorkasse würde sich generell durchsetzen, ist gruslig für mich.


    Du hast aber in den letzten Jahren nicht über Internetshops eingekauft oder? ;)

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ganz objektiv gibt es bei jedem Geschäft zwei Seiten, Käufer und Verkäufer, die sich gegenseitig vertrauen und die sich gegenseitig absichern müssen usw. Auf beiden Seiten gibt es Schwarze Schafe.


    Im Falle von Königinnen ist das m.E. ein besonders vertrauensvolles Geschäft für den Käufer. Er kann die "Ware", die ja etwas Lebendiges ist, sehr schlecht kontrollieren, muss vor allem auf die Sorgfalt des Züchters vertrauen. Deswegen zeigen die (meisten) Züchter viel Entgegenkommen und Seriösität, geben Einblicke in ihre Zuchtarbeit, nehmen persönlichen Kontakt zu den Interessenten auf usw. damit man ihnen gern vertrauen kann. Das ist mehr Mühe als irgendetwas einfach ins Netz zu stellen!
    Bei so viel Bemühen ist dann die Enttäuschung über eine Missachtung wie durch diese Kundin besonders groß.


    Ich will aufmuntern :daumen:, so etwas wieder "wegzustecken" angesichts vieler Imker, die beim Kö-Kauf sorgfältig und achtsam sind und es zu schätzen wissen, wenn es dann gut klappt mit der Neuen.

  • In jedem Laden ist Vorkasse Pflicht, erst die Kohle, dann geht die Ware übern Tisch.
    Nur gegen einen schon geleisteten Vertrauensvorschuss gibts die Ware auf Rechnung.


    Gruß
    Reiner


    PS: Das wird aber immer schwieriger, mitm Vertrauen ...