Weiselloser Ableger?

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor vier Wochen einen Ableger mit 2 Brutwaben (beidseitig großes Brutbett mit frischen Stiften vorhanden), einer Futterwabe + Mittelwand gebildet und aus dem Flugradius des Spendervolkes gebracht. Bei einer ersten Kontrolle nach 3 Wochen waren nur die Reste eines Spielnäpfchens, jedoch weder die Reste einer Weiselzelle noch frischen Stifte zu sehen.
    Flugwetter war in der dritten Woche definitiv, in der vierten Woche nur eingeschränkt. Bei der Durchsicht in der vierten Woche fand ich dann in der Mitte der Mittelwand eine neu gebildete, noch unverschlossene Weiselzelle.
    Die Bienen tragen viel Honig und Pollen ein, reagieren auf das Öffnen des Kastens mit starkem Aufbrausen.


    Kann es sein, dass die Bienen trotz fehlender Königin eine Weiselzelle bauen?


    Da auch bei Imkerkollegen die Königinnenzucht dieses Jahr nur eingeschränkt erfolgreich ist und kurzfristig keine Dame frei ist, hat mir ein Kollege angeboten zwei Weiselnäpfe mit Larven als Weiselprobe zu spendieren.
    Gibt es weitere Vorschläge?


    Danke!


    Frank

  • Hallo Frank!


    Das ist bei total weisellosen Völkern öfters zu beobachten, aus der totalen Not heraus Bei deinem Ableger dürfte die König abhanden gekommen sein. Da bleibt nichts anderes übrig als den Ableger auflösen und einen neuen erstellen. Mit gewissen Ausfällen ist bei der Ablegererstellung immer zu rechnen. Daher bevorzuge ich eher mehr kleine Ableger als wenige große. Da ist das Begattungsrisiko besser verteilt und man kann eine gewisse Auslese betreiben. Später kann immer noch verstärkt werden. Bei Maiableger ist das aber im Normalfall nicht notwendig, die entwickeln sich bei guter Fütterung bis zum Herbst ausreichend.


    MfG
    Honigmaul