Einfluss von schlechtem Wetter auf die Entwicklungszeit von Königinnen

  • Hallo Zusammen,


    ich habe Anfang Mai bei schönstem Wetter eine Zuchtserie gestartet (Sammelbrutableger).
    - Nach 9 Tagen bei 12 Grad umgelarvt und dem starken Pflegevolk 26 belarvte Näpfchen gegeben. Gleichzeitig ab diesem Zeitpunkt, bis zum Zeitpunkt der Verdecklung zwei mal dünn gefüttert.


    - Beim Verschulen, 5 Tage danach, waren 20 Zellen angenommen worden, jedoch noch nicht alle verdeckelt.
    - Also erst am 6. Tag nach dem Umlarven mit Begleitbienen gekäfigt. (Wieder kaltes Wetter)


    - Am Schlupftermin ist erst eine Könign geschlüpft. Einen Tag später weitere 5 Königinnen und noch einen Tag später habe ich alle restlichen Zellen geöffnet. Ergebnis: 3 Weiselzellen, tote Made. Bei einigen weiteren fast ganz entwickelte Königin und einige weitere habe ich lebend herausgeholt. Jedoch alle Zellen komplett trocken. Kein Tropfen Gelee Royal.


    Die Königinnen wurden also meines Erachtens sehr schlecht gepflegt. Ich habe sie in Begattungskästchen gegeben, habe aber nicht viel Hoffnungen qualitativ hochwertige Königinnen zu erhalten.


    Statt normalen 16 Tagen, haben die Königinnen fast 18 Tage gebraucht.


    Wie schätzt ihr die Qualität der Königinnen ein? Liegt die mangelnde Versorgung nur am schlechten Wetter? Ist es bekannt, dass sich die Entwicklungszeit verlängern kann?


    Vielen Dank bereits im Voraus!


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • HAllo Simon,derartiges ist mir bislang nicht untergekommen, ich will es aber auch nicht ausschließen. Mit Sicherheit verzögern tiefe Temperaturen den Schlupftermin, aber ich glaube kaum, dass in Deinem Pflegevolk wegen des Wetters (!) tiefere Temperaturen herrschen als sonst. Möglich ist tatsächlich eine schwächere Pflegeleistung.


    Wie gesagt: ich kann es nicht bestätigen, aber eines weiß ich aus Erfahrung:


    Frühzucht ist immer Mühzucht.


    Gruß
    KME


  • Frühzucht ist immer Mühzucht.


    Hallo Kai,


    vielen Dank für deine Antwort! Würdest du den 11. Mai als Umlarvtermin noch als Frühzucht einstufen? Einige Völker waren zu dem Zeitpunkt schon in Schwarmstimmung.
    Zu tiefe Temperaturen im Pflegevolk schließe ich auch fast aus. Ich denke eher an die fehlende Tracht (trotz kleiner Futtergaben).


    Oder sind die Maden beim Umlarven unterkühlt?


    Liebe Grüße


    Simon Weber

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)


  • Hallo Simon,


    uns ist im vergangenen Jahr was ganz Ähnliches passiert! Es war kalt am Tag Umlarvtag und dementsprechend mies war unser Ergebnis. Ich glaube wir hatten 8/9 Königinnen aus einem 30er Rahmen. Aber inzwischen weiß ich, dass das kalte Wetter wohl negativen Einfluss hatte viel fataler aber die mangelnde Tracht war. Wir dachten auch schon mal von uns, wir seien die Großmeister der Königinnenzucht. Z.B. haben wir vor 3 Jahren im Raps einen Sammelbrutableger angelegt und dabei von 30 Larven Stück 26 Königinnen gezogen. Ein erfahrener Züchter sagte uns im letzten Jahr: „ Sammelbrutableger müssen schwimmen im Futter“! Wer sich daran hält, kann gar nicht mehr soviel falsch machen. Ein weiterer Tipp: Der Zuchtrahmen sollte stets zwischen eine Pollen- und einer vollen Honigwabe hängen.
    Ob die Königinnen qualitativ minderwertig, glaube ich nicht. Ich habe einmal mal in einem Zuchtbuch gelesen, dass Bienen entweder eine Weiselzelle bis zum Ende anständig pflegen oder die Pflege einstelle und die Made dann ausfressen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn eine Königinnenzelle verschlossen wird, ist sie auch ausreichend mit Gelee Royal verpflegt worden. So ist meine Theorie.
    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

  • Hallo Natase,
    kann ich nicht bestätigen - insbesondere, wenn man mit einem Sammelbrutableger arbeitet. Der SBA kämpft um sein Leben - er wird alles nur Mögliche tun um die Zellen anzuziehen. Seine einzige Chance ist die Königin...


    Bei mir ist dieses Jahr auch mächtig der Wurm drin. Zuchtlatten mit katastrophaler Annahme, Königinnen die nach drei Wochen nach dem Schlupf noch nicht legen, Ableger die drohnenbrütig werden. Ich bin wirklich gefrustet...

  • Hallo Natase,
    kann ich nicht bestätigen - insbesondere, wenn man mit einem Sammelbrutableger arbeitet. Der SBA kämpft um sein Leben - er wird alles nur Mögliche tun um die Zellen anzuziehen. Seine einzige Chance ist die Königin...


    Bei mir ist dieses Jahr auch mächtig der Wurm drin. Zuchtlatten mit katastrophaler Annahme, Königinnen die nach drei Wochen nach dem Schlupf noch nicht legen, Ableger die drohnenbrütig werden. Ich bin wirklich gefrustet...


    Hallo Freeze,


    was kannst du nicht bestätigen? Ich habe zwei Themen angesprochen:
    a) Aussage: Elementar wichtig für einen erfolgreichen Sammelbrutableger ist eine sehr gute Futterversorgung. – Das sollte jedem biologisch interessierten Imker einleuchten? Nur durch die gute Trachtsituation gerät das Volk doch erst in Schwarmstimmung und genau diesen Effekt nutz man aus. Bei schlechter Tracht hilft nur massiv füttern!!!
    b) Aber ich denke die Aussage nach hochwertigen Königinnen meinst du, oder? Ich erkläre mir das wie folgt. Eine Königin, die vom Genom her das gleiche wie eine Arbeiterin ist, entsteht durch die deutlich höhere Gabe von Gelee Royal. Die Aussage, die ich nun gelesen habe, besagte, dass eine Weiselzelle stets ausreichend mit Gelee Royal befüllt würde. Andernfalls würde der Versuch eine Zelle zu ziehen wieder abgebrochen und die Zelle wieder ausgefressen. Und an der Stelle wären wir wieder bei Punkt a (Futter!!) Ich habe auch schon von Imkern gelesen, die Rahmen mit 100 Larven und daraus 70-80 gleichwertige Weisel bekommen!
    Vielleicht ist ja ein wissenschaftlich ausgebildeter Imker unter uns, der zu Punkt auch etwas fundierter berichten kann?


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

  • Hallo Stefan,


    ich meinte, dass bei fehlender Tracht nicht unbedingt abgebrochen wird. Prüfe mal die leeren K-zellen direkt nach dem Schlupf - wenn am Boden noch Futterreste vorhanden sind, dann war die Versorgung gut.


    Aber es gibt eben auch Zeiten, da sind die Zellen staubtrocken. Da geht bei mir dann die erste Warnlampe an, weil bei Mangelversorgung kann sich nichts optimales entwickeln (...so meine Denke). Ich hab das noch nicht konsequent und nachweisbar verfolgt, dazu imkere ich zu kurz (2008) und hab zu wenig Völker.


    Gruß
    Wolfgang