Buchweizen

  • Ich habe heute am frühen Vormittag "meinen" Buchweizen besucht. Es handelt sich um einen mindestens 5 Hektar großen Schlag mit Bienenweide. Da blüht neben dem Buchweizen auch noch Phacelia, Gelbsenf, Borretsch und Lein. Ein Blütenpracht, dass einem als Imker das Herz aufgeht. Die Bienen scheinen das anders zu sehen: Ich konnte nur ein einzige Bienen beobachten, dafür viele Hummeln, Wildbienen und Schwebfliegen, die sich gleichermaßen für den Buchweizen wie für die Phacelia interessieren.
    Am Flugloch sehe ich nach wie vor nur Kornblumenpollen, den aber reichlich (ich hatte wenigstens Phacelia erwartet).
    Ich hatte letztes Jahr schon Buchweizen - ganz nah am Stand. Da war überhaupt kein Eintrag.


    Mein Fazit: Eine sichere Tracht ist Buchweizen nicht. Vielleicht wird es ja noch. Es gibt ja - je nach Pflanze - so viele Faktoren, die den Nektarertrag beeinflussen (Boden, Feuchtigkeit, Wind usf.)


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Du schreibst, dass der Buchweizen noch vor Blühende aufhört zu honigen. Wie lange kann sich das Honigen noch hinziehen? Ich wollte den Buchweizenhonig Anfang August schleudern.
    Wird Buchweizenhonig gerührt? Falls nein, wie lange bleibt Buchweizenhonig ca. im Glas flüssig?


    Gruß Christoph


    Hallo Christoph,
    Ich mache da auch erst meine Erfahrungen.
    Das Problem mit dem Buchweizen ist für Imker wie Bauern, dass er nicht gleichmäßig durchreift, sondern zeitlich stark versetzt. Da hängen dann dreschreife Körner neben Knospen. Der Imker entscheidet dann irgendwann, dass jetzt nicht mehr viel geht, und der Bauer holt noch später den Mähdrescher (ach so: Da gabs dann aber noch keine Probleme bezüglich Bienendreschen).


    Anfang August wars bei mir in den letzten Jahren auch. Hier wäre ein Waagstock viel wert, den hab ich aber leider immer noch nicht.


    Ich hab meinen Buchweizenhonig geimpft und gerührt, ganz leicht sandig ist er geworden, aber ok.


    Mehrfach wurde ich aber von verschiedenen Buchweizenhonigfreaks darauf hingewiesen, dass richtig kerniger Honig "oben flüssig und unten knirsch" sein muss.
    Ich überlege, ob ich mal eine kleine Partie ungerührt abfülle und abwarte, was passiert.


    Grüße,


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank für Deine Informationen.
    Ich werde dann wohl ebenfalls einen Teil rühren und einen Teil unbehandelt abfüllen.
    Weiterhin werde ich am WE auch die restlichen Völker in den Buchweizen bringen.
    Dort haben sie die Möglichkeit bis Anfang August evtl. noch ein paar Kilo einzubringen. Und falls nicht haben sie zumindest noch die Möglichkeit Nektar und Pollen für das Brutgeschäft zu sammeln.



    Gruß,


    Christoph

  • Servus zusammen,


    hatte mich heuer mal richtig gefreut als ich an meinem Bienenstand am Nachbaracker entdeckte das der Biolandwirt ca. 1,5 Hektar
    Buchweizen anbaute. Als dann am anderen Acker auch direkt neben den Bienenbeuten Phazelia zu blühen begann (ca. 2 Hektar) hab
    ich schon schöne volle Honigwaben vor meinem Auge gesehen. Und das Ende vom Lied? Die Honigräume sind fast leer.:roll::confused:
    Also ich glaub schon das es den Völkern gut tat, aber zum ernten gibt es nichts.


    Gruß
    kneipenterrorist1983

  • Beim Buchweizen gibt es auch Sorten die überhaupt keinen Nektar erzeugen- Diese hatte der Bauer leider letztes Jahr angebaut- es war eine russische Sorte.
    Jetzt mit der polnischen Sorte sieht es wieder richtig gut aus.

  • Hallo Karuso,


    ja, dass die Auswahl der Sorte gerade beim Buchweizen entscheidend ist habe ich auch schon mehrfach gehört.


    Aber mal so aus Interesse: Hast du (oder haben vielleicht andere Mitlesende) schonmal einen Honigertrag wie aus einer Massentracht vom Buchweizen gehabt?
    Wie oben erwähnt lassen sich in der Literatur ja solche Werte finden.


    Grüße,


    Thomas

  • Nabend zusammen,


    unsere Völker stehen seit knapp einer Woche an einem Buchweizenfeld, gut 10 ha schätze ich. Die Pflanzen sehen gut aus, mehr als kniehoch, Das Wetter passt, regelmäßiger Regen, heute 26°C.


    Tatsächlich sieht man nur vormittags eine nennenswerte Anzahl Insekten an den Blüten, auch viele Bienen.


    Außer einer einzigen 500g-Zunahme Mitte der Woche pendelt meine Waage +/- null. Heute habe ich mal ein paar HR-Waben gezogen - leicht angetragen. Das kann aber auch schon vorher drin gewesen sein. Leicht dunkle Färbung, kein besonders ungewöhnlicher Geruch.


    Tja, entweder kommt jetzt noch der große Knall oder das war umsonst.


    Gruß Jörg

  • Also wenn nennenswert was reinkommt dann stinken die HR 10m gegen Wind nach Saustall... bei manchen Waben die ich letztes Jahr im Buchweizen hatte riecht man das jetzt immernoch.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Hallo Jörg!


    Ich bin zusammen mit einigen Wanderimkerkollegen die letzten Jahre immer mal wieder Buchweizen gezielt angewandert. Einmal lag es an den Temperaturen dann am Boden dann an den Völkern (!!!) oder oder oder. Es wurde mir auch von den jeweiligen Landwirten versichert, dass die Sorten honigen. Und zwar sicher! Was soll ich sagen: Die Sorten honigten sogar totsicher... Ein prächtiges Dadantvolk meines Kollegen ist dann schon fast verhungert gewesen. Nur noch die Regentin mit ein paar Mädels war noch da. Der Rest ein trauriges Ende. Die Völker vollkommen leer und die mussten erst wieder aufgepäppelt werden.


    Seitdem bin ich vom Buchweizen endgültig geheilt.
    :evil:


    Kann aber jeder machen wie er das möchte. :daumen:


    Weiter viel Erfolg und pass auf, dass dir nichts verhungert.
    Ich würde meine Völker dann wenigstens gleich abräumen und einfüttern.
    Pollen sollte ja da sein beim Buchweizen.
    Oder du wanderst nach Polen?
    Dort soll es noch die alten Sorten geben die honigen.
    Ist aber wahrscheinlich so wie beim kleinen Bär und dem kleinem Tiger in der Kindergeschichte vom Janosh: "Oh wie schön ist Panama!"


    Hier zum Nachlesen und weiter vom Buchweizenhonig in einer erwerbswirtschaftlich orientierten Landwirtschaft träumen...


    https://de.wikipedia.org/wiki/Oh,_wie_sch%C3%B6n_ist_Panama
    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Guten Morgen!
    Wir waren 2014 und 2015 auf einem bio-dyn wirtschaftenden Hof am Buchweizen. Beide Jahre sind die Bienen dort fast verhungert. Einzig die Nähe zu größeren Springkrautbeständen hat uns gerettet.
    2016 ist der Buchweizen an der Grenze zu einem AFB-Sperrbezirk, weswegen wir uns geschenkt haben ihn anzuwandern.
    Ohne das ich davon etwas bemerkt hatte, ist bei uns im Dorf dieses Jahr auch mal wieder von einem bio-dyn wirtschaftenden Landwirt Buchweizen angebaut worden. Dazu wurde eine gründlich mit Quecke durchwurzelte Brache umgebrochen - somit stand viel Dünger zur Verfügung. Mit dem Regen hat der schnellwachsende und inzwischen gut hüfthohe Buchweizen die Quecke gut unterdrücken können.
    Ein Imker aus dem Dorf hat 6 seiner Völker an den Buchweizen gebracht und wenige Tage später stand ein anderer Imker aus ca. 70 km Entfernung mit 28 Völkern neben ihm.
    Die Stockwaage zeigte am Ende eine deutliche Gewichtsabnahme an.
    Bis jetzt weiß ich noch nicht, welche Sorte das war, ich vermute aber Buchweizen der Sorte "Kora".
    Solange die Sortenfrage nicht einmal im Ansatz geklärt worden ist, werden wir wohl Buchweizen nicht mehr anwandern.
    Mit Imkergruß ....Ralf

  • Hallo,
    bei uns werden meistens 2 Sorten angebaut- lettische "Aiva" und weisrussische "Belorusskoje Anita". Beide honigen gut, aber nicht jedes Jahr. Ich glaube fuer Buchweizen das Wetter+Boden ist mehr entscheidend fuer Nektaerzeugung als die Sorte. Dieses Jahr die Kollegen melden Tageszunamen 4-5kg. Habe nicht nach Buchwezien gewandert, weil hoffe auf gute Heideernte (es war genug Regen im Mai und Juni) und habe keine Zeit zum Wandern (oder bin zu faul :) )


    Gruesse
    Ainars