Neues zur Anaphylaxie

  • Nö. Unbelehrbarkeit gegen Liebe. Wenn mir das egal wäre, würde ich Dich einfach alleine so weitermachen lassen und gar nix sagen. Manchmal denke ich, das wäre weise. Bin ich aber nicht. Dämlich wie ich bin, versuche ich immer wieder zu helfen.

  • Moin,


    Bernhard hat da eine gute Haftpflicht im Rücken bzw großen Optimismus, dass in seiner Empfehlungsgruppe nicht wie in der o.g. (Anzahl 222 Imker) Fälle von Verschlechterung auftraten...
    Bei 3 Fällen mit bedrohlichen systemischen Erscheinungen ist dann hoffentlich keiner dabei, der sich an die anlässliche, gegebene Empfehlung erinnert und Rabatz macht...


    DieBeweiskette is nämlich dürftig bei einer Empfehlung auf Selbsterfahrung hin ;-)


    grüße


    Marion


    (by the way darf auch bei zuerst heftigerer Reaktion bei Desensibilisierung lokal und systemisch etwas eingenommen oder aufgetragen werden, funktioniert nämlich trotzdem)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Siehe oben.:roll:


    Deine Wissenschaftsgläubigkeit in Ehren aber diese Aussage auf Seite 6 beruht auf einer *einzigen* "Studie" mit exakt 459 Bienengiftallergikern, von denen 62 nun auch Imker waren.
    Es ist schön zu wissen, dass diese Imker geringere Beschwerden hatten und besser auf die Desensibilisierung ansprechen aber faktisch wurde nicht untersucht, wie sich das begründet und entwickelt. Es wurde lediglich vermutet dass das auf höhere IGgs bei den Imkern zurückzuführen ist.


    Andere bestreiten völlig den Zusammenhang zwischen Anzahl der Stiche und Schutz vor Allergien:


    Clin Exp Allergy. 1993 Aug;23(8):647-60.
    Venom-specific IgG antibodies in bee and wasp allergy: lack of correlation with protection from stings.
    Ewan PW1, Deighton J, Wilson AB, Lachmann PJ.


    Aber immerhin gut zu wissen dass:


    "These results suggest that practice of bee-keeping induces a relatively high incidence of allergic reactions but with a trend to the spontaneous improvement of symptoms and a low incidence of severe reactions."


    (Boll Ist Sieroter Milan. 1988;67(5-6):386-92.
    [Epidemiological and clinical study on bee venom allergy among beekeepers].
    [Article in Italian]
    Pastorello EA1, Incorvaia C, Sarassi A, Qualizza R, Bigi A, Farioli L.)



    Fazit:
    Und wenn mir als nun als prinzipieller Nichtallergiker (weder Heuschnupfen noch andere bekannte Allergien) ärztlich bescheinigt wird, gegen Bienen- und Wespengifte ein erhöhte Sensibilisierung besteht, dann kann ich natürlich entweder sagen


    1. Purer Zufall und hat nichts mit dem Umstand zu tun, dass ich beruflich Hummel- und Hornissennester umsiedele und Schwärme fange und imkere. Ich brauche einfach mehr Stiche damit ich keine Allergie entwickele auch wenn ich dann das Risiko eingehe, aufgrund eines anaphylaktischen Schocks beim Schwarmfang von der Leiter zu kippen oder mir durch einen gut platzierten Stich zur falschen Zeit einen schweren Honigraum auf die Füße fallen zu lassen.


    oder


    2. Das ist eine Warnung und der Hinweis darauf, dass die Tierchen das Zeug in erster Linie dazu entwickelt haben, großen Wirbeltieren Schaden zuzufügen und ich sollte die Stichereignisse durch geeignete Maßnahme reduzieren um Beruf und Hobby noch lange Zeit ohne ev. erforderliche Desensibilisierung ausüben zu können.


    Ich habe mich für 2. entschieden. Punkt.
    Wer es anders machen möchte:


    Freue mich über jeden der mir hilft ein 200köpfiges, saures Hornissenvolk aus nem Schornstein zu popeln und sich dabei unbehindert von Handschuhen und lästigem Schleier anbietet, mir die Waben abzunehmen und Werkzeug zuzureichen...komischerweise finde ich auch nur wenige Leute, die das mit Schleier machen wollen aber vielleicht sollte ich mal gezielt die Gruppe der Allergiker ansprechen...darauf bin ich nun noch gar nicht gekommen...Haftung muss ich aber leider ausschliessen. Wartenummer vorne links an der Tür.


    Melanie


  • Dass Menschen die 200 mal im Jahr gestochen werden keine Probleme mit Allergien haben, glaub ich denn da bleibt nur der hatte Kern übrig, der da noch weiter imkert


    Ich bin immer noch der Meinung dass eine Allergie viel komplexer ist, als dass man sagen kann, lässt euch ausreichend stechen, dann werdet ihr nicht allergisch.


    Da könnte was dran sein ... man sieht gerne Kausalzusammenhänge wo gar keine (mehr) sind ...

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Unfälle passieren so oder so. Dann gibt es schon mal 100 Stiche auf einmal. Und mehr. Und dann? Ich bin resistent während ihr hyperventiliert. Ich sehe die Desensibilisierung auch als Eigenschutz.


    Wer Angst und Panik hinsichtlich Bienenstiche hat, der kann doch keinen Spaß am Imkern haben?!

  • Unfälle passieren so oder so. Dann gibt es schon mal 100 Stiche auf einmal. Und mehr. Und dann? Ich bin resistent während ihr hyperventiliert. Ich sehe die Desensibilisierung auch als Eigenschutz.


    Wer Angst und Panik hinsichtlich Bienenstiche hat, der kann doch keinen Spaß am Imkern haben?!


    Och Bernhard,


    was trägt dieses leider ab und zu auftretende Reaktionsmuster bei Gegenwind hier zur Diskussionsweise bei?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ihr könnt Euch doch weiter streiten, müßt aber anerkennen, daß zwischenzeitlitzsch mal geklärt gehört, ob Schleierimker mit pösen Pienen oder Unverschleierte nun mehr oder weniger mehr oder weniger gestochen werden. Stimmts?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nö, weil das offensichtlich Ansichtssache ist und auch recht frei interpretierbar.
    Wer bearbeitet wie oft wieviel Völker?
    Da geht's dich schon los.
    Der eine hat nen Unfall mit mehr als 100 Stichen, der andere lebenslang erst einen im Gesicht.
    Da kommen wir auf keinen grünen Zweig.


    Die Garantie der Stichreaktionsentwöhnung durch >60 Stiche pro Jahr ist nirgends gesichert und auch subjektiv.
    Dicke Schwellung ist meßbar und leider noch wiederholbar.
    Weichei sagt der eine
    und der andere, dass er sich das nicht erlauben kann oder will .
    Und das ja bereits des öfteren hier.


    Ich denk, man muss die Standpunkte und Argumente mal so stehn lassen. Für jede Seite gabs welche.


    Vielleicht Threadschluss. Meinetwegen.


    Grüße vom Weichei

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    für mich ist das Fazit, dass das Geschehen rund um Allergien noch garnicht geklärt ist. Offensichtlich gibt es weder begründete Kausalzusammenhänge noch eindeutige Studien.
    Die Allergologen machen einen Bluttest, erheben IGE- und Tryptase-Werte, sagen aber dennoch, dass die Stichreaktion nicht vorhersagbar ist. Dann könnten sie sich die Blutwertemessung ja auch sparen.
    Dann wird eine Desensibilisierung empfohlen, aber die soll eventuell lebenslang dauern, also scheint auch hier die Wirkung unklar. Zumal wiederum keiner die Garantie gibt, dass die Desensibilisierung vor einer sehr starken Reaktion auf einen Stich in jedem Fall schützt. Sie verringert wohl nur das Risiko im Durchschnitt.
    Bernhards Aussagen finde ich gewagt... jeder Mensch scheint unterschiedlich zu reagieren und jeder Stich ist auch wieder unterschiedlich. Es kann fahrlässig sein, sich absichtlich häufig stechen zu lassen, wenn man zu Allergien neigt.
    Ein Zusammenhang scheint zu bestehen zwischen Allergien und Darmflora. Zur Heilung einer Allergie muss die Darmflora ausgeglichen sein, denn der Darm ist bestimmend für unser Immunsystem. Das deutete Bernhard eingangs ja auch an.
    no risk no fun
    apirita

  • Auch noch bedenkenswert ... PSM sind häufig Histamintrigger, sprich sie wirken wie ein Allergen. Am eigenen Leib erfahren - konventionelles Gegärtnere, Umgang mit hochbelastetem Material in der Floristik - massive Reaktionen mit der Folge erzwungener Berufsaufgabe. PSM-freies Gärtnern - kein Problem.


    Was sammeln die Bienen (und andere Stecher) alles in der Giftblase?

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Nö. Unbelehrbarkeit gegen Liebe. Wenn mir das egal wäre, würde ich Dich einfach alleine so weitermachen lassen und gar nix sagen. Manchmal denke ich, das wäre weise. Bin ich aber nicht. Dämlich wie ich bin, versuche ich immer wieder zu helfen.


    Hi Bernhardt,


    das ist schön wenn du mir mit soviel liebe begegnest. Dass einzige Problem was ich habe ist, dass wenn man eine andere Meinung als du bist, du leicht dazu tendierst persönlich zu werden. So holtest du ja auch diesmal aus mit deiner allmächtigen Keule aus und schimpfst mich unbelehrbar, was aber einfach nicht richtig ist.
    Ich bin ein Skeptiker, dass stimmt, aber ich lasse mich gerne zu was besseren überzeugen. Auch von dir habe ich schon das ein oder andere gelernt.
    Dass hier ist ein Forum, ich kenne dich nicht in Natura und jeder Mensch mit halbwegs verstand, wird dir und deinem Rat nicht folgen und sich jetzt wöchentlich 1mal stechen lassen, weil du das schreibst und eine Amerikanische Dissertation oder Studie veröffentlichst, die keiner versteht.
    Dass ist auch so ein Punkt, du argumentierst mit Studien auf Englisch, die selbst wenn man Englisch LK hatte schwer zu lesen sind. Ich weiß nicht ob du diese alle gelesen hast, aber mir ist für solche umfangreichen Englischen Texte meine Zeit zu schade.
    Ich weiß es nicht wie es in der Medizin ist, aber bei Meinungsumfragen etc. Braucht man 10.000 Teilnehmer damit eine Umfrage repräsentativ wird.
    Was soll eine Studie mit 400 Leuten aussagen? Wie war der Alters durchschnitt in der Gruppe? Wieviele hatten vorerkrankungen? Wieviele nehmen Medikamente ein?
    Du schreibst man sollte viel Vitamien C zu sich nehmen wenn man sich stechen lässt, ich hoffe du meinst das nicht in Form von Tabletten? Wenn man jetzt über ein Jahr täglich einen Apfel ist, hat man eine echteGesundheitsfördernde Maßnahme ganz ohne Stich.
    Du bist so wie ich kein Allergologe, also ist alles was du schreibst spekulativ und nur durch amerikanische Studien untermauert. Selbst wenn wir beide Ärzte wären, könnten wir unterschiedlicher Meinung sein und hätten beide trotzdem recht.
    Ein großer Faktor allgemein im Leben finde ich ist die Psyche, denn die Psyche kann Auswirkungen auf das immunsystem haben, Darmerkrankungen auslösen, ja sogar die Ursache für einen Bandscheiben Vorfall sein, ich behaupte sogar dass stellenweise sogar Krebserkrankungen durch eine angeschlagene Psyche begünstigt werden.


    In diesem Sinne viele freundliche Grüße
    vom Maxikaner (der sich unterschiedlich schützt, je nachdem was er gerade macht)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Maxikaner ()

  • Und da wir ja nun grad eh bei den Mutmaßungen angekommen sind:
    Wenn es den Zusammenhang zwischen Darmflora und-fauna (vulgo: "Microbiom") und Allergien gibt dann stelle ich mal die Behauptung auf, dass darmbesiedlungsbeeinflussende Massnahmen wie intermittierendes Fasten, der Verzicht auf Zucker/Weissmehle/Alkohol, Bevorzugung der vegetarischen/veganen Kost und GreenSmoothies genauso gut gegen die Entwicklung von Insektengiftallergien wirken wie 200 und mehr Bienenstiche p.a....dies aber weitaus angenehmer und mit netten Nebeneffekten (Senkung der Insulinresistenz, Steigern des HDL-Cholesterins, Senken des LDL-Cholesterins und Gesamtcholesterins und ggf. Gewichtsabnahme - Literaturquellen dazu gibt es en masse oder bei mir...und dank der modernen Hochdurchsatzsequenzierung ist das Microbiom auch kein Geheimnis mehr!).


    Also besser essen statt besser stechen lassen!


    Guten Appetit!


    Melanie

  • Was sammeln die Bienen (und andere Stecher) alles in der Giftblase?


    Und vor allem auch im Honig :wink:


    In Bezug auf die PSM-Histamintrigger wäre eine Untersuchung der Stichreaktion von Imkern mit unterschiedlich PSM-belasteten Ständen mal sehr interessant. Das wäre vielleicht eine Erklärung, warum der Stich einer Biene von Stand A überhaupt keine Asuwirkungen hat und man am Stand B zugleich die Sternchen sieht.


    Es ist einfach alles viel zu wenig erforscht/untersucht, als dass man jedes Individuum in eine der beiden von der Schulmedizin anerkannten Schubladen stecken könnte, die da heißen: Ganz oder Garnicht.


    Gruß Sven

  • Wer Angst und Panik hinsichtlich Bienenstiche hat, der kann doch keinen Spaß am Imkern haben?![/QUOTE]
    Von Angst und Panik keine Rede! 1. bin ich seit meiner Hyposensibilisierung schon mehrere Male gestochen worden (wobei nur ein einziges Mal am Bienenstand, ansonsten auf Garten und Wiese), ohne Reaktion und 2. habe ich ja mein Notfallset.
    Gabriele