Neues zur Anaphylaxie

  • Guten Morgen zusammen, ich habe gestern einen interessanten Artikel gelesen:


    http://www.aerzteblatt.de/arch…sterreich-und-der-Schweiz


    Hier wird berichtet, dass ein anaphylaktischer Schock in 2-3 Fällen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr auftritt. Nur 10% davon sind auf Bienenstiche zurückzuführen, macht 2-3 anaphylaktische Fälle pro Jahr pro 1 Mio Einwohner. bei 80 Mio Einwohnern dürften das grob 200 Fälle pro Jahr sein. Als Vergleich: Es gibt ca. 1000 Verletzte durch Blitzschlag pro Jahr in Deutschland, oder anders: Die Chance, durch einen Blitz verletzt zu werden, ist 5 mal höher, als die Chance, einen anaphylaktischen Schock nach einem Bienenstich zu bekommen.


    Nun ist ja beides nicht angenehm und vor beidem kann man sich schützen, aber vielleicht relativiert das die Diskussionen um Anaphylaxie ein wenig.


    Beste Grüße


    Pisolo

  • Mehr als ich gedacht hatte.


    Und wenn man bedenkt, dass die Chance, von Bienen gestochen zu werden
    für Imker höher ist als für den Bevölkerungsdurchschnitt,
    steigt die Wahrscheinlichkeit noch mehr an.


    Keine Panikmache,
    aber man sollte das Risiko auch nicht vernachlässigen.


    Der eine Fall, der auf einen zutrifft, ist der, der zählt.
    Nicht der Durchschnitt.


    Gruß Doro,
    die bis jetzt keine Allergie hat und auch nicht übermäßig besorgt ist deswegen.

  • Als Imker bist Du sicher deutlich höher gefährdet. Wenn man aber davon ausgeht, dass vielleicht von 100 Bienenstich-Anaphylaxien 80-90% auf Imker gehen und von diesen dann wieder 80-90% auf ungeschützte Imker, dann ist mit Stichschutz das Risiko vermutlich unendlich gering.


    Viele Grüße,


    Pisolo


    Ohne Allergie und seit einem Jahr ohne Stich.

  • 80-90% auf ungeschützte Imker, dann ist mit Stichschutz das Risiko vermutlich unendlich gering.


    Umgekehrt wird ein Schuh draus: die ungeschützten Imker haben keine Probleme. Die werden ja ständig gestochen. Nur die geschützten Imker haben Probleme. Die werden nämlich zu selten und zu unregelmäßig gestochen, als daß sie sich an Stiche gewöhnen können. Und dann erwischt es sie doch irgendwann. Und da der Körper nicht dran gewöhnt ist, knallt es. Schlimmer noch: unregelmäßige und seltene Stiche in Verbindung mit einem angeknacksten Immunsystem befördern einen allergischen Schock noch.

  • Hallo,


    alles mit ein bißchen Vorsicht zu genießen,
    denn die 2-3 Fälle beziehen sich nicht auf Daten aus Deutschland, sondern aus dem Berliner Raum.
    Und dann kommt es drauf an, wie diese erhoben werden.
    Nicht alle anaphylaktischen Reaktionen werden korrekt angegeben bzw. mit einer erfassbaren, richtigen ICD codiert. Da stehen schon mal nur so lapidare Diagnosen in den Entlassungeberichten, obwohl es brenzlig war und definitiv eine Anaphylaxie. (z.B. "V.a. Wespengiftallergie, hypotone Kreislaufdysregulation" - haha). Aus den ländlichen Räumen gibt`s außerdem Fälle, die weder über Notarzteinsatz noch RettungsHeli gelaufen sind.
    Da wundert es gar nicht, das in den Staaten z.B. deutlich höhere Zahlen genannt werden (GB auch).
    Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es insgesamt seltene Ereignisse sind.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Nur die geschützten Imker haben Probleme. Die werden nämlich zu selten und zu unregelmäßig gestochen, als daß sie sich an Stiche gewöhnen können.


    Ist das so? Habe ich durch erhöhte Exposition via Gewöhnung ein vermindertes Risiko? Oder ist das eher stochastisch oder wie bei einem Schwellenwert: Wenn ich nur oft genug gestochen werde, bin ich irgendwann mal "fällig". Ich weiß das nicht genau...

  • Aber wie kommst Du dann zu dieser Aussage?


    Ehrlich gesagt wollte ich in diesem thread auf ein interessantes Paper hinweisen, und mich nicht streiten. Aber als Antwort auf Deine Frage: Höher gefährdet gestochen zu werden, nicht eine Anaphylaxie zu bekommen. Es erschien mir logisch, dass ein Mensch, der sich täglich mit zig-zehntausend Bienen umgibt eine höhere Gefährdung hat, einen Stich zu bekommen, als jemand, der dies nicht tut. Zum Thema "bin ich durch häufige Stiche geschützt oder gefährdet" habe ich ja geschrieben, dass ich das nicht weiß.


    Wenn 0,1% der Deutschen Imker sind (keine Ahnung, ob das so ist), dann sind sicher mehr als 0,1% der Stiche auf Imkers Haut zu finden. Das meinte ich mit dem Satz.


    Hast Du denn einen Anhalt für Deine These, dass häufige Stiche den Körper gewöhnen und damit eine anaphylaktische Reaktion seltener auftritt? Oder ist das eine Vermutung?


    Viele Grüße
    Pisolo

  • Nur die geschützten Imker haben Probleme. Die werden nämlich zu selten und zu unregelmäßig gestochen,


    Hallo Bernhard,


    ich weiß ja, dass du dich regelmäßig absichtlich stechen lässt und wohl auch sonst viele Stiche kassierst.
    Seit wie vielen Jahren tust du das? Wenn es so 10 Jahre oder mehr sind, tue dir und uns bitte mal den Gefallen und lass' mal deine Leber untersuchen und berichte dann hier davon!
    Könnte sein, dass das für dich und uns sehr interessant werden könnte.


    Bin gespannt auf das Ergebnis. Meine Vermutung: Der Doktor wird dich für einen angehenden Trinker halten. Auch, wenn du gar keinen Alkohol trinkst! :-(


    Gruß
    hornet

  • He he, zumindest wenn Du mit Alex und Helmut beim Imkerforumtreffen einen trinken gehst. :daumen:

  • Pisolo :
    Imker kassieren mit höherer Wahrscheinlichkeit Stiche als die Normalbevölkerung, also können sie auch eher eine Allergie entwickeln, einfach der Häufigkeit wegen.
    Eine Anaphylaxie bildet sich frühestens beim 2. Stich aus - also ist auch dieses Risiko logischerweise erhöht.
    Daraus aber abzuleiten, dass Imkern ein Risiko darstellt, ist so eine Sache.
    Denn es geht hier nur um die Wahrscheinlichkeit. Eine Gruppe mit gehäuften Stichfrequenzen hat eben eher die Chance, überhaupt ihre (unter Nichtimkerbedingungen auch entstandenen!) Reaktionen auszubilden als ohne diese Umstände. Eine "ausgelesene Gruppe" also.
    Mehr nicht.


    Es gibt dazu nicht viele Daten. Es soll das Risiko erhöhen, wenn der Imker < 10 Stiche pro Jahr bekommt und ohnehin eine Atopie aufweist.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Bernhard! :eek: Echt, nach jedem Stich trinkst Du Dir einen?
    Dann könnt`s stimmen :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper