Imker vs Jäger

  • Hallo,


    nachdem ich eine Reihe von Jahren keine Bienen mehr hatte, schaffe ich mir jetzt wieder welche an.
    Zu meinem großen Bedauern war es mir bisher nicht möglich ein eigenes Terrain zu erwerben, für Obstgarten und Bienenzucht (sowie Experimente z.B. mit dem Spargelanbau).
    Ich habe jetzt ich von einer Naturschutzorganisation, die um mein in den Ardennen liegendes Dorf Terrains erworben hat, die Erlaubnis bekommen, Bienen auf einem ihrer Terrains zu installieren. Es ist eine Wiese die sie brach liegen lassen und die anscheinend alle 2 Jahre durch einen Bauern gemäht wird, damit die Wiese nicht zum Wald wird.
    Auf dieser Wiese, auf der auch Ginster und viel Gestrüpp steht (da sie seit 2 Jahren nicht mehr gemäht wurde), stehen 2 Hochsitze.


    Als ich gestern beinahe fertig war mit der Vorbereitung des Platzes (2 Balken nach der Wasserwaage ausgerichtet und auf Blöcken und Ziegelsteinen liegend), ist der Jäger aufgetaucht der auf den Hochsitzen dem Wild nächtens auflauert, und hat sich beklagt, wenn ich dort Bienen installieren würde, könne er nie mehr die Rehböcke bejagen, da sie das Terrain fortan meiden würden.


    Was ist davon zu halten?
    Ich hatte mir schon die umgekehrte Frage gestellt: läßt das Wild die Bienenbeuten in Ruhe oder müsste ich sie mit einem Maschendraht einzäunen?


    Mit freundlichen Grüßen


    Aloha

  • Hallo Aloha


    als Jäger und Imker sei beruhigt. Weder stört sich das Wild an den Bienen, noch stört die Bienen das Wild.
    Gebe nur acht, das du nichts essbares herrumliegen läßt und sichere die Beuten nur zur Sicherheit mit einen Spanngurt, so halten sie einen etwaigen Sturz auch aus.
    Die einzige konstruierte Gefahr für deine Bienen wäre ein Wildschwein, welches unter dem Ständerwerk nach Mäusenestern sucht.
    Erkläre dem Jäger, das die Bienen bestandteil der Natur sind wie das Wild auch und sie schon immer miteinander klar gekommen sind.
    Verspreche ihm im gegenzug, das du die Völker nicht 3 Stunden vor und nach Sonnenuntergang bearbeitest und verspreche ihm ein Glas Honig.


    Ich bewirtschafte ein Revier und habe einen Bienenstand mit ca 12 -17 Völkern 100 m neben einer Schwarzwildkirrung. Das Wild stört sich nicht und umgekehrt auch keine Beeinträchtigung.


    Suche das Gespräch.


    Grüße
    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw

  • Ich bewirtschafte ein Revier und habe einen Bienenstand mit ca 12 -17 Völkern 100 m neben einer Schwarzwildkirrung.


    Und die Schweinderl versuchen niemals, an den Honig und die saftigen Maden zu gelangen, obwohl das alles so gut riecht und die Tierchen kaum Angst vor den Bienen haben müssten wegen ihrer dicken Schwarte und ihrer generellen Robustheit? Die Beuten umschubsen und dann die leckeren Waben knacken wäre doch ein Klacks für so eine Bache oder ein paar übermütige Überläufer?


    Gruß
    hornet

  • Hallo,


    also ich habe die Erfahrung gemacht das Rehe eher sehr neugierig sind... Ich hatte schon mehrfach Reh auf meinen Fotofallen, als sie in unmittelbarer Nähe gefressen haben...
    Das Argument des Jägers kann ich nict nachvollziehen...


    Gruß

  • ......
    .. du die Völker nicht 3 Stunden vor und nach Sonnenuntergang bearbeitest...
    Grüße
    Simon


    Das ist der eigentliche Knackpunkt. Er vermutet, dass das häufige Begehen durch den IMKER das Wild vergrämt.


    Den Rehbock stören Bienen nicht. Bei mir haben die 4 m neben den Beuten ihren Bast abgefegt und meine Bäumchen zur Minna gemacht...

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)


  • Verspreche ihm im gegenzug, das du die Völker nicht 3 Stunden vor und nach Sonnenuntergang bearbeitest und verspreche ihm ein Glas Honig.


    Grüße
    Simon


    Und im gegenzug ein Stück Wild vom Jägersmann.


    Gruß Ralf

  • Das ist der eigentliche Knackpunkt. Er vermutet, dass das häufige Begehen durch den IMKER das Wild vergrämt.


    Den Rehbock stören Bienen nicht. Bei mir haben die 4 m neben den Beuten ihren Bast abgefegt und meine Bäumchen zur Minna gemacht...


    Ein Bekannter von mir ist Imker und Passionierter Jäger. Das Revier in dem seine Bienen sind, kann er aber leider nicht mehr bejagen, da die neue Försterin das selbst übernimmt.
    Auf einer Fläche vor den Beuten war auf 100x30m Phacelia angebaut. Wildschweine haben das systematisch umgepflügt, bis von dem Feld nichts mehr übrig war.
    Als er noch selbst gejagt hat, hat er aber an diesem Feld nie eine Sau geschossen. Es stehen 20 Völker da er ist min. 1 mal die Woche Vorort und die Wildschweine kommen öfters als ihm lieb ist.
    Wie es sich mit Rehen verhält weiß ich nicht, aber da ja im Wald mittlerweile eh ein reger Tourismus herrscht, denke ich nicht dass es ein großes Problem ist.
    Da stören Pilzesammler oder Hundebesitzer die querfeldein laufen mehr, denn die Stören das Wild an ihren Rückzugsorten und vergrämen es so auf Dauer.
    Soweit meine laienhafte Einschätzung :daumen:

  • als Jäger und Imker (oder Imker und Jäger) kann ich Dumoint voll zustimmen.
    "Imker vs Jäger" sollte es eigentlich nicht geben. Beide sind naturverbunden.
    Kein Wild stört sich an Bienen.
    Hatte jahrelang direkt unter dem Hochsitz zwei Bienenvölker stehen - somit war dieser auch gut bewacht...
    Leider hat eine Ameisenkolonie auch den guten Standplatz entdeckt.
    Suche das Gespräch mit dem Jäger - er muss (sowieso) Deinen Bienenstand dulden.
    Honig gegen Wildbraten - warum nicht ?


    Gruß
    Sepp

  • er muss (sowieso) Deinen Bienenstand dulden.


    und KANN jeden Abend etwas Paral reinsprühen......
    Ich stehe auch in der Nähe vom Hochsitz, der Jäger meinte, wenn er noch auf den Hochsitz kommt, wäre es ok.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo,


    wenn hier schon ein paar Jäger und Imker gleichzeitig versammelt sind möchte ich nochmal auf meine Frage zurückkommen:
    Warum "knackt" Schwarzwild keine Bienenbeuten? Robust und gut geschützt sind die Schwarzen doch.
    Was ein Bär kann, könnten die doch erst recht, sie riechen sehr fein und der Honig und die Maden extrem gut...was liegt da näher als sich mal an solchen Holzkisten zu schubbern und den herauslaufenden Honig, die Waben genießen?


    Oder gibt es Fälle, wo die das gemacht haben?
    Zumindest im Winter, wo die Nahrung knapp und die Bienen eher wehrlos sind?


    Gruß
    hornet

  • Zitat

    Was ein Bär kann, könnten die doch erst recht, sie riechen sehr fein und der Honig und die Maden extrem gut...was liegt da näher als sich mal an solchen Holzkisten zu schubbern und den herauslaufenden Honig, die Waben genießen? Oder gibt es Fälle, wo die das gemacht haben?


    Schrubbern tun sie schon, da ist gelegentlich auch mal eine Kiste verschoben. Mehr aber nicht (bei mir). Hätten sie (evolutionsbiologisch) wie die Bären klettern gelernt, wären sie vielleicht doch auf den Geschmack gekommen ...


    Cheers,
    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Ich denke (hoffe) die Frischling kriegen eins in die Steckdose, wennse wänstermäßig neugierig in'n Flugschlitz rüsseln. Dann merken sich dem den, die.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder