Künstliche Besamung 2014

  • Hallo Zusammen,


    ich kam gestern in den Genuss bei der ersten von 3 Besamungsaktionen des LV Buckfast mit helfen zu können und ich war ganz begeistert von den ganzen Eindrücken.
    Soviel hab ich innerhalb weniger Stunden noch nie über Bienenbiologie gelernt :daumen:


    Ich schildere euch einfach mal wie es abgelaufen ist.


    Als erstes wurden die Drohnen mittels des "patentierten" :wink: Drohnenabfangturm abgefangen



    Danach (leider ohne Bild) lies man die Drohnen gegen eine Fensterscheibe fliegen um sie von da abzufangen. Damit die Drohnen nicht zu sehr auskühlen wurden sie in einem Brutschrank bis zu ihrem Einsatz warm gehalten.


    Als nächstes fängt der Besamer die Drohnen aus einem Glas ab (im Einmachglas entleeren die Drohnen den Darm, da sie dort gegen das Glas fliegen). Der Besamer drückt mit leichten Druck am Unterleib des Drohn, bis Penis und Hoden zum Vorschein kommen, durch nochmaliges Drücken kommt dann der Sperma Tropfen der entnommen wird.
    Dieses Wochenende werden 300 Königinnen besamt, dafür sind ca. 6000. Drohnen notwendig.
    Die Besamer haben meinen vollsten Respekt, über Stunden immer die Gleiche Tätigkeit aus zu üben bei der man die vollste Konzentration braucht, finde ich wahnsinnig.


    Danach entnimmt man die Gekäfigten Königinnen das erste mal aus ihren Einheiten und Narkotisiert sie das erste mal. Die Eierstöcke Bilden sich nur durch gestiegenen CO2 Konzentration aus. In der Natur passiert das beim Begattungsflug, durch die gestiegenen Muskelaktivitäten.
    Bei der Besamung erzielt man diesen Effekt durch das entnehmen, das erste mal begasen und dann wieder zurück geben in die Miniplus Einheiten.



    Nach einer weiteren Stunde, werden die Königinnen wieder entnommen. Der Besamer entnimmt Sie aus ihrem Käfig, steckt sie in ein Fixierstück und Narkotisiert sie erneut mit CO2.
    Jetzt findet die eigentliche Besamung statt.
    Im Anschluss wird die Königin gleich gezeichnet.


    Alles in allen hat es mir wahnsinnig Spaß gemacht und hoffentlich bin ich in 2 Jahren mit meinen eigenen Königinnen dabei.




    Viele Grüße,



    Maxikaner

  • Schöner Bericht!
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Maxikaner,


    danke für Deinen interessanten Bericht. Ja so sieht professionelle Reinzucht aus.


    Neben der Terminarbeit ist hier natürlich die absolute Beherrschung der Bienenbiologie nötig, damit so etwas gelingt.
    Gruß
    KME

  • Moin,


    ich versteh natürlich den Gedanken hinter dem ganzen. Aber wenn ich das alles so sehe...... nee das nichts für mich.



    Es ist und bleibt ein unnatürlicher Vorgang und ist eine Vergewaltigung. - Nicht alles was der Menschen machen kann, muss er auch tun! Auch Bienen sind Lebewesen, für die wir verantwortlich sind.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Bitteschön :wink:


    heidjer


    Ich respektier deine Meinung und kann deinen Standpunkt auch nachvollziehen.


    Jedoch ist wenn man züchten möchte die Besamung ein wunderbares Mittel um die Anpaarungen zu kontrollieren.
    Einige dieser Besamten Königinnen werden zur Nachzucht verwendet und viele sehr gute Töchter hervorbringen die ganz normal auf der Belegstelle begattet werden.


    Die Biene ist ein Haus und Nutztier geworden. Alle möchten friedliche Bienen, schwarmträge wäre auch nicht schlecht und wenn obendrein noch Honig rausspringt ist alles gut. Dass geht eben nur wenn man selektiert.


    Künstlich besamte Königinnen fehlt es oftmals an Vitalität, so dass sie nicht so alt werden.
    Sehr vitale Königinnen bekommen wir auf unserer Gebrauchsbelegstelle.
    Hier wird nicht eine Drohnenlinie wie auf normalen Belegstellen aufgestellt sonder ein Drohnenmix aus 3 verschiedenen Linien.
    Daher entsteht ein Ergebnis, dass wieder mehr der Natur nachempfunden ist wie auf anderen Belegstellen, da ja die Kö immer von verschiedenen Drohnen begattet wird.


    Daher zusammen gefasst, die kontrollierten Anpaarungen mittels Besamung, für die Wirtschaftsvölker die Begattung auf der Gebrauchsbelegstelle.


    Wenn man sich wirklich mal die Arbeit macht und sich mit der Zucht auseinandersetzt, erkennt man erst was für ein Riesen Aufwand für gute Königinnen betrieben werden muss.
    Alleine auf der Belegstelle stehen 25 Drohnen Völker.



    Viele Grüße,


    Maxikaner

  • Jedoch ist wenn man züchten möchte die Besamung ein wunderbares Mittel um die Anpaarungen zu kontrollieren.


    Nur leider gibt es nicht mal bei dieser Art zu paaren , 100% Paarungssicherheit, da es auch Drohnen der Arbeiterinnen drinnen hat oder haben kann

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Drohnen der Arbeiterinnen?


    Bei einem weiselrichtigen Volk?
    Gibt es so etwas nicht nur bei Drohnenmütterchen wenn keine KÖ mehr da ist?


    oder ist was anderes gemeint?


    Gruß Doro

  • Hi Maxikaner,


    Du hast das Argument der Domestizierung genannt. Bei allem nötigen Respekt- würde bei Dir ein Besuch auf einer Schweine- oder Rinderbesamungsstation ähnliche Begeisterung hervorrufen?

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hi Maxikaner,


    Du hast das Argument der Domestizierung genannt. Bei allem nötigen Respekt- würde bei Dir ein Besuch auf einer Schweine- oder Rinderbesamungsstation ähnliche Begeisterung hervorrufen?


    Hi Zonia,


    Soweit muss man gar nicht fahren, da reicht der kleine Milchbauer ums Eck mit 50 Tieren schon, denn auch der lässt künstlich besamen. Auch dass hab ich schon in Natura gesehen, auch dass ist mal interessant in Natur zu sehen, jedoch hat ist es bei der Kuh mit recht viel sch...... Verbunden.
    Wenn ich Schweine Züchten wollte, würde ich mich wahrscheinlich für die künstliche Besamung auch begeistern können.
    Der Schweinzüchter möchte viel Fleisch, deshalb selektiert er. Er würde nicht die Schweine in den Wald treiben damit sie sich mit Wildschweinen paaren in der Hoffnung dass er danach dickere Ferkel bekommt.
    Der Imker der Züchtet möchte auch positive Eigenschaften seiner Bienen erhalten und verstärken, deshalb selektiert er.
    Es gibt Imker die Königinnen ohne irgendeine Selektion vermehren, es kann also nicht im Interesse des Züchters sein, dass seine Bienen sich mit diesen Drohnen verpaaren.


    Viele Grüße,


    Maxikaner

  • Moin,


    ich versteh natürlich den Gedanken hinter dem ganzen. Aber wenn ich das alles so sehe...... nee das nichts für mich.


    Marakain. Isst du Schweinefleisch oder Rindfleisch? Die Tiere werden Heute alle künstlich Besamt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Drohnen der Arbeiterinnen?


    Bei einem weiselrichtigen Volk?


    Ja das gibt es, und zwar öfters als man glaubt, ist erwiesen
    Nur fällt das im Normalfall nicht auf, aber im HR über ASG findest dann den Beweiss

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Es gibt Imker die Königinnen ohne irgendeine Selektion vermehren


    Nein es gibt keine Züchter die nicht Selektion betreiben, den Züchten ist Selektion, aber es gibt gute Selektion und aber auch weniger gute oder sogar schlechte Selektion

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie