Umstieg auf Naturwabenbau

  • Ich möchte auf Naturwabenbau umsteigen.
    Nun ist es so das ich gerade unter Zeitdruck stehe,
    da ich dieses Jahr das Schwärmen nicht unter kontrolle bekommen habe. (weiß der Geier warum)
    Nun habe ich völlig verhonigte Bruträume ohne Brut..... naja einfach super.
    Die eingefangenen Schwärme habe ich direkt nur mit 2-3 Mittelwänden sonst Anfangsstreifen ausgestatte.
    Das denke ich mal wird wohl funktionieren.
    Den alten Problemvölkern wollte ich nun alles an altwaben entfernen bis nur eine Zarge übrig bleibt.
    Um dann eine Zarge nur mit Anfangsstreifen unter zu stellen.


    Ist es jetzt so dass in diesem nur Drohnenwaben bebaut werden ?
    Oder Pendelt sich das ein ?
    Ich müsste es recht zügig bei 5 Völkern machen,
    deshalb wäre es doof wenn ich das negative Ergebnis in 3 Wochen bei allen gleichzeitig sehe.


    Oder ist das umstellen auf Naturbau nur mit Schwarm oder Ableger Möglich?
    Wie habt ihr das gemacht ?

  • Um abgeschwärmte Restvölker auf ein anderes Wabenmaß oder auf Naturbau umzustellen, gibt es die Möglichkeit über eine Art Kunstschwarmverfahren.
    Es macht hierbei Sinn, zu warten, bis die Jungkönigín in Eilage gegangen ist - hierbei besteht gleich die Möglichkeit zu sehen, ob alles soweit okay, saubere Brutflächen, keine Doppeleier etc.
    Beachte: In wenig manipulierten Restvölkern geht die Jungkönigin meist erst in Eilage, wenn die letzte Brut der alten Königin geschlüpft ist! Also entsprechend Ruhe bewahren! Ausnahmen bestätigen wie immer im Leben die Regel!)


    Vorsichtshalber fängt man die Königin mit einem Clip und stellt sie sicher.
    Dann fegt man einfach alle Bienen in den neuen vorbereiteten Kasten am alten Platz mit Leerrahmen und Anfangsstreifen, bei Dadantanalogen Rahmenmaßen (ca. 1200 cm² mögliche Wabenfläche pro Seite) ist es sinnvoll, nicht gleich den ganzen Brutraum zu geben sondern mittels Schied und oder Futtertasche zu portionieren auf 5 oder 6 Rahmen mit Anfangsstreifen oder -Leiste am Oberträger. Wenn die Rahmen gedrahtet sind, müssen diese in der Bauphase absolut im Lot hängen, sonst wird der Draht nicht mttig eingebaut!


    Nach dem Abfegen Königin wieder zugeben, freilassen.
    Diese Völker müssen unbedingt gefüttert werden, kandierter Honig oder Futterteig in Futtertasche ist gut, flüssig zwingt, Futterwaben können hinter dem Schied (sollte dann nicht absolut bienendicht sein) am nächsten Tag zugehängt werden, wenn sich der Schwarm in dem Teil der Beute, wo er hinsollte, eingerichtet hat. Flugloch erstmal nicht zu groß.
    Das Füttern ist zwingend, weil der Kunstschwarm wirklich nackt ist ohne etwas in der Tasche (verhungert in weniger als 24 Stunden) und weil er sonst nicht ausreichend baut.
    Erst nach gut drei Wochen schlüpfen die ersten neuen Bienen - bis dahin wird das Volk schwächer.
    Meist erst nach sechs Wochen kann evtl. mit einem Leerrahmen erweitert werden.
    Angestrebte Einwinterungsstärke ca. 6 Dadantwaben.


    Soweit dazu - Viel Erfolg


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21


  • Zuerst solltest du mal Imkern lernen bevor du dich mit Naturbau beschäftigst.
    Und Schwärme aller Art hängen sich immer da auf wo keine Rähmchen mit Anfangstreifen oder Mittelwände hängen. Das hatten wir erst kürzlich hier.
    Das gilt auch für Den Bienenfreund im Fred 2.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Vielen Dank Bienenfreund für die ausführliche Schilderung.
    So wirds wohl garantiert funktionieren.


    Also ist das mit dem Unterstellen einer AnfangsstreifenZarge nicht möglich?
    So wäre noch Futter vorhanden.
    Außerdem den ganzen verhonigten kram einzuschmelzen ist ne ziemliche Sauerrei, wollte ich vermeiden.
    (Is nur ein nebensächliger Grund)


    Hatte gehofft das ich das so schonender hinkriege, indem das Volk in Zukunft einfach Natur weiter baut.
    Bei einem Einzargigem Volk habe ich das so gemacht.
    Drei Rahmen sind fast ausgebaut, mit Drohnenbrut.
    Machen die also so weiter ? Ich hatte gehofft sie bauen irgendwann auch Arbeiter brut. Das sie zunächst nur Drohnen anlegen ist logisch.
     
    @ derbacholter "zuerst soltest du mal Imkern lernen........"
    Kennen wir uns ?
    Weißt du was ich weiß?
    Muss ich die Betriebsweisen erst in einer bestimmten Reihenfolge erlernen ?
    Ich kenne dich nicht aber ich mag dich jetzt schon.

  • Nicht ärgern - nur wundern! Staunen ist ein wertvolles Gefühl.


    Mit dem Untersetzen das geht schon, aber nur bei Völkern in einer aufstrebenden Entwicklung und einer guten Tracht, z.B. im Raps.
    Nicht alle Völker bauen immer nur Drohnenbau, wenn Leerrahmen gegeben werden - allerdings ab Mitte April zunehmend, dann ab Juli wieder weniger, wenn sie dann noch bauen.
    Schwärme und Kunstschwärme bauen immer erstmal rund 10 Tage Arbeiterbau - wenn man das gut führt mittels Schied und Fütterung, hat man den notwendigen Kern an Arbeiterwaben, den man überhaupt braucht (5 bis 6 Dadantwaben sind rechnerisch gut 40.000 bis 50.000 Arbeiterinnenzellen). Alles darüber hinaus können die Bienen machen, wie sie wollen!


    Futterwaben wären hinter dem Schied zum umtragen möglich.


    Der Bienenfreund


    PS. hast Du Kontakt zu De Immen in Norddeutschland? Mehr unter www.De-Immen.de

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21