Schwarm unterm Dach

  • Hallo zusammen, heute abend gegen 20 Uhr hat mich ein Hausbesitzer angerufen: Schwarm unter dem Dach. Habe mir das dann gleich noch von außen angeschaut: Wohnhaus, doppelte Biberschwanzdeckung. Die Kundschafterinnen waren wohl schon seit ein paar Tagen am Inspizieren, heute ist der Schwarm eingezogen. Nach dem abendlichen Flugverkehr zu urteilen, ein ziemlich großer. Der Einflugbereich befindet sich in ca. 5 Metern Höhe, das "Flugloch" ist einen knappen Meter breit, direkt unter den Dachziegeln, ca. 1,5 m über dem Dachtrauf. Unter den Ziegeln befindet sich laut Hausbesitzer eine Folie, darunter die Dämmung, darunter ein vom Hausinnern aus unzugänglicher Kniestock, in dem sich der Schwarm wohl irgendwo eingenistet hat. Oder er verteilt sich flächig zwischen Ziegeln und Folie.
    Wie geht man da vor? Hat das schon mal jemand gemacht? Dach abdecken - Folie aufschneiden - Dämmung entfernen - Rauch reinlassen und hineinsteigen? Ich bitte um Tipps! Mir hilft morgen ein Jungimker, der im Hauptberuf ein Zimmerergeschäft betreibt. Auf jeden Fall wird ein ordentlicher Schaden am Gebäude entstehen - deckt den die Versicherung des Hausbesitzers?
    Beste Grüße Steffen

  • Auf jeden Fall wird ein ordentlicher Schaden am Gebäude entstehen - deckt den die Versicherung des Hausbesitzers?
    Beste Grüße Steffen


    Hallo,
    für die Abteilung Abbruch und Co ist zwar Melanie zuständig (kleiner Scherz am Rande), aber ich würde es in dem Fall probieren sie mit Ameisensäure statt Rauch rauszutreiben.
    Vor dem Ausgang eine Brutwabe könnte zusätzlich motivierend wirken.


    LG
    Andreas

  • Ist alles gut gegangen. Der Zimmermann und ich sind um 10 Uhr auf einer Pergola mit Plastikdach (mit Holzdielen belegt) an den Dachtrauf, haben ca. 6 qm Dach abgedeckt, drei Dachlatten herausgesägt, die Isolierungsfolie und die Glasfasermatten entfernt und da hing der Schwarm - allerdings nicht nur an der Decke, sondern auch an der Wand und der Glasfasermatte, Styroporplatten usw.. Für die Schwarmkiste war's zu eng, also habe ich die Bienen portionsweise in einen kleinen Eimer gefegt und der Imkerkollege hat diesen dann ebenso portionsweise in die Kiste geschüttet. Es verblieben aber noch eine Menge Bienen an unzugänglichen Dachpartien. Die Kiste habe ich dann mit kleinem Flugloch in Richtung Dach auf das Pergoladach gestellt. --- Um 12.30 Uhr schaute ich wieder vorbei, über dem Hausdach war die Hölle los, Bienen ohne Ende. Der Hausbesitzer meinte, zehn Minuten zuvor sei wieder eine Bienenwolke zum abgedeckten Dach geflogen, er wusste aber nicht, ob aus der Ferne oder aus meinem Kasten. Inzwischen krabbelten die Bienen bis auf ca. 8 Metern Höhe über dem Boden am Rand des Daches unter die Ziegel. Ein zweiter Schwarm? Ein kurzer Blick in die Kiste: Gut besetzt. Ich ließ gerade alles so, wie es war. --- Um 17 Uhr dritter Anlauf, diesmal mit meinem 21-jährigen Sohn: Kaum noch Bienen in der Luft, sehr wenige Bienen am Haus, Schwarmkiste und auch die Unterseite ihres Bodens sehr gut besetzt. Wir jonglierten die Kiste über die Leiter runter von der Pergola, ab mit ihr auf den Hänger und zu meinem Bienenstand. Dort in 9 Mittelwände und einen Honigrahmen aus einem anderen Volk eingeschlagen. Dem Hausbesitzer habe ich geraten, die Öffnung im Dach noch zwei, drei Tage offen zu lassen, falls das Wetter mitspielt, dann dürften die restlichen Immen eigentlich verschwunden sein. Oder er kriegt dann den nächsten Schwarm. Das war nämlich bereits der vierte auf diesem Grundstück, seit er dort wohnt. Oder auch gleich der fünfte? Den mittäglichen Schwarmflugverkehr kann ich mir nicht eindeutig erklären. Entweder ist der Schwarm aus Kiste und dann wieder zurückgekehrt; oder zwei Schwärme sind in eine Kiste eingezogen (halte ich eher für unwahrscheinlich); oder ein weiterer Schwarm sitzt weiter oben noch unter dem Dach. Grüße von Steffen