Bautrieb beim Schwarm erhalten

  • Hallo Imkergemeinde,


    1. Fragestellung:
    Man sagt doch, dass der Bienenschwarm nur Vorräte für drei Tage besitzt. Wenn er nicht innerhalb der nächsten zwei Tage aufgestellt werden kann, müsste er mit Zuckerlösung (3:2) gefüttert werden. In verschiedenen Foren lese ich aber, dass man das vermeiden sollte da dadurch ein Teil des Bautriebs "verpufft" !Wie ist jetzt das weitere Vorgehen?


    2. Fragestellung:
    Es wird wieder geschrieben, dass die Kellerhaft die Bienen schwächt und sie somit weniger Kraft für die Wachsproduktion haben. Den Bautrieb will ich natürlich auf JEDEN FALL nutzen! Was ist jetzt zu tun ?


    (Hintergrund: Beute mit Schwarm steht noch unangetastet auf dem Grundstück auf das sie sich eingeflogen haben. Hatte gestern Nachmittag leider keine Zeit abzuwarten, bis alle reinmaschiert sind da ich einen wichtigen Termin hatte. Heute kommen sie bis abends noch kurz in "Kellerhaft". )


    Wie wäre denn Eure persönliche Vorgehensweise ? Das würde mich brennend interessieren!***Waldschrat***

    "Die Bienen lieben Dich - Sie wollen sich bei Dir vermehren" ....sprach der Imkerpate und der Schwarm zog aus

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  • Ich schlage den Schwarm sofort ein, nachdem sich alle Bienen in der Schwarmfangkiste gesammelt haben. Das kann am gleichen Tag abends sein oder am nächsten Tag morgens, damit sie sich am Einfangort eben nicht einfliegen. Kellerhaft mache ich nicht! In Beute einschlagen und beim Bauen zuschauen. Wenn keine Tracht mehr draußen ist, wird gefüttert, wenn reichlich Tracht ist, wie bei meinen ersten Schwärmen in diesem Jahr, dann geht das auch ohne zufüttern. Die jetzigen Schwärme muss ich füttern, da wir bereits eine Trachtlücke haben. Die bekommen z.B. die ausgeschleuderten Honigwaben aufgesetzt.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • 2. Fragestellung:
    Es wird wieder geschrieben, dass die Kellerhaft die Bienen schwächt und sie somit weniger Kraft für die Wachsproduktion haben. Den Bautrieb will ich natürlich auf JEDEN FALL nutzen! Was ist jetzt zu tun ?


    Waldschrat . Warum Kellerhaft? Wenn die Bienen in einen hohlen Baum einziehen kommen sie ja auch nicht in Kellerhaft.Also
    Kellerhaft ist Blödsinn.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Wenn die Bienen in einen hohlen Baum einziehen kommen sie ja auch nicht in Kellerhaft.


    Stimmt.
    Bienen im hohlen Baum können nach Jux und Laune machen was sie wollen.
    Wenn sie nach Tagen wieder aus dem hohlen Baum ausziehen, weint noch nicht mal der Imker dem Schwarm hinterher.:wink:


    Lieber Waldschrat,
    ich unterscheide immer zwischen Vorschwarm und Nachschwarm.
    Vorschwärme schlage ich gleich in die Beute mit Rähmchen auf Anfangsstreifen ein. Wie holmi schreibt, wird die Beute entweder spät abends oder früh morgens an ihren endgültigen Standort gestellt.
    Kellerhaft mache ich bei Vorschwärmen nicht, weil mir bis jetzt noch keiner ausgezogen ist.
    "Kurz" in Kellerhaft, würde ich nicht machen. Entweder richtig (2-3 Nächte) oder gar nicht.
    Normalerweise füttere ich keine Vorschwärme. (meist fallen die Schwärme, wenn´s draußen so dolle honigt, dass sogar der Remsi das Jammern vergisst.:wink:.)
    Dieses Jahr jedoch musste ich wegen der länger anhaltenden nass-kalten Witterung ab dem 4. Tag nach Einschlagen füttern.
    Der Schwarm fiel am 9.5. und hat mittlerweile 8 Rähmchen zur Hälfte ausgebaut (DNM 1,5).


    Nachschwärme,
    mit ihrer unbegatteten Kö sind unharmonischer und unentschlossen. Die ziehen zwar erstmal in die Beute ein, aber es kann passieren, dass die nach einigen Tagen das Weite suchen.
    Nachschwärme, stelle ich deshalb immer für 2 Nächte in den Keller. Füttern muss ich die meist auch nicht....kommt halt immer auf´s Wetter/Trachtangebot an.
    Gebaut haben die trotz Kellerhaft.
    Ob die Damen mehr Wachs produzieren ohne Kellerhaft? Keine Ahnung, darauf habe ich noch nie geachtet.
    Ist mir auch egal....ich weiß nur, dass Nachschwärme ohne Kellerhaft manchmal gar nicht in meinen Beuten bauen, weil sie nämlich nach einigen Tagen flugs entschwinden.


    Soch, das war mein blödsinniger Senf zu Schwärmen.:wink:
    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Veterinäramtes. Sie ist in unserem Landkreis zuständig für alle Angelegenheiten der Bienen, vor allem was Bienengesundheit angeht. Sie setzte sich wehement dafür ein, Schwärme immer mind. 2 Tage in Kellerhaft zu nehmen. Sie betrachtet dies nicht unter dem Gesichtspunkt des Bauwillens oder des Umstandes das der nach der Kellerhaft hungrige Schwarm am ehesten nicht wieder auszieht, sondern in Hinblick auf die Gesundheit des Schwarzes.


    Sie meinte das die Kellerhaft auch dazu da sei, dass der Schwarm sich in der Zeit "reinigt". Alte Futtervorräte werden verbraucht und ausgeschieden und auch sonstige Überbleibsel aus dem alten Volk, die sich am Körper der Bienen befinden werden abgestreift und fallen zu Boden und werden nicht mit in die neue Behausung genommen. So ähnlich wie es die Natur auch macht, da zieht ein Schwarm auch selten gleich am Tag des schwärmens wieder in die neue Behausung ein. Wichtig sei in diesem Zusammhang auch die Bienen nie aus der Schwarmkiste in die neue Beute zu "schütten“, weil da der ganze Unrat mit rein geschüttet wird. Lieber die am Deckel hängende Traube sanft in die Beute geben und die restlichen Bienen in der Kiste abstellen und von selbst einlaufen lassen.


    Für mich nachvollziehbare Argumente, die durchaus einleuchten!

    Gelegentlich verstecke ich Rechtschreibfehler.Wer Einen findet, darf sich freuen und ihn behalten...

  • Hallo Josef,
    Völker können Sporen tragen, die Krankheit noch nicht ausgebrochen sein, und schwärmen.
    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Sie meinte das die Kellerhaft auch dazu da sei, dass der Schwarm sich in der Zeit "reinigt". Alte Futtervorräte werden verbraucht und ausgeschieden und auch sonstige Überbleibsel aus dem alten Volk, die sich am Körper der Bienen befinden werden abgestreift und fallen zu Boden und werden nicht mit in die neue Behausung genommen.


    Bei Gitterboden sollte der "Unrat" nicht so ein Problem sein. Gibt man statt Mittelwänden leere Rähmchen (mit Anfangsstreifen) dürfte sich da auch nicht viel absetzen können.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • .... So ähnlich wie es die Natur auch macht, da zieht ein Schwarm auch selten gleich am Tag des schwärmens wieder in die neue Behausung ein.


    Hallo,


    die ziehen sogar innerhalb einer Stunde in eine neue Behausung ein, wenn sie eine Geeignete finden. Und die Sache mit dem Unrat..... da könnte man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass so ein Schwarm gerade aus einer megasiffigen Behausung ausgezogen ist. Der Unrat ist aber mindestens eine Woche nach Einzug in eine neue Beute noch auf der Windel zu finden, da bringen die 2 oder 3 Tage kellerhaft auch nicht viel.


    Gruß Sven

  • Völker können Sporen tragen, die Krankheit noch nicht ausgebrochen sein, und schwärmen.


    Hallo Molle,


    auch eine Intensivstation ist nicht frei von Sporen, Keimen, Viren,....., so sehr man sich auch bemüht. Die Frage ist nur, wie ein Volk, das Keime mit sich führt, damit zurechtkommt.


    Gruß Sven

  • Hallo !


    Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Veterinäramtes. Sie ist in unserem Landkreis zuständig für alle Angelegenheiten der Bienen, vor allem was Bienengesundheit angeht. Sie setzte sich wehement dafür ein, Schwärme immer mind. 2 Tage in Kellerhaft zu nehmen. Sie betrachtet dies nicht unter dem Gesichtspunkt des Bauwillens oder des Umstandes das der nach der Kellerhaft hungrige Schwarm am ehesten nicht wieder auszieht, sondern in Hinblick auf die Gesundheit des Schwarzes.


    Bist Du der Meinung das die bei eurem Veterinäramt (bei uns: Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz)
    Ahnung von Bienen haben ?
    Bei uns im Kreis nicht wirklich, jeder halbwegs ambitionierte Imker hat da weit aus mehr Fachwissen.
    Die Bienen zählt eben nicht zu den "Wirbeltieren" die man dort normalerweise in der Ausbildung mitgemacht hat,
    als Veterinär / Tierarzt / -gehilfe wie auch immer.


    Da hat es max. eine "muß Weiterbiludng bei einem BI", da lernt man aber wohl auch nur sich nicht am Bienenstand
    eines Imkers ganz zu blamieren. Die Bestätigung bekam ich erst vorletzte Woche wieder von einer entsprechenden
    Fachkraft aus einem Nachbarlandkreis (okay, der Hauptgebiet sind auch eher Schafe und Ziegen, aber die Weiterbildung
    "Bienen" hat Sie auch.


    Soetwas würde ich nicht mit einem von Amt besprechen, dann schon eher einen der Fachberater ... oder dem Obmann für Bienengesundheit in Eurem Verein, da sind "Praktiker" am Werk und nicht die theoretisch Belesenen ...


    Bin froh, das wir im Landkreis den Landesbetrieb "Bieneninstitut" haben,
    da hängen die vom Amt sich diesbezüglich nicht so weit aus dem Fenster.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Die Frage ist nur, wie ein Volk...damit zurechtkommt.


    Entschuldige Sven, doch ich denke Du weißt nicht wovon die Rede ist.
    Dein Volk hat damit auch keine Probleme, bis es bei KLinik irgendwann eingeht, aber Deine Nachbarimker machen Dir dann vielleicht mal welche...viel Glück !

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“