Varroa - eure Taktik für 2014

  • Bei aller Polarisierung bitte auch an die Fakten denken!
    Regelmäßig erscheinen in den Laborzusammenfasungen die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen die im Besonderen auch die hier nicht oder nicht mehr zugelassenne Arnzneimittel umfassen. Also ganz klar: "Ja!"


    Lieber Henry,
    so klar ist es wohl nicht! Hohenheim schreibt selbst, daß sie zwar auf Amitraz untersuchen (können), aber die erbgutschädigenden und z.T. noch giftigeren Abbauprodukte des Amitraz (-metaboliten) gerade NICHT (unter-)suchen (Zitat):
    "Analytik
    Was wird nicht gesucht?
    • Analytisch schwierige Substanzen
    – Amitraz Metabolite ..."
    Nicht umsonst weisen pharmezeutische Fachinformationen darauf hin, daß Amitraz in Verbindung mit Wasser (soll ja in Nektar/Honig/Futter vorkommen) nicht stabil ist, sondern toxische Zerfallsprodukte (Metabolite) bildet.
    Wenn man also lange genug wartet mit der Untersuchung, dann sucht/findet das Labor die Amitraz-Metabolite garantiert nicht... Ist doch toll, so ein sich selbst abbauendes Mittelchen, dessen Zerfallsprodukte weder gesucht, noch gefunden werden und so gesund, weil ja nicht gefunden! Früher haben meine Kinder sich beim Versteckspiel auch für unsichtbar gehalten, wenn sie selbst durch abgedeckte Augen nichts mehr sahen - aber sehr schnell gelernt, daß da etwas nicht stimmen kann und man sich nur selbst hinters Licht führt. Es wäre gut, wenn die Zaubermittelnutzer ebenso unvoreingenommen lernbereit wären... Servus - Gottfried

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich habe auch den Milbenfall, eine Woche vor der Honigraumentnahme, mittels Windel einschieben kontrolliert.
    Was soll ich sagen? Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass ich bei 2 Völkern nichts und bei weiteren einen täglichen Fall von 0,5 bis 2 Milben hatte.
    Habe immer fleißig Drohnenbrut geschnitten und reichlich Ableger gebildet.
    Bin gespannt ob sich das so hält....


    Gruß,
    Carsten

  • Hi, meine bescheidenen Anfängerbeobachtungen mit meinem einen Bienenvolk:


    Auch kaum Milbenfall (4/Tag), aber ich habe auch schon Milben auf Bienen und einige mit verstümmelten Flügeln gesehen. Ich verlasse mich lieber auf die Anzeichen auf/an den Bienen als auf den natürlichen Milbenfall. Meiner Behandlung vorgestern kam leider das Gewitter dazwischen. Werde in 2 Tagen nochmal einen Versuch starten, da soll das Wetter laut Varroawetter besser sein (Luftfeuchtigkeit).


    Grüssle,
    KEF

  • Wie mach´n die´d´n das?


    Würde mich auch interessieren...


    Zitat

    Nun, wie umfangreich Rückstandsuntersuchungen sind, hängt vom Untersuchungsauftrag und damit vom Preis ab, den der Auftraggeber bereit ist zu investieren.


    Das letzte mal als ich über die Web-Seite des DIB RLP gestolpert bin, stand da die Ankündigung, alle zur Prämierung eingereichten Lose auf Amitraz zu untersuchen. Da soll wohl in grösserem Umfang aus dem Osten importiert worden sein.

  • Ich kenne einen Berufsimker mit ca. 200 Völkern im Großraum Leipzig. Der war/ist auch abso-
    luter Amitrazgegner u. verkündete voller Freude ein neues wirksames Milbenmittel aus einem EU- Land migebracht zu haben. Der Liter kam ca. 30 €. Bei Nachfrage nach dem enthalte-nen Wirkstoff gegen die Milben stutzte er. Beim Nachschauen war der Wirkstoff 12,5% Amitraz!
    Glaube nicht, daß Amitraz aus langer Weile o. Geltungsbedürfnis in die Runde der Disku-
    tierer geworfen wurde. Es sollte ein sachlicher Erfahrungsaustausch sein. Leider wurde
    eine Schlammschlacht gegen diese Veröffentlichung daraus. Schade - ich bevorzuge sach-
    liche Argumente , zumal Amitraz in einigen EU Ländern zur Anwendung kommt.
    Auch die Streifenherstellung ist nicht die Erfindung eines Einzelnen.

  • Über wen berichtest Du hier?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Brauch eure Erfahrung: Ein Volk hat einen natürlich Milbenfall von <1 pro Tag, heute hab ich jedoch erstmalig tote Drohnen sowie Drohnenlarven und vereinzelt auch vor kurzem geschlüpfte Arbeiterinnen vor dem Flugloch gefunden, wurden wohl rausgeschmissen. Alle hatten verstümmelte Flügel. Ist das erste mal dass der Virus für mich sichtbar auftritt.


    Das Wetter war recht kalt und regnerisch, das Volk ist jedoch stark und sollte mit dem Wärmehaushalt keine Probleme haben. Ist das Auftreten des DWV nun ein eindeutiges Zeichen für einen hohen Varroabefall?

  • Ach Gottfried, grundsätzlich ist doch das Ziel gesunde Völker zu haben. Leider schafft
    die Pharmaindustrie es nicht (oder will es nicht) etwas dauerhaft wirksames u. bezahlbares
    gegen die Milben auf den Markt zu bringen.
    Alle Versuche ob AS, OS, Thymol usw. sind doch keine Lösung. Auch das viel gescholtene Amitraz ist keine Lösung gegen die Milbe. Leider laufen nun schon Versuche mit den milbenfreien Killerbienen aus den USA (habe gehört - versuchsweise in Südfrankreich).
    Zum "Glück" bin ich nun schon in dem Alter, wo das Ende der Bienenhaltung für mich
    absehbar ist.
    Zu Resistenzen der verwendeten Mittel gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen u. Erfahrungen. Auch AS baut mit der Zeit eine Resistenz auf (meine Erfahrung) u. so kann es auch bei den gescholtenen Amitraz sein. Mir ist ein Imker bekannt (nicht ich), der ausschließlich (aber sehr besonnen - verantwortungsbewußt ist vielleicht der falsche Ausdruck) mit Amitrazwirkstoff arbeitet. Erst gab es die zugelassenen Amitrazstreifen, dann
    wurde Mitac verwendet (geringere Dosierung gegenüber den Originalstreifen) u. nun verwen-
    det er ein Amitrazmittel aus der Tiermedizin. Auch hier ist die Konzentration geringer als bei
    den ehemaligen Originalstreifen.
    Wenn mann sich zurückerinnert gab es die Originalstreifen etwa vor 20 Jahren. Bis jetzt ist
    im Vergleich zu anderen Imkern (AS/OS) hinsichtlich Resistenz kein Unterschied merkbar.
    Denke bitte nicht, daß ich ein Amitrazverfechter bin. Jedes Mittel ist ein Gift, was wir mög-
    lichst schnell von unseren Völkern fernhalten sollten.
    Leider sind die Bienen für die Profite der Medizinhersteller nicht wichtig genug bzw. versprechen zu wenig Gewinn. Solange dieses Denken an der Tagesordnung ist, werden
    wir so "weiterwurschteln"!

  • DWV verbreitet sich ohne Varroa praktisch nicht. Ich finde das daher sehr eindeutig.


    drmo1 : Wirst Du mal Roß und Reiter nennen oder wirst Du weiter Hörgesagtes verbreiten? Von welchem Berufsimker weißt Du von einem Amitrazeinsatz?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo drmo1,


    Ach Gottfried, grundsätzlich ist doch das Ziel gesunde Völker zu haben.


    Ja, das ist selbstverständlich!

    Jedes Mittel ist ein Gift, was wir mög-
    lichst schnell von unseren Völkern fernhalten sollten.


    Ja. Aber es gibt entscheidende Unterschiede in den einzelnen Giftklassen, so daß eben doch nicht Gift = Gift ist. OS + AS sind nach meiner Überzeugung allein schon deshalb die kleineren Übel, weil sie nicht wachsgängig sind und nach den Erfahrungen, von denen ich bisher hörte, keine Resistenzen hervorrufen. Einen wissenschaftlichen Beleg für Resistenzen bei AS kenne ich nicht, für Amitraz soll das wohl klar nachgewiesen sein, so jedenfalls unser Grundkurs. Sei so gut und benenne die Dir bekannten Quellen.


    Danke - Gottfried

  • Tja, meine Taktik ist seit nun mehr 5 Jahren die gleiche. Restentmilbung mit Oxaldampf an 3 Wochenenden im Oktober/November und sonst nichts mehr. Vor allem keine Angst mehr...nur noch Staunen.


    Heuer ist eine Behandlung erst im Oktober zu SPÄT. Bei uns gibt das Landratsamt schon Alarm!
    Bei den Jungvölkern bzw. Schwärmen ohne Honigraum habe ich bereits mit der Behandlung begonnen. Die Milben fallen nur so raus.
    Die Tracht ist leider oder hoffentlich bald zu Ende, dann kommen die Wirtschaftsvölker dran.
    Mir ist schon jede Woche bang.
    Der Milbenfall ist bei manchen schon bei 10 Milben/Tag.


  • Alle Versuche ob AS, OS, Thymol usw. sind doch keine Lösung.


    Das sind doch keine Versuche mehr, das wird eingesetzt.


    Auch das viel gescholtene Amitraz ist keine Lösung gegen die Milbe. Leider laufen nun schon Versuche mit den milbenfreien Killerbienen aus den USA (habe gehört - versuchsweise in Südfrankreich).


    Das glaube ich nicht, welche Quellen kannst Du da nennen.


    Zu Resistenzen der verwendeten Mittel gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen u. Erfahrungen. Auch AS baut mit der Zeit eine Resistenz auf (meine Erfahrung)


    AS- Resistenz, wo hast Du das gelesen?
    Allerdings ist AS sehr Nützling-Schädlich und, das ist meine Meinung, sollte nicht mehr verwendet werden.


    Mir ist ein Imker bekannt (nicht ich), der ausschließlich (aber sehr besonnen - verantwortungsbewußt ist vielleicht der falsche Ausdruck) mit Amitrazwirkstoff arbeitet.


    Das ist doch nicht verantwortungsbewußt oder besonnen, das grenzt an....


    Die Bienen sind den Pharmafuzzis eben schon wichtig, sonst gäbe es ja Amitraz, Perizin, Thymol, etc. nicht.
    Leider sind unsere Bieneninstitute eher auf der Sponsorenliste dieser Leute, so dass zu wenig in Richtung Nützlinge oder biologische Bekämpfung oder auch Varroatoleranz geforscht wird.
    Und deswegen werden wir so "weiterwurschteln".


    Gruss, Christian