Varroa - eure Taktik für 2014

  • Hallo Ksäuberlich,


    Amitraz hin Amitraz her und ich will nicht den Moralapostel geben, aber eine Anleitung zum Varroamittel selbst herstellen mit Medikamenten die für Hunde gemacht würde, dann als Trägermaterial noch irgendwas improvisiertes verwenden, finde ich grob fahrlässig.


    Das ist nicht nur grob fahrlässig! Inzwischen sollte JEDER wissen, daß Amitraz zur Gruppe der Wirkstoffe gehört, die fettlöslich sind -> sich deshalb zwangsläufig im Wachs anreichern und sich nicht wieder entfernen lassen -><- ganz im Gegensatz zu den wasserlöslichen OS + AS. Neben der Rückstandsproblematik gehört seit Jahren zum imkerlichen Grundwissen, daß solche Mittel wie Amitraz bei den Milben zu Resistenzen führen. Gerade die amerikanischen Imker erfahren das leidvoll. Deshalb sind die dort geltenden Rückstandsgrenzwerte in Wachs und Honig wohl auch so stark angehoben worden... und bei uns mit gutem Grund eine solche Anwendung wie von Ksäuberlich nicht zulässig und mit Strafe belegt (illegales Tierarzneimittel). Das ist längst nicht mehr (nur) eine Frage der Moral und schadet i.Ü. uns Allen.


    http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Amitraz

    Es ist zu hoffen, daß Ksäuberlich diese vorsätzlichen Untaten sofort einstellt, das kontaminierte Wachs fachgerecht entsorgt (und NICHT etwa noch den allgemeinen Wachskreislauf damit verunreinigt) und den Honig mindestens auf Rückstände untersuchen läßt und je nach Ergebnis weiter damit verfährt. Und dies hier auch kundtut bis spätestens - ich schlage vor: 31.07.14. Sehe ich das zu eng?


    Übergekocht - Gottfried

  • Der Honig wurde untersucht u. keine "Fremdstoffe" festgestellt. Der Wachs ist problemlos im
    Eigenkreislauf aufzuarbeiten. Ich habe Amitraz bewußt angesprochen um ehrliche und vor Allem fundierte Argumente zu erhalten. Wichtig sind doch gesunde Völker, die man auch
    problemlos durch den Winter bringt. Auch wenn hier einige "besorgte" Imker aufschrecken.
    Ich kenne mehrere Imker die an AS u. OS gescheitert sind und durch Amitr. wieder Lust
    am imkern u. gesunde Völker haben.
    Bei genauer Untersuchung ist durch den schnellen Amitrazabbau auch im Wachs nichts zu
    finden.
    Früher war Amitraz ein normales Mittel in Räucherstreifenform zur Milbenbehandlung. Die
    Streifen hatten ca. die 50- 90-fache Konzentration der heutigen "illegalen" Aufwandmenge.
    Entscheidenter sind doch die landwirtschaftlichen Gifte, die unsere Bienen belasten u. töten.
    Gegen die landwirtschaftlichen Gifte kann man werder mit AS, OS oder Amitraz gegen-
    steuern.
    Wir hatten 2013 ein Rapsfeld direkt neben dem Bienenstand. Da nicht mehr gepflügt wird,
    kommt als erstes Roundap zum Einsatz.
    Dann wird regelmäßig die aufgehende Saat bis hin zur Vollblüte mit Pflanzenschutzmitteln
    besprüht. Der "Erfolg" waren ca. 50% Völkerverluste u. der Rest schaffte in der Entwicklung
    kaum die Freigabe der Honigräume. Das sind für mich echte Probleme!!!

  • Hallo Ksäuberlich,



    du diskutierst aber leider nicht über Amitraz, sondern stellst hier eine Anleitung rein die dem Selbsbtau einer Rohrbombe gleich kommt.
    Auch für Amitraz gibt es unterschiedliche Darreichungsformen. So habe ich z.b. einen Imker aus dem Europäische Ausland gesehen der Amitrazstreifen in seine Beuten hängt.
    Amitraz soll eine recht ordentliche Wirkungsquote haben, jedoch besteht die Resistenzen Problematik. Hier hört man aus dem Ausland auch unterschiedliche aussagen, die ich aber nicht kontrollieren kann.
    Solange Amitraz bei uns VERBOTEN ist, macht es auch wenig Sinn hier drüber zu diskutieren, bzw. Finde ich es grob Fahrlässig solche Selbstbauanleitungen zu posten.
    Worüber ich wirklich aufschrecke ist nicht Amitraz, sondern deine Tierquälenden selbstmedikamentierungs Versuche.
    Falls du ohne deine Mittelchen nicht mehr in der Lage bist Bienen zu halten würde ich dir ein Insektenhotel empfehlen.


    Grüße,


    Maxikaner

  • Wenn sich die Prognosen eines warmen Herbstes erfüllen, vergleiche: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=40857&p=427453#post427453 und womöglich noch eines zweiten warmen Winters nach dem vergangenen warmen Winter - dann müssen wir hinsichtlich der Varroa dieses Jahr ziemlich wachsam sein.


    Es war vergangenes Jahr echt schwierig, den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung zu finden, da es keine definierte Brutpause gab und die Völker auch sehr unterschiedlich mit dem warmen Wetter umgegangen sind. Das heißt, grundsätzlich ist dem Erfolg der Behandlung im Winter 2013/2014 zu mißtrauen. Weiter werden die Völker wieder lange bis in den Winter hinein brüten. Und auch dieses Jahr wird der Zeitpunkt für die Winterbehandlung sehr schwer zu definieren sein.


    Ich habe meinen Aufzeichnungen und Beprobungen nach im letzten Jahr einen ganz guten Zeitpunkt für die Winterbehandlung getroffen. Ich war mir aber nicht sicher. Deswegen habe ich dieses Jahr (zum ersten Mal in meiner Imkerlaufbahn) kontinuierlich Drohnenbrut geschnitten. Ich habe meine Völker Anfang Juni beprobt und nur einen sehr geringen Befall mit Milben feststellen können. Trotzdem habe ich am letzten Wochenende, noch in der laufenden Tracht, eine komplette Brutentnahme bei allen Völkern gleichzeitig gestartet. Die Sammelbrutableger wurden an einem separaten Stand verbracht und werden zurzeit mit Api Life Var behandelt. Alle Milben, die in den nächsten Wochen aus der schlüpfenden Brut herauskommen, werden so erfasst und eine potentielle Ausbreitung in die Umgebung auf diese Weise unterbunden. Ich warte eben nicht bis alle Bienen im Sammelbrutableger geschlüpft sind. Das wären sonst 21 Tage bis die letzte Brut ausläuft - eine lange Zeit, in denen sich die Milben raustragen lassen. (Die merken ja auch, daß da keine/wenig junge Brut im Sammelbrutableger ist.)


    Beprobungen sind im August, September und Oktober eingeplant. Behandelt wird dann nach vorgefundener Notwendigkeit.


    Sicher sind diese Maßnahmen in Summe vielleicht etwas über das Maß hinaus geschossen. Ich traue der aktuellen Stille (vor dem Sturm?) aber nicht und weiß auch nicht, wie die nun trachtarmen langen Monate - Rest Juli, August, September, Oktober und November - fast fünf Monate Flugwetter! -, sich auf das Räubereiverhalten der Bienen auswirken wird. Wer erkennt schon stille Räuberei?! Doch nur mit der Waage.

  • Hallo Ihr Taktiker,


    da der natürliche Milbentotenfall bei meinen Völkern nahr Null war, war ich auch erst einmal seeeehr entspannt. Heute kam die Horromeldung eines Kollegen: Kein messbarer Milbenfall auf der Windel und der Rasen vor den Beuten "voll mit stummelflügeligen Krabblern!".


    So jetzt bin ich auch etwas nervös...


    Gruß Jörg

  • Kann aber auch Kälte gewesen sein. Offener Boden, dem Wind ausgesetzt, kalte Nacht dazu...oder das Volk geschröpft.
    (Jede Brutwabe produziert Wärme. Eine Wabe von 8 Brutwaben entfernt = 1/8 Wärme entzogen. Usw.) Zu dieser Jahreszeit erfreuen sich ja späte Ableger großer Beliebtheit...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von BernhardHeuvel ()

  • Bei mir läuft auch die TBE.
    Sonst brutfrei behandelte Neustarter, das müsste also nun laufen.
    Krabbler oder auffällige Drohnen hatte ich bisher nicht.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Der Honig wurde untersucht u. keine "Fremdstoffe" festgestellt. Der Wachs ist problemlos im
    Eigenkreislauf aufzuarbeiten. Ich habe Amitraz bewußt angesprochen um ehrliche und vor Allem fundierte Argumente zu erhalten.


    Lieber KSäuberlich,
    willst Du nicht verstehen, daß:
    a) Amitraz sich im Wachs anreichert und dort nicht mehr entfernbar ist, d.h. mit jeder Amitrazgabe dort immer mehr Reste zurückbleiben und sich aufaddieren, bis die Schwelle so hoch wird, daß auch der Honig was abbekommt? Laß bitte Dein Wachs auf DIESE Rückstände hin untersuchen.
    b) Rückstandsuntersuchungen können nur die Stoffe finden, wonach das Labor sucht. Ist Amitraz als Suchrubrik im Untersuchungsbericht vom Honig enthalten?
    c) Amitraz führt zu Resistenzen bei den Milben, die sich angesichts ihrer kurzen Entwicklungszeit schnell anpassen können. Deshalb sind über die Jahre immer höhere Dosen nötig, um noch Wirksamkeit zu erzielen. Willst Du das? Was tust Du Dir und Deiner imkerlichen Umgebung an, wenn Du die voll resistente Milbe gezüchtet hast?
    Die Probleme, die Du mit Deiner Rezeptur bewirkst, sind nicht kleiner als die von Dir beschriebenen PSM, nur weil sie Dir im Moment nicht auffallen. Sie werden leider nur sehr zeitverzögert sichtbar, kommen dann aber als um so größere und brutale "Überraschung". Willst Du das wirklich?. Fragend - Gottfried

  • Kann aber auch Kälte gewesen sein. Offener Boden, dem Wind ausgesetzt, kalte Nacht dazu...oder das Volk geschröpft.


    Wirklich schon bei EINER kalten Nacht der "Rasen voll von stummelflügeligen Krabblern"?
    Mein Problemvolk (Schwarm von April eingenistet in alte unverschlossene Beute mit Altwaben - s.oben) hatte kaum Vorräte (nur in 60% der Waben kleine Ecken) - obwohl keiner die sonst sehr reichliche Frühtracht hier abgeschleudert hatte - aber rd. 40 Milben/Tag im natürlichen Fall. Die mit 10 Waben gebildete Brutscheune nach AS-Schwammtuch (ggf. etwas überdosiert - Bienen lagerten vor + tlw. plötzlicher Verlust des Haarkleides) dafür bis jetzt ca. 8.000 Tote (Boden vor der Beute übersät mit verkrüppelten Toten, Wiegeprobe + Schätzung), Behandlungsabfall ca. 400 Milben/Tag, nach 1 Woche allmählich nachlassend (z. Zt. 80/Tag).
    Natürlicher Fall des mit neuen Waben startenden anfangs brutlosen Restvolkes ca. 4 Milben/Tag. Die werde ich also in die allgemeine Kurzzeit-AS-Behandlung des gesamten Standes in ca. 1 - 2 Wochen mit einbeziehen müssen, oder?
    Die hochsommerlichen 30 Grad + x der letzten Tage bewirkten wieder einen deutlichen Rückgang des natürlichen Milbenfalles. Habt Ihr eine Erklärung dafür? Danke - Gottfried

  • Bei aller Polarisierung bitte auch an die Fakten denken!

    a) Amitraz sich im Wachs anreichert und dort nicht mehr entfernbar ist,...

    Müller entfernt Amitraz aus dem Wachs, dem Imker mit eigeen Wachskreislauf gelingt das nicht.


    b) Rückstandsuntersuchungen können nur die Stoffe finden, wonach das Labor sucht. Ist Amitraz als Suchrubrik im Untersuchungsbericht vom Honig enthalten?

    Regelmäßig erscheinen in den Laborzusammenfasungen die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen die im Besonderen auch die hier nicht oder nicht mehr zugelassenne Arnzneimittel umfassen. Also ganz klar: "Ja!"

    c) Amitraz führt zu Resistenzen bei den Milben,

    Es ist nicht nur für KSäuberlich ganz unerheblich, ob die Anwendung von Amitraz zu Resistenzen über die Ausscheidung von Geringstmengen aus kontaminiertem Wachs führt. Diese Resistenz ist nämlich für alle anderen Medikamente irrelevant. Irre Relavant dageegn ist nur, ob KSäuberlich ihm seine Bienen wegen der Amitrazanwendung überleben und ihm seine Milben nicht. Die Frage, ob ein ander Imker von einer Amitraz-Resistenz seiner Milben betroffen wäre, stellt sich schon deshalb nicht, weil dieses Mittel ja bekannt für seine Resitenzbildung ist und eben sowieso nur über kurze Zeiträume angewendet werden kann. Amitrazanwender sterben also aus wie ihre Bienen.


    Wer sich als Imker so Denkverbote auferlegen möchte, soll vielleicht weiter von "Der Weisel" sprechen und nicht in Erwägung ziehen, daß eine Frau hier die Eier hat. Wir Imker können es uns gar nicht leisten, auf abgeprüfte Fremdentwicklungen zu hoffen. Glaubt Ihr denn allen Ernstes ein Institut hätte die AS-Schwammtuchmethode erfunden oder ein forsches Pharmaunternhemen? Bliese nicht ein Alfranseder OS-Dampf im Kreise und kehrte kein anderer Findiger Puderzucker mit Klumpschutz in die Völker, wir würden allesamt staunend unseren sterbenden Bienen zusehen. Innovation wegen "unerlaubt" oder wegen "noch nicht genehmigt" zu verbieten oder zu behindern ist Unfug. Der Einsatz von Amitraz in der Hoffnung eine Dauerlösung gefunden zu haben allerdings auch! Aber denkt nur mal ans Thymol ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Entschuldigung, ich habe mich ungenau ausgedrückt: Weisellose Brutscheune mit 10 BrutWa Zander nach 2 Tagen AS-Einwirkung kurzerhand auf zweites Problemvolk (gleiche Herkunft + geschichte, aber auf 6 BrutWa DN + natürlichem Milbenfall von ca. 12 bis 15 Milben/Tag) aufgesetzt. Beide Zargen enthalten noch tote Bienen + Larven in den stehen gebliebenen Zellen, die das vereinigte Volk nun noch ausräumt. Keine lebendigen Milben auf der Windel bemerkt - im Gegensatz zu meinen eigenen Völkern, wo fast jeden Tag eine lebendige Milbe auf der Windel krabbelt, bis sie mein Fingernagel trifft... Gottfried

  • Bei aller Polarisierung bitte auch an die Fakten denken!
    Müller entfernt Amitraz aus dem Wachs


    Wie mach´n die´d´n das?


    Regelmäßig erscheinen in den Laborzusammenfasungen die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen die im Besonderen auch die hier nicht oder nicht mehr zugelassenne Arnzneimittel umfassen.


    Nun, wie umfangreich Rückstandsuntersuchungen sind, hängt vom Untersuchungsauftrag und damit vom Preis ab, den der Auftraggeber bereit ist zu investieren. Hohenheim hat z.B. zwei Tarife 68,- für die kleine und 108,- für die große Analyse. Wie diese Daten dann in die Jahresberichte eingehen, wüßte ich auch gern.
    https://www.uni-hohenheim.de/f…se_Rueckstandsanalyse.pdf
    Gottfried