Varroa - eure Taktik für 2014

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    Von einem Beitrag im aktuellen Bienenjournal etwa in Besorgnis versetzt, habe ich (weil es gerade auch recht kühl ist) für 3 Tage die Gemülleinschübe eingesetzt. Das Ergebnis: Der Varroabefall ist so niedrig wie kaum einmal um diese Jahreszeit. Bei den meisten Völkern weniger als eine Milbe pro Tag, bei einem gerade mal zwei.
    Im meine also: Wenn die Vorjahresbehandlung stimmte, vermehren sich auch in kritischen Jahren die Milben nicht so schnell über die kritische Grenze.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hier ähnliches Bild: 2 bis 6 Varroen/Tag bei einem Brutraum + 1 Honigraum. AS will ich nach der Linde einsetzen (hoffentlich reichen die 5mm Regen, um sie doch honigen zu lassen).


    Neue Situation - Imkers Witwe bat, sie von einem "wilden Schwarm" vom April zu erlösen (war in die doch nicht ganz dichte Altbeute mit Altwaben eingezogen). Abgeholt, Boden + Windel von Gemülldichtung befreit, auf 14 Zanderwaben Brut + Stifte mit kleinem Honigkranz bzw. -Ecken, Brutnest sonst auf 1. Blick i.O. (nicht lückig, relativer Anteil frischer Stifte von ca. 30% jetzt zu Johanni ok?). Aber jetzt am Tag 1 hier 38 Milben!
    Frage: Sofort behandeln mit AS oder kann ich noch die Linde (ca. 1 - 2 Wochen) abwarten und dann alle einheitlich behandeln? Danke schon im Voraus - Gottfried

  • Hallo Gottfried,
    ich würde es davon abhängig machen, ob Du viele Bienen mit beschädigten Flügeln siehst. Wenn nicht, wär Warten o.k.
    Oder nimm doch die verdeckelte Brut und ein paar Bienen zum Wärmen raus und behandele sie separat mit AS (vorzugsweise an einem anderen Standort), das wirkt sich auf die Tracht nicht mehr aus. Später kannst Du das Altvolk wie die anderen mit AS behandeln und nach Bedarf wieder vereinigen.
    Gruss, Jan

  • Hallo Jan,


    leider fehlt mir die Erfahrung und ich konnte Varroaschäden bisher nur von Berichten + einigen Fotos kennenlernen. Auf den ersten Blick erschien mir hier nichts schadhaft an den Flügeln. Irgendwo las ich, daß Alarmzeichen seien, wenn Flügel angelegt kürzer sind als der Hinterleib. Das ist aber auch bei den anderen Völkern mit geringem Milbenfall so. Das verunsichert mich.


    Wenn man die Brut komplett entnimmt -> wieviele Pflegebienen braucht man und wie sondert man die am besten ab - nur leicht abschütteln, so daß noch ca. 1/4 jeder Wabenfläche besetzt bleibt? Den großen Volksrest anschließend noch puderzuckern, am Besten Abends, wenn alle zu Hause sind und nachts Putzzeit ist? Oder ist das Geigel?


    Servus - Gottfried

  • Hallo Gottfried,


    wenn schlupfreife Waben dabei sind, braucht es nicht viele bei den sommerlichen Temperaturen. Ich würde die Waben rausnehmen, die Flugbienen abfliegen lassen, und dann sollten Jungbienen von 4 Waben mit offener Brut reichen, um die Arbeit zu erledigen. Vielleicht noch eine Wabe mit Wasser einsprühen und genug Futter drinlassen, dass sie wirklich noch die offene Brut zu Ende pflegen müssen. Flugloch bis auf zwei Bienenbreiten verschliessen und Boden zu.


    Mit Puderzucker habe ich keine Erfahrung. Aber die AS Behandlung müsstest Du ja sowieso noch machen, und mit der Brut nimmst Du schonmal 2/3 der Milben raus.


    Gruss, Jan

  • Hallo Jan,


    also konkret:
    Von den 14 BrutWa die 4 mit am wenigsten verdeckeltem Anteil raussuchen und neben die Beute ins Helle stellen zum Flugbienenabflug. In neue Zarge am alten Standort mit 1 WasserWa, 1 LeerWa oder FutterWa + 4 MW alle Bienen (hoffentlich mit Königin) abschlagen von den 10 BrutWa mit dem höchsten Anteil an verdeckelter Brut.
    Diese 10 bienenleeren BrWa in leere Zarge am neuen Standort (geht nur in unmittelbarer Nähe, deshalb Flugloch in andere Himmelsrichtung) hängen + Leerzarge als Verdunstungsraum für AS mit FuWa + WasserWa aufsetzen. Bienen von den 4 o.g. daneben stehenden BrWa in die Beute am neuen Standort zur Brutpflege abschlagen, danach die 4 bienenleeren BrWa am alten Standort einhängen. Beute am neuen Standort mit Liebig-Dispenser AS-behandeln.
    Am Tag x + 9: Die 4 BrWa vom alten Standort abschlagen und bienenleer an neuen Standort umhängen + durch MW ersetzen. Am neuen Standort Nachschaffungszellen brechen + nochmals AS.
    Rückvereinigen frühestens am Tag x + 9 + 3 + 6 = 18, zuvor nochmals AS, um die am x + 9 umgehängten frischen Stiftzellen zu erwischen, die beim Verdeckeln als letzter Vermehrungsort für die Milben dienten. Oder ist diese dritte AS-gabe unnötig, da vorherige nachwirken und am alten Standort sowieso dann regulär AS-behandelt wird?
    Rückvereinigen durch Einlaufen lassen, Abschlagen in den Honigraum des alten Standortes oder einfaches Aufsetzen?


    Alles richtig geplant oder gibt es Änderungs-/Rationalisierungsvorschläge?


    Servus - Gottfried

  • Hallo Gottfried,


    das kannst Du so machen, denke ich. Die Bienenmasse habe ich auch nie so richtig ausprobiert, aber wie gesagt, wenn schlüpfende Waben dabei sind, braucht es nicht viel. Du kannst die Beute noch bis zum nächsten Tag verschliessen bei etwas offenem Boden, damit noch Bienen schlüpfen können, bevor zuviele abfliegen, und sie sich etwas einrichten können, und nicht so leicht ausgeräubert werden.
    Lass sie erstmal nachziehen, dann sind sie glücklicher und es fliegen nicht so viele zu anderen Völkern ab. Die neue Königin kannst Du dann immer noch abdrücken.
    Wenn Du das Altvolk sowieso behandeln willst, musst Du die neu verdeckelte Brut gar nicht in den Brutableger hängen, andererseits spart es Dir im Idealfall die Behandlung des Altvolkes, glaube ich aber nicht, da die jungen Milben wohl 10 Tage brauchen, um wieder in die Brut zu gehen.


    Ich habe keinen Dispenser sondern arbeite mit AS Stossbehandlung oder verdampfe Oxalsäure. Daher würde ich Tag 1 Stossbehanglung machen und dann noch einmal, wenn alle Bienen geschlüpft sind.


    Viele Grüsse,
    Jan

  • Hallo Jan,


    heute nacht hatten wir nur 8 Grad, gestern tagsüber 13 bis 17 Grad. In den nächsten Tagen soll es wenigstens tagsüber über 20 Grad werden. Deshalb mehr Bienenmasse zugeben?
    Nicht in bienenmassig überquellenden Startern nachgeschaffte Königinnen sollen ja nix taugen (keine paradiesische - sondern Mangelernährung bei der Weiselaufzucht), außerdem sind bei uns seit ca. 2 Wochen die Drohnen abgetrieben - ich glaube nicht so recht, daß eine Nachschaffung eine gute Königin ergeben würde (?).
    Liebigs Dispenser soll brutschonender sein als die Schwammtuch-Handgranate. Mir fehlt der Vergleich. Allerdings stelle ich seit 2 Tagen im Gemüll von 2 anderen Völkern auch unfertige Bienenteile (weiße bzw.hellbraune Beinglieder) fest und schlußfolgere, daß sie auch ohne AS Brutschäden erkennen und vor dem Schlupf ausräumen können. Sollte ich ausgerechnet an den Varroa-belasteten BrWa meinen ersten Versuch mit Schwammtuch wagen (20ml/Zarge)? Fragend - Gottfried

  • Hast Du Styroporbeuten? Dann müsste es reichen, sonst eben mehr, habs nie ausprobiert. Wenn Du eine Wabe dabei hast, die am Schlüpfen ist, dann sind sofort genug Bienen da, um die Pflege zu übernehmen.
    Ich denke, es könnte doch eine gute Königin rauskommen, hat bei mir manchmal geklappt. Sind ja noch Eier drauf und bis die Tag 5 sind und dann noch später viel Futtersaft brauchen, sind genug Jungbienen geschlüpft.
    Es ging mir auch nur darum, dass sie überhaupt das Gefühl haben, nachzuziehen, sonst ist der Volkszusammenhalt schwach und die Varroabienen fliegen zu anderen Völkern. Daher tun viele Leute Beeboost rein anstatt Königin.
    Gruss, Jan

  • Nach der ganzen Panikmache aus Mayen habe ich gestern meinen Sohn (er sieht besser als ich) den Milbenfall zählen lassen.


    Ergebnis: 37 Milben in 58 Stunden. Das macht 15 Milben in 24 Stunden. Insgesamt! In 10 Völkern. Also 1.5 Milben pro Volk...


    Wie ist das erklärbar?


    SSW war gerade erst vor einer Woche. Da wurde vermutlich noch fleissig gestiftet. Die werden heute oder morgen verdeckelt. Haben sich die Milben in Torschlusspanik in die letzten verbleibenden Zellen verkrochen?


    Wie seht ihr das? Macht es überhaupt Sinn, so kurz nach der SSW Befallgrad zu messen?

  • Hallo Joew,


    auch bei mir das gleiche Problem und trotz Brille blöde Augen und kein Sohn nich da...
    Bin Formica (#52) gefolgt und nahm ein Lupe und wunderte mich, wieviel mehr ich sah...
    Ich will alle Völker sofort nach der Linde mit AS behandeln; ein Problemvolk bereits jetzt durch TBE (ich denke jedenfalls, daß mein #76 so genannt wird). - Gottfried

  • Hallo Ksäuberlich,


    Amitraz hin Amitraz her und ich will nicht den Moralapostel geben, aber eine Anleitung zum Varroamittel selbst herstellen mit Medikamenten die für Hunde gemacht würde, dann als Trägermaterial noch irgendwas improvisiertes verwenden, finde ich grob fahrlässig.