Varroa - eure Taktik für 2014

  • Hallo zusammen,


    habt Ihr für 2014 eine andere Behandlungsstrategie (was auch immer Ihr bevorzugt), als in den letzten Jahren?


    Durch den zeitigen Brutbeginn der Völker und das milde Frühjahr ist m.E. in diesem Jahr mit einer höheren Milbenbelastung schon im Sommer zu rechnen. Seht Ihr das auch so?


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg, ich werde die Ableger mit MS behandeln. Mitte Juli möchte ich die totale Brutentnahme machen. Die Völker mit MS behandeln. Die Brutscheunen mit AS im Nassenheider.
    Im Winter halt OS träufeln.
    So mein Plan, wenn es natürlich Juli Schnee gibt, ist wieder alles ausgeplant.
    Drohnenbrut bleibt drin, weil ich gestern noch einmal im Schundau gelesen habe und er ist auch gegen Drohnenbrutentnahme.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Bisher bin ich so gar keinen Anzeichen von Varroa begegnet. Nichts in der Drohnenbrut, nichts auf dem Bodenbrett, keine Krüppelflügel oder K-Flügeln, keine Varroen in der Arbeiterinnenbrut, keine Varroen auf den Bienen selbst - nichts. Rein gar nichts. Ist wie verhext! Aufgrund des vergangenen warmen Winterwetters sollte man ja Gegenteiliges erwarten! Längere Brutaktivität und so. Da hatte ich mich allerdings schon beim Winterfutter getäuscht. Ich dachte, durch die Aktivität im Winter würde mehr Winterfutter verbraucht - das Gegenteil war aber der Fall, es wurde sehr wenig verbraucht.


    So ist es vielleicht auch mit der Varroa: die befallenen Bienen hatten vielleicht mehr Möglichkeiten, um nach draußen abzufliegen und auch draußen im Felde zu sterben. Mitsamt der Varroa. (Hypothese.)


    Meine erste Maßnahme wird daher sein, ganz früh festzustellen, wie hoch der Befall der Varroen tatsächlich ist. So Anfang Juni werde ich mir die Sache ganz intensiv mal ansehen.


    Mir stellt sich vor allem die Frage, wovon ich die Völker von Juni/Juli bis Oktober einschließlich ernähren soll. Das sind fünf Monate ohne nennenswerte Tracht. Nach Linde und Edelkastanie kommt nichts Wesentliches an Tracht mehr rein. Beide stehen bei uns kurz vor der Blüte, Linde in ca. einer Woche und Edelkastanie vielleicht in zwei-drei Wochen. Bis spätestens Mitte Juni sind die durch.


    Daher werde ich wohl mit der Brutentnahme und Bauerneuerung (auch mein Mittel der Wahl dieses Jahr) wesentlich früher beginnen - einen Monat vielleicht. Also Ende Juni. Ich überlege auch, ob ich die Völker nicht komplett als Kunstschwärme stark aufteile und während der langen Zeit über den Sommer bis zum Winter großfüttere. Dagegen sprechen in erste Linie die Futterkosten und zweitens die Affinität von Jungvölkern hinsichtlich Varroavermehrung. (Varroamagnet.) Ob es auf der anderen Seite gelingt, starke Völker über einen an Nektar trockenen Sommer hinweg groß zu halten, weiß ich nicht.


    Ich bin also im Moment noch sehr unsicher, wie man damit umgehen soll.

  • Da bin ich aber froh, dass auch die erfahrenen und kompetenten Mitmenschen dieses Forums von ähnlichen Sorgen umgetrieben werden. Ich wurde hier schon als hoffnungsloser Pessimist und Bedenkenträger bezeichnet. Bin gespannt auf Eure weiteren Ausführungen. Trachtende Mitte Juni und vorher vier Wochen wie im November, das kann einem schon die Fragezeichen auf die Stirn tackern...


  • Durch den zeitigen Brutbeginn der Völker und das milde Frühjahr ist m.E. in diesem Jahr mit einer höheren Milbenbelastung schon im Sommer zu rechnen. Seht Ihr das auch so?


    ... das habe ich bis vor 3 Wochen auch angenommen.
    Sehr frühes Frühjahr. Warm und (zu)trocken. Und mit dem Bedenken wie es wohl mit der Milbenvermehrung vor dem Abschleudern im Herbst ausschauen könnte.
    Jetzt nach den fast 3 Wochen (hier im Allgäu) mit überwiegend schlechtem Wetter, ist auch eine Brutpause/ bzw. eine sichtbare Brutunterbrechung eingetreten. Ich lese dies aus dem nicht mehr legen wollen der KÖ. Bei fast allen Völkern und bei gleichzeitger Vorbereitung zum Schwärmen (Weiselzellen). Das hat die Milbe etwas in ihrer Vermehrung unterdrückt. Ich gebe keinen extra Drohenrahmen. Ich schneide auch keine Drohnenflächen aus. Bei mir bauen die Völker i.d.R. einen kleinen Drohenbau in der rausgebrochenen unteren Ecke der Mittelwände. Diese Idee habe ich vom 'Bienenmissionar' von der Insel La Palma übernommen.


    Die großen Brutnester werden in Kürze wohl die Stöcke mit Bienen prall füllen.
    Meine Taktik schaut so aus, dass ich sofort nach dem ersten Schleudern in ca. einer Woche - falls noch Frühtracht in den HR sein sollte - alle Völker durch die Bank mit der Puderzucker-Methode behandle. Die bewährte Methode ist ja bekannt. (www. bienenhilfe.de/puderzuckermethode.html).
    Falls der Befall hoch sein sollte, gehe ich nach der Anleitung weiter.


    Jonas

  • An der Stelle mal eine Frage zur Teilen-und-Behandeln-Methode:
    Ich überlege, das dieses Jahr statt der AS-Behandlung zu machen, scheue aber den Aufwand mit den Zweitbeuten. Wie macht Ihr das?
    Wäre ein Zwischenboden eine gute Alternative? Leider gibt es den zumindest bei meinem Beutensystem nicht fertig. Ich werde mir da vielleicht mal was zurecht basteln, weil das (dann mit Riechgitter) auch für das Vereinigen von Völkern eine praktische Sache ist.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo zusammen,


    ich werde den Befall auch beobachten, wahrscheinlich auch mit einer Puderzuckerung.


    Hoffentlich bin ich nur zu pessimistisch und das regelt sich mit dem Milbenbefall doch noch günstiger. Ich möchte im Sommer noch einige Völker in die Sonnenblume und an eine Buchweizenfläche stellen.


    Die Brutentnahme (Teilen und Behandeln) ist mir auch am liebsten. Damit muß ich nicht das gantze Volk tagelang mit AS quälen und bekomme gleich noch eine Bauerneuerung.


    WFLP : Um weitere Kisten kommt man da leider nicht herum. Aber so eine Brutscheune kann ja auch 4 Zargen haben...


    Gruß Jörg

  • .........Die Brutentnahme (Teilen und Behandeln) ist mir auch am liebsten. Damit muß ich nicht das gantze Volk tagelang mit AS quälen und bekomme gleich noch eine Bauerneuerung.........


    Hallo Jörg, wie behandelst du die BS ? Ich habe es letztes Jahr verpennt, wollte dieses Jahr mit dem Nassenheider anrücken. Aber ob einer reicht wenn man 2 Zargen DN 1,5 übereinanderstellt ?!
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Genau wie jedes andere Jahr auch. Angst ist der schlechteste Ratgeber.


    Großzügig Ableger machen, durch das nasse Frühjahr rechne ich mit einer starken Waldtracht ev. Melezitose. Ich würde aber auch sonst Ableger machen.
    Das ist ein Standbein.


    Das zweite ist, das ein Teil der Völker auf MW abgekehrt wird, wenn ein Ende der Tracht (bei mir normal MItte Juli, heuer vielleicht anders?) absehbar ist.


    Die Völker die ich letztes Jahr gebildet habe und der Wabenbau noch O.K ist, wird mit Nasseheider Horizontal und 100ml 85% ige AS beahndelt. Nach 3 Tagen ist alles erledigt.


    Im Winter noch einmal OS Dampf.


    Ich glaube das es wichtig ist das Risiko zu splitten und auf verschiedene Pferde zu setzen. Ich hatte vor Jahren mit ALV einen Totalausfall. Heuer ein Kollege selbes. Auch die AS kann mal, aus irgend eienm Grund nicht wirken. Da ist es gut, wenn man noch was anderes hat.