Schwarm zieht nicht restlos ein - was tun?

  • Liebe Bienenprofis,
    heute kam es aus meiner TBH zu einem Nachschwarm, der sich optimal an Nachbars Gartenzaun absetzte. Schnell war die alte Warré reaktiviert (ja, ja, verschiedene System usw.) und der Schwarm lief folgsam ein. Auch die Königin konnte ich beobachten, sie verschwand im Pulk vor dem Eingang.
    Eigentlich will ich heute abend die Beute von Nachbars Wiese räumen und an den Zielstandort (ca. 800 Meter entfernt) bringen. ABER! Es hängt immer noch eine 1 1/2 tassengroße Traube/Menge um den Eingang herum und will scheinbar nicht in die Beute einziehen. So ein Verhalten habe ich bei meinen bisherigen 5 Schwärmen nicht beobachten können. Eigentlich will ich die heute noch weg haben. Die Beute lässt sich nicht öffnen (Oberträger sind festgenagelt und Boden ist provisorisch angeschraubt - für den Transport). Aktuell haben wir es 11,7 Grad - es wird kälter. Beim Nachbarn darf ich bis gegen 20:45 klingeln. Ich werde natürlich bis aufs Äußerste warten. Was aber, wenn da noch welche hängen? Kehre ich sie einfach ab und überlasse sie dem Schicksal (in der Hoffnung, dass sie sich im alten Stock einbetteln)? Könnte die Königin noch draußen hängen (aber warum dann die kleine Traube)? Fragen über Fragen...


    Danke im Voraus für Antworten

  • Hallo,
    wieviele Zargen hast Du dem Schwarm zur Verfügung gestellt?
    Pack mal noch eine drauf.
    Gruß Eisvogel


    PS: Wasser hilft meist. Wenn trotz Wasser noch ein paar vor dem Flugloch hängen, warten bis 20:45 und dann Warre-Beute mit offen Flugloch und kleiner Bienentraube vorsichtig zum neuen Standplatz tragen.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Danke - ich geh mal mit dem Wassersprüher los :) - später trage ich sie dann... (zweite Zarge ist eine Option ab morgen, wenn ich sie fertig habe). Ich halt euch auf dem Laufenden.

  • Vollzug! Vielen Dank für die Tipps! Die Lösung war unkonventionell: Zuerst habe ich die Traube mit Wasser benebelt, bis es von den Bienen tropfte, doch zunächst ist keine rein gegangen, sondern sie hingen noch an der Griffleiste über dem Flugloch (beim hastigen Zusammenbau falsch gedreht - die sollten an die Seiten). Dann fiel mir ein, dass ich eine Schauzarge fertig gemacht habe, also eine, mit Glasfenster an der Seite. Die Nachbarin wollte wissen, wie viele drin sind und ich habe die seitliche Holzverblendung abgenommen. Eine super saubere Glasscheibe, durch die ich sehen konnte, dass der große Teil des Schwarms eingeschlagen war - bis die Nachbarin mich darauf hinwies, dass eben die Scheibe fehlt :eek: Dann ging alles schnell! Zarge auf die Seite gekippt, mit dem Besen die außen hängende Traube auf ein Kehrblech gefegt und durch die ungeplante Seitenöffnung in die Zarge geschüttet. Prompt haben die verbliebenen Bienen außen den Richtungsanzeiger für weitere Flugbienen gespielt und nun sind fast alle drin.
    Die provisorische Öffnung werden sie mit Propolis dicht machen - WENN sie morgen nicht wieder ausziehen...

  • Heute mittag konnte ich bei Sonnenschein die Orientierungsflüge sehen - es scheint gut geklappt zu haben. Soll ich schon am Wochenende eine weitere Zarge draufsetzen (bei Warré setze ich eigentlich immer unter - ist aber ja noch mit dem Boden verschraubt) oder soll ich lieber eine Woche warten?
    Bei der Ausgangs-TBH sehe ich nur noch wenig Bienenflug, aber Polleneintrag. Da sind aber m.E. auch noch zu viele Drohnen unterwegs. Muss ich dort irgend etwas kontrollieren (z.B. weitere Weiselzellen o.ä.)?
    Hoffentlich kann noch jemand antworten?
    Danke im Voraus


    Leblow

  • Da sind aber m.E. auch noch zu viele Drohnen unterwegs. Muss ich dort irgend etwas kontrollieren (z.B. weitere Weiselzellen o.ä.)?
    Hoffentlich kann noch jemand antworten?
    Danke im Voraus


    Leblow


    Lenlow. Die zu viele Drohnen fangen:lol:


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo,


    da hab ich heute auch noch einen kleinen Beitrag zu Resten, die draußen hängen bleiben...


    Nach Mittag Anruf eines Bekannten: Schwarm bei seinem Nachbarn im Baum, er habe aber nun keine Kisten mehr, einen kleineren, unsteten Schwarm habe er heute noch in seine letzte einziehen lassen, nachdem die sich 4x woandershin gesetzt hatten - außerdem frischen Bandscheibenschaden.


    Also später hingefahren und eingesammelt, die saßen wirklich nett um den geteilten Stamm über zwei Astgabeln und einige Triebäste des Birnbaums, erst nach der vierten Aktion hab ich die Könging im Fangkorb gesehen und dann gings wie gewohnt dorthin.

    Zu Hause die fast 4 kg Bienen im Schatten sich beruhigen lassen, dann der "Festzug mit Königin": Einlaufen lassen.
    Die Königin hab ich nach Aufschütten der ersten Hälfte bereits über die Menge laufen sehen, die hab ich aufgenommen und mehr oder weniger mit dem Gedränge ins Flugloch geschoben.


    Nach einer Weile so.


    Aber leider um 21:30 das hier:


    Bei genauerem Untersuchen fand sich gut 1/3 des Schwarmes unter der linken vorderen Bodengitterseite - ich hatte vergessen, den Bodenschieber einzulegen!
    IN der Beute saß man auch nur vorne links und eher unten!
    Königin doch seitlich nach links unter dem Flugloch abgetaucht? Oder eine Zweite?


    Bei 12° waren sie schön kompakt und ohne Abstürze nochmal in den Korb zu streifen nach vorsichtiger Abnahme des Flugbrettes.
    Ich habe sie oben zugeschüttet, mein Innendeckel bietet da ein wenig Spielraum...
    laaaangsam zugemacht, und denn sollen sie mal drin bleiben jetzt bzw. das unter sich regeln. :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Das Einlaufen lassen ist ein schönes Schauspiel, was bei warmem Wetter auch ganz gut funktioniert. Kühlt es sich allerdings ab, wenn noch nicht alle Bienen eingezogen sind, so bilden die gern eine Traube unter der Kiste oder unter dem Einlaufbrett.


    Einfacher ist es halt, die Bienen einfach in die Kiste zu kippen. Die bleibt dann auch verschlossen, bis der Flugbetrieb ohnehin eingestellt ist. Auf diese Weise ist mir noch kein Schwarm wieder ausgezogen.

  • Gestern war es noch zeitig genug und auch noch lange genug warm, die hätten da längst drin sein müssen.
    So kenn ich das jedenfalls nicht. Passend war auch der Traubensitz in der Kiste in Korrespondenz zum Rest draußen, durch das Gitter eben. Und die Königin hatte ich ganz links außen in die Fluglochmasse eingegeben. Ich vermute, sie ist nach links abgedriftet.


    Mein Problem war, keine Honigzarge mehr zu haben zum Untersetzen. Jedenfalls wollte ich den Schwarm nicht ohne diese Pufferzone in die Beute kippen, weil man dann beim Füllen mit Rähmchen unweigerlich ziemlich drücken, schieben/Quetschen muss.


    Beim Einlaufen gibt`s neben dem Schauspiel den Vorteil, dass sämtlicher "Beifang" in Form von Krümeln, Ästchen, Toten etc. auf dem Einlafbrett liegen bleibt.


    Heut ist alles gut. :Biene:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,
    ich imkere zwar schon so seit sechs, sieben Jahre, habe aber noch nie einen Schwarm "einlaufen" lassen.:oops:
    Wie macht man das eigentlich?
    Wir haben die Schwärme immer aus dem Behältnis in die Beute gekippt. Wenn die Königin dabei war, ist der Rest dann auch noch rein.
    Wie macht man das einlaufen lassen denn am besten? Wieso gehen die in die Beute obwohl die Chefin noch nicht drin ist?


    Gruß Ralf

  • Bin zwar nicht Marion, aber sieh mal hier:
    http://www.imkerforum.de/album.php?albumid=86


    Nur die Reihenfolge der Bilder stimmt nicht ganz, es müßte mit Bild 3 los gehen....
    Alles auf die Tischplatte gekippt, es dauert nicht lange und es geht ein Ruck durch die Massen, alles läuft in Richtung Beute.
    Es wird gesterzelt was das Zeug hält und die Königin weiß wo sie hin muß.
    Ein Erlebnis ohnegleichen!


    Beste Grüße
    Hartmut

  • schöne Bilder!


    Aber ich habe mir die gleiche Frage gestellt.
    Wieso laufen die Bienen in die Beute?
    Die könnten doch auch auffliegen und weg sind sie....


    Ich habe schon Bienen einlaufen sehen. Ein drohnenbrütiges Volk hat sich um die Beute gesammelt.
    Ich habe schon gesehen, wie ein Schwarm auf eine Brutwabe läuft, schön geordnet.
    Auch kleinere Häufchen aus dem Wabenbock (ohne KÖ) laufen willig ein.
    Aber da hatten sie ein Ziel!


    Was zieht sie in eine leere Beute?


    Gruß Doro