Studie beweist pestizidfreie Landwirtschaft

  • Vielleicht gehe ich doch zu sehr von meiner Standortbedingungen aus.
    Ich habe hier von der Süßkirsche bis zur Kastanie keine Trachtlücken. Wenn der Raps mal ein Jahr weiter weg ist, ist mir das nur Recht, es gibt ja genug Löwenzahn. Nach der Kastanie kommt eine kurze Lücke bis zum Beginn der Kornblume. Die ist gerade so lang, dass der Honig schön reift.
    Die Kornblume reicht mindestens bis zur Linde. Manchmal kommen noch Sonderkulturen dazu (wie z.B. Gelbsenf, Saatwicke). Manches, was als Tracht durchaus in Frage käme (wie Süßlupine) fliegen die Bienen meist nicht an, weil zeitgleich Besseres blüht. Danach Weißklee.Der nächstgelegene Maisschlag ist immer bio. Außer Raps fliegen die Bienen eigentlich keine konventionellen Kulturen an.
    Bei dem, was Simmerl schreibt, habe ich wirklich das Gefühl, meinen Bienen können hier mit Würsten nach Speckseiten werfen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ... habe ich wirklich das Gefühl, meinen Bienen können hier mit Würsten nach Speckseiten werfen.

    ... und nun stell Dir vor, was Deine Tipps dann wert sind, in Gegenden in denn die Natur nicht mit einem ununterbrochenen Trachtband jedes imkerlichen Handeln oder Unterlassen auszugleichen in der Lage zu sein scheint.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Bei mir ist es wie beim "Simmerl", der Raps und der Löwenzahn verblüht, auf den Wiesen wächst nur noch das "Güllegras". Meine Völker haben noch alle ihren Honig und die Ableger bekamen nebst Waben mit Honigkränzen eine Futterwaben gefüllt mit apifonda.
    Ich kann ebenfalls nur noch auf den Wald hoffen!
    (Traurige) Sicht von den Bienenbeuten aus, nur Maisflächen und Wald:


    http://de.myalbum.com/Foto-MFZJO8K8-D.jpg

  • Passend zum Thema einer pestizidfreien Landwirtschaft auch folgender Kurzfilm:


    https://www.youtube.com/watch?v=w5da0aCiaqY


    Griass Simmerl


    Hi Simmerl
    ich habe mir dieses Teil gekauft :
    http://www.sampada.de/


    Bei mir geht kein , auch nur kleinstes, Holzstückchen, mehr verloren.
    Mit Kompost und Bodenlebewesen kenne ich mich seit langem aus.
    Das kommt mir nun zupass.
    mit einer Füllung kann man ca 2 Stunden volle Pulle kochen,
    und mehr als ein Drittel bleibt dann noch als Holzkohle übrig.
    Zur Terra Preta Erzeugung.
    EINEN Landwirt habe ich bereits überzeugt(Verwandtschaft)
    Der Kleinstimker kann mit dem Gerät ganz sicher seine Wachsarbeiten erledigen.
    Ich baue gerade an einem größeren Gerät :
    Aussen ein 50 liter Ölfass, innen eine abgeschnittene Propangasflasche.
    Nur mit der enormen Gasverbrennungsmenge fehlt mir noch eine Verwertung.
    Möglicherweise ins Gewächshaus oder zur Warmwasserbereitung.
    Es gilt jetzt noch viele Landwirte davon zu überzeugen, damit sie wieder Bauern sein können.
    Ich mache meine 4000 qm zum Terrapretawunderland.
    ein paar Jahre habe ich ja noch (vielleicht)
    Gruß
    Helmut

  • Wer von der unberührten Natur träumt, weil er glaubt das sei dann ein Blütenmeer für die Bienen, der sollte sich einmal mit Pflanzengeschichte in unserer Region beschäftigen.
    Die Römer schrieben vor 2000 Jahren vom finsteren Germanien.
    Damals war alles von Buchen Wäldern bedeckt, am Boden war es finster.
    Da gab es keine Blühflächen.
    Fast alles was wir uns als Blühflächen zurück wünschen, ist durch Menschenhand entstanden.
    Schönes Beispiel sind die Naturschutzflächen, die durch Beweidung konserviert werden müssen.


    Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Mitteleuropa früher fast ausschließlich von dichtem Buchenwald bedeckt war. Irgendwann wurde dieses Halbwissen unter die Menschen gebracht. Ich denke, es war von Beginn an ein Scheinargument um die intensive Flächennutzung zu rechtfertigen. Das Argument entspringt der Tatsache, dass an den meisten Standorten Deutschlands (Laub-) Wald die Endstufe der natürlichen Sukzession darstellt. Nadelwald übrigens nur sehr sehr selten. Selbst die Mittelgebirge sind, von den Gipfelregionen der höchsten Mittelgebirge abgesehen, eigentlich mit Laubwald bedeckt. Lediglich an sehr sandigen oder andere speziellen Standorten konnte sich die Kiefer zum Teil behaupten.
    Was bei dem Scheinargument der dichten Bewaldung nicht bedacht wurde ist die Tatsache, dass die Natur eben nicht störungsfrei und statisch ist. Panta rhei eben.
    Bis ein Gebiet dichter Wald ist vergehen fast 100 Jahre. Brechen in diesem Waldgebiet Feuer aus, so gibt es niemanden, der löscht, es gibt große zusammenhängende Waldgebiete, so dass die Flammen sich immer weiter ausbreiten können. Gigantische Freiflächen entstehen auf diese Weise. Blühareale krautiger Pflanzen für Jahrzehnte! Während dieser Zeit brechen woanders Feuer aus und schaffen ähnliche Gebiete. Heftige Stürme die ja nur alle paar Jahrzehnte auftreten müssen verrichten ähnliches.
    Zudem hatten die mitteleuropäischen Urwälder nur sehr wenig mit den heutigen künstlich dicht Gepflanzten gemeinsam. Sie waren bei weitem nicht so dicht. In den 'heiligen Hallen' kann man das heute noch sehr schön sehen. Buchen sterben nach ca 250 Jahren. Sie fallen um, brechen ab. Sie hinterlassen eine riesige Schneise und im ehemaligen Wurzelbereich oft einen Tümpel. Jahrelang kann sich hier eine neue artenreiche Flora und Fauna etablieren, die Sukzession startet hier neu. Bald fällt in der Nähe der nächste Baum.
    Weiterhin gab es zu Zeiten unbegradigter Flüsse riesige Auwälder und Überschwemmungsregionen. Regelrechte Sümpfe die eine dichte Bewaldung unmöglich machten.
    Hinzu kamen auch damals schon Krankheiten und Parasiten, Massenvermehrungen von Fressfeinden, die ganze Areale kahlfressen konnten.
    Und zu guter Letzt wurde lange Zeit das Werk der großen Pflanzenfresser unterschätzt! Riesige Herden von Wiesenten und anderen großen Säugern zogen durch die Länder und verhinderten, dass Wälder entstehen konnten.
    Erst der Mensch reduzierte ihre Zahl bis zur Ausrottung mit fataler Wirkung.
    Im Übrigen war auch weniger die Buche, als vielmehr die Eiche der eigentliche Waldbaum. Auch hier war es bereits der Steinzeitmensch, der die Buche aus ihrem Schattendasein führte. Da die Menschen früher eher Nomaden waren, rodeten sie, wohnten und zogen weiter. Rodungsstellen werden schnell von Buchen erobert. Die Eiche braucht hunderte von Jahren, um diese Regionen zurück zu erobern. Diese Zeit hatte sie schon bald nicht mehr. Eichenwälder sind jedoch noch wesentlich lichter als Buchenwälder und ermöglichen daher noch mehr Blütenpflanzen die Existenz.
    Zahlreiche waldfreie Extremstandorte kommen noch hinzu.
    Die Geschichte von einer dichten, dunklen Bewaldung ganz Germaniens ist eine Mähr! Viel haben die Römer eh nicht davon gesehen, und für den Teutoburger Wald mag das damals zugetroffen haben. Übrigens regnet es in Rom mehr als in jeder deutschen Stadt. Wer hätte das gedacht?
    Die ursprüngliche, postglaziale Landschaft in Mitteleuropa war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit deutlich Bienen- und allgemein Insektenfreundlicher als heute.
    Und in jedem Fall Pestizidfreier :-)
    Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe


  • Die Geschichte von einer dichten, dunklen Bewaldung ganz Germaniens ist eine Mähr!


    Es gibt einen interessanten Zweig der Biologie, der sich mit der Geschichte der Pflanzenwelt in den vergangenen Millionen Jahren beschäftigt.
    z.B. anhand von Pollen in den unterschiedlichen Bodenschichten kann sehr genau der Pflanzenwuchs zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Gebieten ermittelt werden.

  • Und warum hast Du dich mit diesem Zweig der Biologie noch nicht beschäftigt? :wink:

  • Pestizidfreie Landwirtschaft läuft nur über naturrichtige Bodenbewirtschaftung und da ist ausschlaggebend, was die Natur so von sich aus macht. Daß ganz Deutschland ohne den Menschen voller deutscher Buchen und deutscher Eichen bewaldet wäre, ist sicher nicht richtig. Das war nie so und wird auch nie so werden.


    Eine pestizidfreie Landwirtschaft wird es in dieser Gesellschaftsordnung nie geben, denn der erzwungene Wachstum (wachse oder geh pleite) beinhaltet den Raubbau am Boden. Die Produktion ist ja nicht am tatsächlichen Bedarf gekoppelt sondern an der Erfüllung von Krediten. (Bezahlen von Rechnungen.) Um an der Gesamtsituation etwas zu ändern, bedarf es daher mehr als uns paar Hippies, die mit den Händen im Boden rumwühlen und sich an den Würmern erfreuen. Die Techniken und das Wissen um die richtige Bodenbewirtschaftung sind ja schon lange vorhanden und heute nahezu vollständig verstanden. Daß sie nicht zur breiten Anwendung kommen, liegt allein an unserem Gesellschaftssystem.


    Was sollen wir darüber groß diskutieren, mit den Menschen um uns herum müssen wir leben.


    "Sei Du die Veränderung, die Du dir von der Welt wünschst" - am besten fangen wir erstmal bei uns selbst an.


  • Eine pestizidfreie Landwirtschaft wird es in dieser Gesellschaftsordnung nie geben, denn der erzwungene Wachstum (wachse oder geh pleite) beinhaltet den Raubbau am Boden.


    Es gibt sie doch! Nach dem, was ich gelesen habe, sind - zumindest bei kleineren Flächen - die Betriebe sogar rentabler als die konventionellen.
    Die Faustformel für Biobetriebe lautet: Halber Ertrag, doppelter Preis. Das geht auch ganz kapitalistisch-marktwirtschaftlich. Man sehe sich nur die Strukturveränderungen im Bioeinzelhandel an (von Tante Emma zum Bio-Supermarkt und in die Discounter)
    Für die Ernährung der Weltbevölkerung ist es wahrscheinlich auch kein Thema, weil dort, wo Nahrungsmittel knapp sind, die Bauern sich die Agrarchemie mitsamt dem Saatgut für genveränderte Pflanzen eh nicht leisten können.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Moin Wolfgang,


    ganz kapitalistisch-marktwirtschaftlich verlieren diese Höfe jetzt ihre Flächen an die Gaswirte und andere Landgrabber. Erstmal fällige Pachtflächen, und ohne die ist der Hof dann oft nicht mehr überlebensfähig... Das geht in Richtung Neofeudalismus. http://www.spiegel.de/spiegel/a-725496.html , zum Beispiel.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Es gibt sie doch! Nach dem, was ich gelesen habe, sind - zumindest bei kleineren Flächen - die Betriebe sogar rentabler als die konventionellen.
    Die Faustformel für Biobetriebe lautet: Halber Ertrag, doppelter Preis. Das geht auch ganz kapitalistisch-marktwirtschaftlich. Man sehe sich nur die Strukturveränderungen im Bioeinzelhandel an (von Tante Emma zum Bio-Supermarkt und in die Discounter)
    Wolfgang


    Leider sieht die Zukunft der Biobetriebe in Deutschland sehr düster und mit wenig Zukunftsperspektiven aus. Bayernweit sinkt die Zahl der Bio-Bauern.
    1233 Betriebe in Schwaben wirtschaften derzeit ökologisch – sechs weniger als 2013. Erstmals haben damit mehr Bio-Bauern aufgehört als neue Betriebe hinzukommen.
    So z.B. werden Biogas-Betriebe deutlich stärker gefördert werden als der Öko-Landbau. „Der Staat hat einen großen Fehler gemacht und völlig falsche Anreize gesetzt“ und so werden die Chancen für die heimischen Bauern versiebt. Denn während der Öko-Landbau hierzulande stagniert, kaufen die Deutschen so viel Bio wie nie. Deshalb kommt immer mehr Öko-Ware aus dem Ausland, wie eine Studie der Universität Bonn belegt: Jeder zweite Bio-Apfel und jede zweite Bio-Karotte kommen aus dem Ausland.
    Für uns Imker auch keine erfreuliche Entwicklung.

  • Leider sieht die Zukunft der Biobetriebe in Deutschland sehr düster und mit wenig Zukunftsperspektiven aus. Bayernweit sinkt die Zahl der Bio-Bauern.


    Servus beinand, servus Xare,


    könntest Du bitte die Zahlen mit einem link untermauern, bitte.


    http://www.stmelf.bayern.de/landwirtschaft/oekolandbau/


    Das STMELF gibt da mehr an und schließlich will der Brunner bis 20 auf 20% aufstocken.


    Das von Dir angesprochene Problem, daß wir zuviel Bioprodukte einführen müssen, anstatt sie selber zu erzeugen, ist eine Seite.


    Die andere, Biobauern sind nicht gleich Biobauern, je nach Richtlinien.


    Da gibts auch Biobetriebe, die auch 6 mal Mähen oder über die Hälfte Silieren.


    Da kann man nicht von Artenvielfaltbewahrung sprechen, eher von deren Zerstörung.


    Griass Simmerl



  • Hallo Simmerl,
    da ich heuer meine Flächen neu verpachtet habe, hatte ich auch den Markt wegen der Preisgestaltung im Auge. Auch habe ich erst kürzlich hier einen Beitrag im BR gesehen.


    http://www.augsburger-allgemei…ern-sinkt-id29069072.html



    http://www.br.de/nachrichten/s…n/bio-nein-danke-100.html


    http://www.die-biokueche.de/ak…auern-in-der-krise-1.html



    Fazit: Die Stimmung für eine biologische Bewirtschaftung wird immer schlechter in der BRD.