Wassergehalt vor und nach dem Schleudern

  • Ich messe bei einem Volk meistens 2 - 3 Waben mit dem Refraktometer.
    So habe ich Gestern unter 17 % bei 4 Waben/ 2 Honigräume in der Anzeige gehabt.
    Nach dem Schleudern messer ich jeden Hobbock und schreibe ein Etikett.
    Ist mir jetzt einige male aufgefallen, nach der Schleuderung liegt der Wassergehalt immer höher.
    In diesem Fall sind im Hobbock 19,4 %.
    Gibt es dazu eine Erklärung?


    Gruß Heiner

  • Entweder ist mit Deinem Refraktometer etwas nicht in Ordnung oder der Honig ist in den einzelnen Waben doch sehr unterschiedlich vom Wassergehalt. 19,4 wäre ja echt Mist! Ich benutze ein Aräometer, finde ich wesentlich unkomplizierter in der Handhabung.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Zu hohe relative Luftfeuchte im Schleuderraum? Honig zieht Wasser an. Hygrometer und Thermometer sollten Standardausrüstung beim Schleudern sein.

  • Und ein Kondensationstrockner

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Heiner!


    Eine Wassergehaltmessung ist immer eine Momentaufnahme mit einer gewissen Fehlerhäufigkeit. Vor der Schleuderung werden nur ein paar Zellen erfasst. Nach der Schleuderung wird normalerweise der Honig an der Oberfläche entnommen, genau da setzt sich der Honig mit dem größten Wassergehalt ab, da dieser leichter ist.


    Wenn du vor der Schleuderung tatsächlich eine repräsentative Messung zustande bringst und nach der Schleuderung der Honig mehr Wasser enthält, dann liegt es an der Luftfeuchtigkeit im Schleuderraum.


    Im Internet werden folgende Werte kolportiert.


    Temperatur (in Grad Celcius) 10.. 20.. 30.. 34
    Relative Feuchte (in %)........54.. 60.. 70.. 75


    Sollte die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit im Schleuderraum darüber liegen, so zieht der Honig während der Lagerung und Schleuderung Wasser. Was im Gegenzug heißt, liegen die Werte darunter, dann mindert sich der Wassergehalt.


    Ein Luftentfeuchter im Schleuderraum hat seine Vorteile.


    MfG
    Honigmaul

  • Moin Heiner


    Um einen repräsentativen Wassergehalt des Honig im Hobbock zu haben solltes Du den Honig vor dem Messen einmal ordentlich umrühren.
    Somit werden dann die "trockenen" unten liegenden Honigschichten mit den oben schwimmenden "wässrigen" Honigen gemischt.
    Nur so kann der Wassergehalt in großen Gefässen gemessen werden.
    (Es gibt hierfür sogar eine Norm, die eine Mischung der Honigcharge vor Wassergehalt-Messung vorschreibt, diese sollte sogar bei den Honigbewertungen des DIB angewendet werden...)


    Das sich ein Refraktometer in der Zeit zwischen der Messung am Stand und der darauffolgenden Messung im Hobbock so sehr verstellt sollte unter normalen Umständen nicht möglich sein.


    Also rühre einfach mal durch, und messe noch einmal.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Beim Messen im Honigraum ist zu berücksichtigen, dass Randwaben einen viel höheren Wassergehalt haben. Ich finde es immer lustig, wenn in der Zeitung das Bild eines Weingärtners mit Refraktometer kommt und er die Öchselgrade voraus sagt.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Einfach vor dem Schleudern die schlechteste Stelle messen. Ich messe immer den unverdeckelten Bereich der äußersten zu schleudernden Waben auf beiden Seiten des HR. Isses dort gut, dann passt auch alles andere.

  • Moin rooman


    Du würdest Dich wundern, wenn Du mal verdeckelten Honig messen würdest ;-)
    Der Verdeckelte hatte die letzten 2 Jahre bei mir den um fast 2% höheren Wassergehalt als der unverdeckelte Bereich.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo !



    (Es gibt hierfür sogar eine Norm, die eine Mischung der Honigcharge vor Wassergehalt-Messung vorschreibt, diese sollte sogar bei den Honigbewertungen des DIB angewendet werden...)


    Nicht nur für die Messung des Wassergehalt:


    DIN 10742
    Untersuchung von Honig; Leitfaden zur Probennahme
    2011-06


    Speziell:


    DIN 10752
    Untersuchung von Honig; Bestimmung des Wassergehaltes;
    Refraktometrisches Verfahren; Wassergehalt (AOAC-Methoden n. Chataway und Wedmore)
    1992-05
    - 4 Geräte und Hilfsmittel
    - 5 Probennahme



    Unser Refraktometer (Apiopitik Digital), habe ich mit dem offizellen Geräte einer Untersuchungstelle gegengecheckt,
    innerhalb von 2 Jahren keine Veränderung.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich hatte alle Waben, die einen offenen Bereich hatten, vor der Schleuderung vermessen und alle Waben aussortiert, die über 17,5% lagen. Nach der Schleuderung und der Homogenisierung im Hobbock hatte der Honig 18%.
    Den verdeckelten Honig hatte ich nicht gemessen, eine mögliche Fehlerquelle. Aber was hätte das auch genützt?
    Die Luftfeuchte im Schleuderraum war gefühlt hoch, die zweite Fehlerquelle. Nun, ich lerne aus diesem Thread und habe mir gleich einen Raumlufttrockner bestellt: http://www.amazon.de/gp/product/B000NWERMM/ref=oh_details_o00_s00_i00?ie=UTF8&psc=1.


    Gruß Ralph