Honig ungerührt ins Glas. Nachteile?

  • Hallo,


    letztes Jahr hatte ich schon den Fall, dass meine Miniernte nach 2 Wochen immer noch keine Kristalle angesetzt hatte. Habe Ihn daher ohne zu Rühren in die Gläser gefüllt.


    Nach geschätzt ~ 2-3 Monaten ist er dann auskristallisiert und nun etwas fester. Man bekommt Ihn aber bei Zimmertemperatur noch einfach aus dem Glas.


    Meine Konsumenten sagen alle sie wollen ihn gerne so fest. Da läuft nichts weg. Ist ja auch ne Geschmackssache.
    Macht es nen Unterschied in der Qualität oder dem Geschmack, wenn ich ungerührt abfülle?


    Gruß und schönes Wochenende!

  • Das kommt auf Deine Tracht an. Rapshonig z.B. wird geschleudert und ungerührt hart wie Beton. Ich persönlich mag grobe Kristalle im Honig nicht, aber wenn alle Deinen Honig so mögen, dann ist doch gut. Die Qualität von ungerührtem Honig ist sogar besser, weil ein Bearbeitungsprozess weniger und weniger Sauerstoffkontakt. Auch der Geschmack ist anders.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Moin Namensvetter :wink:!


    1 km Luftlinie ist für Raps nix. Soll heißen, deine Bienen werden ihn trotz dieser Distanz und evtl. aus menschlicher Sicht "lohnenderen" Trachtmöglichkeiten in geringerer Entfernung ziemlich sicher in nicht unerheblichem Umfang angeflogen sein.
    Daher würde ich dazu raten, davon auszugehen, dass du Raps mit drin hast in deinem Honig.


    Ob du den dann rührst oder nicht sei dir selbstverständlich selber überlassen, aber sinnig ist es schon solche Honig zu rühren. Und bei entsprechender Rührung, nicht aber Überrührung (!), sind auch gerührte Frühtracht-/Rapshonige ganz hervorragend und bleiben schön fest bzw. cremig, sodass sie keinesfalls vom Brot laufen...okay, außer man hält es minutenlang schief :wink:.


    Regnerische Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich hab aus meier Anfangszeit noch Gläser mit Honig der sofort fest wurde und den ich Meist verschenkt hatte. Meine Frau steht darauf. Findet den im Geschmack mit den besten.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • Rapshonig wird fest wie Beton... ein Mantra.


    Ich habe noch nie Honig gerührt, sondern immer ungerührt relativ zeitnah eingefüllt.
    Der Rapshonig 2013 ist schon ordentlich fest, aber immer noch streichbar. Mittlerweile ist auch der Sommerhonig ähnlich fest.
    Es gibt immer genug kaufende Honigesser, die den Honig cremig oder fest oder flüssig oder mit Kristallen oder ... haben wollen. Das kann ich nicht alles bedienen.


    Klar, zur Honigprämierung schaffen es ungerührte honige kaum in die höchste Klasse.


    Dieses Jahr will ich mal einen Vergleich machen, dieselbe Charge rühren und nicht rühren. Aber traditionell, mit Rührstab aus Buche.

  • Aber traditionell, mit Rührstab aus Buche.

    :lol: Bringt vielleicht noch ein bißchen Schweißaroma mit rein...
    Gut, kann man ja alles machen, wie man will.


    Selbst kann ich Betonhonig absolut nichts abgewinnen, streichen, worauf auch immer kann man den eh nicht. Wenn Sommerhonig noch irgendwie entnehmbar bleibt, dann hat man halt Glück gehabt mit der Zusammensetzung.


    Wer die Kundschaft schon selektiert hat...
    Ich habe etliche Honigkäufer dazugewonnen, die sich lobend über die Cremigkeit äußerten und in gleichem Atemzug mitteilten, dass die bisherige Quelle so harten Honig lieferte, und dass man den nun nicht mehr nehmen wolle.
    Für mich persönlich ist das nachvollziehbar und der Großanteil der Honigkundschaft möchte das so. Von daher lohnt sich Rühren, will ich meinen.


    Grüße


    Marion


    und animpfenbeschleunigt und vereinfacht das Ganze nicht nur zeitlich.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Stimmt!


    Aber ist mir zu auswändig geworden und Leerwaben im HR haben was :daumen:

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    Hans Kasper

  • Hallo,


    Nee, nee. Der Begriff "Scheibenhonig" ist in der Imkerei schon definiert und vergeben.
    Das hier wäre dann allerbestenfalls ne Scheibe Honig.

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    Hans Kasper

  • Hallo Leute,
    dass Betonhonig anders schmeckt stimmt. Das kommt daher, dass beim Lecken die Zungenoberfläche viel längeren und intensiveren Kontakt mit dem Honig hat und sich beim Leckvorgang außerhalb der Mundhöhle einiges an Sauerstoff zu dieser Schleimmischung hinzugesellt. Dieser Effekt wird ja auch grundsätzlich bei Weinverkostungen genutzt um den Geschmack des Weins beurteilen zu können.
    :-)
    Viel Spaß beim Lutschen
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • ...beim Lecken die Zungenoberfläche viel längeren und intensiveren Kontakt mit dem Honig hat


    Wegen der Bremswirkung der Großkristalle jetzt?:lol:


    Die feincremig-Honig-Minikristalle zergehen doch viel besser auf der Zunge, schmelzen sofort und verteilen somit sämtliche Inhaltsstoffe schneller und intensiver, der Benetzungseffekt ist ein größerer.
    Beim Schnabelöffnen kommt O2 sowieso mit rein, ob man`s plant oder nicht und die Geschmacksprobe ist doch dann außer der Süße und Säure auf der Zunge ohnehin eine Aromawahrnehmung, die eher ein Job der Nase ist.:wink:

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    Hans Kasper