Bienen für Bio Unterricht präparieren

  • Hallo Forum


    Ich habe eine Anfrage bekommen, Bienen für die Schule zu präparieren.
    Dabei habe ich das Problem, daß bereits gestorbene Bienen sich sehr zusammenziehen und über Nacht das Fell auch stark verklebt.
    Gibt es eine kleine Anleitung wie ich Bienen möglichst realistisch präparieren kann ?
    Mir schwebt da sowas wie alte Schmetterlingssammlungen vor. Schön mit Nadel aufgespießt. Oder in Acryl gegossen.


    Habt ihr da Anregungen oder Links ?
    Danke.

  • Hi,


    frischtote Bienen nach Schmetterlingsart aufspießen und trocknen lassen.
    Mit Zusatztnadeln die Beine/Flügel in der gewünschten Stellung fixieren.
    Bei bereits getrockneten brechen die Beine ab.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo!


    Getrocknete Bienen auf Nadeln aufgespießt zeigen eigentlich sehr wenig und sind unpraktisch. Wenn die Schule Stereolupen hat oder auch gewöhnliche Handlupen, dann ist es am besten Bienen und Drohnen über Nacht in einer Plastiktüte im Gefrierfach zu haben. Die sind dann am nächsten Tag gut unter der Stereolupe zu betrachten und zu untersuchen. Das kann der Biologilehrer organisieren. Die Kommentare der Schüler sind eine Freude zu hören:"Schau mal die vielen Haare...,was ist denn da an den Beinen...?" und so weiter. Das ist viel intressanter als vertrocknete Bienen neben vertrockneten Wespen und Fliegen auf Nadeln zu vergleichen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

  • Hi!


    Ich hab mich immer gefragt, wie die die Schmetterlinge so heil in den Kasten bekommen...
    Ganz einfach: Sie werden vergast.


    Warum schauen die sich nicht lieber lebende Bienen an?
    Man könnte ja mit einer Mikroskop-Optik auf einer Kamera ein paar Fotos machen, um jede Seite in Ruhe betrachten zu können.
    Mikroskopieren lernen kann man eh schöner an Pflanzen.


    Ich erinnere mich an so Anspitzergroße Plastik-Becherchen mit eingebauter Lupe, in denen man die Insekten lebend betrachten kann.
    Reicht das nicht? Gibt es bei einem großen Versandhändler unter dem Suchbegriff "Becherlupe".


    .. Oder erschlagt doch die nächste Mücke nachts mit einem Objektträger...


    Nichts für ungut,
    Bärentatze

  • Hallo,
    die Frage ist zwar schon von Mai 2014 aber vielleicht für einige immer noch Aktuell.
    Möglichkeiten der Materialbeschaffung:
    1. Boden der Beute reinigen und nach 24 Stunden den Totenfall entnehmen. Hiervon sind maximal 5% bis 10% für eine weitere Verarbeitung tauglich. Die guten Exemplare (nicht zu stark gekrümmt) entnehmen und unter einer Lupe mittels feinem Pinsel (Malkasten-Pinsel oder besser noch einen Lippen-Pinsel "schräg-oval") eventuelle Verunreinigungen (Pollen, Wachsreste) abbürsten.
    2. Einige Bienen aus der Beute in eine Plastiktüte überführen und über Nacht in die Gefriertruhe legen. Davon sind ca. 80 % für eine weitere Präparation tauglich.
    3. Einige Bienen aus der Beute in eine Plastiktüte überführen und mittels eines Kontakt-Kältespray (Elektronik-Markt) aus größerer Entfernung einsprühen und dann in die Kühltruhe legen.
    Die Bienen unter Punkt 2 und Punkt 3 sind nicht so stark gekrümmt. Bitte nun keine Kommentare zu den Bienen und der Kühltruhe .... ihr schneidet auch Drohnenrahmen ........


    Die RISU (Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht an allgemein- bildenden Schulen) schreibt vor, dass man tote Bienen (Insekten) nicht ungeschützt präsentieren darf. Des Weiteren sollten die Präparate laut Empfehlung der RISU mindestens 18 Tage bei -20°C gefroren gelagert werden.
    Die weitere Präparation ist teils schon oben beschrieben. Sie können nun mittels eines Tropfens Sekundenkleber auf einen Untergrund geklebt werden. Im folgenden Schritt werden mit einer Pinzette die Beine der Biene ausgerichtet. Mit etwas Übung geht es sehr schnell. Für Schülerinnen und Schüler macht es Sinn, die Bienen in verschiedenen Ansichten zu präsentieren --> oben, unten und seitlich. Daher würde ich die Bienen jeweils zu dritt in eine Petrischale kleben und diese mit einem Marken-Isolierband staubdicht umkleben oder den Deckel mit Heißkleber luftdicht verkleben.
    Die gesamt Präparation dauert pro Petrischälchen (3 Bienen) etwa 20-30 min. Als Ergebnis hast du dann ein Präparat, welches die Schülerinnen und Schüler von allen Seiten betrachten können. Die Präparate halten mehrere Jahre und sind in den Petrischälchen gut lagerbar sowie unter dem Binokular bzw. einer Stereo-Lupe sehr gut auszurichten.
    Siehe Bilder:


    Schönen Gruß

    Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.

  • Oder in Acryl gegossen. Habt ihr da Anregungen oder Links ?


    Mühsame Nummer. Erstmal muß das Wasser raus, weil sich das nicht mit dem Harz verträgt, bzw. trübt. Wasser einfach raus -> trocknen geht nicht, weil die Viecher dann nicht mehr zu erkennen sind (verkrunschelt, Blasen und Luftfilm), also muß Du das Wasser ersetzen, stufenweise, und dann mit Harz (Polyester, nicht Acryl) eine Basis gießen, dann das Vieh ausrichten, eine nächste Schicht angießen usw., weil es soll ja bis in die Flügelspitzen gut aussehen. Zu große Volumina sind auch schlecht, weil das dann zu warm wird, bei einer Biene sollte es aber problemlos gehen. Schwierigkeiten sind keine Blasen zu heben und keinen anhaftenden Luftfilm.


    Gooogle mal 'feuchte Gießlinge Insekten'


    Viel Erfolg & beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife