Welches ist der Stecher ?

  • Hallo,
    gerade musste ich zum wiederholten mal vom Bienenstand flüchten. Ich stand mind. 8 Meter entfernt vom Stand im Schatten und schon wieder wurde ich von einer Biene angegriffen. Als ich langsam vom Stand wegging, folgte sie mir und flog mir ins Haar, obwohl ich schon 30 Meter weg war. Ich wurde in letzter Zeit auf diese Art schon mehrfach in den Kopf gestochen.
    Heute habe ich noch nichts bei den Bienen gemacht, habe sie also nicht "geärgert".


    2 meiner Völker haben an Ostern geschwärmt und ich habe Schwarmzellen gebrochen, die Bienen haben nachgeschafft. Könnte es sein, dass diese Völker weisellos und deshalb aggressiv sind? Ich möchte jetzt nicht reinschauen, um die evt. geschlüpfte Kö nicht zu stören.


    Ausserdem gibt es noch ein sehr vitales Volk, das ich kürzlich bei eher kühlem Wetter und bedecktem Himmel durchgeschaut habe. Das habe ich letztes Jahr vom Verein als Ableger bekommen und war letztes Jahr unauffällig. Allerdings habe ich auch nicht sehr oft durchgesehen. Jedenfalls musste ich die letzte Durchsicht abbrechen, weil mir bei der unteren Zarge die Bienen wie kleine Geschosse gegen den Schleier flogen. Rauchgaben haben sie noch viel wilder gemacht. Sie quollen aus der Beute und flogen wie ein Schwarm um mich herum. Stiche trotz Vollmontur natürlich inclusive. Die anderen Völker sind deutlich ruhiger und bleiben besser auf den Waben sitzen.


    Nun meine Frage: Wie kann ich den Stecher, wenns denn einer ist, zweifelsfrei identifizieren? Kann ich von der Unruhe und das Auffliegen bei zugegebenermaßen nicht so gutem Wetter auf die Angriffslust schließen? Kann es auch ein Volk sein, das beim Durchsehen ganz brav ist?
    Meine 9 Völker (5 Völker, 2 Schwärme, 2 Ableger) stehen sehr nahe beieinander, alle in einer Reihe und die erste Alarmbiene kommt meist schon, wenn ich mich dem Stand nähere.


    So macht es leider gar keinen Spaß mehr :-(
    Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
    Dank und Gruß vom Bodensee
    Silke

  • Hallo Taralina,


    Stecher können verschiedenste Ursachen haben, angefangen bei schlechtem Wetter, über schlechten Geruch bis hin zu schlechter Verfassung oder Standort.


    Hier heißt es also erst mal herausbekommen, woran das Ganze liegt. Manche Bienen sollen während der Rapstracht auch aggressiv sein.


    Schlechtes Wetter macht Bienen auf jeden Fall angriffslustiger, zudem meißt mehr Bienen im Stock verweilen, als bei schönem Flugwetter.


    Letzendlich hatte auch ich mal einen schlimmen Stecher, der musste umgewesielt werden. Auch ich konnte mich da auf 20 m nicht an den Stand bewegen, ohne gestochen zu werden. Die ganze Nachbarschaft hat sich beschwert.


    Andere Frage:
    Du sagst, dass 2 Deiner Völker geschwärmt sind und Du (dann??) die Schwarmzellen gebrochen hast.


    Die Königin hört in der Regel ein paar Tage vor dem Schwärmen auf Eier zu legen. Woraus haben sie also nachgeschafft?
    Oder verstehe ich hier etwas miss?


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Liebe Anni,


    Zum Nachschaffen habe ich eine Brutwabe aus einem anderen Volk gegeben als Weiselprobe, da mir nicht so ganz klar war, ob da schon eine Königin geschlüpft war.


    Raps gibts hier keinen, nur jede Menge (gespritzte) Apfelblüten und Erdbeerfelder.


    Woher wusstest Du so genau welches der Stecher war?


    Liebe Grüße
    Silke

  • Hallo Silke,
    vielleicht erstmal Fragen zu dir. Hast du:
    1. den Smoker vorher angemacht, eine Rauchgabe gegeben und kurz abgewartet, dass die Bienen Futter aufnehmen können?
    2. deine Haare frisch gewaschen, benutzt du Haarspray oder Parfüm?
    3. zu deinem Vollschutz: du arbeitet demnach sicherlich mit Handschuhen. Kannst du gefühlvoll arbeiten oder kommt das eher "grob" rüber?
    4. nimmst du eine Wabe (Platz schaffen) zur Seite oder hängst du sie wieder gleich wieder rein?
    Bevor deine Völker dran sind, vielleicht ein paar Aussagen dazu?
    LG Katrin

  • Hallo Taralina,


    Stecher können verschiedenste Ursachen haben, angefangen bei schlechtem Wetter, über schlechten Geruch bis hin zu schlechter Verfassung oder Standort.


    LG: Anni


    Hallo,


    manchmal (fast immer?) mag es auch an der Genetik liegen, wenn ein Volk sticht.
    Gruß
    KME

  • Liebe Katrin,
    Die Punkte, die Du aufgeführt hast, habe ich alle beachtet. Rauch, gewartet, kein Parfüm, Haarspray-niemals, kein Knoblauch, Haare gewaschen - zumindest heute morgen nicht.
    Versuche natürlich auch möglichst ohne Gepolter und Gequetsche zu arbeiten. habe sogar superextravorsichtig gearbeitet, da die Beute recht voll ist und das Volk eigentlich mein Lieblingselitevolk ist (2 Honigzargen sind schon voll) und ich natürlich auf keinen Fall die Königin schädigen wollte.
    Da mir schon 2 Schwärme abgegangen sind, musste ich aber dringend nach Weiselzellen schauen, daher auch die Nachschau trotz trübem Wetter.


    Wir sind beim Imkerkurs immer zu 15 Leuten direkt vorm Flugloch gestanden, ohne Schleier und ich bin nie gestochen worden.
    Wie kann es sein, dass ich jetzt nicht mal mehr auf 10 Meter an meinen Stand rankomme ohne Imkeranzug, und wie kriege ich raus von welchem Volk diese wilden Kriegerinnen kommen?


    Danke und Grüße
    Silke

  • Hallo Silke,

    Zitat

    manchmal (fast immer?) mag es auch an der Genetik liegen, wenn ein Volk sticht.

    . Wenn du dich so verhältst, wie du beschreibst, gehe ich mit der Aussage von KME mit. Dieser hier:

    Zitat

    Allerdings habe ich auch nicht sehr oft durchgesehen. Jedenfalls musste ich die letzte Durchsicht abbrechen, weil mir bei der unteren Zarge die Bienen wie kleine Geschosse gegen den Schleier flogen. Rauchgaben haben sie noch viel wilder gemacht. Sie quollen aus der Beute und flogen wie ein Schwarm um mich herum.

    ist auf jeden Fall ein Umweiselungskandidat. Nicht lange fackeln, sonst setzt du seine Drohnen frei. Vorgehen wie Henry bereits im anderen Thread beschrieben hat, Absperrgitter vor Einflug (waagerecht) und weiter weg abfegen. Brut mit Weisel im Ausfresskäfig einhängen. Begattete Weisel aus guter Quelle vorab besorgen !!!!
    LG Katrin

  • Hallo, Kai-Michael,


    dem Verein und seinen Züchtern vertraue ich zwar, vielleicht lag es ja an den Drohnen?


    -wenn ich sicher weiss, welches Volk mich schon 10 Meter vorm Stand attackiert wird umgeweiselt, egal wieviel Honig die bringen. Aber wie teste ich das?
    Ist gegen den Schleier donnern schon ein K.O. Kriterium?
    Stiche in den Handschuh - vielleicht müffelt der ja nach Alarmpheromon?
    In den Ausschnitt krabbeln und dort zustechen ist das normal?
    Abends mit der Taschenlampe ins Flugloch leuchten habe ich mal irgendwo gelesen, wenn sie dann rauskommen und eine Attacke reiten sollen sie aggressiv sein. ich habe es noch nicht ausprobiert.
    Kennt Ihr Kniffe, um ein Volk zu testen (möglichst ohne allzu viele Stiche einzustecken)?


    Grüße von Silke

  • Liebe Katrin,


    ich hatte es befürchtet..
    Ich habe wegen der anderen Schwarmkandidaten Kontakt mit einem Züchter in der Nähe aufgenommen, der hat aber momentan nur Edelzellen. Die meisten Züchter haben erst ab Juni begattete Königinnen, aber vielleicht muss ich nochmal suchen.
    Geht die Methode auch mit schlüpfreifer Edelzelle? Volk verstellen und in Zarge mit Brutwabe + Edelzelle und Mittelwänden zufliegen lassen bzw vor Zarge abkehren?
    Nachbarvölker sind Schwärme und Ableger, muss ich da auch ein Gitter anbringen? (ich habe nicht so viele Gitter)
    Finden die Stockbienen den Weg zurück, wenn sie noch nicht geflogen sind?
    Kann ich den Honigraum einfach wieder draufstellen?
    Darf offene Brut dabei sein, oder ziehen sie dann womöglich neu an anstatt die schlüpfende Weisel zu anzunehmen?


    Die Anfängerin hat halt viele Fragen...
    Danke und sonnige Grüße vom Bodensee
    Silke

  • In einer Studie habe ich mal gelesen, daß zum Testen von Agressivität dunkle Lederlappen vor dem Flugloch hin und her gewedelt werden sollen. (Am langen Stock. :wink:) Da ich keinen dunklen Lederlappen hatte, habe ich daher meine schwarze Wollmütze genommen und am langen Arm damit vor den Fluglöchern rumgefuchtelt. Also ich konnte deutliche Unterschiede in den Reaktionen erkennen.


    Der Lederlappen hat natürlich den Vorteil, daß man den nachher wissenschaftlich auswerten kann, indem man die Anzahl der sich darin befindlichen Stachel feststellt.


    Vielleicht kannst Du auf diese Weise auch deine "Imkerhandschuhe" entsorgen. :wink:

  • Hallo Silke,
    ich halte bei einem Stecher eine unbegattete Königin für die zweitbeste Lösung. Im dümmsten Fall hast du im kommenden Sommer oder bereits im Herbst das gleiche Problem. Zurückfliegen zur eigenen Beute werden die Flugbienen, eine standbegattete Königin evtl. auch. Die Drohnen des Stechervolkes werden schon herumfliegen, daher würde ich es anders versuchen. Wenn nicht anders, versuche es mit der Edelzelle, dann kannst du dir ja zum Sommerende noch eine gute Königin besorgen.

    Zitat

    Vielleicht kannst Du auf diese Weise auch deine "Imkerhandschuhe" entsorgen.

    . Macht sie bestimmt bald, braucht sie ja nicht mehr.............:p


    LG Katrin

  • Hallo,


    manchmal (fast immer?) mag es auch an der Genetik liegen, wenn ein Volk sticht.
    Gruß
    KME


    Dem kann ich so gar nicht zustimmen. Die meißten "Stecher", die mir gezeigt wurden, waren keine, wenn sie richtig behandelt wurden :-)
    Gerade Imkeranfänger neigen zu manch unbewusstem Fehlverhalten.
    Das sollte man ausschließen, bevor man eine Königin abdrückt.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • Beim Deckel lüpfen das Geräusch alleine hätte schon gereicht. Die herausschießenden Bienen ( direkt zwischen den anderen lieben Völkern) waren der letzte Beweis.
    Trotzdem habe ich ihnen eine Saison Chance gegeben

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.