Wandern mit Naturbau

  • Hallo Imkers,


    ich habe vor, dieses Jahr in die Robinie zu wandern und frage mich, ob ich mich trauen soll, die 1,5 DN Naturbauvölker mitzunehmen. Bei den Völkern, die auf DN Normalmaß sitzen, sind die Naturbauwaben im Brutraum so gut wie immer am Unterträger angebaut, bei den Völkern, die auf DN 1,5 sitzen, nicht. Die Rähmchen sind gedrahtet, der Bau von 2013- trotzdem habe ich Bedenken, daß es Bruch geben könnte... Gibt's hier jemanden, der schon mit Naturbau auf so großem Maß gewandert ist?


    Grüße,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Gibt's hier jemanden, der schon mit Naturbau auf so großem Maß gewandert ist?


    Also ich habe Dadant, waagrecht gedrahtet. Teilweise Mittelwände, teilweise Anfangsstreifen. Wabenbau Bruträume aus dem letzten Jahr, Neubau des Wabenwerk in den Honigräumen mit Anfangsstreifen, die beiden mittleren HR-Rähmchen mit Mittelwände, damit der Aufstieg Brutraum<->Absperrgitter<->Anfangsstreifen Honigraum nicht so groß ist und der HR schneller angenommen wird als bei reinen Anfangsstreifen.


    Meine 4 Völker sind am Wochenende 180km Autobahn gefahren (Anhänger, Zugfahrzeug mit Tempomat, Fahrt von 21 bis 23:30). Jeweils Aufladen auf Anhänger, Fahrt, Abladen, dann nochmal 50m mit der Sackkarre auf nem ebenen Weg.


    Alles ohne Probleme gut gegangen, kein Wabenbruch.


    Stefan

  • Hallo Zonia,


    ich habe natürlich weder Erfahrungen mit Wanderungen, noch mit "richtigem" Naturbau. Aber was macht Dir jetzt Angst? Das sie nicht am UT angebaut sind? Das machen die Bienen generell nur, wenn man die MWs direkt an den UT ansetzt oder im HR. Ich setze die MWs immer oben an und meine Bienen bauen im BR niemals am UT an.


    Ich vermute mal, daß bei guter Drahtung 1,5DNM-Naturbau auch keine Probleme macht.


    Gruß Jörg

  • Aber was macht Dir jetzt Angst? Das sie nicht am UT angebaut sind? Das machen die Bienen generell nur, wenn man die MWs direkt an den UT ansetzt oder im HR.


    Achso, ja, bei mir sind die Waben unten auch nicht festgebaut. Zum Teil sogar "Wabenzungen", also so Spalten, etwa bis zum letzten Querdraht, 1-2cm breit, wo kein Wabenwerk ist.


  • Aber was macht Dir jetzt Angst? Das sie nicht am UT angebaut sind?
    Gruß Jörg


    Ja genau, ich habe Bedenken, daß die Waben bei Erschütterung brechen.
    @ Drops Dadanträhmchen sind deutlich breiter als DN 1.5 (die sehen fast quadratisch aus), so daß sich das Gewicht der Wabe anders verteilt. Meine sind zudem senkrecht gedrahtet, k.A., ob das relevant ist. Aber danke schon mal für das positive Feedback!

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    Terence McKenna

  • Waagrecht gedrahtete Rähmchen fangen die senkrechten Stöße auf eine Wabe bei der Fahrt besser ab. Während die Waben bei senkrechten Draht schon mal am selbigen herunterrutschen.


    Es ruckelt ja hauptsächlich von vorne nach hinten (bremsen, Gas geben) und von oben nach unten (Schlagloch).


    Solange die Rähmchen überhaupt gedrahtet sind, sollte es kaum/wenig Probleme geben, wenn man vorsichtig genug damit umgeht. Also nicht von der Sackkarre kippen und so.


    Bei TBH kann das mit dem Abreißen der Waben schon mal eher passieren. Siehe zum Beispiel hier:


    http://i59.photobucket.com/alb…skob/null_zpsf3a44928.jpg
    http://cheguebeeapiary.blogspot.se/2014/04/horror-story.html


    Da auch mit TBH auch in großem Stil gewandert wird, Wyatt Mangum wandert mit über 200 TBH, zeigt das aber, daß auch das geht - man muß nur einige Dinge beachten. Zum Beispiel sollten die Waben in einer Flucht mit der Fahrtrichtung auf dem Hänger stehen. So werden die Kräfte am besten aufgefangen. Stellt man die Waben quer zum Hänger, wackeln die bei jedem Anfahren und Bremsen und bei stärkerer Bremsung reißen sie auch gern mal ab. (Naturbau)


    In deinem Fall sehe ich eher weniger Probleme.

  • Vor zwei Jahren hatte ich einen Stock in der Heide stehen, der betonschwer war nach Ende der Tracht. Die Zuwegung zu dem Stand war alles andere als ein glatter Weg. Den Waben und den Bienen hat es nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Ich war zunächst davon ausgegangen, daß der Stock zu schwach für die Überwinterung ist, nach dem Motto "Heide frißt die Bienen". Dennoch konnte der gesund und stark ausgewintert werden. Von den Waben ging keine einzige zu Bruch, nur ein paar Risse waren im Brutraum (Dadant) entstanden, die wurden jedoch durch die Bienen in den Tagen darauf geschwind repariert.


    Wie Bernhard schon gesagt hatte, die Waben müssen längs zur Fahrtrichtung eingestellt werden. Dann sollte man eben beim fahren immer wieder daran denken, daß man die Kiste hinten drin stehen hat und besonders in Kurven betont langsam fahren und starke Beschleunigung vermeiden.


    Sowohl im Brutraum als auch im Honigraum ist Naturbau, da mir der finanzielle Aufwand zu hoch und vor allem das Gefummel mit den Mittelwänden zu viel ist.

  • Moin, moin,


    ich habe welche, die haben nur oben angebaut, an den Seiten und unten nicht. überhaupt nicht, sie finden es gut, wenn die schwingen. Und keinen Draht, DN1,5. Mit denen wandere ich nicht. Ansonsten habe ich so ein runtersacken bisher vor allem im Zusammenhang mit Futterkranzproben erlebt. Da war dann im Frühjahr so ein Loch. Ziehen kann man die ohne weiteres, Weiselsuche ist schwierig, denn Waagerech halten geht nicht. Dafür kleine Zellen, wo ihnen danach war...


    Da ich aber zukünftig Bienen auch Transportieren können möchte, kriegen die nun Drähte.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Den wird es wohl geben, besonders auf der Rückfahrt. Schade um die Bienen. Traurig aber wahr.


    Tja, so "wesensgemäß" ist das Öko-Imkern in Naturbau. Die armen Tiere ...


    Lieber Kai Michael,


    Du brauchst nichts betrauern, was noch nicht passiert ist. Ich möchte kein Gematsche, deswegen frage ich ja nach Erfahrungen. Und um die Rückfahrt respektive um die HR mache ich mir überhaupt keine Sorgen, die halten im Naturbau sogar die Schleuder aus...

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    Terence McKenna

  • Den wird es wohl geben, besonders auf der Rückfahrt. Schade um die Bienen. Traurig aber wahr.


    Tja, so "wesensgemäß" ist das Öko-Imkern in Naturbau. Die armen Tiere ...

    Tja, traurig aber wahr, da fehlen Dir wohl die Erfahrungen oder hast Du den Ironiesmiley nicht gefunden...:cool:


    Zumindest die Heidjer hatten reichlich Erfahrungen mit Dunkler Biene in Naturbau zu Wandern...ohne Drahtung, Asphalt und Pneubereifung. Die armen Tiere :wink:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“