Erstes Mal Honig: Wachs abgeschöpft, aber was mit den Luftblasen?

  • Hallo!


    Wir haben gestern aus 6 Waben ca. 8 kg Honig ernten können. Dafür möchten wir uns für die große Hilfestellung auf dem Weg dahin im Imkerforum bedanken! :Biene:


    Jetzt kommen aber gleich die nächsten Fragen: Wir wissen, dass man nach ein paar Tagen die kleinen Wachspartikel abschöpft. Das haben wir gemacht.
    Als wir jedoch ein Glas gefüllt haben, waren da ziemlich einige Luftblasen drin, obwohl wir weder umgerührt haben und den Honig mit einem Schöpflöfel in das Glas gefüllt haben.


    Unseren Honig versuchen wir jetzt auch gleich auf 10 Grad runterzukühlen (Uni Hohenheim).


    Die Fragen:
    a) Sollte man bis zum ersten rühren den Honig normal lagern und erst später kühl lagern?
    b) Wie bekommt man die Luftblasen raus bzw, sind die vielleicht aufgrund der Temperatur dort gefangen, weil der Honig zu zähflüssig ist ?



    LG
    Daniel

  • Hallo Genscher,
    zu a, ja.
    Zu b, die Luftblasen bekommt man nicht raus, sie sollten aber weniger werden. Eigentlich sollten sie mit der Zeit nach oben treiben und dann als Schaum abgeschöpft werden können. Keine Sorgen, alles normal.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Daniel,


    Ihr seid viel zu schnell.
    Wolfgang hat`s schon gesagt: die steigen auf, dann wird abgeschäumt - deshalb heißt es ja so, es geht nicht nur um Wachspartikel.


    Guckst du hier.


    Da steht es: "...Luftblasen und allerfeinste Wachspartikelchen...nach mehreren Tagen...mehrere male wiederholt..."


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Daniel,


    Ich gebe Marion recht, ihr seit viel zu schnell mit dem abfüllen. Normalerweise wird der Honig auch gerührt, damit die Kristalle gebrochen werden und der Honig cremiger wird (muss aber nicht sein). Dies geschieht nach dem Abschäumen und wenn sich die ersten Kristalle bilden (Honig wird trüb). Es dauert einige Tage bis dieser Vorgang abgeschlossen, bzw. begonnen hat.


    Für den Eigengebrauch wären Wachspartikel oder Unreinheiten nicht so schlimm, aber der Endverbraucher (unsere Kunden) würden dies als schlechte Qualität deuten. Also lass dir Zeit dabei, Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut :lol:


    Lass ihn einfach noch ein paar tage stehen und schäume noch ein paar mal ab, bis alles schön klar ist und füll dann in Gläser ab.



    Gruß
    Gregor


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  • Hallo,


    ich muss owhl etwas klarstellen: Das eine Glas haben wir abgefüllt, um den Kristalisationsprozess beobachten zu können, ohne täglich in den Hobbock gucken zu müssen. Wir haben also noch keinen Honig abgefüllt.
    Dank der Tipps und dem einen Glas was wir abgefüllt haben, bekommt man auch relativ schnell ein Gefühl davon, wie oft man abschäumen muss (nur wenig verdeckelt, doppelte Siebe und 2 mal abschäumen) und wann sich die Viskosität des Honigs ändert.
    Morgen früh wird also angefangen zu rühren, das wäre der 7. Tag nach dem Schleudern.


    Was mich jetzt noch interessiert, wie oft man den rührt. Es gibt im Internet ja wirklich viele unterschiedliche Meinungen.
    Ich würde beim ersten Mal 20 Mins machen und anschließend 3 x täglich je 5 minuten.


    Klingt das einigermaßen OK, oder eher 2 Mal täglich 10 mins? :Biene:


  • Honig mit einem Schöpflöfel in das Glas gefüllt haben.
    Unseren Honig versuchen wir jetzt auch gleich auf 10 Grad runterzukühlen (Uni Hohenheim).


    Hi,


    - mit dem Schöpflöffel abfüllen ist eine sichere Möglichkeit noch mehr Luftblasen ins Glas zu bekommen -> Abfülleimer besorgen
    - wieso willst du deinen Honig JETZT schon herunterkühlen? Dann wird das mit den Luftbläschen eine Ewigeit dauern. Ein paar Tage warm lagern und die Bläschen sind draussen.


    Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Daniel,



    Jetzt wird die Sache etwas verständlicher.



    Zum Thema rühren:
    Ich beginne mit 20-30 min am Anfang je nach Eigenschaften des Honigs.
    Anschließend läuft bei mir der Rührer 10-15 min 2x2-tägig, aber dabei darauf achten, dass der Honig nicht "überrührt" wird (siehe überrührter Honig im Forum)


    Im großen und ganzen musst du aber selber ein bisschen experimentieren, da je nach dem welche Trachtpflanzen bei dir stehen und deine Wetterverhältnisse sind, der Honig anders zusammengesetzt wird und so auch die Kristallbildung anders abläuft.


    Viel spaß beim Rühren :wink:


    Gruß Gregor

    Lerne zuhören - günstige Gelegenheiten klopfen manchmal sehr leise an deine Tür!

  • 2x täglich 5 Minuten reicht! Mit dem Rühren brauchst Du erst anfangen, wenn sich der Perlmuttschimmer zeigt.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Wozu soll das kühlen gut sein ?


    Cheffe


    Ich muss bei meinem Honig a bissl aufpassen. Bei uns kam jetzt 7 Tage nur Regenwetter und da hab ich am letzten Sonnenschientag 6 Waben rausgeschleudert (mein erster Honig, ca. 8-10KG). Der war aber noch nicht zu 2/3 verdeckelt, schrammt also bei 17,5% Wassergehalt lang (Refraktometer beim Ernten).
    Wenn ich den jetzt längere Zeit warm lagere erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Gärung.
    Gut, ich habe natürlich noch keine Erfahrungen, wie kritisch das mit dem Gären wirklich ist und anscheinend stürmen die Leute meine Bude nach den 10kg Honig ("mach einfach einen fairen Preis"), so dass ich den sowieso nicht lagern muss.
    Ein Feedback hierzu würde mich aber schon interessieren.


    Was das Rühren angeht: Ich hab mich gleich mal eingelesen im Forum. Vielen Dank für die große Hilfe für einen übervorsichtigen Anfänger :liebe002:

  • Der war aber noch nicht zu 2/3 verdeckelt, schrammt also bei 17,5% Wassergehalt lang (Refraktometer beim Ernten).
    Wenn ich den jetzt längere Zeit warm lagere erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Gärung.


    Bullshit :Biene::wink:


    Mach mal schön so, wie Reiner gesagt hat. Das geht auch mit 19%igem :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Genscher,
    Marion hat Recht wenn sie sagt, dass Rainer Recht hat. Zum Rühren gibt es tatsächlich überall verschiedene Angaben. Ich fürchte, dass ist ein Bereich, wo es auf die eigenen Erfahrungen ankommt, was natürlich bedeutet, dass es einige Jahre dauert bis Du das so gut drauf hast wie Sunni.
    Die für mich zur Zeit gültigen Eckdaten sind: Nach dem Schleudern und Sieben einfach dort wo er steht warten bis der Perlmutt-Effekt eintritt, dann jeden Tag 2 x für 5 Min vorsichtig und immer unterhalb der Honiglinie rühren. Und das für gut 1o Tage. Aber vielleicht solltest Du eine Versuchsreihe aufbauen. So kannst Du ja zwei große Eimer ( 3o kg ) nach 7 Tagen, 2 weitere nach 8 Tagen, zwei weitere nach 9 und zwei weitere nach 1o Tagen rühren. Den Einen jeweils 4 x täglich für je 1o min, den Anderen 2 x täglich für je 5 Min. Und in einem halben Jahr siehst Du das Ergebnis. Für die nächste Saison verfeinerst Du dann noch die Methoden :-).
    Ist wirklich eine Wissenschaft für sich, aber Gott sei Dank kein Betriebsgeheimniss. Ich hatte mal einen cremigen Lavendelhonig. Für das Geheimniss seiner Cremigkeit würde ich, mit dem alten ungewaschenen französischen Imker schlafen oder naja, jedenfalls viel geben. Der war so cremig, ohne jegliche Körnigkeit auf der Zunge, dass es auf den Geschmach nicht mal ankahm. Nur wegen seiner unglaublichen Cremigkeit habe ich ihn geliebt.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo,


    Mein Honig wird also dank den Tipps jetzt tatsächlich langsam cremig.


    Nun bin ich aber etwas ratlos, war für einen Honig ich eigentlich habe. Im Laden habe ich so einen Honig noch nie gekauft.
    Er sieht sehr hell aus, ist sehr mild.


    Blüte während Honigeintrags:
    Kirschblüte und Swetschken/Pflaumen (Viele Obstbauer)
    Viele Wiesen (Löwenzahn)
    Ein paar wenige Apfelbäume
    1 x kleines Rapsfeld


    7 Tage bis zur ersten Kristalisation.


    Oder ist das eine ganz normale Frühjahrsblüte, was ich hier habe?