Stechfreudiges Volk: Königin austauschen, aber wie ?

  • Ich kann das schon sehr gut nachvollziehen:
    Hatte selbst nie einen Paten,
    Und deswegen hab ich vor ein paar Tagen noch hier nach Bitte nach zwei erfolglosen Eigenversuchen meinem Patenkind beim Suchen und Zeichnen geholfen.
    Richtige Stecher kenn ich nur aus'm Bekanntenkreis. Da bin ich gegangen - muss mich bei nem Besuch nicht angreifen und vermöbeln lassen.


    Ich würd Dir ja gern mehr als schriftlich behilflich sein
    aber mehr als sagen, was da was bringt und wie geht halt nicht.
    Das Kaltwasser bleibt dann für den Alleingang.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    haben wir schon verstanden, denke ich. Nur weil sie 2-3 Wochen stechfreudig sind, möchte ich die Bienen nicht umweiseln. Was den Honig betrifft, ist dieses Volk am ertragreichsten.


    Ist doch klar, rührt auch keiner drin rum. Jedes öffnen kostet nun mal Honig. Aber Stecher rumfliegen zu lassen halte ich für Verantwortungslos und macht die Bemühungen auf sanftmütigere Bienen der umliegenden Kolegen zu nichte. Wer es nicht schafft Stecher umzuweiseln sollte in der heutigen Zeit keine Bienen halten dürfen ( Bienenführerschein.)


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Edelzelle rein ist zu wenig. Die Jungkönigin wird dann von Stecherdrohnen begattet mit unklarem Ausgang.
    Ich würde eine fertig begattete Königin bestellen und aus dem Stecher einen weisellosen Flugling mit 1 Leerwabe, 1 Futterwabe und sonst Mittelwänden bilden. Dem würde ich nach 2h unter Teigverschluss an der Leerwabe diese Königin geben. Ob sie die Königin annehmen, kann man prüfen, indem man vorher den Käfig mit der Königin zunächst ans Flugloch stellt. Wenn ihnen die Königin gefällt, bilden die innerhalb kurzer Zeit dort eine Traube, deutlich bemüht die Königin zu füttern.
    Das verstellte Muttervolk fliegt sich ab, die Königin wird dann gesucht und gekillt. Die Bienen werden mit Wasser besprüht, abgestoßen und über ein Einlaufbrett dem Flugling zugegeben, wo inzwischen die neue Königin stiftet. Die Brut wird vernichtet.
    Unter Trachtbedingungen ist es dann nach 1 Monat vorbei mit der Stecherei.


    Gruß Ralph

  • Hallo, ich zitiere da mal meinen Imkerfreund Josef:


    ... Wer glaubt gegen Grundsätze bei der Bienenbearbeitung verstoßen zu müssen, der hat haufenweise Stiche verdient und braucht sich nicht hier über stichige Bienen beschweren.


    Also einfach Mondanzug anziehen und viel Rauch geben, dann kann Dir nix passieren. Eine Wabenzange hat sich bei mit zusätzlich bewährt. Und das Verstellen des Volkes (Königinnenableger) um ca. 20 m ebenfalls, die sind jetzt lammfromm, während der Flugling am alten Standort immer noch rumzickt. Imkern im T-Shirt ist nicht in allen Situationen möglich, das sollte man auch mal zur Kenntnis nehmen, auch wenn da sehr oft etwas anderes propagiert wird.


    Gruß Sven

  • Zitat

    Und das Verstellen des Volkes (Königinnenableger) um ca. 20 m ebenfalls, die sind jetzt lammfromm, während der Flugling am alten Standort immer noch rumzickt.


    Das kommt aber wohl daher, dass im Flugling die älteren - und üblichweise agressiveren - Bienen sind. Was aber, wenn der Ableger später auch wieder ältere Bienen hat?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ist doch klar, rührt auch keiner drin rum. Jedes öffnen kostet nun mal Honig. Aber Stecher rumfliegen zu lassen halte ich für Verantwortungslos und macht die Bemühungen auf sanftmütigere Bienen der umliegenden Kolegen zu nichte. Wer es nicht schafft Stecher umzuweiseln sollte in der heutigen Zeit keine Bienen halten dürfen ( Bienenführerschein.)


    Gruß Josef

    Hallo Josef,
    komisch, bei den erfahrenen Imkern heißt es bloß, es liegt am Raps. Die Jungimker sollen einen Führerschein für Bienen machen.
    Irgendwann schaffe ich es die Weisel auch in 4 Zargen zu finden.
    Keine Angst, leider sind in meinem Umkreis von 15 Kilometern keine Imker (leider) zu sehen.
    Das was aus meiner Sicht eher beängstigend ist, dass mancher Imker mit hornalten Zeug imkert, Rähmchen die mal frisch geteert werden sollten, weil an einer Ecke das „helle“ durchkommt.
    Zargen, die den Namen nicht verdienen.
    Wie viele Neuimker lassen jedes ihre Völker kaputt gehen und kaufen im Frühjahr einfach neue Völker, was sich an den Preisen ablesen lässt.


    Klar, für die Profis (die mit dem Führerschein) ist es schnelles Geld.
    Viele Grüße

  • Hallo dg392........(hast du keinen Namen?),
    wenn du die Königin nicht in einem 4-Zarger suchen magst, dann lege zwischen jeder Zarge ein ASG ein. Nach ein paar Tagen schauen, in welcher Zarge frische Stifte zu sehen sind. Edelzelle auf Wabe markieren (Reizzwecke), in das Altvolk hängen, alle anderen Zellen ausbrechen.Die Zarge mit der Königin ein ganzes Stück beiseite stellen (Boden und Deckel nicht vergessen), wenn du magst, mind. einen Tag die Flugbienen abfliegen lassen und dann die Königin suchen. Königin abdrücken. Die leider bereits herumfliegenden Drohnen werden auch die junge neue Königin deines Ableger beglücken. Dann hast du schon zwei stichige Völker. Das brauchst du und die anderen (weder Nachbarn noch Imker) nicht.
    LG Katrin


    Zusatz: In und um Dresden gibt es im Umkreis von 15 km keine anderen Imker??? Wenn du dich da mal nicht täuschst !!

  • Och, nicht rumpampen, das ist doch schulmädchenhaft:wink:


    Stecherbienen mit freier Drohnenproduktion für die Umgebung sind ein Unding.
    Die Bemühungen anderer werden dadurch zu Nichte gemacht, da haben Josef und Katrin Recht.
    Eine gekaufte, begattete Königin hat hier die Vorteile, die Ralph oben erwähnte, das stimmt ganz unbedingt: also besser als Edelzelle!


    Und nicht sichtbare Imker heißt nicht, es gibt keine :wink:


    Am dunklen Rähmchenholz kann man manchmal fast abschätzen, wie lange jemand schon imkert.
    Man kann die nämlich wieder verwenden, dazu müssen sie auch nicht gebleicht oder abgebeizt werden, auch nach Natronlauge werden sie nicht wieder weiß. Wichtig ist der regelmäßig erneuerte Inhalt.
    Man kann bei gewünschtem Frischholzanblick aber auch jedes Jahr neu kaufen :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Noch zur Ergänzung: Während man noch auf die neue Königin wartet, kann man schon einmal Katrins Trick mit den Absperrgittern ausführen. Dann aber die gefundene Königin nicht abdrücken, sondern käfigen und das ganze Volk wieder zusammenführen. Wenn dann die gute Königin kommt, alle Brutwaben und Käfig mit Stecherkönigin raus, Volk auf 1 Futterwabe (sicher brutfrei, am besten aus einem Honigraum oder aus dem Lager), 1 Leerwabe und Mittelwände am alten Ort als offenen Kunstschwarm einbringen.
    Nach Einsetzen der Weiselunruhe (die Bienen suchen überall nach der Königin) kann die neue Königin im Käfig am Flugloch präsentiert werden. Nicht vorher!Wenn die Bienen sie belagern und sich um das Königinnenparfüm reißen, kann sie unter Futterteigverschluss zugesetzt werden. 14 Tage lang nicht ins Volk sehen, die Annahme der Königin zeigt sich wegen der fehlenden Brut eindeutig am äußeren Verhalten des Volks.
    Bei Tracht ist 30 Tage später die Stecherei vorbei.
    Was kann passieren? Mitunter lassen die Stecher die Königin ein paar Eier legen und murksen sie dann ab, um aus den paar Larven sich eine neue zu ziehen. Wenn das so ist: Pech! Mit dem Risiko muss man leben.


    Gruß Ralph

  • Hallo dg392........(hast du keinen Namen?),
    wenn du die Königin nicht in einem 4-Zarger suchen magst, dann lege zwischen jeder Zarge ein ASG ein. Nach ein paar Tagen schauen, in welcher Zarge frische Stifte zu sehen sind. Edelzelle auf Wabe markieren (Reizzwecke), in das Altvolk hängen, alle anderen Zellen ausbrechen.Die Zarge mit der Königin ein ganzes Stück beiseite stellen (Boden und Deckel nicht vergessen), wenn du magst, mind. einen Tag die Flugbienen abfliegen lassen und dann die Königin suchen. Königin abdrücken. Die leider bereits herumfliegenden Drohnen werden auch die junge neue Königin deines Ableger beglücken. Dann hast du schon zwei stichige Völker. Das brauchst du und die anderen (weder Nachbarn noch Imker) nicht.
    LG Katrin


    Zusatz: In und um Dresden gibt es im Umkreis von 15 km keine anderen Imker??? Wenn du dich da mal nicht täuschst !!

    Hallo Katrin,
    danke für deine Ausführungen. Wenn ich den laden auseinanderreise kann ich auch gleich die Alte suchen. Werde sie schon finden.
    Was ich nicht verstehen möchte ist, warum, wenn die nur ein paar Wochen stichig sind. Das war mein „pflegeleichtestes“ und fleißigstes Volk. Haben das ganze Jahr keinen Ärger gemacht.
    Meine Bienen stehen nicht in Dresden, sondern 50 km außerhalb.
    Viele Grüße

  • @Namenloser dg392: Die Vorschläge waren für den Eröffner des Themas gedacht, nicht für dich. Wenn die Bienen dich erst angreifen, wenn du im Volk arbeitest, dann kann das an deiner Arbeitsweise liegen. Nach Beendigung der Arbeit verfolgen sie dann auch. Das alleine macht sie noch nicht zu einem Stecher. Ein Stecher ist ein Volk, das ohne erkennbaren Grund auf alles losgeht, was sich in seiner Umgebung befindet.


    Gruß Ralph

  • Hallo !
    @ Honigbrot
    @ dg392


    .... Option ist es, sanftmütige ... zu haben.
    Und da warte ich nicht, sitze nicht aus, lasse nicht wegen Verfolgungsjagden links liegen



    Richtige Stecher kenn ich nur aus'm Bekanntenkreis. Da bin ich gegangen - muss mich bei nem Besuch nicht angreifen und vermöbeln lassen.


    ... aber mehr als sagen, was da was bringt und wie geht halt nicht.
    Das Kaltwasser bleibt dann für den Alleingang.


    Macht es so wie Marion es sagt, Ihr wollt doch sonst alle schon groß sein,
    da kann man nicht für jede "nicht nach Buch" Aktion bei den Bienen den Paten heranzitieren.
    Wenn man einen am Telefon hat, dann ist das doch schonmal gut !


    Soll nicht Konfutzius gesagt haben:
    Erkläre mir – und ich vergesse. Zeige mir – und ich erinnere mich. Lass mich tun – und ich verstehe.


    Also ....


    ... auch wir hatten schon Stecher, gerade in diesem Jahr wieder Standbegattete Königinnen,
    Kirchhainer Zuchtstoff, die Nachkommen hatten teil über 50% rote Ringe ...
    Dachte ich mir okay, wer hier wohl jetzt Buckis hält, freute mich über die vergleichsweise herausragende
    Entwicklung der Jungvolker im letzten Jahr, obschon es auch da nicht ganz brav war in den Beuten.
    Seit diesem Jahr: bei der ersten Standbesichtigung des Jahres waren schon Wächter um die Köpfe,
    bei der Frühjahrsdurchschau ging ohne Schleier nichts, haben dann auch beim erst mähen gut angegriffen.


    Fazit: drei Königinnen weniger .... auf andere Völker aufgesetzt und jetzt eine sehr starke Frühtracht ...
    Die alte Regel: Ein starkes Volk bringt mehr Honig als zwei Schwache !


    Hinweis: "nassauer" ist da konsequent, ein Stich und das Volk steht unter beobachtung,
    zwei Stiche und es findet sich eine anderweitige Verwendung für die Königin.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Herzlichen Dank für die vielfältigen Meinungen,
    das Argument, dass sich nach Möglichkeit auch die Drohnen
    mit ihrer mutmasslichen "Stecher-Genetik" weiter vererben sollen
    leuchtet mir ein, daher werde ich wohl die Variante mit einer
    begatteten Königin versuchen.
    Die alte Königin zu finden, sollte nicht das Problem sein.


    Eine Frage geistert mir auch noch durch den Kopf :


    Wie lange sind eigentlich die "Alarm-Pheromone" nach
    einem Stich aktiv ?
    Kann es auch sein, dass man vermehrt angeflogen wird,
    wenn noch Duftpartikel von der letzten Durchsicht im
    Schleier oder an der Kleidung haften ?
    Welches sind die besten Methoden um die Pheromone zu überdecken, reicht ein Tropfen Nelkenöl
    jedes Mal den Schleier durch die Waschmaschine zu jagen erscheint mir eher aufwendig....


    Liebe Grüße,
    Honigbrot