Erster Honig: "Premium" und HMF Nachweis (Bayern)

  • Hallo!


    Jetzt wo der erste Honig geerntet wird, möchte ich mich natürlich gerne durch gute Qualität vom Rest des Marktes absetzen.
    Dafür möchte ich meinen Honig frisch gezapft mit dem Zusatz "Premium" oder "feinste Auslese" (nach Honigverordnung) versehen.


    Dazu 2 Fragen:
    a) Muss ich dafür eine Probe an ein Labor schicken um die Qualität (z.B. HMF) beweisen zu können?
    b) Wenn ja, kennt jemand ein Labor in Bayern (oder ist der Ort egal?) welches solche Untersuchungen durchführt? Ich weiß, dass die Uni Hohenheim extra geschrieben hat, dass sie keine Proben aus Bayern für 2014 annehmen.

  • Hallo Genscher,
    zu a) ja
    zu b) sicher
    Das ist dein erster Honig, also sowieso etwas ganz besonderes. Immerhin haben deine Bienen bis zur ersten Ernte überlebt, da war ich mir nicht ganz sicher :-).
    Also hast Du da die " erste Ernte " den Ersten seiner Art ", den " Primus ", und weil es so Brauch ist, dass der erste Honig unter Freunden, Nachbarn, Familie und potentiellen Kunden kostenlos verteilt wird ( ein schöner Brauch ), musst Du dir um die Qualitätshudelei keine Sorgen machen. Du kannst vielleicht hervorheben, dass Du kein Berufsimker bist, keine 6oo Völker hast, sondern dass es sich um eine exklusive Ware ist die mit besonders viel Liebe und Sorgfalt gewonnen wurde. Sozusagen eine limited Edition. Du kannst bei der ersten Ernte auch noch vollkommen sorglos schreiben " Mein Bester aus 2o14 ".
    Genieße deinen ersten eigenen Honig, Du kannst stolz auf ihn sein. Schenke ihm ein richtig schönes Etikett und ein gutes Glas. Vergesse nicht, ihn ( weil Frühtracht ) ordentlich zu rühren, und verschenke ihn mit Bedacht an gute Freunde.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der die außergewöhnliche Qualität seines Honigs nicht an einem im Labor gemessenen Wert fest macht, sondern an seiner Exklusivität durch den besonderen Standort und die kleine Menge, sowie den zufriedenen Gesichtern der Konsumenten, dem Honigkuchenpferdegesicht :-)

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Mensch Genscher,


    nix gegen den Wunsch, dein Produkt so gut wie möglich darstellen und verkaufen zu wollen. Aber gleich "Premium" und "Auslese"?
    Die Bedeutung dieser Worte wird zwar in unserer heutigen, sprachlich immer schlampigeren Zeit zunehmend verwässert, aber noch ist sie da!


    Du glaubst also wirklich, als Anfänger, womöglich mit deinem allerersten selbst geernteten Honig gleich mal einen viel besseren Honig anbieten zu können als all' die dummen Profis, die nichts als ihre langjährigen Erfahrungen haben und daher sowieso nur billigen Mist anbieten?
    Respekt! (vor so einer "gesunden" Selbsteinschätzung!) :eek:
    Oder gibst du irgendwelche wertvollen Zusätze (Gewürze, Vitamine und dergleichen) mit rein?
    Diesen Mehrwert haben die Profis natürlich unterschätzt bisher, die setzen nänmlich ganz altbacken immer noch nur auf das unverfälschte, natürliche...klar, dass man sich so nur schwer voneinander absetzen kann :-(


    vielen Dank, YMMD!

  • Aber Hornet,
    warum gleich so garstig. Premium lässt sich im Labor messen. Und mir würde jetzt auf anhieb kein Grund einfallen, warum Imker mit 6oo Völkern einen besseren Honig machen sollten, eher umgekehrt. Der Honig selbst kann genausogut oder besser sein als der Honig anderer Imker. In der Weiterverarbeitung gibt es die ersten Unterschiede, die der Imker selbst beeinflussen kann. Aber auch da sind große Edelstahltanks mit Heizung und Rührwerk, automatischer Abfüllung eigentlich nur nötig wegen der großen Menge und der Zielsetzung der Gewinnmaximierung. Kleine Mengen Honig kann man auch selbst in der eigenen Küche mit kleinen Gefäßen ordentlich behandeln und auch recht einfach ordentlich lagern. Der Honig von Genscher ist etwas ganz Besonderes. Für ihn sowieso, aber der erste Honig eines Imkers der sich wirklich bemüht ist immer etwas Besonderes.
    Also bitte sei nicht so garstig, zumal es eben nicht stimmt was Du voraussetzt.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der mit seinem ersten Honig herumgelaufen ist wie ein mondsüchtiger Pfau in der Brunftzeit, das war ein Tag zum Helden zeugen.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo, ich mache ganz bewusst NICHT bei Honigprämierungen mit. Wenn man einmal damit angefangen hat, was erzählt man denn seinen Kunden, wenn man in einem Jahr nur Bronze oder sogar gar keine Medalie bekommen hat ?
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Bienenköniggibmirhonig,


    auch ich denke natürlich, dass mein Honig der beste ist und auch ich möchte mich vom Markt abheben. :wink:
    Und klar kann auch ein Anfänger richtig Glück haben und seine Bienen sammeln einen außergewöhnlich guten Honig weil grade bei ihm irgendeine super tolle Pflanze blüht.


    Aber man sollte bei den Tatsachen bleiben und "Premium" sollte rein von der Wortbedeutung nunmal etwas sein, was nachweislich in allen Punkte besser sein muss als die Standardware. Es gehört wie bei anderen Produkten der Marke "Premium" mehr dazu als nur gute Inhaltsstoffe. Wenn bei einem Produkt jeder sofort einfach so ein Premium-Produkt anbieten kann, dann ist nach meinem Sprachverständnis das Wort "Premium" einfach wertlos oder das Produkt für eine unterschiedliche Qualitätseinstufung generell ungeeignet.


    Wenn natürlich jeder alles beliebig benennen kann, verliert das Wort seine Bedeutung und das merken dann auch bald die Kunden. Es verkommt dann zum üblichen wertlosen Marketinggewäsch bis zur Umkehrung ins Gegenteil und dann MUSS JEDER Honig mit "Premium" gekennzeichnet werden, weil jeder andere Honig dann als minderwertig empfunden wird.


    Die Beliebigkeit und Verwässerung unserer Sprache und Produkte haben wir alle in der Hand.
    Ich verstehe den Genscher sehr gut und bin nicht böse, aber ich möchte generell hier mal einen kleinen Denkanstoß bieten, ob es wirklich sein muss, dass auch der Honig mit solchen nicht nachprüfbaren wertlosen Marketingworthülsen gekennzeichnet werden soll. Was an einem reinen Laborergebnis schon "Premium" sien soll, ist mir jedenfalls nicht klar.


    Und ich in selber Anfänger und vielleicht zu bescheiden, aber ich versuche erst mal, Bienen zu halten und Honigernte und -Verkaufsaufbereitung auf die Reihe zu kriegen, ehe ich gleich an "Premium" denke. Das sollte meiner bescheidenen Meinung nach erst kommen, wenn man auch das Zeug dazu hat und für einen Anfänger sollte das i.d.R. schlichtweg nicht möglich sein, Begründung siehe oben Wortbedeutung.


    Vielleicht habe ich aber auch nur zu hohe Ansprüche an Sprache und Produktqualität. :oops:


    Gruß
    hornet

  • hornet :
    Warum kriegen hier eigentlich einige immer gleiche einen Koller, wenn ein Imker die Qualität seines Honigs herausstellen will? Es geht ja zunächst darum, sich von industriell verarbeitetem Honig abzusetzen, der 90% des Angebots hierzulande ausmacht.
    Da kann es nur gut sein, die Qualität des eigenen Produkts hervorzuheben. Schließlich macht man das Ettikett für den Kunden und nicht für die anderen Imker. Und die dürfen auch alles draufschreiben, was Lebensmittelrecht und UWG erlauben. Wenn sie das nicht tun, mag man ihre Bescheidenheit loben, nicht aber ihr Marketingtalent.


    Abgesehen davon sind Begiffe wie "Premium" und "Auslese" keine wirklichen Kriterien sich abzuheben. Das schreibt sogar Lagnese drauf. Da ist es wie beim Wein: Ein Winzer, der auf sich hält, kann mit einem Begriff wie "Kabinett" auch nichts anfangen, weil es eben um mehr geht als um das Mostgewicht.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Zitat

    Hallo, ich mache ganz bewusst NICHT bei Honigprämierungen mit. Wenn man einmal damit angefangen hat, was erzählt man denn seinen Kunden, wenn man in einem Jahr nur Bronze oder sogar gar keine Medalie bekommen hat ?


    Hallo Marcus Göbel,
    das ist eigentlich kein Problem. Hast du einmal Gold, dann weißt du wie das geht. In der Regel ist das Problem der zu hohe Wassergehalt. Über 16,2% sollte er halt nicht haben. Der Rest ist gute imkerliche Arbeit und die dürfte in der Regel doch stimmen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo !


    Hallo!


    Jetzt wo der erste Honig geerntet wird, möchte ich mich natürlich gerne durch gute Qualität vom Rest des Marktes absetzen.
    Dafür möchte ich meinen Honig frisch gezapft mit dem Zusatz "Premium" oder "feinste Auslese" (nach Honigverordnung) versehen.


    Dazu 2 Fragen:
    a) Muss ich dafür eine Probe an ein Labor schicken um die Qualität (z.B. HMF) beweisen zu können?
    b) Wenn ja, kennt jemand ein Labor in Bayern (oder ist der Ort egal?) welches solche Untersuchungen durchführt? Ich weiß, dass die Uni Hohenheim extra geschrieben hat, dass sie keine Proben aus Bayern für 2014 annehmen.


    zu a): Ja.


    zu b): In Bayern: Nein, aber Hohenheim liegt ja auch nicht in Bayern.


    Zum Beispiel könntest Du aber hier anfragen:


    - BI Hessen 
    - Länderinstitut für BK
    - QSI Bremen


    Viele Imkerlandesverbände bieten im Rahmen einer "Prämierung" auch entsprechende Untersuchungen
    (meist auch entsprechend gefördert) an, da lohnt sich ggf. auch ein Nachfragen.


    Hast Du vielleicht schonmal (was naheliegend ist) Deinen Vereinsvorstand / Fachberater gefragt ?


    -


    Allerdings haben meine Vorredner voll Recht:
    Dein erster Honig ist eh der Beste der jemals bei Dir aus der Schleuder laufen wird.
    Da braucht es nicht wirklich eine Analyse !



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Derselben Meinung, wenn du nicht den Wassergehalt im Voraus messen kannst, solltest du dir die Kosten sparen. So 80 - 90 Kröten kostet so eine Untersuchung schon. Ein gutes Refraktometer bekommst du für die Hälfte. Informiere dich ob es in Bayern Zuschüsse für Honiguntersuchungen gibt. In BW ist das so.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  • das ist eigentlich kein Problem. Hast du einmal Gold, dann weißt du wie das geht. In der Regel ist das Problem der zu hohe Wassergehalt. Über 16,2% sollte er halt nicht haben. Der Rest ist gute imkerliche Arbeit und die dürfte in der Regel doch stimmen.


    Remstalimker


    Scheinbar nicht, hier sind welche, die bekommen von Gold bis gar keine Auszeichnung, da würde ich doch als Kunde misstrauich. Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Ich habe auf die Schnelle mal von 2012 die Ergebnisse aus dem Bericht von Hohenheim.

    Aus dem Jahresbericht der Landesanstalt Hohenheim


    Peinlich, peinlich, die Saarländer waren besser.
    Warum willst du bei deinen Bedenken, dann Premium ausloben. Im Magazin dürfte bei diesem Wetter dein Honig kaum vom Wassergehalt aus die Premiumqualität erreichen. Aber es gibt da ja das Mellitherm.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ja Hornet,
    teilweise liegst Du richtig. Es gibt eine Inflation von hochtrabenden Begriffen wie Premium bei vielen Lebensmitteln. Und bei den meisten spüre ich den Sinn davon nicht auf der Zunge. In Italien z.B. wollte man dem " Super " vor dem Produktnamen mal einen Riegel vorschieben und hat das Wort einfach verboten. Ein Leittragender davon war die Supercrema, und jetzt mal ehrlich, Nutella trug diesen Namen nicht umsonst, oder?
    Jedenfalls habe ich in meinem Honiglehrgang gelernt, dass Honigproben im Labor nach ihren Werten als Premium oder Auslese deklariert werden können, wenn sie eben diese Werte erreichen. D.H. für Honig gibt es klare Regelungen, das ist dann nicht einfach davorgesetzt, sondern tatsächlich nachgewiesen.
    Davon ganz abgesehen, ich weiß nicht warum ihr euch streitet, und sorry Hornet, dass ich dich enttäuschen muss, den besten Honig ever hab nunmal ich, wenn ich noch welchen hätte :-).
    Also Genscher, schreib einfach drauf: " Der vermutlich zweitbeste Honig Deutschlands, gleich nach dem vom Bienenköniggibmirhonig.
    Viele zurückhaltende Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo,


    Ich glaube hier wird eingies verwechselt. "Gold". "Bronze" sind Prämierungen, also schön verpackt, guter Geschmack etc.


    "Prämium" darf ein Honig nur genannt werden, wenn er (http://www.bmelv.de/cae/servle…015/LeitsaetzeHonig.pdf):
    a) Der HMF Gehalt beträgt maximal 10mg/kg
    b) Die Invertaseaktivität beträgt mindestens 85U/kg
    c) Wassergehalt max 18g/1kg


    Und deshalb gibt es im Supermarkt nur Honig ohne Bezeichnung, oder vereinzelt mit der Bezeichnung "Auslese" zu kaufen. Honig mit der Bezeichnung "Premium"/"feine Auslese","feinste Auslese" habe ich im ganzen Landkreis bisher nicht im Supermarkt gefunden.



    Und leider kann ich mir vorstellen, warum auch hier im Forum so viele Imker Angst davor haben, das jemand anfängt, diese Bezeichnungen auf den Honig zu schreiben. Dann können sie ihren Honig nämlich nicht mehr 3 Tage lang "schonend" auf 40 Grad aufwärmen. ;-)
    Letztendlich ist die Bezeichnung "Premium" etc. etwas, was wir als Imker stolz tragen sollten, weil die Industrie bei den langen Lagerzeiten und der industriellen Fertigung nämlich Mühe hat, überhaupt auf "Auslese" zu kommen.


    Dank den Tipps hier habe ich jetzt auch gefunden, wo ich die Proben einschicken kann. Bezüglich des Hinweises im Imkerverein nachzufragen: Da bekommt man auch Gegenwind, weil viele Angst haben (einige im Verein wärmen den Honig auf, damit der wieder cremig wird).

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