Ostsee-Umrundung mit Bienen?

  • Liebe Forumsmitglieder,


    ich habe mich zu einem Imkerkurs hier in Finnland gemeldet. Das erste Treffen war letzte Woche.


    Ich hätte Interesse auf die Erlanger Magazinbeute. Nicht nur weil wir selbst lange in Erlangen gewohnt haben
    aber da ich vor habe, mit den Bienen zwischen Ost- und Südfinnland (Entfernung ca. 500 km) zu wandern. Nachdem ich das Buch "Der Wochenendimker" von Dr. Weiß gelesen habe, wurde ich über die vielen Vorteile der Erlanger Magazingbeuten überzeugt. Diese Beuten würde ich von Deutschland bestellen bzw. abholen da sie bei uns nicht angeboten werden und ich selbst zwei linke Hände habe.


    Im Rahmen des Imkerkurses hätten wir eine Möglichkeit, Ableger zu erwerben. Sie wären in Farrar-Waben (ggf. stünden Langstroth-Waben auch zur Verfügung). Diese würden aber nicht in die Erlanger Magazinen passen.


    Also bin ich dabei, zu überlegen, ob ich mit den Beuten gleich auch die Ableger von Deutschland bestellen bzw. abholen sollte. Die meisten deutschen Webshops, die ich gefunden habe, bieten Ableger nur für Selbstabholer an. Die Bürokratie für die Einfuhr (Anmeldung als Bienen-Importeur usw.) in Finnland würde ich im Kauf nehmen. Was mir aber Sorgen macht, ist die Überquerung bzw. Umrundung der Ostsee.


    In der Vergangenheit hat man Bienen über solch langen Strecken mit Segelschiff und Pferdekarren transportiert. Der zeitliche Aufwand für diese Transportart wäre für mich ungeeignet und so würde ich gern auf modernere Transportmitteln zugreifen. Fahrzeit in Deutschland X Stunden. Dann ist die Fähre 2 Nächte unterwegs, Ankunft in Helsinki morgens. Fahrzeit vom Hafen 2,5 Stunden. Würden die Bienen die lange Fahrt in der Fähre überleben? Es wäre echt traurig, wenn die ersten Bienenvölker gleich verbraust wären. Als Alternativ dazu ginge es natürlich auch mit dem Auto, aber über Polen oder Schweden ist eine erheblich viel längere Autofahrt notwendig. Mein Lada Niva :daumen: hat keine Klima-Anlage, der Kofferraum ist etwas klein, jedoch hat der Wagen ein Webasto-Schiebedach. Anhängerkupplung ist vorhanden.


    Was würdet Ihr liebe Forumsmitglieder mir empfehlen? Mit der Fähre oder mit dem Auto? Transport der Bienen lieber im Auto oder Anhänger oder auf dem Dachträger?


    Wie viele Beutenteile und Zubehör sollte ich für die ersten drei (?) Ableger zur Verfügung haben, damit die Bienen noch im nächsten Sommer ausreichend Platz für sich, den Nachwuchs und den Honig haben würden?



    Viele Grüße aus Hämeenlinna


    Jaakko

  • Hallo Jaakko,
    ich würde dir empfehlen
    - dir das mit der Erlanger Beute nochmal zu überlegen,
    - dir die Ableger vor Ort zu besorgen
    - auf keinen Fall zu versuchen, Bienen über mehrere Tage zu transportieren.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der einen Spruch kennt, der lautet: Bist Du bei den Finnen, dann machs wie die Finnen, oder so

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Erwirb die Bienen in Deiner Gegend. Die müssen an das Klima angepaßt sein. Die Erlanger Beute ist in Natur nicht halb so gut wie im Buch. Nimm' eine Beute für die Du alles auch bei Dir kriegst. Oder lasse Dir schicken und schlage Schwärme ein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Den Fehler hatte ich vor 25 Jahren auch fast gemacht: Der Weiß liest sich schön und hört sich logisch an bei der "Erlanger", es gibt aber einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis:


    - die Griff"mulden" sind keine Griffe, sondern nur gut um leere Magazine zu tragen, mt 9 Honigwaben drinnen sind Griff_leisten_ deutlich besser geeignet als Ausfräsungen
    - der Wanderverschluss taugt alleine nicht, du brauchst dennoch einen gescheiten Wandergurt, andererseits nerven sie, wenn man sie nur drei, vier mal im Jahr braucht
    - das Magazin ist zu eng, mit neuen Rähmchen geht das noch, im Frühjahr, bei feuchtem gequollenem Rähmchenholz kannst du die Waben nur noch mit dem Stockmeißel raushebeln
    - die Futter-Wanderzarge klingt gut, ist aber unten zum Füttern nicht optimal, Dreck fällt rein und bei später Einfütterung ist Wärme von unten besser als bodennah
    - gut ist der Boden :-)


    Übrigens nutzen die bayrischen Prüfhöfe nun auch ihre eigene Erfindung nicht mehr. Sie steigen um.

  • Hallo,
     
    Vielen Dank für Eure Tipps und Empfehlungen!


    Sie waren für mich sehr hilfreich und so habe ich auch dann gemacht wie empfohlen.


    Ich konnte zwei überwinterte Völker von einer Imkerin hier in der Nähe erwerben.
    Dann habe ich dann normale Magazine gekauft, einfache Holzzargen aus wärmebehandeltem Holz.


    Die Haupttracht würde binnen einer oder zwei Wochen losgehen, so dass es ziemlich viel zu tun gewesen ist, Rähmchen nageln und Mittelwände einlöten.
    Es hätte etwas ruhiger sein können, mit einem oder zwei Ablegern anzufangen, aber das ist nun ein Bisschen wie mit Schwimmen lernen...


    Mich würde noch interessieren, welche Magazinensysteme die Bayrischen Institute dann künftig einsetzen wollen?!


    Jaakko