Der Schwarm, der sich nichts besseres als den Schornstein vorstellen kann ...

  • Hallo Kolleginnen und Kollegen,


    nach langer Zeit lasse ich hier nun auch mal wieder was von mir hören.
    Ich habe folgendes Problem: Am Samstag wurde ich zu einer Familie im Nacvhbarort gerufen, in deren Schornstein ein Schwarm eingezogen sein sollte. Einfaches Ding dachte ich mir, der würde wohl sich da auf dem Schornstein niedergelassen haben, da könnte ich ihn in einen pappkarton kehren und dann mitnehmen. Von wegen ...
    Der Schwarm, augenscheinlich ein sehr großer Schwarm (geschätzt mindestens 5 bis 6 kg), war am Freitag in den Schornstein eingezogen und hatte sich nun gerade so, dass ich nicht mehr ran kam, in den Kaminschlot gesetzt. Nun gut, dann machen wir eben ein bisschen Rauch, dann werden sie sich schon einen anderen Platz suchen. Also haben wir den Kamin angemacht und ordentlich Rauch gemacht. Sogleich begannen zahlreiche Bienen los zufliegen und wir warteten ab. Es begannen sich zwei Trauben, etwas größer als ein Tannenzapfen, im Baum nebenan zu bilden.
    Nach drei Stunden räuchern, hatten sich endlich alle Bienen vom Kaminschlot verzogen. Was ich nicht bedacht hatte: Daneben befanden sich noch ein unbenutzter Schlot und der Schornstein der Ölheizung des Hauses ...
    Was haben diese Bienchen natürlich gemacht? Sie sind einfach nebenan eingezogen. Es hing nun nur noch eine Tannenzapfentraube im Baum, der Rest hatte sich auf die beiden anderen Schlote aufgeteilt. Da sie im unbenutzten Schlot kaum waren, fegte ich alle erreichbaren heraus und verschloss ihn nun.
    Der Heizungskeller summte nur so. Zum einen kamen die Bienen irgendwo raus, sodass wir alles abdichteten und einen Karton ganz unten anbrachten, wo die meisten Bienen rauskrabbelten, auf dass sie sich da einquartieren würden, mitsamt Königin. Zum anderen übertrug das Metallrohr, dass den Schornstein der Ölheizung bildet, die Schwingungen des Summens so sehr, dass es im heinzungsraum so laut war, dass man meinte, die Bienen hätten sich schon im ganzen Heizsstem verteilt.
    Mit der Ölheizung ließ sich leider nicht so viel Rauch machen, sodass wir es nun erstmal dabei beließen.


    Sonntag haben ich mich nochmal daran gemacht. Der Stand da: Eine Tannenzapfentraube im Baum, eine Traube auf dem Dach am Giebel, eine am Schornstein und eine im Ölheizungsschlot. Was ist nun los, überlege ich. Wie dem auch sei, ich habe nun mal unten die Rußklappen der Schlote geöffnet. Bei der Ölheizung saßen etwa zwei Honiggläser voll Bienen drin. Nachdem ich diese per hand heraus genommen hatte, wurde das Summen schon bedeutend leiser. Im Kaminschlot fand ich jede Menge tote Bienen. Der Schwarm war offenbar zum großen Teil bis da unten hin eingezogen und dann erstickt als der Kamin angefacht wurde. Da saß nun auch noch eine Traube von etwa einem Honigglas. Möglicherweise ist die Königin bei der Rauchaktion auch mit drauf gegangen. Dann habe ich noch einen Teil der am Schornsteinansitzenden Bienen ebnefalls einpacken können und habe dann alles zu mir gefahren. Dort haben sich dann auch zwei Trauben gebildet, nachdem ich sie abgefegt hatte, hingen nun eine im Baum und die andere saß noch immer im Gras. Auch gestern, da war ich zuletzt da, saß nun noch eine Traube, etwa anderthalb Honiggläser) am Schornstein, noch immer die Tannenzapfentraube im Baum, vereinzelte Bienen auf dem Dach und etwa zwei Honiggläser Bienen wieder im Kaminschlot. Da sie den inentsiven Flugverkehr eingestellt haben, haben ich sie gestern erstmal sitzen lassen und warte erstmal ab.


    Achja, dazu müsst ihr noch wissen, dass die Familie an sich sehr bienenfreundlich ist. Sie waren immer darauf bedacht, die Bienen lebendig zu erhalten und dass es ihnen möglichst gut ginge. Allerdings hat der Mann eine sehr starke Bienengiftallerigie, sodass die Bienen leider nicht im Haus einziehen können.


    Nun meine Fragen:
    1. Warum verteilen sich die Bienen so und bilden nicht eine einheitliche Traube? Ich habe immer darauf gewartet, dass sie sich mal wieder alle zusammen setzen würden und ich sie dann einpacken könnte.
    2. Fliegen die Bienen wieder weg, um sich irgendwo einzubetteln, wenn sie die Königin verloren haben?
    3. Wieso gefällt den Bienen der Schornstein so gut, trotz des extrem vielen Ruß?
    4. Wie kann ich nun am besten weiter verfahren? Wie kriege ich die Bienen da weg, am besten alle zusammen?


    Soweit erstmal.


    Viele Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,


    in meinem ersten Schwarmfangjahr wurde ich mal zu einem Schornsteinschwarm gerufen. Zwischen Sichtung des Schwarmes und Meldung an mich verging ca. eine Woche, ich machte mir daher nicht viel Hoffnung, die da rauszukriegen. Blick in den Schornstein zeigte allerdings nur wenige Bienen und Wabenansätze in gut 1 m Tiefe. Ich setzte einfach eine Zarge mit Mittelwänden oben auf die Schornsteinöffnung, in der Hoffnung die hochzulocken. Als ich (mehr als eine Woche) später die Zarge holen wollte, dachte ich zunächst die sei festgebaut. Dabei war sie einfach nur voll - entweder waren da sehr viel mehr Bienen im Schornstein als gedacht, oder es war ein weiterer Schwarm eingezogen. Alle Mittelwände komplett ausgebaut, an den Unterträgern große freihängende Naturbauwaben. Beim Abnehmen rissen leider welche davon ab und stürzten in den Schornstein, vermutlich war die Königin dabei.


    Und die Moral von der Geschichte: du hast vergessen sie irgendwo hin zu locken. Push and Pull. Also nicht nur schieben, sondern auch ziehen. Ihnen eine attraktive Alternative bieten.
    Ich glaube nicht, dass da jetzt noch etwas zu retten ist. Aber stell ihnen doch trotzdem mal eine Kiste mit einigen Leerwaben oder Mittelwänden hin.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Friedrich,


    biet in der Nähe der Bienen ein Rähmchen mit teilweise offener Brut an. Beobachte und nehme sie weg, wenn reichlich Bienen daran sitzen. Fege iese i n eine Kiste und hänge die Wabe wieder in die Nähe der kleinen Bienenschwärme/-trauben. Es ist evtl. mühselig aber so kannst Du sie locken.
    MbG
    Wolfgang,der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Ich hatte auch mal das vergnügen ,einen Schwarm aus nem Schlot zu holen.
    Da ich von oben nicht rankam , wollte ich ihn mit Rauch vertreiben, ging aber nicht, als ich unten Rauch gab, ging oben das Fächeln los und der RAuch kam unten wieder raus , durch zufall, ist mir die Königin in die "Arme" gelaufen, ich fing Sie ein und stellte sie mit der Schwarmfangkiste oben auf den Schornstein, abends holte ich dann die Kiste ab,waren alle drinn. MFG