Honighäusel

  • Ich möchte dieses Jahr ein wenig anfangen, Honig zu verkaufen. Dazu möchte ich mir ein kleines Schränkchen mit einem gedeckten Dach bauen, das ich draußen vor der Türe an einem Pfahl kontieren kann. Dort hinein würden dann in der Hoffnung auf Freiwillig- und Ehrlichkeit im Angesicht des goldenen Glücks mein Honig, eine Preisliste und eine kleine Sparbüchse kommen.


    Frage 1: hat jemand von Euch mit so einer Verkaufsart Erfahrung?


    Frage 2: Ich knabbere noch ziemlich an den Ideen zur baulichen Umsetzung. Insbesondere wenn ich ein geschindeltes, überhängendes Dach mache, was ich schön und honigschützend fände, würden die geplanten Flügeltüren beim Öffnen anstoßen. Hat jemand von Euch Ideen, Zeichnungen, Bilder oder Baupläne, die ähnliche Unterfangen skizzieren?


    Danke, Viele Grüße,
    Äpisolo

  • ...in der Hoffnung auf Freiwillig- und Ehrlichkeit im Angesicht des goldenen Glücks mein Honig, eine Preisliste und eine kleine Sparbüchse kommen.


    Bin echt kein Pessimist, eher ein naiv-gutgläubiges Wesen, allerdings gibt es hier in 1000 m Entfernung einen kleinen Hofverkauf mit Milch, Eiern, Kartoffeln, Rindenmulch, Tannengrün im Winter etc., dazu würde auch immer eine Sparbüchse unter Dach auf eine Bank neben die Ware gestellt.


    Seit Langem schon steht da nun eine verschweißte Edelstahlvariante mit Vorhängeschlößchen und Kette dran... rat mal warum.:roll:
    Und mit dem Anteil an "Pack", welches mitnimmt aber nicht oder zu wenig zahlt, muss man kalkulieren. Ich find`s schrecklich, es scheint aber Realität zu sein.
    So was überlegt hab ich auch bereits, trau mich aus den o.g. Gründen nicht. So was treibt mich zur Weißglut.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ein Honigglasautomat wäre doch mal eine Idee. :u_idea_bulb02: In Form eines Stülpers. Von oben befüllen, unten die Entnahme. Das Geld wird durchs Flugloch geschoben. Bei der Entnahme wird ein Bienengesumme abgespielt und eine Stoffbiene tanzt auf dem Stülperdach den Rundtanz.

  • Ich find`s schrecklich, es scheint aber Realität zu sein. So was treibt mich zur Weißglut.


    Ja, du kannst keine Haustüre mehr 1 Stunde aufstehen lassen.
    Die Kinder können ihre Spielsachen nicht mehr vor der Türe, Vorgarten oder Einfahrt liegen lassen.
    Stellst du ein Fahrrad vorm Haus nicht abgeschlossen an einer Laterne ab,
    glauben Vorbeilaufende es handle sich um Fahrrad-Sharing und futsch isses, auf nimmer wiedersehen.
    Tja, die Zeiten haben sich a bissl was verändert.
    Mfg Lodgy

  • Ups, da nehm ich aber fast alles zurück.


    Auto unabgeschlossen, immer tags die Waschküchentür auf,
    draußen liegen Playmobilsachen und Bruderfahrzeuge von sattem Gegenwert und ich wette, das Rad liegt vor dem Gartenschuppen nebst Roller.
    Holzlager an der Straße.


    Ich sach ja, ich bin gutgläubig-naiv aber seit 7 Jahren praktiziert. Nur die Hühner sind immer zu nachts! Dafür haben wir sonst Diebe...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hi Pisolo,
    ich hatte so eine "Vertrauenskasse" in einem Waldcafe stehen. Die Bedienung hat abends Honig und Kasse reingeholt und morgens rausgestellt, aber wollte nicht abrechnen, daher die Kasse, die offen neben dem Honig stand. Drumherum Cafebesucher, Bedienung etc.
    Ging ein halbes Jahr gut, es wurde 10 % des Honigs geklaut, aber ich hatte vorher in weiser Voraussicht den Preis um 10 % angehoben.
    Dann kam Weihnachten und in unmittelbarer Nähe wurde ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut - noch mehr Trubel. Der restliche Honig SAMT KASSE komplett wurden gestohlen. Gut, das war jetzt kein Millionenwert, aber ärgerlich.
    Versuch abgebrochen.
    Fazit: Kommt auf Dein Umfeld an.
    Grüße
    apirita


  • Fazit: Kommt auf Dein Umfeld an.


    Das funktioniert dann, wenn die offene Kasse in einem möglichst privaten Umfeld steht, also nicht irgendwo an der Straße. Der Besucher muss für sich ganz offensichtlich einen privaten Raum betreten, Deinen Vorgarten, Deinen Haustürbereich, Garten oder offene Diele. Sollte also weniger was für Laufkundschaft sein, als für Leute, die eben wissen, dass sie da jederzeit bei Dir den Honig bekommen können.
    Gibt der Ort das "private Feeling" nicht her, müsstest Du ggf. gestalterisch tätig werden - irgendwas, wo man durchgehen muss, ein Tor, ein Türchen, ein Bogen... Und ein Schild als Wegweiser kann man ja trotzdem aufhängen, damit der Honig auch gefunden wird.


    Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Meine Zielklientel ist die Siedlung, in der ich wohne. Ich bin selten zuhause, daher würde ich kaum etwas verkaufen, außerdem ist die Klingelhemmschwelle da. Wie viele klauen, wenn das Ding direkt an meinem Gattenzaun steht? Wie groß ist der Verlust, wenn nur 5 Gläser drin sind und ich jeden Tag das Geld leere? Wenn ich meine Verkaufszeit rechnen würde, dann könnte ruhig auch mal einer was klauen, das wäre billiger. Aber vermutlich wird es mich auch unendlich ärgern, wenn sich jemand einfach bedient...


    Anderer Teil der Frage: hat jemand Baupläne oder Erfahrungen mit dem Bau? Muss ja wasserfest sein...

  • Der Gartenzaun markiert genau die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum. Meine Glaskugel sagt, es werden mehr Leute klauen, wenn sie direkt von der Straße aus an Honig und Geld herankommen, dagegen weniger, wenn das Häusel zwar auch am Zaun steht, man aber in den Garten hinein gehen muss, um dran zu kommen. Wieviele Leute was wann klauen, dazu schweigt die Glaskugel allerdings :-D


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Also diese geklaute Gelddose vom Hofladen-Verkauf stand auf einer Bank,
    Einfahrt, geplasterter Hof, Überdach, Haustür 3 m neben der Bank, Stalltür 5 m auf der anderen Seite, Fenster mit Gardine direkt hinter der Bank...


    Wer Honig will, soll sich hier melden, fertig.
    Klingelhemmschwelle ist bei mir noch höher, kannste glauben - aber das übt sich.
    Und eine Menge Honig geht über Vorbestellung weg: Kollegen, Kollegen meines Mannes, deren Nachbarn, Nachbarn meiner Eltern, etc., etc.
    das ist mittlerweile erheblich mehr als der direkte Haustürverkauf, und die meisten kaufen dann auch mehr als nur ein Glas.


    Grüße


    Marion


    die die Idee mit dem Automaten gut findet :wink:, Honig nur gegen Cash, vollautomatisch. Wer besch... will wird mit Propolislösung eingesprüht :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wahnsinn, das hier echt KEINER positive Erfahrungen hat, hätte gedacht, dass gerade bei so einem "romantischen" Produkt wie Honig vom Nachbarn die Leute ehrlich sind, und dass man sie auch bei der Ehre packt...

  • Also hier am Straßenrand habe ich schon Blumensträuße gesehen,
    auch Hockerchen, die ja doch etwas mehr kosten.
    Aber ich weiß nicht, ob da auch ein Gefäß für Geld daneben stand.
    Habe ich noch nicht geschaut.


    Mir ist nur noch der erstaunte Ausdruck eines Bekannten im Gedächtnis,
    der erzählte, dass man (weit weg, aber in D) Zeitungen kaufen kann,
    indem man das Geld in eine danebenstehende Blechdose wirft.
    Er dachte, als erstes wäre die Blechdose weg, funktionierte aber.
    War mir völlig klar, so kannte ich es von dort.


    Ich denke, du könntest es ausprobieren.
    Denk aber daran, Honig sollte dunkel und kühl gelagert werden.


    Ich bin gespannt auf deinen Erfahrungsbericht.


    Gruß Doro

  • Also ich habe seit 3 Jahren auch die so genannte "Honigbox" bei mir neben der Haustür.
    Ich kann nichts negatives berichten, die Sparkasse wird immer ehrlich gefüllt, bisher nicht ein Glas Verlust.
    Aber kommt denke immer aufsteigend Gegend an, bei ins könnte ich auch das Auto offen lassen und die Haustür ist seltenst tagsüber zu.... keine Probleme...