Knick anlegen - Welche Stauden und Gehölze.

  • Moin,
    wir wollen mit überschüssigem Erdaushub einen ca. 120m langen Knick anlegen!
    Nun suche ich schon mal nach einer geeigneten Bepflanzung dafür!
    Sollen natürlich nur Pflanzen sein von denen die Bienen auch etwas haben!
    Bienenbäume (zwei mal überwintert) und junge Akazien aus dem letzten Jahr habe ich selber nachgezogen und suche nun noch ein paar Vorschläge für die weitere Bepflanzung!
    Vielen Dank für die Hilfe!
    Erstmal,
    Borderbee

  • Moin,


    als Stauden würde ich mich auf die Spätblühenden Pollenspender konzentrieren. Da kann ich Herbstastern empfehlen, die blühen bis zum Frost und die Bienen lieben sie, zB hier:
    http://www.gardenandmore.de/ho…a-reichbluehend::395.html
    Sind sehr robust und lassen sich durch Teilen schnell vermehren.
    Ausserdem ist Borretsch hübsch, ungefüllte Stockrosen, Sonnenbraut, Schmalblättriges Weidenröschen.


    Wäre noch wichtig, ob es sehr trocken oder feuchter ist. Auf der trockenen Seite wäre auch eine Kräutergesellschaft mit Oregano, Thymian, Johanniskraut etc. schön.


    Gruss,
    Jan

  • Alles was auf'n Knick gehört braucht die Fähigkeit zum Stockausschlag. Wenn's denn Bienen nützen soll, muß es früh blühen, also nicht erst an 10jährigen Bäumen. Knicks sind ja eher hohe Strauchhecken als strauchige Bäume.
    Dorne aller Art kömmen da gut. Weißdorn, Berberitze aber durchaus auch Brombeere und Heckenkirsche. ist der Knick unten nicht dicht, funktioniert er nicht. Ahorn wird auf dem Knick kaum blühen, macht aber brutale Neuaustriebe.


    Ich würde auch Schneeball, Pfaffenhütchen buschige Linden und Vogelbeeren setzten und einfach die Natur mal Bißchen machen lassen. Selbst 'ne Kiefer an markanten Stellen - Anfang und Ende - dürfte bei mir da stehen.


    Die Unordnung ist da das Ordnungsprinzip und der Schutz gegen finalen Verbiß und gegen Verfegen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Na das allerwichtigste sind die Salweiden, da kann es pro Volk ruhig eine Weide sein. Günstig sind natürlich verschiedene Sorten Weiden, gewöhnliche, nicht unbedingt Exoten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin, moin,


    Vogelkirsche, Krete, Wurzelechte Sauerkirsche, Sorbusarten, Faulbaum... Knick darf und soll Überhälter haben.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wildrosen machen sich auch gut in einer Knickhecke und sind Vogel- und Bienennährgehölz in einem.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Moin,
    wir wollen mit überschüssigem Erdaushub einen ca. 120m langen Knick anlegen!
    Nun suche ich schon mal nach einer geeigneten Bepflanzung dafür!
    Sollen natürlich nur Pflanzen sein von denen die Bienen auch etwas haben!
    Bienenbäume (zwei mal überwintert) und junge Akazien aus dem letzten Jahr habe ich selber nachgezogen und suche nun noch ein paar Vorschläge für die weitere Bepflanzung!


    Das mit den Akazien würde ich mir nochmal überlegen. Klar, die Blüten sind toll, aber sonst haben sie nicht viel zu bieten. Keine essbaren Früchte, kein so besonders toller Unterschlupf für Vögel (verglichen mit anderen Gehölzen wie Weißdorn, Schlehe etc.). Dafür Wurzelausläufer und die Tendenz andere Sträucher zu verdrängen. Robinien gehören IMHO definitiv nicht zur Botanik eines Knicks.


    Als Pflanzen würde ich aus den folgenden Gattungen wählen:


    - Castanea (Edelkastanien, Maroni, Keschde). In meinen Augen die bessere Robinie. (kann als hoher Baum wachsen, oder alle paar Jahre abgesägt werden, treibt wieder aus. Sehr dauerhaftes Holz. Gutes Bienennährgehölz, aber auch mit den Früchten können Mensch und Tier viel anfangen)


    - Corylus (Hasel) könnte mir aber vorstellen, dass man die etwas im Zaum halten muss


    - Cornus, insbesondere Cornus mas, also die Kornelkirsche. Blüht noch im Spätwinter. Früchte kann man verwerten, muss aber nicht.


    - Crateagus (Weissdorne, da gibt es auch dutzende Arten). Ich persönlich würde auch etwas wie Crateagus coccinea (Scharlachdorn) pflanzen. Finde die Früchte deutlich interessanter als bei Crateagus monogyna...


    - Malus (also Apfelarten) Früher kippten die Leute angeblich den Apfeltrester, der beim Pressen anfiel, an die Feldränder. Aus den Kernen keimten viele Apfelbäumchen, einige schafften es bis zur Blüte, und ganz selten war mal einer darunter, der so gut war, dass er als Sorte per Veredelung vermehrt wurde. Aber wenn du diese Zeit nicht hast könntest du auch gleich Sorten pflanzen. Oder wenn du keinerlei Verwendung für Äpfel hast: Zierapfelsorten. Die blühen üppig, sind gutes Bienennährgehölz, und die kleinen Früchte können zumindest anderen Wildtieren als Nahrung dienen. Und die gibt es auch in strauchförmig, wenn man keine richtigen Bäume haben möchte.


    - Prunus (Kirschen, Pflaumen, auch Wildformen wie Schlehe oder Kirschpflaumen) Gerade Schlehe ist eine klassische Knickpflanze, die mit ihrem Dornengestrüpp auch niedrig brütenden Vögeln Schutz bietet.


    - Rosa (Wildrosen)


    - Rubus (Brombeeren, Himbeeren) Ich persönlich würde dornenlose Brombeeren pflanzen. Falls man aber Bodenbrütern Nistmöglichkeiten bieten will, sollte man wohl doch die stacheligen Arten/Sorten nehmen.


    - Sorbus (Eberesche, Speierling, Elsbeere...) Je nach klimatischen Bedingungen. Eventuell auch nahe Verwandte wie die Aronia (Apfelbeere)


    Darunter bzw. an den sonnigen Rändern würde ich u.a. diverse Alliumarten auswildern (Schnittlauch, Bärlauch, ...). Vergissmeinnicht, Melisse, Oregano, Krokusse, Astern, evtl. bestimmte Staudensonnenblumen



    Grüße,
    Robert

  • Bei mir zeigten die Bienen extremes Interesse an Prunus cerasifera. Weder die etwas später blühenden Kirschen oder Pflaumen noch andere Prunusarten wie der Pfirsich wurden so intensiv beflogen. Blüht, wie erwähnt, recht zeitig und manchmal hat man Glück und erwischt eine einigermaßen schmackhafte Sorte. Als Faustregel (ohne gesetzlich garantierten Anspruch auf immerwährende Gültigkeit) gilt; gelbefrüchtige Sorten schmecken eher fade, violett-pflaumenfarbige erinnern im Geschmack an Mirabellen, sind jedoch eher reif. Es sind zwar kulinarisch nicht die "totalen Bringer", aber zum Naschen im Vorbeigehen ganz in Ordnung. War dieses Jahr neben der Mahonie und der Weide der Bienenmagnet schlechthin. Kann allerdings sein, dass die anderen erwähnten Bäume dieses Jahr wegen Trockenheitsstreß nur wenig Nektar lieferten.

  • Moin Kai,
    die Adresse hört sich ja vielversprechend an! Wollte aber nur Sachen haben die für die Bienen auch interessant sind und muss mir da noch eine entsprechende Liste zusammenstellen!
    Wir haben übrigens mal ausgerechnet das der Knick wohl 2m hoch wird, also fast ein Deich....!
    Mal sehen ob ich ein paar Fotos machen kann wenn das alles fertig ist!
    Erstmal,
    Borderbee