Schonender Austausch von verbauten Brutwaben

  • Servus miteinand,


    Ich brauche bitte noch einmal eure Hilfe.
    Ich habe letztes Jahr im Herbst noch ein Völkchen aus einer Warrébeute in ein Zandermagazin umgezogen, indem ich die Warré-Oberträger mit den ausgezogenen Waben in Zanderrähmchen gehängt habe.
    Nach dieser Aktion habe ich nichtmehr in das betreffende Völkchen bis ins Frühjahr nichtmehr näher untersucht.
    Bei der Frühjahresdurchsicht habe ich festgestellt, dass die Waben von 5 Rähmchen teilweise fast auf 1/5 der Länge an beiden Seiten jeweils mit dem benachbarten Rähmchenoberträgern verbunden sind und es im mittleren Bereich der Zarge somit nicht möglich ist, einzelne Rähmchen zu ziehen.
    Was ist die beste Möglichkeit die 5 mitteleren Rahmen aus der unteren Zarge (das Volk ist seit Mitte März 2-zargig unterwegs) irgendwie aus dem Volk herauszubekommen, ohne sie allzu sehr zu schwächen?
    Kann ich einen Sammelbrutableger aus diesen Waben machen, und das betreffende Volk dann mit Brutwaben aus anderen Völker verstärken?


    Vielen Dank für eure Tipps,


    Johannes

  • Hallo Johannes,


    mir fallen hier mehrere Ansätze ein...


    Variante 1: Du könntest die Waben in den Honigraum hängen an den Rand hängen. Die Bienen laufen dann aus und du kannst die Waben nach drei Wochen entnehmen. Wenn du Pech hast, hast du dann jedoch Honig in den Waben. Alternativ setzt du einen weiteren Honigraum mit diesen Waben plus MW auf. Nach drei Wochen kannst du die alten Waben entnehmen. Ggf. schaffst du es die 5 Waben in zwei Blöcke zu teilen und Mittig MW zu geben. Dann tragen die Bienen den neuen Nektar ggf. in die neuen Waben. Musst du gucken, was bei dir vom Honigraum her am besten passt. die Lücke im Burtnest füllst du mit MW auf.


    Variante 2: Ist abhängig von der Ausdehnung des Brutnestes. Wenn z. B. nur diese 5 Waben mit Brut sind und der Rest ist im zweiten Brutraum, könnte man auch ein ASG zwischen den beiden Räumen hängen. Nach drei Wochen alles wegnehmen und das Volk bis zum Sommer auf einem Raum führen. Ich denke, dass das am wenigsten Honig kosten würde, da die Bienen keine neuen MW ausbauen müssen. Ggf. musst du hier dann aber etwas mehr schropfen - hab mit einem Brutraum noch kein Zandervolk geführt. Es soll aber gehen.


    Variante 3: Brutraum mit den Waben an einem guten Flugtag (alle Flugbienen sind weg) entnehmen und die neue Beute an einen anderen Platz um 180 Grad verdreht hinstellen. Nach 9 Tagen ggf. (falls möglich) die Zellen brechen und die Brut somit auslaufen lassen. Nach drei Wochen mit dem Ursprungsvolk rückvereinigen. WICHTIG: Falls du nicht alle Zellen brechen konntest und trotzdem rückvereinigen willst, musst du sicher sein, dass keine neue Königin vorhanden ist. Alternativ zum aufsetzen das Volk vor der Beute abfegen und ein ASG vor das Flugloch befestigen bzw. unterlegen!


    Zum Sammelbrutableger: Kannst du machen. Du solltest aber die Brutwaben des anderen Volkes vorher abkehren und dann zuhängen. Nur verlagerst du dann diesen Block von diesem Volk in den Ableger. Ob das besser ist musst du entscheiden.

    12er Dadant, Buckfast

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Hobbit () aus folgendem Grund: Variante 3 ergänzt!


  • Hallo Johannes. Die Frühjahrsdurchsicht liegt doch bestimmt schon länger zurück? Warum nimmst du nicht ein langes Küchenmesser und schneidest das Wachs an den Oberträgern ab? Dann die Wabe vorsichtig gerade biegen und in eine andere Zarge hängen. Sobald alle fünf geschafft sind Boden drunter, Deckel drauf und der Sammelbrutableger ist vertig. Das Volk dem du die Waben entnommen hast mit Mittelwänden auffüllen. Die Brut aus den fünf Waben schlüpfen lassen und die Bienen gelegentlich vor das Spendervolk schütten, damit sie dort einlaufen können. Somit hat sich das verstärken auch erledigt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Dann die Wabe vorsichtig gerade biegen und in eine andere Zarge hängen. Sobald alle fünf geschafft sind Boden drunter, Deckel drauf und der Sammelbrutableger ist vertig.


    Aber darauf achten, dass die Königin nicht auf den Waben ist, sonst wird der nach 3 Wochen nicht brutfrei sein. ;)


    Stefan

  • Servus,


    Zuerst einmal vielen Dank für eure Tipps,


    Ich denke, ich werde es genau so machen, wie du in Variante 3 beschrieben hast, Frank, bzw du in deinem Posting, Josef.
    Die Variante gefällt mir am besten, weil das Ausgangsvolk dadurch kaum geschwächt wird und ich kein weiteres Gefrickel mit den verbauten Waben habe.
    Ich gehe mal davon aus dass ich dem Übergangsvölkchen trotz Tracht auch noch 2-3 Futterwaben zuhängen sollte. Auf den mittleren Waben im ersten BR sind ja schließlich quasi keine Honigkränze
    Die Mädels haben ja auch kaum mehr Flugbienen und noch eine ganze Menge Brutpflege in Aussicht.
    Würdet ihr das Einlaufen lassen nach 3 Wochen als einmalige Sache aufziehen, oder soll ich dem Ausgangsvolk schon nach einer Woche wieder eine erste Ration Bienen zurückgeben.
    Sorry für die dumme Frage, aber irgendwie habe ich Angst dass denen sonst irgendwie Bienenmasse fehlt in der Zeit. o_O


    Beste Grüße aus dem sonnigen Bayern,


    Johannes


  • Hallo Johannes. Überall blüht es jetzt und statt Fütterwaben solltest du lieber den Honigraum aufsetzen. Das jetzt große Brutflächen im Verhältnis zu den Flugbienen da sind ist normal. Du solltest wenn du das Übergangsvölkchen gebildet hast, ausgebaute Brutwaben von Zarge 2 in die erste zarge setzen. Dann solltest du Zarge 2 wieder mit Mittelwänden auffüllen. Warum das auffüllen im 2ten Brutraum. Dort wird schneller und besser gebaut. Wichtig ist frühzeitig den Honigraum aufzusetzen. Also auf den fertigen 2 Zarger. Eine wöchentliche teilzugabe der im Übergangsvölkchen geschlüpften Bienen zum Ausgangsvolk ist schon OK. Dabei solltest du nach 9 Tagen auf eine Nachschaffungskönigin achten. Wegen der Bienenmasse brauchst du dir keine Gedanken machen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.