Drohnenmissbildung

  • Hallo,
    ich konnte es nicht glauben. Ein Volk, bei welchem anlässlich der Winterbehandlung nur 31 Milben gefallen, über die Winterwochen nur eine Milbe gefallen ist, hatte vergangene Woche ca. 15 Drohnen mit dem Flügeldeformationsvirenschaden. Arbeiterinnenbrut zeigte keine Auffälligkeiten. Drohnenbrut selbst wurde schon in der Woche zuvor geschnitten. Wo liegt die Ursache. Wurden nur Milben gezüchtet, welche sich vorzugsweise in der Drohnenbrut fortpflanzen. Kann eigentlich nicht sein, weil die Drohnenwabe regelmäßig geschnitten wurde. Waren die Drohnenzellen an einem besonders klimatisch günstigen Ort. Dürfte eigentlich auch keine Rolle spielen, weil nach neuester Lehrmeinung Drohnenzellen häufiger Futterbesuch bekommen und somit die Chance der Parasitierung größer ist. Welche Möglichkeiten könnten noch die Ursache sein?
     
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Viren und Varroa können - aber müssen sich nicht zusammen entwickeln. Du hast hohe Milben- aber eine niedrige Virenbelastung. Du hast eine hohe Viren- aber eine geringe Milbenbelastung. Oder beides ist hoch oder niedrig. Alles ist möglich.

  • Hallo !


    Ja, so wie Bernhard es beschreibt wird es gelehrt,
    so z.B. Dr. Siede in 2003:


    "Viren und deren Bedeutung für die Imkerschaft"


    ...
    das verkrüppelte Flügelvirus (engl. deformed wing virus = DWV) werden von der Milbe übertragen.
    ....
    Häufig bei Virusbefall ist ein inapparenter Verlauf der Krankheit: Viele Bienen sind virusbelastet,
    ohne irgendwelche Krankheitsanzeichen aufzuweisen. Dieser Infektionstyp ist verständlicherweise
    nicht durch Betrachten der Tiere oder Völker erkennbar.
    ....
    Auch DWV verkürzt die Lebensdauer der Winterbienen. Winterliche Volkszusammenbrüche können die Folge sein, insbesondere dann, wenn zum Zeitpunkt der Winterbienenaufzucht hinreichend viele Milben für eine
    Durchseuchung des Volkes gesorgt haben. DWV tötet die Bienen langsamer als APV. Der Kollaps kann Wochen oder Monate nach der Infektion erfolgen. So ist es gut möglich, daß eine wirkungsvolle Milbenbekämpfung nach der Winterbienenaufzucht zu spät kommt, da die Übertragung des DWV auf die nachfolgende Generation bereits stattgefunden hat und dann solche Völker, trotz guter, aber zu spät erfolgter Entmilbung, den Winter nicht überstehen.
    ....


    So früh im Jahr habe ich noch kein DWV gesehen,
    wir begegnen Ihr mit Brutentnahme und Königinnenaustausch (Kunstschwarm).


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo bernhard, hallo Knecht,
    http://www.lvthi.de/doku/gesun…20kurzer%20ueberblick.pdf


    Wenn man Elke Gernesch (Hohenneudorf) folgen kann, führen DWV-Viren nur zum Schadensbild, wenn es dem Virus gelungen ist, sich in der Milbe zu reproduzieren. So wäre mein Fall evtl. erklärbar. Da in der Regel dieser Schaden aber verstärkt im Sommer auftritt, könnte auch die Mehrfachinfektion nicht ausgeschlossen werden. Warum aber in der Drohnenbrut? Andererseits hatte ich in Frankreich 1993 Völker von einem Lumpen gekauft, welche schon damals unter diesem Virus litten.



    Hallo Knecht,
    es ist in der Wissenschaft üblich, dieses Problem gerne dem tumben Imker unter zu jubeln. Wie schon beschrieben ist dieses Volk ein Muster an Resistenz. Man kann noch erwähnen, dass das Volk im letzten Jahr etwas schwächelte und dann umgeweiselt wurde. Es ist das Volk mit dem bestbeschrieben Lebnslauf weit und breit.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Grüß Gott, Remsi,
    sicher?
    Das mit den Viren, meine ich. Kälteschäden an Drohnen sehen verdammt ähnlich aus.
    Oder hast Du bereits einen Labornachweis?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ich tippe auch auf Kälteschäden .... hier zumindest war es in den letzten Tagen sehr kalt in den Nächten und die Brutflächen groß, die Bienenmasse noch relativ klein....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo!
    Ich hatte diese Woche auch schon recht viele Drohnen mit verkrüppelten Flügeln wie auf dem Bild zu sehen. Vor einer Woche hatten wir nachts -4 Grad. Die verkrüppelten Drohnen konnte ich erst danach beobachten. Hoffe daher auch auf Kälteschaden. Wundert mich nur, dass es nur Drohnen sind. Aber das liegt vielleicht daran, das der Drohnenrahmen am Rand des Brutnestes sitzt und daher die Kälte der Nacht am ehesten zu spüren bekommt. Der Milbenfall im Winter war nach OS Behandlung sehr gering (20-100 Milben).
    Grüße,
    Jogi




    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Gleiches Bild bei mir, so ca. 15-20 Drohnen des einen Volkes wurden rausgezerrt oder lagen schon vorm Flugloch. Einige waren optisch in Ordnung, andere hatten teilweise einseitig deformierte Flügel. So stark verkümmert wie auf dem Foto von Jogi allerdings nicht. Nur Drohnen, Arbeiterinnen scheinen o.k. zu sein.
    Bleibt Ihr bei der Vermutung, es liegt an den Nachttemperaturen?


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Auf den Vorlagen im Anflugbereich gibt es sehr unterschietliche Bilder,
    wie Ihr schon beschrieben habt, rausgezerrte Drohnen in unterschiedlichen Stadien, aber bei weitem nicht bei allen Völkern,
    Kalte Nächte haben alle Völker gehabt, den Punkt können wir schon einmal ausschließen,
    Aber den Anteil Milben, den sollte man schon einmal hinterfragen,
    und nun komme ich zur Sache, die armen Drohnen, verdeckelte Drohnenbrut schneiden ist ja so grausam, es ist ja auch nicht nachgewiesen das sich die Milben vorzugsweise in der Drohnenbrut vermehren,
    und so etwas lese ich hier fast den ganzen Sommer, kann leider nur immer den Kopf schütteln dabei,
    Macht es doch einfach einmal, dann hört auch das Jammern auf, an der Realität kommt Niemand vorbei.


    Noch einen schönen Abend


    Gruß Jürgen

  • Hi,


    leider heute bei mir gesehen - auch ein paar -


    was meint ihr


    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Janos ()

  • Kalte Nächte hatten alle Völker, ja. Aber Isolieren konnten (oder wollten) sie nicht gleich. Es reicht doch ein kleiner Anteil der Drohnenbrut, der unterkühlt wurde. Ein bißchen weniger als üblich, und ab Erscheinen zurück gerechnet findet man sie, die kalte Nacht oder mehrere.
    Warum nur sind jetzt noch keine Arbeiterinnen gleicher Erscheinung rausgeflogen? Haben die echt keine Varroa abgekriegt oder waren die Virusträgerinnen alle in den Drohnen und haben die freien zur Arbeiterinnenbrut geschickt?


    Wer solche Jungs im Frühjahr sieht, der müßte doch im Sommer auch zwingend Krüppelbienen haben als Konsequenz.


    Skepsis ist gut, Varroapanik aber übertrieben



    findet


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Morgen,


    In der ersten Aprilwoche habe ich beobachten können das die Bienen eine beträchtliche Menge der ersten Drohnen rausgeschmissen haben. Beim näheren nachschauen konnte ich sehen das die Drohnen alle verkrüppelte Flügel hatten, da war ich auch beunruhigt und da habe ich mir auch gedacht „was, jetzt schon DWV?“.
    Später habe ich aber keine Drohnen mit solche Flügel mehr gesehen, was Marion’s Theorie bestätigt. Die erste Drohnenbrut ist halt mal verkühlt gewesen.


    Tschüss, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)