Warum ist hinterm Schied noch so viel Honig?

  • Moin, moin!


    Nachdem ich meine DN1,5er Segeberger mit einem Schied auf 4-6Waben eingeengt hatte, wollte bzw. habe ich am Wochenende jeweils eine Leerwabe vor die letzte Brutwabe vor dem Schied geben, um somit das Brutnest weiter zu vergrößern.
    Dabei ist mir aufgefallen, daß die Bienen hinterm Schied ne ganze Menge Honig eingelagert haben.
    Warum? Eigentlich hatte ich erwartet, daß sie den HR ausbauen und den Honig dann umtragen.
    HR hatte ich schon vor 3-4 Wochen gegeben, allerdings "nur" 1/2DN mit Anfangsstreifen, den sie seid Anfang letzter Woche zur Hälfte ausgebaut haben.
    War das zu wenig Raum bzw. zu wenig ausgebaut, sodaß mehr eingetragen wurde als im HR eingelagert werden konnte?
    Ich hab jetzt DN-Honigräume unter die 1/2DN-Honigräume untergesetzt, die teilweise aus ausgebauten Waben bestehen.
    Den Honig haben ich hinter dem Schied belassen, auf das die Bienen jetzt den Honig umtragen mögen.
    Machen die das jetzt auch?


    Was ich faszinierend finde: Mein Flugling aus dem letzten Jahr, den ich als das kleinste Volk eingeschätzt habe, hat den HR bisher am weitesten ausgebaut und mir schon schön verdeckelte Weiselzellen in den Drohnenrahmen gesetzt, und zwar da, wo ich letzte Woche Drohnen geschnitten hatte. Da wird spätestens am Wochenende ein Kö-Ableger fällig.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Die große Frage, die Du an dich stellen mußt: Was mache ich und warum mache ich es? Im Moment ist das alles etwas durcheinander geraten. Ich versuche mal Fragen zu stellen, um Hinweise zu geben.


    a. Honig wird vorzugsweise auf von Bienen ständig besetzten Waben eingelagert. Und genau das ist passiert.


    b. Du hast jetzt die Baubienen im halben Honigraum gehabt - und den distanzierst Du jetzt(?) von der Brutzarge mit einer Ganzzarge mit ausgebauten Waben. Eine Zarge, die Du besser vor drei Wochen gegeben hättest? Mit welcher anstehenden Nektarquelle sollen die Bienen diese Zargen denn jetzt noch füllen? ( Ganzzarge 22 kg + Halbzarge 11 kg = 33 kg Honig = 99 kg Nektar)


    c. Der Honig wird jetzt nicht mehr umgetragen.


    Zitat

    "Da wird spätestens am Wochenende ein Kö-Ableger fällig."


    d. Warum willst Du das Volk vorsätzlich schwächen, obwohl es offensichtlich nicht mal halbwegs zu einem Volk herangewachsen ist? (Sonst hätte es den halben Honigraum schon fertig ausgebaut.)


    Und was meinst Du, was jetzt zu tun ist?

  • Hallo Andreas. Meinst du nicht das du bei nur Anfangstreifen für den ersten Honigraum ziemlich geitzig warst? Warum nicht im ersten Honigraum Mittelwände und dann im zweiten abwechselnd Ausg.dann Anfangstr. Ausg. Anfangstr. usw.. Mit jetzt Leerwabe hast du dir keinen gefallen getan, denn auch dahin zieht es Baubienen die du garnicht haßt weil du überall in deinen Kästen Baustellen schafts und somit das Volk schon wieder geschwächt wird. Wabenbau kostet Honig das solltest du dir merken und Wabenbau ohne Mittelwände kostet doppelten Honig. Die Bienen sind mal gerade in aufsteigender Entwicklung und du willst schon wieder Ableger machen. Vergiss es, Zellen brechen ist hier angesagt. Von diesem Flugling würde ich keine Nachkommen wollen, weil du immer den Schwarmtrieb weiter vermehrst.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: Endlos-Zitat entfernt

  • Gut, ich versuche erst mal mein theoretisches Wissen darzulegen, warum ich etwas gemacht habe:
    Ich habe vor 3-4 Wochen einen 1/2DN-HR gegeben, weil ich die Beute nicht auf einmal zu groß machen wollte.
    Anfangsstreifen, weil, wie man lesen konnte, es super funktioniert. Ehrlich gesagt wären mir ausgebaute halbe Rähmchen lieber gewesen, allerdings habe ich die noch nicht.
    Gut, zumindest besser als Anfangsstreifen wären Leerwaben gewesen, aber es war nicht Geiz sondern Unerfahrenheit bzw. eigene Blödheit.
    Als Nektarquelle ist bei uns der Raps gerade aufgegangen bzw. wird gerade erst angeflogen, zumindest soweit ich es an den Pollenhöschen beurteilen kann. (Bis Ende letzter Woche noch Orangene Pollenhöschen, zum Wochenende hin mehr und mehr knallig-gelbe Pollenhöschen).
    Die anderen beiden Völker (eine Kö aus 2011 und eine nachgezogene aus 2013) haben den HR auch noch nicht vollständig ausgebaut. Wie geschrieben ist da der Flugling eher noch am weitesten.
    Die Völker besetzten derzeit 7-8 Waben im BR (ich glaub, da muß ich mein Statement von oben ein wenig korrigieren, aber nach Gabe der Leerwabe im BR sind es bei allen drei Völkern 7-8 Waben im BR, sprich 2-3 Waben hinterm Schied) plus die Baubienen im HR und nicht wenige hinter dem Schied. Daher hatte ich eher das Gefühl, daß es eher schon zu eng geworden ist und ich deswegen erweitern müßte.
    Vielleicht habe ich mit dem Schied zu lange gewartet und nu den Salat, weil die Bienen zu spät in den HR gegangen sind.
    Kö-Ableger wollte ich machen, weil ich den Schwarmtrieb dämpfen bzw. dagegen arbeiten wollte. Bei verdeckelten Weiselzellen kann ich doch nur noch versuchen die Bienenmassen zu schröpfen, um den Schwarmtrieb klein zu halten. Da reicht es doch nicht mehr, einfach mehr Raum zu geben, oder?
    Alternativ kann ich beigehen und alle Weiselzellen brechen, zumindest kann ich damit den Schwarmtrieb unterdrücken, bis die Bienenmassen groß genug ist, aber ich werde den Schwarmtrieb doch nicht aufheben können.
    Ich wollte auch nicht sagen, daß das Volk wirklich klein ist, sondern eher das kleinste der drei Völker an meinem Stand, zumindest bis jetzt, und die Kö scheinbar einiges aufgeholt hat, sodaß es nach mehr Raum schreit und WZ angelegt hat.
    An eine "gezüchtete" Schwarmtriebigkeit habe ich nicht dran gedacht, bzw. drüber nachgedacht.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Andreas. Bei Großwaben werden die Bienen nur über die Honigräume geführt. Das bedeutet wenige Brutwaben 6-7
    und dafür frühzeitig Honigräume mit Mittelwände. Ich hätte auch keine Lust in einem nackigen Raum Waben zu bauen wenn ich noch 15 cm an der Beutenwand hochklettern und dann noch wieder 15 cm bis ich mittig am Anfangstreifen hänge.
    Bei verdeckelten Weiselzellen kann der Schwarm schon weg sein. Hier ist eine Durchsicht in 7 tägigen Abstand angesagt.
    Wenn dann bei mehrmaligem ca.5 X Zellenbrechen keine Wirkung eintritt ist ein Königinnenableger angesagt oder abdrücken der KÖ um dann einer Jungen das Feld zu überlassen, die dann in diesem Jahr nicht mehr schwärmt.
    Ach ja. Leerwaben sind Rähmchen ohne alles.
    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: Noch ein Endlos-Zitat gelöscht

  • Moin Hamburg Jung !


    Meine Bienen sind auch in HH tätig und sitzen ebenfalls auf 1,5 DNM. Wie Josef es schon bemerkt hat, ziemlich viele Baustellen in der Beute...


    Wenn der HR draufkommt, sollten hinter dem Schied keine Waben mehr hängen bzw. bestenfalls noch eine FW, damit die Truppe schlechte Zeiten überwinden kann. Nun hängen sie aber mal drin und ich würde sie auch hängen lassen. Der HR ist dann eben neben dem Schied und nicht über dem BR... - die Waben, so sie gefüllt sind, kann man auch schleudern !


    Den DN-HR solltest Du bei schlechter Tracht wieder entfernen und bei gutem Trachteintrag - so wie es momentan in HH aussieht - über den 1/2 HR setzen, wenn dieser angenommen ist und gefüllt wird. Ich gehe mal davon aus, dass die großen Waben hinter dem Schied voll mit Nektar sind, oder ?


    Ich habe das auch schon so gemacht, weil ich "die Kurve im Frühjahr nicht bekommen habe" und dann nimmt ein gutes Volk was da ist - über oder neben dem Brutnest. Derzeit ist ja ideales Wetter für die Rapstracht in HH.


    Was die Schwärmerei angeht - hier hilft initial nur die übliche Tour mit Zellen brechen; mglw. mehrfach hintereinander.


    Wenn das Volk aber schon auf dem Weg ist, kannst Du auch die Brutzarge (mit dem gesamten Honig -schweres Geschäft !) über die HR hängen, die jetzt auf dem Boden stehen und im HR eine BW mit mögl. viel offener Brut und Stiften anordnen (dies geht allerdings nur, wenn du die beiden HR übereinander hast); ASG dann natürlich zwischen BR und den unteren Honigräumen. Da ich mit 159 mm HR-Waben arbeite, weiß ich nicht exakt, ob die BR-Waben von der Höhe in einen HR mit DNM-Zarge und 1/2 Zarge passen - musst du probieren.


    Das Volk wird dann auf dieser Wabe SZ ansetzen, die du wieder entfernen musst. Nach 3 Wochen ist die Sache i.d.R. vorbei; könnte in diesem Frühjahr aber auch länger gehen. Möglicher positiver Nebeneffekt kann sein, dass die Honigräume dann schnellstens ausgebaut und weiter gefüllt werden.


    Wenn das alles klappt, schwimmst Du im Honig !


    Viel Erfolg


    Rainer

  • Ich habe vor 3-4 Wochen einen 1/2DN-HR gegeben, weil ich die Beute nicht auf einmal zu groß machen wollte...Gut, zumindest besser als Anfangsstreifen wären Leerwaben gewesen,


    An sich ist das mit dem halbhohen Honigraum und der schrittweisen Erweiterung eine gute Idee. Doch es ist immer besser, bei der ersten Öffnung des Honigraumes ausgebaute Waben zu verwenden. Zumindest zum Teil. Selbst wenn es ganze anstatt halber Höhe ist. Wenn man keine ausgebauten Waben hat, dann muß man die Bienen umso enger setzen. In deinem Fall hattest Du ja sogar Leerwaben in normaler Höhe. Du hättest die anderen Waben im Brutraum alle rauswerfen können, die Zarge mit den normalhohen Waben aufsetzen und später die Halbzarge mit den Mittelwänden oder Anfangsstreifen ganz oben aufsetzen können.
     

    Als Nektarquelle ist bei uns der Raps gerade aufgegangen


    Wie lange blüht der Raps? Wie viele Tage sind die Temperaturen warm genug und es ist Sonnenschein? Wie viel Honig kann ein Volk in dieser Zeit eintragen, einlagern und trocknen? Wann wird gespritzt und wie und womit? Wenn die einen Spritzschaden haben, wirst Du auf einmal wenig Flugbienen haben und die Honigräume bleiben leer.
     

    ...nicht wenige hinter dem Schied. Daher hatte ich eher das Gefühl, daß es eher schon zu eng geworden ist und ich deswegen erweitern müßte.


    Diese Bienen (und der Honig) hinter dem Schied hätten alle in deinem Honigraum sein können. :wink:


    Kö-Ableger wollte ich machen, weil ich den Schwarmtrieb dämpfen bzw. dagegen arbeiten wollte.


    Ist zu früh. Der Königinnenableger sollte das letzte Mittel der Wahl sein. Das erste Mal Zellen brechen, zweites Mal Zellen brechen und erst dann den Joker ausspielen. Natürlich kannst Du eine Zelle übersehen, deswegen auch ruhig mal die Bienen von einer zu dicht besetzten Wabe abstoßen, um Dir die Wabe in Ruhe anzusehen. Zumindest kannst Du so zwei Wochen Zeit gewinnen. Pro Tag schlüpfen ca. 1.000 Bienen = 14.000 Bienen in den zwei Wochen. Genau so viele Zellen werden neu bestiftet.


    Würdest Du jetzt die Königin ziehen, läuft die vorhandene Brut aus. Die freigewordenen Zellen würden mit Nektar zugestopft. Nektar, der eigentlich im Honigraum landen sollte, landet dann in der Brutzarge. Das ist alles suboptimal.


    Da die seitlichen Waben hinter dem Schied bereits an- und vollgetragen wurden, kann ich nur empfehlen, alles so zu lassen, wie es ist. Sobald die seitlichen Waben voll sind, suchen sich die Bienen einen anderen Ort zur Einlagerung von Nektar. (Dieser Nektar hätte auch im Honigraum sein können. Naja, so haben deine Bienen eine Reserve für schlechte Tage.) Dann wird der Honigraum auch angenommen.


    Breche alle 7 Tage die Schwarmzellen aus. Ein paar der Waben mit den Bienen würde ich in die Honigräume abstoßen, wenn Du sie auf Schwarmzellen kontrollierst. (Natürlich nicht mit der Königin. Die Wabe mit der Königin kontrollierst Du und hängst sie einfach wieder weg. Erst wenn ich die Königin gefunden habe, stoße ich andere Waben ab.)

  • Ein paar der Waben mit den Bienen würde ich in die Honigräume abstoßen, wenn Du sie auf Schwarmzellen kontrollierst.


    Hallo Bernhard,


    den Tipp hab ich schon öfter gehört. Was ist denn, wenn ich dann Drohnen mit in den HR abstoße? Die sitzen hier doch fest.?!?

  • Normalerweise fliegen die auf, wenn Du die abstößt. Sollte eine einzelne Drohne im Honigraum gefangen sein, dann ist das nicht schlimm - Du wirst ja mal öfter reinschauen, weil Du neugierig bist, was die so im Honigraum machen. Die Drohne fliegt dann auf und weg. :wink: Zuviele sollten es natürlich nicht sein, weil die dann beim Versuch nach draußen zu gelangen, im Absperrgitter stecken bleiben können. Oft ist mir das allerdings noch nicht begegnet.

  • Puh, jetzt mache ich mir aber Gedanken, ob die schon stiften gegangen sind.
    Ab wann könnte es denn passieren, daß ein Schwarm abhaut? Haben noch mal nachgerechnet, da wir den Drohnenrahmen am 13.04. ausgeschnitten haben, muß die Weiselzelle gerade erst verdeckelt worden sein.
    Den Rest werde ich beherzigen;-) (Weiselzellen brechen u. Bienen in den Honigraum schütteln).
    Die Beobachtung von beemax/Rainer deckt sich mit meinem: Der Raps hat gerade erst angefangen und sollte noch 2-4 Wochen anhalten. Zudem gehen gerade die Äpfel auf.
    Nächstes Jahr wird alles besser;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Mit der Verdeckelung der Schwarmzelle macht sich (normalerweise) die Alte auf die Reise.


    Gruß
    Hagen


    edit: wie ich gerade sah: Schon zu spät.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)