Königin.-Ableger - Flugbienen sind nachgeflogen, wie geht das?

  • Hallo,


    ich habe hier überflüssigerweise selbst ein starkes Volk "zerlegt" und bin mir noch nicht sicher, was genau schief gelaufen ist, vielleicht könnt ihr mir dabei helfen. Statt einem starken Volk habe ich jetzt einen Schwarm und zwei schwache Volksteile.


    Henry hat hier eine feste Tatsache dargelegt, die auch ich bisher so geglaubt habe, was nun aber seit Dienstag massiv erschüttert wurde.
    Demnach sind Königinnenableger eine sicherere Methode, einen Schwarm zu verhindern. Das glaube ich vorerst nicht mehr! Oder ich habe eine riesen Dummheit gemacht und komme aber nicht darauf, welche.


    Was geschah:
    Ich hatte ein Volk mit viel Bienenmasse auch in den zwei bereits aufgesetzten HR, bei dem ich wegen mehrer SZ (einige verdeckelt) in Panik geriet, da ein totaler Schwarmtag vom Wetter her anstand. Also dachte ich, machste einen Königinnenableger.


    Dazu habe ich am 13.4. mittags, bestes Flugwetter, eine Brutwabe mit Königin und ansitzenden Bienen sowie eine weitere Wabe nur mit Stiften in eine neue Beute gesteckt, mit MW aufgefüllt und das Ganze dann an den ALTEN Platz gestellt. Darauf die beiden zuvor bereits aufgesetzten HR.


    Die alte Beute mit den restlichen Brutwaben und ansitzenden SZ, dem Drohnenrahmen und Wasserwabe habe ich ohne HR 10m weiter an einen neuen Platz aufgestellt.

    Der Plan war:

    Die neue Beute am alten Standort erhält die Flugbienen und sammelt weiter Honig, die alte Beute am neuen Standort kann nicht mehr schwärmen da nur noch Stockbienen aber viel Brut. Nach ca. 2 Wochen die HR von der neuen Beute am alten Standort auf die alte Beute am neuen Standort setzen und von den neuen Flugbienen am neuen Standort weiter ernten weil ja am alten Standort die Flugbienen allmählich weniger werden dürften und nicht schnell genug neue Bienen nachgezogen sein werden. So wäre der Honigverlust gering bis gar nicht aufgetreten und ich hätte nur 1 Volk mehr als vorher.
    Tja, so der Plan, der aber ganz und gar nicht aufging.


    Dann fing es an:
    Am Nachmittag des Eingriffs (Mittag) wechselten die Flugbienen rasch zum alten Standort zurück (super warmes Wetter).
    Auch an den Folgetagen war noch alles normal, am alten Standort Flugbetrieb, am neuen praktisch keiner, dazu recht schlechtes Wetter.
    Doch schon am 16.4. fiel mir bei wieder bestem Flugwetter auf, dass doch recht viele Flugbienen am neuen Standort zu sehen waren, eigentlich war das Volk nicht mehr von den anderen zu unterscheiden.


    Ich dachte nur, die haben in ihrer Not halt schneller als normal neue Flugbienen aquiriert um Wasser und frische Pollen für die vielen Brutwaben zu holen.


    Und das ist passiert:
    Und am 17.4 erfuhr ich abends, dass seit Mittag ein Schwarm im Baum hängt.
    Habe den eingefangen und kontrolliert, ob er von meinen Völkern war.
    Praktisch sicher stammt er aus der alten Beute am neuen Stand, denn die war noch am Morgen voller Bienen und jetzt ziemlich leer. Und der Flugbetrieb war am 18.4. wieder wie zuvor, nämlich fast Null. Allen anderen Völkern fehlte fast sicher keine Bienenmasse (ich beurteile täglich die Unterseiten und den HR durch die Folie am Morgen und da sieht man bei den derzeit frischen Morgentemperaturen sehr gut, ob sich größere Veränderungen in der Bienenmasse ergeben haben.)


    Meine erste Spekulation über das, was hier gelaufen sein könnte ist:
    Die Königin, die ich am alten Standort belassen habe, war gar nicht die alte Königin, sondern eine der ganz frischen. Vielleicht während dem Eingriff geschlüpft, obwohl sie sooo frisch eigentlich nicht ausgesehen hat, doch da fehlt mir der Vergleich. Die Alte haben wir also vielleicht gar nicht gesehen und daher unfreiwilligerweise und unbemerkt mit den SZ an den neuen Standort versetzt.
    Dort müssten nun trotzdem die Flugbienen fehlen für einen Schwarm so früh nach der Volksteilung.
    Dennoch waren sie da.


    Deshalb frage ich: 
    Kann es sein, dass die Flugbienen der alten Königin an den neuen Standort (10m weiter, ganz andere Umgebungsstruktur) gefolgt sind, weil sie sie "gerochen" haben und die neue Königin noch viel zu unattraktiv gerochen hat?
    Oder was könnte ich hier noch falsch gemacht haben?
    Was könnte man jetzt tun, um den "Schaden" zu minimieren? Eigentlich will ich meine Völkerzahl nicht wesentlich erhöhen, schon gleich gar nicht so unkontrolliert.


    Gruß
    hornet

  • Dazu habe ich am 13.4. mittags, bestes Flugwetter, eine Brutwabe mit Königin und ansitzenden Bienen sowie eine weitere Wabe nur mit Stiften in eine neue Beute gesteckt, mit MW aufgefüllt und das Ganze dann an den ALTEN Platz gestellt. Darauf die beiden zuvor bereits aufgesetzten HR.


    Die alte Beute mit den restlichen Brutwaben und ansitzenden SZ, dem Drohnenrahmen und Wasserwabe habe ich ohne HR 10m weiter an einen neuen Platz aufgestellt.


    Hallo Hornet,


    hier liegt der Fehler. Die alte Kö hätte mit Brutwaben (ohne WZ) an einen neuen Platz gesollt. Und in der Beute am alten Platz hätten sich dann die Flugbienen um die Nachschaffung einer Kö gekümmert. Was du da jetzt tun kannst, kann ich Dir aber leider auch nicht sagen. Vielleicht alte Kö mit Brutwaben an den neuen Platz stellen und den Schwarm und ggfls neue Kö bzw. WZ an den alten Platz?


    Gruß Sven

  • Hallo Hornet,


    Meine erste Spekulation über das, was hier gelaufen sein könnte ist:
    Die Königin, die ich am alten Standort belassen habe, war gar nicht die alte Königin, sondern eine der ganz frischen. Vielleicht während dem Eingriff geschlüpft, obwohl sie sooo frisch eigentlich nicht ausgesehen hat, doch da fehlt mir der Vergleich. Die Alte haben wir also vielleicht gar nicht gesehen und daher unfreiwilligerweise und unbemerkt mit den SZ an den neuen Standort versetzt.
    Dort müssten nun trotzdem die Flugbienen fehlen für einen Schwarm so früh nach der Volksteilung.
    Dennoch waren sie da.
    Gruß Sven


    Hallo Hornet. Es ist völlig egal ob die alte oder schon eine neue KÖ in den KÖ-ableger sitzt. Die Flugbienen fliegen alle zum alten Standplatz zurück. Du wirst folgenen Fehler gemacht haben. Entweder hast du eine Zweite KÖ mit in den KÖ Ableger gepackt oder es saß noch eine versteckte Zelle auf der zugehangenen Wabe.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Hornet,


    hier liegt der Fehler. Die alte Kö hätte mit Brutwaben (ohne WZ) an einen neuen Platz gesollt. Und in der Beute am alten Platz hätten sich dann die Flugbienen um die Nachschaffung einer Kö gekümmert. Was du da jetzt tun kannst, kann ich Dir aber leider auch nicht sagen. Vielleicht alte Kö mit Brutwaben an den neuen Platz stellen und den Schwarm und ggfls neue Kö bzw. WZ an den alten Platz?


    Gruß Sven


    @ Sven. Grundsätzlich fliegen Flugbienen ab und die Jungbienen ziehen eine neue KÖ.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Da irrt Fr. Dr.. Flugbienen fliegen immer zum alten Standplatz zurück.


    Gruß Josef



    Hallo Josef,


    das ist richtig. Und genau dort am alten Platz war auch noch die alte Kö, allerdings in einer neuen Beute, wenn ich Hornet richtig verstanden habe. Daher sind die trotz der Schröpfung geschwärmt.


    Gruß Sven

  • Da irrt Fr. Dr.. Flugbienen fliegen immer zum alten Standplatz zurück.


    Gruß Josef


    Frau Dr. hat nie was anderes behauptet...natürlich fliegen sie zurück. ..der Fragesteller vermutete nur dass die Flugbienen der verstellten Königin nachfolgen würden da der Flugverkehr so schnell gleich stark an beiden Kisten war. Aber tröste Dich: ich musste auch mehrmals lesen ehe ich genau verstanden hatte was da wie gemacht wurde...


    Melanie

  • Hallo Hornet,

    Zitat


    Dazu habe ich am 13.4. mittags, bestes Flugwetter, eine Brutwabe mit Königin und ansitzenden Bienen sowie eine weitere Wabe nur mit Stiften in eine neue Beute gesteckt, mit MW aufgefüllt und das Ganze dann an den ALTEN Platz gestellt.


    Das war richtig

    Zitat

    Die alte Beute mit den restlichen Brutwaben und ansitzenden SZ, dem Drohnenrahmen und Wasserwabe habe ich ohne HR 10m weiter an einen neuen Platz aufgestellt


    Auch das war richtig

    Zitat


    Die neue Beute am alten Standort erhält die Flugbienen und sammelt weiter Honig,


    Baut die Mittelwände aus, die Königin beginnt mit dem neuen Gelege

    Zitat

    die alte Beute am neuen Standort kann nicht mehr schwärmen da nur noch Stockbienen aber viel Brut


    und hier vermute ich den Fehler, du hast vorhandene Weiselzellen übersehen, eine Jung Kö. ist geschlüpft und ein sogenannter Nachschwarm ist raus gegangen, daher war der Kasten ja auch lehr.
    Maß nahmen : den Königinnenableger durchsehen, ist es die Alte Kö. ist ein Gelege mit frischen eiern vorhanden.
    Vermutlich befindet sich in der alten Beute, mit allen noch vorhandene Jungbienen eine jung Kö. oder auch noch verdeckelte Weiselzellen.
    Nun ist es eine Frage deiner Ausrüstung, ich würde den nicht gewollten Schwarm durch einen Siebkasten,( wird umgangssprachlich auch Schwarmfangkasten genannt ), geben , so die KÖ ,da sie ja nicht durch das Gitter passt rausnehmen, und die Bienen am neuen Standort in den alten Kasten zurück geben.
    somit sind beide Einheiten, so wieder hergestellt wie Du es haben wolltest.
    und nun noch einmal einfach, Altvolk durchsehen, falls WZ vorhanden ausbrechen, ein Absperrgitter auf den Unterboden legen, Zarge wieder drauf stellen, den Schwarm dazu geben, alles bleibt so 2 -3 Tage, es lebt danach nur noch eine Kö. das Absperrgitter kommt wieder rauß, damit die Jungweisel zur Begattung ausfliegen kann.
    Um die paar Drohnen die jetzt 2 -3 Tage nicht fliegen können brauchst Dir keinen Kopf machen, durch das ganze Absperrgitter kommt da keine Enge auf.


    Gruß Jürgen


  • Die alte Beute mit den restlichen Brutwaben und ansitzenden SZ, dem Drohnenrahmen und Wasserwabe habe ich ohne HR 10m weiter an einen neuen Platz aufgestellt.



    Praktisch sicher stammt er aus der alten Beute am neuen Stand, denn die war noch am Morgen voller Bienen und jetzt ziemlich leer. Und der Flugbetrieb war am 18.4. wieder wie zuvor, nämlich fast Null.


    Hallo Hornet,
    der Plan war ganz gut. Aber da Du in der alten Beute nicht alle SZ bis auf eine (offene) gebrochen hast ( und nach 7 Tagen nochmal alle Nachschaffungszellen, bis auf die
    stehengelassene SZ) war das Volk noch stark und schwarmtriebig genug, trotz verstellen und Verlust der Flugbienen. Die sind einfach mit der ersten geschlüpften Jungkönigin auf und davon. Viele Grüße, Brigitta

  • Hallo,
    unabhängig davon das ich nicht sagen kann wie sich Bienen bei 10m Abstand verhalten war eine Bedingung zum Schwärmen erfüllt, die geschlossene Honigkappe über den Brutraum?
    Ein Meter Abstand zwischen den Beuten und ein 180 Grad verdrehtes Flugloch reicht definitiv nicht aus, denn die Flugbienen steuern dann zwar den alten Standplatz zunächst an, verlassen ihn allerdings auch wieder um dann zum alten Stock mit Flugloch in Gegenrichtung zu fliegen.
    Meiner Ansicht nach hätten die Honigräume beim Altvolk verbleiben sollen, da dort wenig bis keine Flugbienen vorhanden waren.


    LG
    Andreas

  • ...eine Brutwabe mit Königin und ansitzenden Bienen sowie eine weitere Wabe nur mit Stiften in eine neue Beute gesteckt, mit MW aufgefüllt und das Ganze dann an den ALTEN Platz gestellt. Darauf die beiden zuvor bereits aufgesetzten HR.


    Obi, wo ist denn da die geschlossene Honigkape über welchem Brutnest?
    Nur, weil die HR drauf geblieben sind? Das seh ich nicht so.


    Und es war doch mehr als 1 m Abstand dazwischen.
    Beim Starten der Zucht im weiselrichtigen Volk wird auch der HR an den alten Platz gestellt und die Beute in paar Meter weg um 180°.
    Da fliegen die Flugtanten schön brav dahin, wo sie immer hingeflogen sind.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ob das Alle wissen ???

    Zitat


    Beim Starten der Zucht im weiselrichtigen Volk wird auch der HR an den alten Platz gestellt und die Beute in paar Meter weg um 180°.
    Da fliegen die Flugtanten schön brav dahin, wo sie immer hingeflogen sind.


    Frohe Osterfeiertage, und immer volle Honigtöpfe
    das wünscht Euch Jürgen


  • Und es war doch mehr als 1 m Abstand dazwischen.


    Hallo Marion,
    das hab ich nicht überlesen und mein Posting begann auch mit der Feststellung :wink:.
    Alle Theorie ist bekanntlich grau und in dem Großteil der Fälle wird es wohl auch so sein das die Flugbienen die neue beute am alten Standort akzeptieren.
    Die Bayrische Landesanstalt beschreibt das Fluglingverfahren mit geringerem Abstand und so wie es dort beschrieben hab ich es im letzten Jahr auch versucht. Bei mir hat es nicht funktioniert, da die alten Tanten, mit Pollen beladen zwar zunächst in die neue Beute flogen kurze Zeit später allerdings ebenso beladen wieder herauskamen um dann zwischen den Beuten hindurch zu ihrer alten Beute zu fliegen.
    Der Zustand der "Verwirrung" hielt ein paar Tage an.


    Vom logischen Standpunkt her wären aus meiner Sicht die Honigräume beim Altvolk, dass in der Regel mit der meisten Brut und keinen Flugbienen ausgestattet ist sinnvoller aufgehoben, da sich der Königinnen Flugling ob der Anzahl der Flugbienen selbst versorgen kann.



    Wir Imker würden zwei Waben Brut sicher nicht als Brutnest bezeichnen wollen, nur manchmal sehen die Immen das offensichtlich anders. Und bei dem Anders muss es Ursachen geben, denn ein Volk schwärmt artig und brav ein einziges Mal während sich andere förmlich kahlschwärmen.


    LG
    Andreas