Drohnen und Schwarmtrieb


  • Und eine Vermenschlichung sehe ich auch nicht.
    ...Sie sind ein bißchen Luxus, Ausdruck von Lebenskraft, Potenz, ...


    Ich mag Drohnen
    Grüße


    Marion


    Na da fände ich die Vermenschlichung aber angebracht.


    Aber das ist interessant hier.
    Ich finde Henrikes Gedanken gar nicht so falsch. Auch zeitlich ist das nicht vollkommen abwegig. Es gibt doch keinen Grund, warum Drohnen nicht schon vor der Geschlechtsreife mal die Gegend erkunden, oder gibt es dafür Untersuchungen oder Beobachtungen, dass die Herren erst mal grundsätzlich nur zu Hause rumlungern. Und dann auch noch ohne Aufgabe. Nee, das wäre sehr Bienen untypische Verschwendung. Außerdem heizen die Drohnen ja allein schon durch ihre pure Anwesenheit. Irgendwo muss doch die angeblich verschwendete Energie mit dem durchfüttern der Fresser doch bleiben. Verloren geht Energie ja nicht.


    Wenn ich des weiteren bedenke, dass im zeitigen Frühjahr zunächst sparsam einige wenige Drohnen herangezogen werden, kann ich mir schon vorstellen, dass das Auftauchen von fremden Drohnen im Stock auch früh genug die Anlage von Schwarmzellen auslösen könnte. So nach dem Motto: Heute seh ich einen Otto, nächste Woche sind es zehn.
    Verlassen die Drohnen also schon zeitig nach dem Schlupf die heimische Beute, hätten sie bei der 40 Tage Regel nur wenige Tage Vorsprung zu einer so entstandenen geschlechtsreifen Königin. Sieht man das Mengenverhältnis Drohnen/Königinnen fände ich die paar Tage zur Sicherheit sogar sehr angebracht.

  • Wenn


    schon der Blütenvergleich, dann nicht zwittrig sonder einhäusig.


    Und da da ist es der weiblichen Blüte schnurz ob da männliche am selben Gewächs stäuben oder nicht.


    Einige Arten betreiben ein Timing, damit keine Selbstbestäubung erfolgt. Dem ist aber beim Bienenvolk nicht so.


    Und was ihr alle immer gegen Inzucht habt!? Ist das natürlichste der Welt und kommt sehr häufig vor. Standard bei vielen Solitärbienen/Wespen. Auch bei der Varroamilbe.


    Die hat dadurch keine Inzuchtdepression, leider.


    doc

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • Kommt vor, wird aber möglichst versucht zu vermeiden. Soll evolutionsmäßig Vorteile gebracht haben,mehr Variationsbreite zu bekommen.:cool:


    OK, bei dem klitzekleinen genetischen Abweichungspotential der Varroa ist es eh völlig schnurz, wer mit wem.:wink:


    Aber die Fortpflanzungsbiologie der Biene ist auf Inzuchtvermeidung ausgelegt.
    Wenn es so normal und egal wäre, dann bräuchten weder Drohnen noch Königinnen sich die ganze Mühe machen. Mal eben vor die Hütte, wenn überhaupt und fertig - tun sie aber doch nicht.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... Eine Drohnenvermischung/-wanderung scheint es meiner Beobachtung nach NICHT zu geben. Für mich gehört das in die Kategorie: Eine(r) denkt sich das aus und der Rest plappert's so lange nach bis es zur "Wahrheit" wird.


    Hallo zusammen,


    gerade bin ich nochmal bei Paul Jungels "Tipps und Tricks zur Praktischen Zuchtarbeit" darüber gestolpert:


    Er empfiehlt bezüglich der Erstellung von Drohnenständen mit gewissenhaftem Zeichnen der Jungdrohnen innerhalb der ersten Tage nach dem Schupf und frühmorgens, wo die Jungspunte oft in Grüppchen träge auf der Wabe herumsitzen. (Typisches Abhängen in der Gang, ist irgendwie immer gleich...:wink:).
    Das Ganze wurde mit einem Pinsel durchgeführt und so tausende von Drohnen gezeichnet, jeder Stand eine andere Farbe. Verflug wurde nicht nur zwischen den Völkern, sondern auch zwischen den Ständen um einige Kilometer festgestellt.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Drohne verfliegen sich so massiv, daß binnen kürzester Zeit sämtliche Begattungeinheiten auch ohne jede Drohnenbrut die gleiche hohe Drohnendichte aufweisen, wie die Vatervölker.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Bei Dir also auch alle gesiebt vor Verbringung als "Drohnenvolk" auf den Stand?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Die Begattungsvölker sind hier eigene überwinterte MiniPlusse die aufgeteilt werden noch ehe sie Drohnen legen. Dann werden sie entweiselt und könnten selbst wenn die wollten keine Drohnen ziehen pflegen die aber ganz führsorglich. So schlüpft in den Vatervölkern und in Ablegern mancher Drohn, der gleich in die Minis umzieht und sich nicht wegen überbelegung verdreschen läßt, sondern bei den Weisellosen den Pascha macht. Fressen, ..., Tchatchatcha!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ah ja, die weisellosen Chill-Behausungen mit 5 Sterne-Rundumverpflegung sollen ja allgemein sehr hoch im Kurs stehen bei den Jungs.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic () aus folgendem Grund: zuviel-Buchstabe

  • Da ist für die praktisch voll die Weisel los ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder