Empfehlungen für Presshonig

  • Hallo,


    da ich diese Jahr nur 2 Jungvölker habe, wird meine Honigausbeute vermutlich ziemlich gering ausfallen. Also warum nicht was besonderes versuchen und Presshonig machen.
    Ich habe jetzt viel über Presshonig gelesen, aber so richtigt schlau werde ich nicht.


    Es wäre schön, wenn diejenigen unter Euch,die Presshonig machen, kurz Ihre Arbeitsweise und Erfahrungen schildern könnten. Tipps für Gerätschaften nehme ich auch gern an. Der Markt ist ja unüberschaubar.


    Vielen Dank!


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallo Tom!


    Es gibt zu dieser Fragestellung einige Antworten/Empfehlungen, die aus der "Einfach-Imkern"-Ecke mit Spezialbeuteformen wie z.B. TBH kommen. Bei der TBH ist man auf alternative Erntemethoden zwingend angewiesen, weil Waben ohne Rähmchen nicht gut schleuderbar sind. Gegenüber der Schleudermethode geht bei den alternativen Honig-Erntemethoden halt immer der Wabenbau mit drauf. Evtl. kann man das Wachs am Ende noch einschmelzen und wiederverwenden.


    Es gibt z.B. hier eine Beschreibung für Kleinmengenernte mit einer Thüringer Kartoffelpresse. Ich habe das auch schon mal gemacht. Ich persönlich finde diese Methode allerdings nicht so doll. Viel Sauerei und Bapp in der guten Stube für wenig Honig.


    Hier gibt es eine alternative Methode mit Seihtuch, die von der "bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau" ebenfalls mit Fotos dokumentiert ist. Das ist dann aber eher Tropfhonig, kein Presshonig. Diese Methode mit Sieb oder Seihtuch läßt sich für noch kleinere Mengen auch abwandeln. Siehe hier. Das gefällt mir persönlich für Kleinmengen noch am Besten. Wenn man die Honigwaben gut zerkleinert, d.h. wirklich jede Zelle aufbricht, dann erzielt man allein mit der Schwerkraft und genügend Zeit (24 Stunden und mehr) recht gute Ergebnisse. Auch die Temperatur spielt dabei eine Rolle. Ein kühler Kellerraum ist dafür der falsche Platz. Mache Leute lassen es im Kombi-Kofferaum stehen und parken das Auto gezielt in der Sonne. :p


    Gruß vom Sammler

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  • Hallo Tudo,
    da ich neugierig bin habe ich mir den link natürlich auch angeschaut.
    Entschuldige, aber ich musste schallend lachen.
    nicht wegen dir, ich war einfach überrascht.


    Besonders gut gefiel mir die Anmerkung am Schluss: not useful for commercial beekeeping.


    Aber für wenig Honig, und wenn man es exotisch möchte und sportlich ist - warum nicht :wink::-D


    Hallo Tom,
    wenn es einfach sein soll,
    irgendwo hier wurde mal ein Verfahren vorgestellt,
    bei dem man einen Presssack auf ein Brett legt, das Rillen hat und man mit einem Holz den Brei im Sack ausdrückt.
    Das Brett soll aus Eiche sein, verträgt sich besser mit Honig.
    Ich denke, man nennt es Knüppelpresse.
    Finde ich aber im Moment nicht. Suche noch...


    Gruß Doro

  • Hi,


    vor Anschaffung einer Schleuder habe ich so geerntet, wie es im Video in der Bienenkistenseite dargestellt wird. Das geht wriklich so, wie es dort rüberkommt.
    Meiner Meinung nach wichtig ist, die Waben und den Honig zu stampfen, ein Auf-Und-Ab als Gerät muss schon sein, den braucht man später auch noch evtl. fürs Rühren.
    Es geht problemlos, die Wabenreste auf dem Seihtuch noch einmal auszudrücken, dazu haben wir das Seituch oben gedreht.
    Von Resten empfehle ich ein Aufsetzen mit was lecker Hochprozentigem. Dazu nach Rezepten für Bärenfang suchen :wink:


    Viel Erfolg


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Stampfen ist meiner Erfahrung nach suboptimal - besser ist es, die Waben mit dem Messer in Würfel zu schneiden. Es bleibt viel weniger Honig im Wachs zurück!


    Mit einem langen Brotmesser die Waben seitlich von der Zarge lösen.


    Ideal ist eine große quadratische Schüssel 30cm x 30 cm, zwei Leisten auf die Schüssel, die Zarge richtig herum drauf und dann mit dem Brotmesser schräg unter dem Oberträger die Wabe abschneiden. Von zwei Seiten.


    Hier habe ich einfach die Waben in der Mitte durchgeschnitten, dann die Zarge umgedreht und dann die Hälften in die Schüssel plumpsen lassen.


    Mit dem Messer würfeln.


    Ab in den Presskorb.


    Besser wäre noch ein Presstuch, da der Trester dann einfach so entnommen werden kann.


    Hmm...das sieht lecker aus.


    Direkt mal naschen. ;) 

    Dem Bien folgen, heißt, den richtigen Weg wählen.


  • Immer sachte pressen. Anziehen bis zum Widerstand. Dann warten, danach geht es wieder leicht. Anziehen, warten. Dauert insgesamt 10 Minuten.


    Wer zu faul ist, sich ein Presstuch zu besorgen, der muß eben kratzen.


    Den Trester mit dem Resthonig kratze ich in einen Topf. Über kleiner Flamme löse ich Honig und Wachs auf und lasse es abkühlen. Den Honig verwende ich dann für die Metherstellung.


    Nach etwas Wartzeit, so daß sich der Schaum oben absetzt, geht es direkt ans Abfüllen.


    Der Honig faltet sich ins Glas.


    Viele Grüße


    Bernhard

    Dem Bien folgen, heißt, den richtigen Weg wählen.

  • Mit so schönen Bildern kann ich natürlich nicht aufwarten. Ich habe eine Mostpresse (Kostenpunkt so 150 €) besorgt, damit geht das Pressen recht gut. Der Ablauf ist so, wie Bernhard es zeigt, ich nehme nur einen Seihsack oder ein Seihtuch und lasse den Honig von der Presse durch zwei Honigsiebe in den Kübel laufen. Da die Mengen eher überschaubar sind, rühre ich auch gleich im Abfüllkübel.


    Beim Aussuchen der Presse darauf achten, dass die Auffangschale einen möglichst hohen Rand hat, der Honig ist zäh, langsam und staut sich auf, bei flacher Schale kann man nur langsam pressen.


    Viel Erfolg und viele Grüße
    Henrike, die dieses Jahr zum letzten Mal presst und sich nun doch eine Schleuder kauft, wenn ihr eine günstige über den Weg läuft

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Ich glaube, Rähmchen und Schleuder wurden nicht umsonst erfunden. Habe da mal auf dem Markt eine Ölpresse für Dauerbetrieb gesehen. Am einen Stutzen Honig raus, am anderen Wachs. Das wär's. Andere Lösung, meine, Honig im Wildbau gleich essen. Das geht.:daumen:
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ich habe eine einfache Obstpresse. Da schneide ich die ganzen Waben rein ins Prtesstuch. Dan langsam auspressen und duch das Doppelsieb laufen lassen. Ich behaupte daß der Honig besser ist weil er weniger Luftkontakt hat. Dauert ein wenig länger als beim Schleudern. Bis 10 Völker stellen aber sicher kein Problem dar. Sind es mehr macht man es halt an 2 Tagen.
    Der nachteil ist, daß ich die Waben nicht wieder ins Volk hängen kann. Der Vorteil immer sauberes wachs. Das Ausgepresste Wachs lege ich in einer Leeren Zarge auf die Rähmchen. Nach einer Woche ist da auch der letzte Honigrest wieder drausen.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • Ich benutze auch die oben auf den Bildern von Bernhard gezeigte Korbpresse aus Edelstahl. Die benötigt kein Presstuch. Das klappt wunderbar, fast schneller besser als das Schleudern, weil das Entdeckeln entfällt. Seihen durch das Doppelsieb genügt völlig. Dass mehr Sediment im Honig ist, ist ja bei Presshonig typisch und auch erwünscht. Für größere Mengen (> 30 kg pro Ernte) ist der 10-Liter-Korb etwas zu klein. 20 Liter wären optimal. Es entsteht ein massiver Wachsblock mit wenig Honigresten, der sich gut ausschmelzen lässt. Ich stelle zum Schluss einfach den Presskorb mit dem Wachs in den Dampfwachsschmelzer.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Tom,
    wenn es einfach sein soll,
    irgendwo hier wurde mal ein Verfahren vorgestellt,
    bei dem man einen Presssack auf ein Brett legt, das Rillen hat und man mit einem Holz den Brei im Sack ausdrückt.
    Das Brett soll aus Eiche sein, verträgt sich besser mit Honig.
    Ich denke, man nennt es Knüppelpresse.


    Doro, die Knüppelpresse ist zum Wachspressen!
    @ Tom: Presshonig lohnt sich auf jeden Fall! Ich habe letztes Jahr improvisiert und bin begeistert, was Sensorik und Geschmack des Honigs betrifft: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=34943&highlight=presshonig.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • ok, mein Fehler dann. Danke.


    Ist dann dieses Brett mit Rillen, Sack drauf und mit einem Holz ausdrücken auch für Wachs?


    Ich glaubte mich zu erinnern, dass es deshalb aus Eiche sein soll, weil Kiefer für den Honig nicht gut sei.


    Und der Honig rinnt dann in ein Gefäß.
    Geleitet von den Rillen, die unten wie ein Trichter geformt sind.


    Wachs geht doch nur, wenn es heiß ist.
    Heiß war da nichts.


    Gruß Doro
    Ich hab das Bild vor Augen, kann es aber einfach nicht finden.