Zander einazargig im Sommer, zweizargig im Winter?

  • Hallo,


    ich bin am Überlegen, ob ich Zander im Sommer auf einer Zarge führen kann/sollte, wenn ich das Volk zur Ablegerbildung schröpfe. Dieses Jahr nicht mehr, aber die nächste Saison kommt bestimmt. :lol:


    Meine Gedanken dazu:


    Im Winter wird das Volk auf 2 Zargen geführt, um auch im Frühjahr noch ausreichend Futter zu haben. Bei der Wintertraube wird der umgebenden Raum nicht, oder nur schwach mit geheizt. Der Raum der 2. Zarge ist also kein Problem.


    Im Frühjahr entfernen ich die leere untere Zarge und setze den Honigraum auf. Wenn das Volk stark genug ist, nehme ich 2 Brutbretter mit Bienen und setze diese in eine neue Zarge zur Ablegerbildung.


    Ich erwarte davon, dass im Frühjahr der Honigraum schneller angenommen wird, weil nicht erst die zweite Zarge ausgebaut werden muss. Zander müsste groß genug sein, um genügend Brutplatz auf einer Zarge zu bieten.


    Habe ich einen Denkfehler, oder könnte das klappen?


    Imkerfreunde vor Ort, mit denen ich gesprochen habe, rieten mir ab. Aber ohne stichhaltige Gründe zu nennen. "Liebig sagt" und "Die anderen führen alle auf 2 Zargen" sind nicht besonders hilfreich. :)


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Nach meiner Erfahrung kein Problem.
    Man (Imker) muss aber aufpassen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Das geht, aber man muss auf Schwarmtrieb aufpassen. Und mind. 2 HR oben drauf haben, dann sollte es mit 1 BR klappen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Immer!


    Wer nicht so viel aufpassen will der nehme das Dadantmaß oder 1,5 DNM.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Tom,


    ich versuche an 4 Völkern zu klären, ob eine einräumige Völkerführung mit Naturbau auf DN möglich ist (12 Waben). Soweit ich mitbekommen habe, versucht das auch Bernhard (11 Waben), allerdings mit Mittelwandbau, wo die Zellenzahl kalkulierbarer ist. Bis jetzt sind bei meinen Völkern keine Probleme erkennbar. Es heißt hier immer "Du musst aufpassen." Aber worauf?
    Nun, du musst aufpassen, dass die Brutwaben möglichst kein Futter und kaum Pollen enthalten, d.h., das Brutnest muss nach oben offen sein. Das kann man erreichen durch Brutraumanpassung mit dem Schied sofort nach der Auswinterung und Aufsetzen eines Honig-Halbraums mit ausgebauten Waben zu Beginn der ersten Tracht (Weide). Ein nach oben offenes Brutnest wirkt Schwarmtrieb dämpfend.
    Waben ohne Brut müssen aus dem Brutnest entfernt werden.


    Gruß Ralph

  • Hallo!
    So wie Bernhard es versucht (DNM 11 Waben mit Mittelwänden in der Segeberger), imkert mein Pate seit vielen Jahren.
    Er führt die Völker ganzjährig so, also auch im Winter.
    Und der Erfolg gibt ihm Recht. Er hat immer den höchsten Ertrag in der Gegend und verkauft die meisten Völker.
    Ich bin letztes Jahr auch so angefangen, muss aber sagen, dass es schon rappelvoll in der Kiste ist und mir als Anfänger ist das alles etwas eng, so dass ich mich jetzt für Dadant entschieden habe.


    Gruß Michi :Biene:

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo zusammen,


    ein Jungimker hat vor Kurzem zwei DNM-Völker auf jeweils 24 DNM-Waben in Heroldbeuten erworben. Leider ist viel Mist drin, da sind über 3 unterschiedliche Rähmchen drin und der Bienenabstand wird nirgendwo eingehalten. Hoffmannseiten neben geraden Waben etc. Es ist fürchtbar in diesen zwei Räumen Kontrollen durchzuführen und dazu noch aggressive Bienen :(


    Ich habe vor, die Kö auf eine Zarge mit 12 MW ganz unten unter ASG zu geben und die Völker auf 12 DN-Waben zu führen. Wenn die Brut oben ausläuft, werden die Waben geschleudert und aussortiert. Eine Kontrolle auf NSZ werde ich mir einmal antun müssen.


    Spricht was gegen meinen Vorhaben?


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo zusammen,


    Ich habe vor, die Kö auf eine Zarge mit 12 MW ganz unten unter ASG zu geben und die Völker auf 12 DN-Waben zu führen. Wenn die Brut oben ausläuft, werden die Waben geschleudert und aussortiert. Eine Kontrolle auf NSZ werde ich mir einmal antun müssen.


    LG Salsero


    Hallo Salsero. Was soll die KÖ auf einer Zarge MW unten. Mittelwände werden unten nur seeeeehr schlecht ausgebaut, das haben wissenschaftliche Untersuchungen schon in den 70ger Jahren ergeben. Waben werden oben viel besser und schneller ausgebaut. Das kann ich nach 27 Jahren Imker schon sagen. Einfach mal ab Zitat lesen.
    Zitat: "Das eigentliche Problem beim zweigeteilten Brutraum ist aber die Erweiterung der einräumig überwinterten Völker. Zu einem Zeitpunkt, wo [Völker mit ungeteiltem Brutraum] bereits Überschüsse im Honigraum sammeln wird der Brutraum verdoppelt und das Brutnest ausgedehnt, was eindeutig auf Kosten der Erträge geht. Durch „Untersetzen“ versucht man neuerdings diesen Nachteil zu kompensieren. Dabei wird ignoriert, dass das „Untersetzen“ bereits 1970 durch wissenschaftliche Untersuchungen von Alborzi in Hohenheim als „nicht sinnvoll“ bewertet wurde. Deshalb wurde in Hohenheim das „Aufsetzen“ zur Maxime erhoben. Wenn man jetzt, 40 Jahre später, zu den alten Zöpfen zurückkehrt ist das nur ein weiterer Beleg für die betriebstechnischen Nachteile und die Kompromisse bei zweigeteiltem Brutraum in Verbindung mit einräumiger Überwinterung."


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Salsero,


    1. Schritt: Zarge mit Mittelwänden aufsetzen.
    2. Schritt: Wenn einige MW ausgebaut sind, Zargen tauschen, Kö nach unten und Absperrgitter dazwischen.
    Es kann sein, dass die Königin für ca. 10 Tage unten nicht stiftet. Spätestens wenn oben die Brut verdeckelt ist, beginnt die Königin aber unten. Warum das manchmal so ist, weiß ich nicht. Sie könnte aber auch sofort beginnen. Möglicherweise ist sie auch schon auf den frischen Waben, wenn du den 2. Schritt machen möchtest; dann gibt es sowieso keine Probleme.


    Gruß Ralph