Warum Schwarmtraube?

  • Hallo Leute,


    ich frage mich, und finde leider keine Antwort darauf, warum Bienen überhaupt eine Schwarmtraube außerhalb des Nestes bilden und sich so schutzlos diversen Gefahren aussetzen?


    Möglich wäre ja auch das ausschließliche Aussenden von Kundschaftern aus dem Stock heraus und ein Abflug aus dem Stock direkt zur neuen Behausung.
    Warum der Zwischenstopp als Schwarmtraube?


    Gruß
    Sven

  • Vermutlich zum Aufheizen. Die Königin fliegt nicht so weite Strecken normalerweise und wird deswegen erstmal durch Kuscheln aufgewärmt. Ich habe auch schon Schwärme gesehen, die aus- und direkt wieder in eine neue Behausung eingezogen sind, allerdings war das dann tatsächlich nur eine kurze Strecke.

  • Sehr gute Frage, man sagt ja das Kundschaften im Vorfeld, also bevor der Schwarm auszieht, ist nicht immer gegeben, also wohl eher die Ausnahme.
    Sobald Schwarmstimmung herrscht, also Weiselnäpfchen wurden bestiftet, arbeitet das ganze Volk darauf hin. Da steckt ja viel mehr dahinter wie z.B. Einstellung des Bautriebs, Königin stiftet nicht mehr, die Bienen fressen sich Reserven an um in der neuen Behausung dann auch gleich loslegen zu können etc. Ich glaub da läuft noch mehr ab als "Mensch" eigentlich weiß.
    Sobald die ersten Weiselnäpfchen verdeckelt wurden kann der Schwarm ausziehen (je nach Wetter), er muss und will aber auch ausziehen, bevor die neuen Königinnen schlüpfen. Deswegen glaub ich entscheiden die einfach "Erst mal raus", sammeln sich dann in der Nähe als Schwarmtraube (nur so sind sie im freien geschützt vor Feinden und Umwelteinflüssen), Kundschafterinnen haben jetzt noch ein wenig Zeit zum suchen. Damit die Kundschafterinnen auch alle mitziehen und kein besserer Platz durch Schnellschuss ausgeschlagen wird, warten sie meistens eine Nacht bis zum nächsten Tag und ziehen dann weiter.

  • Ein Schwarm hat nicht das Ziel, in unmittelbarer Naehe zum alten Standort zu bleiben, sondern will wandern, wandern, wandern...zusammen geht es an den Rand des bisherigen Flugkreise oder sogar weiter und nur so koennen sie sich ausbreiten. Warum sollten die Immen das auf die Flugdistanz einzelner Scouts ausgehend vom alten Standort begrenzen?
    Und nur zusammen reist es sich sicher in neue Gebiete, neue Trachten, weg von moeglichen Nachbarn und Infektionsherden...


    Auf diese Weise koennen sie sich enorm schnell und weit verbreiten...schau nur mal wie schnell die afrikanisierte Zuechtung von Suedamerika bis nach Mexiko gewandert ist!


    Melanie

  • eine Schwarmtraube außerhalb des Nestes bilden und sich so schutzlos diversen Gefahren aussetzen?


    Der Schwarm ist ja nicht wirklich die Geburt eines neuen Volkes, es ist eher das Muttertier, das seine Aufgabe der Fortpflanzung bereits erledigt hat. Das neue Volk entsteht am alten Ort. Insofern finde ich es nicht so ungewöhnlich, dass das "Alttier" sich auf den gefahrenreichen Weg macht.


    Viele Grüße
    Henrike


    Oh, sehe gerade, dass Deine Frage irgendwie gar nicht zu meiner Antwort passt... ich lass es trotzdem mal so stehen :-D

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

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  • Bei Nachschwärmen (also wenn mehrere Jungköniginnen innerhalb weniger Stunden schlüpfen) müssen die Schwärme mit ihren Bienen und der frisch geschlüpften Königin aus dem Stock ausziehen, auch wenn noch kein endgültiger Standort für das neue Volk gefunden wurde.
    Dann kann eine weiter Königin schlüpfen und bei entsprechend ausreichender (Rest-)volksstärke noch einen Schwarm bilden. Oder eben die verbleibenden Schwarmzellen zerstören,weil nicht mehr genug Bienen da sind für weiteren Schwarm + Restvolk.


    Macht also Sinn, dass Bienenschwärme zunächst an Bäumen hängen und dann erst wegziehen.
    Ausserdem: Was hätten wir Imker sonst im Mai zu tun, wenn nicht Schwärme einsammeln ;)
    Stefan