Wie soll ich erweitern?

  • Hallo Imkergemeinde


    Hier ist schon wieder ein Neueinsteiger sprich Imkeranfänger, der Euch aus dem schönen Südthüringen Grüßt.
    Nachdem ich im Winter:lol: bereits alles vorbereitet habe, kam nun vor einer Woche der Bienenkauf.
    2 Carnicavölker in je einer Zarge auf 10 Zanderrähmchen, die schon sehr stark waren und auch schon viel verdeckelte Brut hatten. Sprich die Kisten waren propevoll.
    Nach der Aufstellung habe ich gleich einen 2. Brutraum mit MW gegeben.
    Nach 2 Tagen Einfliegen haben sie sich gleich ans Bauen gemacht.
    Heute hab ich mal die MW angesehen und musste zum Erstaunen feststellen, dass die beiden mittleren Rähmchen die nur zur hälfte ausgebaut sind, schon mit Nektar vollgestopft sind.
    Es fängt zu Zeit die Kirsche an zu blühen und der Raps steht auch kurz davor.
    Eigentlich sollte es ja ein Brutraum werden, damit sich die Bienchen erweitern können. Jetzt hab ich die Bedenken, dass sie ins Schwärmen kommen, weil es vielleicht zu eng wird da ja im 2. BR Futter in den bisher teilweise ausgebauten MW eingelagert ist.


    Was unternehme ich nun? Honigraum mit MW ( hab keine ausgebauten Rähmchen) und ASG einfach drauf oder ASG unter die jetzige 2. Brutraumzarge, die dann HR wäre und nach unten mit einer neuen Zarge mit MW erweitern?


    Ich hab einfach das Gefühl, dass meine Bienen der Vegetation hinterherhinken. Wie soll das dann im Mai-Juni-Juli werden?

  • Hallo rammler,
    Namen habt Ihr das es einem die Socken auszieht,
    entweder du Imkerst mit einem Brut und einem Honigraum, dann gebe einfach ein Absperrgitter da zwischen.
    möchtest du aber auf 2 Bruträume erweitern, so ist es völlig normal das erst einmal Nektar eingetragen wird, bei entsprechendem Legebedürfnis der Weisel sorgen die Bienen schon für den nötigen Platz zum legen.
    Ruhe bewahren und alles Auge behalten, aber bitte auch da nicht jeden Tag, 10 MW sind schon eine ganze Menge die wollen erst einmal gefüllt werden, ganz gleich ob mit Brut oder Honig.
    Nein , es hinkt auch nicht so wie Du es beschrieben hast ist alles im Loot.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    danke für Deine beruhigenden Worte.
    Natürlich hab ich auch einen Namen bei dem die Socken anbleiben.
    Bienenrammler stammt von meinem Schwiegervater. Er hat gemeint, dass ich aufpassen muss , dass der Bienenrammler sich nicht vors Loch setzt und die jungen Bienen nicht rauskönnen.


    Ich kucke auch nicht jeden Tag, versprochen. Im Alter von 46 kann man sich ein wenig gedulden wobei es aber doch schwer fällt, wenn man diese ganze Entwicklung der Völker sehen kann. Ich beschränke mich beim "aufmachen" schon.
    Hab ja insgesamt 4 Völker und mache nicht alle mit einmal auf.
    Einige Stiche gab´s auch schon. Auch heute bei dem Wetter waren die zwei Völker nicht gut auf mich zu sprechen.
    Wann bzw. welche Tageszeit und welches Wetter sollte man denn am besten zu den Bienchen?


    Gruß Ingo :Biene:

  • Hallo Ingo,
    Wenn Du dich draußen wohl fühlst , tun es die Bienen auch, es herrscht in der Regel ein guter Flugbetrieb, sie haben zu tun und Du deine Ruhe ,weil es da keine Langeweile bei den Damen gibt.


    Gruß Jürgen

  • ASG unter die jetzige 2. Brutraumzarge, die dann HR wäre und nach unten mit einer neuen Zarge mit MW erweitern?


    Hallo,


    wenn noch keine Brut im derzeitigen 2. BR ist, würde ich das so machen. So können die Bienen den Nektar direkt über dem Brutnest einlagern und sich nach unten hin der Brutnestvergrößerung widmen.


    Gruß Sven

  • Habe vor zwei Wochen ebenfalls zwei neue Völker bekommen die sehr stark auf einer Zarge ankamen.
    Diesmal nicht wie beim ersten mal gleich den 2. BR dazu.


    Habe ein ASG dazwischen und lasse Sie nun erstmal die Frühtracht, die doch scheinbar besser ausfällt als im letzten Jahr dort verbauen und eintragen.
    Den 2. BR gibts dann später vielleicht dazwischen :)

  • ......


    Was unternehme ich nun? Honigraum mit MW ( hab keine ausgebauten Rähmchen) und ASG einfach drauf oder ASG unter die jetzige 2. Brutraumzarge, die dann HR wäre und nach unten mit einer neuen Zarge mit MW erweitern?


    .....


    Zitat: "Das eigentliche Problem beim zweigeteilten Brutraum ist aber die Erweiterung der einräumig überwinterten Völker. Zu einem Zeitpunkt, wo [Völker mit ungeteiltem Brutraum] bereits Überschüsse im Honigraum sammeln wird der Brutraum verdoppelt und das Brutnest ausgedehnt, was eindeutig auf Kosten der Erträge geht. Durch „Untersetzen“ versucht man neuerdings diesen Nachteil zu kompensieren. Dabei wird ignoriert, dass das „Untersetzen“ bereits 1970 durch wissenschaftliche Untersuchungen von Alborzi in Hohenheim als „nicht sinnvoll“ bewertet wurde. Deshalb wurde in Hohenheim das „Aufsetzen“ zur Maxime erhoben. Wenn man jetzt, 40 Jahre später, zu den alten Zöpfen zurückkehrt ist das nur ein weiterer Beleg für die betriebstechnischen Nachteile und die Kompromisse bei zweigeteiltem Brutraum in Verbindung mit einräumiger Überwinterung."


    http://www.imkerei-gerdes.de/


    Alles hat zwei Seiten.


    Gruß
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Das eigentliche Problem sind aber die Riesenwaben bei DNM, Zander usw. Deswegen kannst Du die auch problemlos einräumig benutzen. Absperrgitter drauf, Honigraum drauf, fertig. :daumen: Wenn man sich die Entwicklungskurve rein rechnerisch betrachtet, siehe Thread "Tagestemperaturmaxima und Brutentwicklung", so wird ein zweiter Brutraum in der Regel erst Mitte/Ende Mai tatsächlich notwendig. Aber nur, wenn man nicht schröpft. Und das Schröpfen muß noch nicht mal nach draußen passieren. Du hängst einfach zwei voll verdeckelte Brutwaben nach oben über das Absperrgitter. Fertig. Die Bienen schlüpfen im Honigraum und fangen da mit der Arbeit der Jungbienen an: bauen und Nektar einlagern. (Die zwei Waben mußt Du nicht ernten, wenn Du einen Ekel vor bebrüteten Waben hast.)


    Das Ganze mit den zwei Bruträumen ergibt nur dann Sinn, wenn man Postkartenwaben im Format von Freudenstein/Warré nutzt. Weil es da kein Platz gibt für überschüssigen Nektar, und deswegen landet er auch da, wo er hingehört: im Honigraum.


    Wahrscheinlich dauert es noch ein paar Jahrzehnte, bis das sich als Erkenntnis bewahrheitet hat.

  • Hallo Bernhard!


    heute im leichten Ironiemodus? Dennoch hast Du wohl nicht unrecht. *Eigentlich* gings mir aber nicht um Wabenformat, sondern ums *untersetzen* vs. *aufsetzen*.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Und darin stimme ich Dir ja zu. (Kein Ironiemodus, was das Wabenformat betrifft.)

  • Also ich persönlich erlebe diesen in dem Zitat vom Gerdes- Link beschriebenen Nachteil bei meinen DNM- Völkern jedes Jahr, Frühtracht erntete ich fast nie.
    Untersetzen scheidet wiederum auch aus wegen der Bauerneuerung im nächsten Frühjahr, wo die untere Zarge entnommen wird.


    Ich denke, wie in #6 beschrieben, das ist die beste Methode. Wenn man die Schwarmtriebigkeit beherrscht UND gleichzeitig die Volksstärke + Sammeleifer erhält. Konnt ich nicht richtig bis jetzt. :oops:

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Also bei einem der beiden Völker hats richtig geraucht. Habe jetzt nach ca 1,5 Wochen gestern einen blick rein geworfen: HR so gut wie voll!
    Jetzt komm ich ins Straucheln weil ich erst mitte letzter Woche neue Mittelwände bestellt habe, aber jetzt driiingend die zweite Brutraumzarge geben müsste.
    Bei den beiden anderen Völker. ist alles noch etwas weiter hinten.

  • Ich schau mir jedes Volk individuell an. Das eine kriegt eins drüber, das andere eins drunter. Über die Anzahl von Brutzargen brauchen wir hier eigentlich nicht diskutieren, das dürfte regional sehr unterschiedlich sein. Bei mir sitzen inzwischen alle Wirtschaftsvölker auf drei Zander-Bruträumen und die beiden unteren sind bereits proppenvoll. In der vierten Zarge sammelt sich der Honigüberschuss. Nebenbei: ich imkere 2014 erstmals ohne ASG und bin begeistert: Kein Unterbau, keine bestifteten Spielnäpfchen, keine verhonigten Brutnester, keine vernachlässigten Honigräume. Zwei Völker habe ich bis vor kurzem als Referenz noch mit ASG geführt - da hatte ich wieder all diese Nicklichkeiten. Von daher mein Rat an den Fragesteller: Nimm das ASG raus, lass das Volk auf zwei Zargen wachsen, gib ihm rechtzeitig eine dritte Zarge (ohne ASG) mit Mittelwänden zum Ausbauen ... Okay, bei mir steht die Bienenzufriedenheit im Vordergrund, nicht der Honigertrag. Aber auch der dürfte dieses Jahr nicht von schlechten Eltern sein. Gruß Steffen.

  • ...bei mir steht die Bienenzufriedenheit im Vordergrund, nicht der Honigertrag. Aber auch der dürfte dieses Jahr nicht von schlechten Eltern sein.


    Abwarten. Nicht das Jahr vor dessen Ende loben. Bienen wirst Du auf jeden Fall in rauhen Mengen produzieren. Brut von oben bis unten.