So richtig viel Futter ist da aber noch nicht drin

  • Moin, moin Imkergemeinde!


    Im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten von Deutschland, hängt der Norden scheinbar doch noch ein-zwei Wochen hinterher.
    Während im Süden und Süd-Westen der Republik bereits die ersten Honigräume "gefüllt" werden, füllen hier im Norden die Völker gerade mal den BR mit Futter (zumindest meine).


    Als Anfänger im dritten Jahr (ein Jahr mit der Bienenkiste und ein Jahr mit der Umstellung von DN auf DN1,5 in Segeberger in Holz), versuche ich zu verstehen, wie der Bien funktioniert.
    Und werde immer wieder von den Bienen und der Natur überrascht.


    Habe heute das erste Mal eine komplette Durchsicht für dieses Jahr gemacht und war doch recht erstaunt, wie "wenig" Futter in den Völkern ist.
    Da ich wie viele andere bereits eine Halbzarge HR über ASG auf die Völker gesetzt hatte, dieser aber noch nicht angenommen wurde, bzw. die Anfangsstreifen nicht ausgebaut wurden, war ich mir fast sicher, daß der BR voll mit eingetragenem Honig ist. Immerhin blüht der Spitzahorn sowie diverse frühe Kirschen und der Raps zeigt erste gelbe Blüten.
    Aber mitnichten!
    Jedes Volk hat gerade mal 1-2 gut gefüllte Futterwabenund 3-4 Waben mit Brut sowie einen ausgebauten Drohnenrahmen mit teilweise verdeckelter Drohnenbrut.
    Der Rest sind, immerhin 4 Waben, sind Waben, die entweder gerade Mal ausgezogen sind oder lediglich Handtellergroße Flächen mit Futter aufweisen.
    Ich deute daraus, daß der Futtervorrat derzeit gerade mal so zur Versorgung der Brut ausreicht.
    Ich hatte dieses Jahr immer noch eine DN-Wabe (Altlasten von der Umstellung) an Winter-Futter drin gelassen, die habe ich in dem Durchgang dann auch erst mal entnommen und gegen eine Wabe mit MW ersetzt.


    Wie steht es bei anderen hier im Norden? Habt ihr auch so "wenig" Futter? Gehen sie bei euch schon in den Honigraum?
    Besser wären natürlich ausgebaute Waben, die habe ich aus dem letzten Jahr aber nur in DN und so viel Raum wollte ich den Bienen jetzt im Frühjahr noch nicht geben. Falsch gedacht?


    Ich hatte bisher bewußt noch nicht mit Schied gearbeitet, da es bisher immer hieß, das Schied ist die Kür und ich wollte erst mal die Basics erlernen.
    Sollte man doch noch ein Schied setzten? Oder ist das jetzt zu spät?


    Meine Wabenanordnung lautet im Warmbau vom Flugloch nach hinten in etwa so:
    F/L - F - B - D - B - B - B - F - F - F/L - L
    F = Futterwabe
    F/L = teilweise gefüllte Futterwabe
    L = Leerwabe/Ausgezogene Leerwabe
    B = Brutwabe
    D = Drohnenrahmen


    Wobei sich das von Volk zu Volk teilweise um 1 Wabe nach vorne oder hinten verschiebt.


    Beim Flugling aus dem letzten Jahr sieht es z.B. so aus:
    L - B - B - B - D - F - F/L - F/L - L - L - L


    Wann öffnet ihr eure Böden wieder? Mir ist aufgefallen, daß sehr viel Schwitzwasser an der Folie klebte.


    Puh, mal wieder Fragen über Fragen von einem Anfänger.....

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ruhe bewahren, das kommt schon noch. Bei mir sind die Standorte ganz unterschiedlich. Bei manchen klatschen sie Nektar rein, daß es Freude macht.




    Bei anderen Standorten blickt man in leere Honigräume. Kommt eben drauf an. Wir haben ja erst den 7. April. Laß' erst mal Regen runterkommen, dann kann es auch honigen.


    Wenn Du ein paar Futterwaben drin hast, kann es auch nicht passieren, daß sie hungern. Das wäre viel schlimmer.

  • Moin Andreas,


    ich habe auf den Völkern, die ich für hinreichend stark hielt, Honigräume drauf. Hier sieht ein Volk das anders und ist da noch nicht zugange. Habe ich entweder überschätzt, oder es will nicht dahin... Futter ist bei mir noch drin, wir sind in Schleswig-Holstein, und es braucht ja bloß noch mal kühler werden...


    Eintragen und lüften tun sie, also wird auch was reinkommen... Beim stärksten Volk ist bald der 2. fällig.


    Geschiedet habe ich dieses Jahr kaum oder gar nicht, das gefiel mir letztes Jahr nicht so recht... vielleicht wäre es dies Jahr besser gewesen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich imkere hier etwa 100 km südöstlich von Dir und es ist ähnlich - d.h ganz normal. Bevor das Obst in voller Blüte steht, ist kein wesentlicher Honigeintrag zu erwarten. Honigmengen, die eine Ernte erlauben, gibt es meist erst mit der Kastanienblüte (also zum Ende der Obstblüte).
    Es kommt ja nicht nur auf die Tracht an, sondern auch auf die Völker. Und hier beginnt der Zuwachs gerade erst.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Andreas,


    ich hab kein Dadant und imkere auch nicht im Norden, aber hierzu kann ich was sagen:


    Wann öffnet ihr eure Böden wieder? Mir ist aufgefallen, daß sehr viel Schwitzwasser an der Folie klebte.


    Meine Böpden sind ganzjährig nur zur Varroakontrolle geschlossen, und meine Völker entwickeln sich prächtig. Lass ruhig mal ein bischen Luft ans Volk.


    Gruss
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • ein Jahr mit der Bienenkiste und ein Jahr mit der Umstellung von DN auf DN1,5 in Segeberger in Holz


    Ich würde dir empfehlen, mal eine Beute Segeberger in Styropor zu kaufen und im nächsten Jahr die Frühjahrsentwicklung in Holz und im Styropor beim gleichen Beutentyp zu vergleichen. Lies einfach mal das 1. Kapitel im Schundau.

    Zitat

    Da ich wie viele andere bereits eine Halbzarge HR über ASG auf die Völker gesetzt hatte, dieser aber noch nicht angenommen wurde, bzw. die Anfangsstreifen nicht ausgebaut wurden, war ich mir fast sicher, daß der BR voll mit eingetragenem Honig ist. Immerhin blüht der Spitzahorn sowie diverse frühe Kirschen und der Raps zeigt erste gelbe Blüten.


    Deine Völker sind einfach noch nicht stark genug. Leerwaben im Honigraum würden die Annahme erleichtern.

    Zitat

    Sollte man doch noch ein Schied setzten?


    Ist sinnvoll.

    Zitat

    Meine Wabenanordnung lautet im Warmbau vom Flugloch nach hinten in etwa so:
    F/L - F - B - D - B - B - B - F - F - F/L – L


    Ich würde jetzt folgendermaßen umbauen:
    B-D-B-B-B-S-F-MW-MW-MW
    S = Schied, MW = Mittelwand
    Falls du keine Drohnenbrut schneidest, kannst du den Drohnenrahmen auch an die Stirnseite oder ans Schied hängen, wenn er ausgebaut und bebrütet ist.
    Die drinnen belassene Futterwabe sollte richtig voll sein, sodass dort kein Nektar eingetragen werden kann. Sie sollen den Honigraum besetzen! Falls sie stattdessen anfangen sollten, hinter dem Schied eine Mittelwand auszubauen, so sollte diese in das Brutnest umgesetzt werden.
    Sowie der Honigraum gut angetragen ist, kann die Futterwabe raus und durch eine Mittelwand ersetzt werden.

    Zitat

    Beim Flugling aus dem letzten Jahr sieht es z.B. so aus:
    L - B - B - B - D - F - F/L - F/L - L - L – L


    Hier würde ich so umbauen:
    B-B-B-D-S-F-MW-MW-MW-MW
    Aus der Entfernung wirken die Völker auf mich keinesfalls trachtreif. Bei mir haben die Völker den Honigraum dann angenommen, wenn sie auf 6 Waben 1,5 DN ordentlich brüteten. Die besten Völker brüten derzeit auf 8 Waben und haben die 2. Halbzarge drauf. An einer anderen Stelle habe ich auch Völker in Holzbeuten DN. Die hinken hinterher.

    Zitat

    Wann öffnet ihr eure Böden wieder?


    Ich lasse meine Böden noch geschlossen. Ich leere die Schieber aber bei jedem Besuch aus, damit sie nicht mit dem Bodengitter verkleben. Ab Mai würde ich die Bodengitter öffnen.


    Gruß Ralph

  • Moin Bernhard,


    dieses leer ist genau der Grund, warum mir letztes Jahr das Schieden nicht gefiel... Es war dann nicht unter dem gesamten HR Bienensitz, also rechts auch weniger Honigpflege und es gab rechts der Waben einen Schacht, aus dem mitunter schlecht gelaunte Bienen aufstiegen...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Mit Warré, Verzeihung: Gatineau wäre das nicht passiert. :daumen:


    Ich habe die Pollenwabe an die Seite gesetzt, eine Mittelwand daneben und festgestellt, daß sie dort sehr zügig ausgebaut werden. Werden die Mittelwände vom Brutnest aus gesehen hinter die Pollenwabe gesetzt, wird die Wabe sofort mit Nektar vollgetragen. Setze ich die Mittelwand zwischen Brutnest und Pollenwabe, wird sie ausgezogen und sofort bestiftet. Meistens... hängt wahrscheinlich von der Qualität der Königin ab.


    Ich glaube aufgrund dieser Beobachtungen an die "innerstockliche Duftlenkung", die sich mit solchen und anderen Waben bewerkstelligen läßt. So eine Wabe riecht einfach nach Baustelle. Hänge ich eine solche frisch ausgezogene und mit Nektar befüllte Wabe in den Honigraum, wird dieser sofort angenommen. Ganz ohne "Brutwabentrick". Eine Drohnenwabe riecht auch wieder anders und vor allem zieht sie die Königin an. Wenn ich eine frisch ausgebaute Drohnenwabe ziehe, finde ich die Königin drauf.


    Also kann ich mit der einen Wabe (Pollenwabe) die bauenden Jungbienen und mit der anderen Wabe (Drohnenwabe) die Königin an der Nase herumführen. Ist wie die berühmte Möhrenangel. Jetzt ist die Frage: wo will ich sie hinlocken? Welche Richtung sollen sie einschlagen?

  • Und warum nicht:


    PW-MW-B-B-B-B-D-S-leer?


    Weil PW bei ihm nicht angegeben ist. Bei der von mir vorgeschlagenen Anordnung lagern die Bienen in Maßen Pollen in der Brutwabe vor dem Schied ein, manchmal auch in der Stirnwabe. Wenn eine PW angegeben wäre, würde ich sie hinter dem Schied platzieren, da der Raum vor dem Schied der Brut vorbehalten sein soll. Ich muss einschränken, dass die unmittelbare Nähe von Brutwaben zur Beutenwand bei Styroporbeuten völlig unproblematisch ist, während bei Holzbeuten das möglicherweise etwas ungünstiger sein könnte.
    Wichtig ist bei dem bevorstehenden Temperatursturz eine volle Futterwabe als Reserve. Wenn der Honigraum erst einmal gut angetragen ist, kann diese entfallen.
    Zur Platzierung der Mittelwand: Bei mir befindet sich hinter dem Schied ein Leerrahmen. Wenn die Bienen mehr Platz brauchen, fangen sie dort an zu bauen. Dann kann ich das Brutnest mit einem Leerrahmen erweitern. Ebenso würde ich mit einer Mittelwand verfahren, ist aber Geschmacksache. Man kann die Mittelwand oder den Leerrahmen auch gleich vor dem Schied geben, wenn die Wabe hinter dem Schied gut besetzt ist.
    Den Raum hinter dem Schied leer zu lassen habe ich sehr schnell aufgegeben. Kräftige Völker führen dort Wildbau aus, alles Drohnenbau, schön schneeweiß. Deshalb fülle ich diesen Raum mit Leerrahmen. Wer keinen Naturbau macht, muss dementsprechend dort Mittelwände einsetzen.


    Gruß Ralph


  • Setze ich die Mittelwand zwischen Brutnest und Pollenwabe, wird sie ausgezogen und sofort bestiftet. Meistens... hängt wahrscheinlich von der Qualität der Königin ab.


    Also diese Aussage kann ich für mich dieses Jahr bestätigen. Ich bin zwar erst seit letztem Jahr dabei aber dieses Jahr haben meine drei Völker das genau so gemacht. Der Nektar wurde nur in den Waben hinter dem Schied eingelagert. Die Mittelwand wurde zügig ausgebaut und sofort voll gestiftet.


    Aber zurück zum Thema Futter. Ich habe nach meiner Kontrolle am Wochenende auch noch neue Futterwaben hinzugefügt da schon alles verbraucht war und alle Waben vor dem Schied voll bestiftet waren.


    Gruß


    Sven

  • Bernhard,
    wenn ich die Mittelwand hinter aussen hinter die Pollenwabe hänge wird sie oft nur mässig ausgebaut und mit Pollen vollgetragen. Kann natürlich auf an der Stärke der Tracht liegen?
    Gruss, Jan

  • ...Der Nektar wurde nur in den Waben hinter dem Schied eingelagert...


    :confused:


    Der Sinn und Zweck des Schiedeinsatz ist eigentlich unter anderem der, dass der Nektar in den Honigraum überkopf kommt und nicht unter dem ASG landet.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper