Ohne Absperrgitter mit grossem Honigwabenabstand ?

  • Hallo Zusammen,


    ich wurde etwas vom frühen Frühling überrascht und habe zu wenig Absperrgitter. Ich arbeite mit Segeberger Zargen, 1-2 Bruträumen und müsste jetzt 2 HR aufsetzten, wenn der Raps kommt. Hatte die Idee, ob die Königin vielleicht weniger oben stiften würde, wenn ich 10 statt 11 Waben/Mittelwände in grösserem Abstand einsetze, so dass Dickwaben ausgebaut werden?


    Viele Grüsse,
    Jan

  • Hallo,


    ein alter, sehr erfahrener Imker bei uns im Verein hat mir gerade neulich von seinen Erfahrungen mit Dickwaben erzählt: wenn den Bienen danach war, dann trugen sie die Dickwaben wieder auf Normaldicke ab, und die Königin stiftete dort, trotz des unnatürlich großen Wabenabstandes.
    Die Dickwaben waren seiner Aussage nach einer von vielen Trends, die er im Laufe von Jahrzehnten ausprobiert und wieder zu den Akten gelegt hat.


    Aber ich sehe da kein kein echtes Problem für dich: einfach ganz normale Honigzargen ohne Absperrgitter aufsetzen. Wenn der Raps gut honigt, und außerdem sowieso noch ein Futterkranz auf den Brutwaben ist, dann besteht die Chance, dass die Bienen gar nicht dazu kommen, ihr Brutnest in die dritte Zarge auszudehnen, weil der reinkommende Honig es runterdrückt.
    Und wenn doch (z.B. wegen ungünstigem Witterungsverlauf) - so what? dann hast du halt ein paar Waben mit Brutflächen im ersten Honigraum. Die kannst du ja von Hand runterhängen, oder du machst später Ableger draus.


    Grüße,
    Robert


    edit: ich habe meine Dadant-Beuten anfangs ohne Absperrgitter betrieben. Im ersten Jahr ging es wunderbar, letztes Jahr haben sie massiv in den Honigraum hineingebrütet. Lag wohl an der zweiwöchigen Schlechtwetterphase kurz nach Beginn der Robinienblüte...

  • Hallo,
    Die Dickwaben waren seiner Aussage nach einer von vielen Trends, die er im Laufe von Jahrzehnten ausprobiert und wieder zu den Akten gelegt hat.


    Grüße,
    Robert


    Hallo Robert. Dickwaben sind nicht von anfangan Dickwaben. Die KÖ wird schon in der Bauzeit oben Eier legen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Robert. Dickwaben sind nicht von anfangan Dickwaben. Die KÖ wird schon in der Bauzeit oben Eier legen.


    Nur wenn der Futterkranz auf den Brutwaben durchbrochen wird.


    Aber die Aussage von dem alten Hasen war explizit: die Bienen hätten bereits ausgezogene Dickwaben wieder abgetragen, um darin Brut aufzuziehen.


    Grüße,
    Robert


    Edit: womit ich übrigens nicht generell etwas gegen Dickwaben gesagt haben will. In bestimmten Betriebsweisen haben sie ihre Berechtigung, aber als sicheres Mittel zur Trennung von Brut und Honig, statt Absperrgitter, sind sie nach der Aussage von dem alten Imker, den ich sehr schätze, nicht geeignet.

  • Wegen des fehlenden Absperrgitters muss man keine Sondermaßnahmen ergreifen. Es lässt sich auch ganz gut ohne imkern. Es werden ja zunächst nur einige in der Mitte gelegene Waben bebrütet. Das Brutnest wird durch den eingetragenen Honig tendenziell unten gehalten. Bebrütete Waben kann man bei der Honigernte nach unten hängen. Weil die Randwaben der unteren Zargen meist auch unbebrütet sind (zumal wenn das Brutnest sich nach oben ausdehnen kann), wird dafür Platz, wenn diese abgerntet werden
    Ich hat sogar Vorteile, ohne Absperrgitter zu arbeiten, weil man bei der Erweiterung flexibler ist.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Danke für die Antworten. Vielleicht habe ich kletterfreudigere Königinnen als Ihr, aber meine Erfahrung ist leider, dass sie gerne nach oben stiften gehen und dann viele schöne Honigwaben ein Handtellergrosses Brutnest haben.
    Gruss, Jan

  • Könne man vielleicht über dem Brutnest eine 20x20 cm große Sperrholzplatte auflegen? Quasi wie ein horizontaler Schied, den die Königin zwar problemlos umlaufen könnte, der ihr aber als Grenze für das Brutnest erscheint?


    Grüße,
    Robert

  • Wegen des fehlenden Absperrgitters muss man keine Sondermaßnahmen ergreifen. Es lässt sich auch ganz gut ohne imkern.
    Wolfgang

    Funtioniert das bei Dir? Ich hab mal versucht die Völker ohne Absperrgitter zu führen, angelehnt nach der Methode Pfefferle, das Ergebnis war auf vier Zargen verstreute Brut und damit wenig erntefähige Honigwaben. Sind in einer Wabe auch nur ein paar Drohnenzellen frei dann werden die bestiftet, zusätzlich besteht die Gefahr das bestiftete Zellen oder solche mit jüngsten Larven übersehen werden die landen dann im Honigsieb. Bei Standimkerei mit mäßig bis guter Tracht m.Mng nach ungeeignet, bei Massentrachten möglich wenns nicht stört das Honig aus schon mal bebrüteten Waben geerntet wird.
    jan , warum kaufst Du nicht einfach ein paar Absperrgitter:-?
    Gruß Hermann

  • Über vier Zargen hatte ich noch nie Brut. In der Regel sind es in der dritten Zarge nur zwei, drei die bebrütet werden. Nach der letzten Tracht wird das Brutnest wieder kleiner und man kann den Honig dann noch ernten. Das klappt ganz gut. Das liegt aber wohl auch daran, dass ich mit 12er DNM-Zargen imkere. Bei größeren Wabenmaßen hat man natürlich relativ zu viele bebrütete Honigwaben.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Danke Hermann,
    kaufe ich, aber ich bin in der Schweiz und an das Zubehör ist hier nicht so leicht preiswert ranzukommen auf die Schnelle.
    Gruss,
    Jan


    jan . Du willst uns also erzählen das es in der Schweiz keine Imkereibedarfshändler gibt ? Und was heisst schon Preiswert ?
    Wenn man im Winter schläft.......muss man im Frühjahr eben etwas tiefer in die Tasche greifen. Aber Absperrgitter kosten ja
    auch ein Vermögen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.