Königin in Gefahr?

  • Grüß Gott aus dem Allgäu,


    nun bin ich stolzer Besitzer zweier Völker und freue mich auf die Arbeit mit meinen Bienen. Nach einigen Monaten mit Literatur und Praxiskursen rund um die Bienen, habe ich natürlich noch viele Fragen an erfahrene Imker. Hilfreich ist es, wenn ein so interessantes Forum viele Fragen beantworten kann ohne selbst Beiträge zu posten. Aber nach der ersten Arbeit an meinen Bienenstöcken, bin ich nicht ganz sicher wie ich weiter vorgehen soll.


    Eines der Völker ist in etwas älteren Zargen (Heroldbeute/Zander) angekommen, was beim Anheben der 2. Zarge dazu führte, dass mir der Falz der oberen Beute eingerissen ist. Weiter hängt noch ein Rähmchen im Brutbereich herunter, welches kaputt sein dürfte.
    Meine Fragen:


    1. Da ich das kaputte Rähmchen und die Beute austauschen möchte, wie gehe ich da am besten vor? Die Bienen haben recht viel Überbau erzeugt und beim Wechsel der Beute(n) kommt sicher recht viel Unruhe ins Bienenvolk.
    2. Macht es den Bienen etwas, wenn an gleicher Stelle der komplette Wohnraum (Boden, 2 Zargen und Deckel) ausgetauscht wird?
    3. Falls ich die Königin nicht bald finde und separiere, besteht evtl. ein hohes Risiko diese während des Eingriffs zu verlieren/zerdrücken. Oder soll ich damit noch warten?
     
    Freue mich auf Antworten.


    Viele Grüße


    Pfeilstern

  • Hallo "Pfleilstern",


    eingerissener Pflalz hört sich nicht so dramatisch an, aber kaputtes Rähmchen sehr wohl. Wenn die Wabe da irgendwie schief rumhängt, dann bauen die Bienen sie ganz schnell mit den Nachbarwaben zusammen, und du bekommst große Schwierigkeiten beim Rähmchen ziehen.


    Ich würde den Brutraum so schnell wie möglich ordnen. Dabei halt darauf achten, dass die Reihenfolge/Anordnung der Bruträhmchen nicht unnötig durcheinander kommt.
    Je nach Zustand der Bruträhmchen würde ich über eine Totale Bauerneuerung in einigen Wochen nachdenken.
    Königin: ich habe mir vorgenommen (und letztes Jahr auch durchgehalten), jede ungezeichnete Königin, die mir unter die Augen kommt, zu zeichnen. Das Imkern ist für mich mit gezeichneten Königinnen deutlich entspannter.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    danke für Deine schnelle Antwort.
    Der Brutraum ist recht verbaut, dass scheint eher schwierig zu werden und gibt ne sauerei wenn ich da Waben ziehe. Die Bienen interessiert ja nur, wenn man den Stellplatz ändert, nicht wenn es eine neue Behausung gibt, oder?


    Grüße zurück
    Markus

  • Bebrütete Waben tauscht man am besten so aus: Man hängt sie an den Rand der Zarge (falls diese komplett bebrütet ist, an den Rand der darüberliegenden Zarge). Sie wird dann nicht mehr bestiftet und kann entfernt werden, nachdem die Brut ausgelaufen ist.


    Zum Schutz der Königin empfiehlt sich Folgendes: Die äußerste Wabe ziehen (da sitzt die Königin meist nicht drauf) und beiseite stellen. Dann hat man Luft, um die anderen Waben mit dem Stockmeissel zu lösen und in einigem Abstand zur Nachbarwabe nach oben zu ziehen. Dieses Verfahren verhindert auch, dass sich die Oberträger von den Rähmchen lösen, wenn die Waben zu fest sitzen.
    Beim Wiederseinsetzen der Waben geht man umgekehrt vor: Erst im Abstand einsetzen, dann vorsichtig an die nächste Wabe ranschieben, so dass alle Bienen Zeit haben, dort weg zu kommen, wo sie gequetscht werden können.
    Am besten benutzt man den Wabenheber gar nicht, der Stockmeisel genügt meist völlig.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Das Umwohnen ab gleicher Stelle ist kein Problem. Am wenigsten Aufruhr gibt es, wenn nur die Zargen und nicht der Boden ausgetauscht werden.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Markus :daumen:,



    Der Brutraum ist recht verbaut, dass scheint eher schwierig zu werden und gibt ne sauerei wenn ich da Waben ziehe.


    Hol dir jemanden, der mit dir zusammen den Brutraum aufräumt. Oder wenn es so schlimm ist, dass ihr eh die Waben alle wie Wildbau einzeln mit dem Messer rausschneiden müsst, dann vielleicht doch noch drei Wochen warten und dann die TBE machen? Ohne das gesehen zu haben kann man eigentlich schlecht etwas raten.


    Zitat

    Die Bienen interessiert ja nur, wenn man den Stellplatz ändert, nicht wenn es eine neue Behausung gibt, oder?


    Ich glaube, interessieren (bzw. stören) tut sie die neue Behausung schon erstmal (sie sind bei der Rückkehr erstmal verwirrt über das neue Aussehen/Geruch. Bei der Betreuung eines Schaukastens habe ich oft festgestellt, dass selbst das Öffnen der Abdeckung an der Schaukastenwand dafür sorgt, dass sich die heimkehrenden Sammlerinnen in der Luft vor dem Flugloch stauen, weil die Optik nicht mehr stimmt.)
    Aber da müssen sie halt durch. Nach ein paar Stunden dürfte der Flugbetrieb wieder normal aussehen.


    Grüße,
    Robert